Dijsselbloem schießt den Euro ab:


Der Zypern-Deal als Banken-Blaupause

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by Markus Gaertner on 25/03/2013
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Ein Interview lässt den Euro einbrechen und die Märkte wanken. Der niederländische Finanzminister und Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, hat Reuters und der Financial Times heute früh erklärt, dass der Zypern-Deal eine Blaupause für den neuen Umgang mit Bankenproblemen darstellt.

Willkommen im neuen Zeitalter der Kapitalkontrollen und in der Ära, in der größere Bankeinlagen ein Kasino-Abenteuer darstellen … und in der sich Banken jetzt selbst retten sollen. Fällt mir schwer, das zu glauben. Aber wir werden es bald sehen.

Wir alle wechseln bei diesem neuen Regime allerdings nur die Identitäten: Vorher haben wir die Geldhäuser als Steuerzahler gerettet, jetzt werden wir als Bankkunden herangezogen.

“What we’ve done last night is what I call pushing back the risks”

zitiert Reuters den Eurogruppen-Chef

“if there is a risk in a bank, our first question should be ‘Okay, what are you in the bank going to do about that? What can you do to recapitalise yourself?.
If the bank can’t do it, then we’ll talk to the shareholders and the bondholders, we’ll ask them to contribute in recapitalising the bank, and if necessary the uninsured deposit holders.”

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Klartext der Botschaft: Einlagen über der “Garantie”-Grenze von 100.000 Euro werden künftig, wann immer nötig, und so umfassend wie notwendig, konfisziert.

Jetzt wird eine Völkerwanderung zwischen den Banken einsetzen, weil jeder Bankkunden, der so viele Einlagen hat, keiner Bank mehr als 100.000 anvertrauen wird.

Die Zahl der Bankkonten wird explodieren. Und diejenigen, die sehr viel mehr haben als 100.000, werden sich aus diesem Irrenhaus zurückziehen und Konten in Singapur, Hong Kong, oder auf irgendwelchen Inseln eröffnen.

Zyperns Untergang ist KEIN Schlag gegen Steuer- und Kapital-Oasen, Zypern wird zur Geburtsstätte für noch mehr Steuerparadiese und Waschsalons reicher Leute.

Deren wachsende Flucht wird Kapital entziehen, das im Westen für Kredite und Investitionen gebraucht würde, um die Wirtschaft anzuschieben. Der Versuch, die Wirtschaft zu stabilisieren führt zu einer Verschärfung der Situation.

Nach zwei Stunden Glückseligkeit ohne den Grund zu kennen, hat das heute früh auch die Wall Street verstanden. Der DOW, zunächst 51 Punkte im Plus, ist inzwischen – um 12:00 Uhr Ortszeit New York – 80 Punkte im Minus.

Lange Gesichter, grübeln, zweifeln: Die Realität setzt ein.

Und was die kleinen Sparer angeht, die haben ohnehin ihr letztes Vertrauen in Europa, seine ausgehöhlten Institutionen, Parlamente und Gesetze – sowie in die Banken – verloren.

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Lieber Markus,

für diese realistische Einschätzungen mein allerherzlichster Dank!

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Ihr Oeconomicus



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