Zeitbombe Steuerflucht

Zeitbombe Steuerflucht
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Internationale Konzerne können Milliardengewinne erwirtschaften, ohne Steuern zahlen zu müssen. Wohlhabende Bürger wiederum bringen ihre Reichtümer mit Hilfe des Schweizer Bankgeheimnisses oder durch in Jersey ansässige Firmen vor dem Fiskus in Sicherheit. Finanzexperte und Journalist Xavier Harel bietet einen fesselnden Einblick in den Wirtschaftszweig Steuerflucht. Er enthüllt Steuersparmodelle, reist in Steuerparadiese und deckt den Zynismus der Banken auf.

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Bankgeheimnisse, Steueroasen und Gewinne:
ein fesselnder Einblick in den Wirtschaftszweig Steuerflucht.

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WANN KIPPT DAS SYSTEM?
Gerade erst mit dem Geld der Steuerzahler gerettet, erarbeiten die Banken neue Strategien, um ihren reichen Kunden die Steuerhinterziehung zu ermöglichen. Die Entlarvung von Steuerflüchtlingen wie Amazon und Total macht begreiflich, wie die tiefen Löcher in Europas Staatskassen entstehen konnten.

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(FRANKREICH, 2012, 91mn) ARTE F

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Archiv-Beiträge zum Themenkreis „Steuer-Oasen“

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Bankgeheimnis in den britischen Steuerparadiesen bröckelt

Bermuda, Cayman-Inseln & Co. geht es an den Kragen

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Business Area of George Town – Grand Cayman
Bildrechte: CC, Urheber: Roger Wollstadt from Sarasota, Florida
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Der britische Finanzminister George Osborne hat am Donnerstag in London mitgeteilt, dass sich auch Niedrigsteuer-Kolonien wie Bermuda oder die Cayman-Inseln am von Grossbritannien mit vier weiteren EU-Staaten vereinbarten automatischen Informationsaustausch beteiligen werden.
Auf den Kanalinseln Jersey und Guernsey bleibt das Bankgeheimnis jedoch aufrecht.
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Die neue Transparenz kommt zunächst nur den fünf grossen EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Spanien zugute. Diese haben im Sommer 2012 mit den USA ein Musterabkommen für einen automatischen Datenaustausch vereinbart. Das soll die Basis für ein globales System des Datenaustauschs sein.
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20min.ch

Wie Steueroasen funktionieren

Tax Havens 101: The high cost of going offshore

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Wie Offshore-Steuerparadiese funktionieren und wer sie nutzt wird in nachfolgender Video-Animation beleuchtet:
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Ende der Schonzeit – Die Jagd nach dem Schwarzgeld
Wer den Globus nach Steuerparadiesen absucht, der wird in diesen Tagen feststellen, dass die Welt schrumpft.
Auch Luxemburg will jetzt keine Steueroase mehr sein und kündigt Transparenz an. Befeuert wird die neue Diskussion durch einen Datensatz mit den Namen von über 130.000 Steuerflüchtlingen, auch aus Deutschland, die weltweit Geld in Stiftungen oder Trusts vor dem Fiskus verstecken.
Derweil arbeitet die EU daran, wenigstens an Daten aus den europäischen Steueroasen leichter heranzukommen.
Sind die Tage des Bankgeheimnisses gezählt? Davon ist wohl kaum auszugehen!
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hr2 – Der Tag – PODCAST [52:17 Min]
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Ein Dossier zum Thema findet sich hier im Archiv


Dijsselbloem schießt den Euro ab:

Der Zypern-Deal als Banken-Blaupause

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by Markus Gaertner on 25/03/2013
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Ein Interview lässt den Euro einbrechen und die Märkte wanken. Der niederländische Finanzminister und Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, hat Reuters und der Financial Times heute früh erklärt, dass der Zypern-Deal eine Blaupause für den neuen Umgang mit Bankenproblemen darstellt.

Willkommen im neuen Zeitalter der Kapitalkontrollen und in der Ära, in der größere Bankeinlagen ein Kasino-Abenteuer darstellen … und in der sich Banken jetzt selbst retten sollen. Fällt mir schwer, das zu glauben. Aber wir werden es bald sehen.

Wir alle wechseln bei diesem neuen Regime allerdings nur die Identitäten: Vorher haben wir die Geldhäuser als Steuerzahler gerettet, jetzt werden wir als Bankkunden herangezogen.

“What we’ve done last night is what I call pushing back the risks”

zitiert Reuters den Eurogruppen-Chef

“if there is a risk in a bank, our first question should be ‘Okay, what are you in the bank going to do about that? What can you do to recapitalise yourself?.
If the bank can’t do it, then we’ll talk to the shareholders and the bondholders, we’ll ask them to contribute in recapitalising the bank, and if necessary the uninsured deposit holders.”

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Klartext der Botschaft: Einlagen über der “Garantie”-Grenze von 100.000 Euro werden künftig, wann immer nötig, und so umfassend wie notwendig, konfisziert.

Jetzt wird eine Völkerwanderung zwischen den Banken einsetzen, weil jeder Bankkunden, der so viele Einlagen hat, keiner Bank mehr als 100.000 anvertrauen wird.

Die Zahl der Bankkonten wird explodieren. Und diejenigen, die sehr viel mehr haben als 100.000, werden sich aus diesem Irrenhaus zurückziehen und Konten in Singapur, Hong Kong, oder auf irgendwelchen Inseln eröffnen.

Zyperns Untergang ist KEIN Schlag gegen Steuer- und Kapital-Oasen, Zypern wird zur Geburtsstätte für noch mehr Steuerparadiese und Waschsalons reicher Leute.

Deren wachsende Flucht wird Kapital entziehen, das im Westen für Kredite und Investitionen gebraucht würde, um die Wirtschaft anzuschieben. Der Versuch, die Wirtschaft zu stabilisieren führt zu einer Verschärfung der Situation.

Nach zwei Stunden Glückseligkeit ohne den Grund zu kennen, hat das heute früh auch die Wall Street verstanden. Der DOW, zunächst 51 Punkte im Plus, ist inzwischen – um 12:00 Uhr Ortszeit New York – 80 Punkte im Minus.

Lange Gesichter, grübeln, zweifeln: Die Realität setzt ein.

Und was die kleinen Sparer angeht, die haben ohnehin ihr letztes Vertrauen in Europa, seine ausgehöhlten Institutionen, Parlamente und Gesetze – sowie in die Banken – verloren.

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Lieber Markus,

für diese realistische Einschätzungen mein allerherzlichster Dank!

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Ihr Oeconomicus


Europa für Steuerfüchse (+ update)

Einmal Paradies und zurück – Europa für Steuerfüchse

Mit großer Geste hat sich der französische Schauspieler Gérard Depardieu gerade als Steuerzahler aus seinem Land verabschiedet. Adressat ist der Premierminister. Der hatte den berühmten Steuerflüchtling als erbärmlich beschimpft. Der Brief von Depardieu erinnert an das berühmte J’accuse des Schriftstellers Emile Zola. Auch er hatte einst an einen französischen Premierminister geschrieben. Allerdings ging es damals nicht um Steuern. Jetzt also flüchtet Depardieu in ein belgisches Kaff vor dem Fiskus.
War das die richtige Wahl? Gibt es nicht weit schönere Orte für Steuerfüchse in Europa? Die gibt es. Aber sie werden weniger. Denn selbst in Luzern werden jetzt die Steuern erhöht. Der Tag auf der Suche nach den letzten Steuerparadiesen.
hr2 – Der Tag – PODCAST [53:00 Min]
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Vom Volkshelden zum Ekel
Seit 10 Tagen ist es Stammtischgespräch: Gerard Depardieu, jahrzehntelang Lieblingsschauspieler der Franzosen, hat seinen Steuerwohnsitz nach Belgien verlegt. Seitdem brodelt es empört im ganzen Land. Andere lachen sich ins Fäustchen.
Hans Woller, Paris für Journal21
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Nach Depardieu-Wegzug: Regierung Hollande verdirbt es sich mit den Superreichen
Die Regierung in Paris fürchtet einen massiven Imageverlust durch die Polemik rund um den Wegzug von Filmstar Gérard Dépardieu. Gleichzeitig sorgen Präsident Hollande und seine Minister für weitere Irritationen.
HandelsblattLeserkommentare
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Lagerfeld: “Hollande ist ein Idiot”
Mode-Zar Karl Lagerfeld hat Frankreichs Staatchef François Hollande scharf angegriffen. Im Interview mit der spanischen Ausgabe des Magazins „Marie Claire” nannte er den Sozialisten einen „Idioten“. Der Grund: Hollandes Reichensteuer, die Millionäre jetzt mit 75 Prozent veranschlagt.
MeinungsBILDner
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Anmerkung
Ich halte das Geschwätz dieser beiden Figuren für ausgemachten Dummfug und wünschte EU-weite Steuergesetze nach dem französischen Vorbild.

Ihr Oeconomicus

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follow-up, 29.12.2012, 13:29h
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Verfassungsrat stoppt Reichensteuer
Das höchste französische Verfassungsgremium hat die umstrittene 75-Prozent-Steuer für Spitzenverdiener vorerst gekippt. Ein herber Rückschlag für Präsident Hollande.
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DW