IWF hilft Ukraine mit 17,5 Milliarden Dollar


IWF hilft Ukraine mit 17,5 Milliarden Dollar
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Auf die Waffenruhe folgt die zweite gute Nachricht: Der Internationale Währungsfonds will der Ukraine unter die Arme greifen. Die bisherigen Hilfen haben nicht gereicht.
[…]
TagesAnzeiger
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Anmerkung
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Siehe Kommentar vom 11.02.2015 um 17:11h
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„… Der liebe Yaz fabulierte heute bei Interfax, dass er nach einem Gespräch mit Kerry vom IWF binnen 48 Stunden verabredete Finanzhilfen erwarte.
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Dabei dürfte es vermutlich keine Rolle spielen, dass es dem IWF nach den eigenen Statuten nicht erlaubt ist, Auszahlungen an Staaten zu leisten, die sich im Kriegszustand befinden !
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Wenn dies wirklich geschieht und daran zweifle ich keine Minute, werden die IWF-Mitglieder aus den BRICS-Staaten vermutlich keine Champagner-Korken fliegen lassen…“
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und
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Kommentar vom 12.02.2015 um 09:54h
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„…Wie bereits an anderer Stelle dargelegt, darf der IWF nach eigenen Statuten keinerlei Mittel bereitstellen, solange sich ein Kreditnehmer im erklärten oder unerklärten Kriegszustand befindet.
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Waffenstillstand auf der Basis des Minsker 12-Punkte-Plans ist demzufolge eine unabdingbare Voraussetzung für die Öffnung der IWF-Geldschleusen…“
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Ihr Oeconomicus
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IMF-Press Release:
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Statement by IMF Managing Director Christine Lagarde on Ukraine

Press Release No. 15/50
February 12, 2015

Ms. Christine Lagarde, Managing Director of the International Monetary Fund (IMF), issued the following statement today in Brussels, Belgium:

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“I am pleased to announce that the IMF team working in Kiev has reached a staff-level agreement with the Ukrainian government on a new economic reform program that would be supported by an Extended Fund Facility of SDR 12.35 billion (about $17.5 billion, €15.5 billion) from the IMF, as well as by additional resources from the international community. I intend to recommend this program for consideration to the IMF Executive Board. This new four-year arrangement [1] would support immediate economic stabilization in Ukraine as well as a set of bold policy reforms aimed at restoring robust growth over the medium term and improving living standards for the Ukrainian people.

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It is an ambitious program; it is a tough program; and it is not without risk [2]. But it is also a realistic program and its effective implementation—after consideration and approval by our Executive Board–can represent a turning point for Ukraine.

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There are a number of reasons why this new program can succeed:

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“First, demonstrated commitment to reform.

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“Over the past year, despite the challenging environment, the Ukrainian authorities have clearly shown their commitment to ambitious reform on several key fronts. They have maintained strong fiscal discipline [3] (a 2014 deficit of 4.6 percent of GDP vs. a target of 5.8 percent); they have adopted a flexible exchange rate regime; and they have significantly increased household gas prices to 56 percent of the import price and heating prices to about 40 percent of the import price in 2014 [4]. In addition, in the first such move in many years, they have begun to strengthen the country’s anti-corruption and anti-money laundering framework [5].

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“Second, front-loaded actions going forward.

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“The government is committed to front-loaded measures under the new program—including further sizable energy tariff increases; bank restructuring; governance reforms of state-owned enterprises [6]; and legal changes to implement the anti-corruption and judicial reform agenda [7]. This program will require the authorities’ steadfast determination to reform the economy. To help cushion the adjustment, especially for the poorest groups, measures are being taken to strengthen and better target the social safety net.

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“Third, increased external support.

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“The change in the IMF-supported program (from Stand-By Arrangement to Extended Fund Facility) will itself provide more funding, more time, more flexibility, and better financing terms for Ukraine to implement its reform agenda. These IMF resources will be complemented by other bilateral and multilateral financing. In addition, as the Ukrainian government has previously announced, it intends to hold consultations with the holders of their sovereign debt with a view to improving medium-term sustainability. From these various sources taken together, a total financing package of around $40 billion is estimated over the four year period [8].

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“In short, this new program offers an important opportunity for Ukraine to move its economy forward at a critical moment in the country’s history. And yet, while this is a comprehensive and strong program, it is also subject to high risks. The main risk, of course, relates to geopolitical developments that may affect market and investor confidence [9]. For this reason, the program is based on conservative macroeconomic assumptions to buffer further the impact of the conflict in the East.

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“Of course, resolution of the conflict, so critical for people, would also strengthen and speed up prospects for macroeconomic stabilization and growth.”

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IMF COMMUNICATIONS DEPARTMENT
Public Affairs Media Relations
E-mail: publicaffairs@imf.org E-mail: media@imf.org
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Anmerkung
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[1] Während der nächsten vier Jahre wird noch eine Menge Wasser durch Donau und Dnepr fließen und dabei könnte der ein oder andere schwarze Schwan sein Nest bauen.
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[2] In der Tat, dieses Programm kann jederzeit dem IMF und den beteiligten Staaten um die Ohren fliegen, sobald die naive ukrainische Bevölkerung erkennt, wer die Lasten zu tragen hat und/oder wenn es signifikanten Regierungswechsel innerhalb der EU geben sollte, die ausnahmsweise ihre Politik an den Wünschen ihrer Wähler ausrichten.
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[3] Unter ’strong fiscal discipline‘ versteht die liebe Frau Lagarde wohl die kostenträchtige Aufrüstung und den Verkauf von Tafelsilber zum Wohle der Käufer.
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[4] Es ist kaum vorstellbar, dass ukrainische Energieverbraucher so fröhlich und unbekümmert solche erheblichen Preissteigerungen ohne Murren (und das ist noch milde ausgedrückt) akzeptieren … siehe [2]
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[5] Schade, dass die nette IMF-Chefin dazu keine stichhaltigen Belege vorlegt.
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[6] Unter dem allgemeinen Begriff ‚governance reforms of state-owned enterprises‘ könnte man Entlassungen, Reduzierung von Löhnen und/oder an eine Schlussverkaufs-Aktion für interessierte Oligarchen oder westliche Konzerne denken.
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[7] Ich bin sehr auf die Reform hinsichtlich Anti-Korruptions-Maßnahmen und insbesondere auf die erwähnten Änderungen des ukrainischen Rechtswesens gespannt.
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[8] Vermutlich können es die Garantiegeber (vulgo: EU-Steuerzahler) des in Aussicht gestellten ‚financing package of around $40 billion‘ (also $40 Mrd.) gar nicht erwarten, private Lebensleistungen zu Gunsten der Kiever Schnurgel-Bande aufzugeben.
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[9] Das erwähnte Haupt-Risiko dürfte Lagarde sehr genau kennen, es findet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des IMF-headquarters @1600 Pennsylvania Ave NW Washington, DC 20500
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Ihr Oeconomicus
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korrespondierender Archiv-Beitrag
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26.03.2014
Nachlösen von Maidan-Tickets
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11 Kommentare on “IWF hilft Ukraine mit 17,5 Milliarden Dollar”

  1. ben sagt:

    Das westliche Wirtschaftssystem verschuldet sich ja um zu entschulden, auch über Konsum. Scheinbar müssen wir uns da unsere Nachbarn mit ins Boot holen. Zumindest was ja generell weggelassen wird, haben die meisten Kredite eine Zweckbestimmung, ich denke mal – unsere Waren damit zu kaufen.
    Ansonsten ist es doch sowieso eine Methode zum „schmunzeln“ wenn sie nicht so perfide wäre, das die höchst verschuldeten als Kreditgeber auftreten. Um dann die anderen mit Diktaten zu versklaven.
    So wie 100% von uns auch versklavt werden. Mit Geld aus dem NICHTS generiert. Diese Schulden (Bonds etc.) eigene und vom Nachbarn kaufen wir dann wieder. Dafür dürfen wir dann mit unseren Schuldscheinen gegenseitig spekulieren (glauben wir hier und da klappt das ja auch).
    Wenn es da Länder gibt die anders denken könnte uns bewußt werden, wie „entzückend“ wir wirtschaften.
    Innovativ sind wir in – D – vor allem im korrumpieren und trixen. Die USA machen das militant.

    Ist auch egal wir treten ja auch als Sklavenhalter auf und deshalb findet die Masse das noch gut.

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  2. Schlafschaf sagt:

    Was? Wie bitte? 17,5 Milliarden für Waffen bzw. für die Kriegskasse ? Oder 17,5 Milliarden Schmiergeld? Oder beides?

    Aha, „Waffenruhe“, Akassieren und dann weiter im Namen der Pyramide des Kapitalismus … ähm … der Freiheit und Demokratie ballern, verstehe.

    In den Mainstream-Medien wird dieses „Bedenken“ vermutlich Wirtschaftshilfe oder Hilfsgelder für die von Russland gepeinigte ukrainische Bevölkerung genannt.

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  3. Wanderer sagt:

    Ich hege berechtigte Zweifel ob es eine gute Nachricht ist, wenn skrupellosen Kleptokraten die Kriegskasse gefüllt wird.

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  4. Der IWF gibt „Kredit“—- ein gute Nachricht?

    Das wird wohl keine gute Nachricht sein. Zunächst ist die IWF die Wechselstube der Leitwährung Dollar… der IWF ist aus meiner Sicht ein Hilfskonstukt um Dollar in die Welt zu „blasen“.

    Am Ende können dann unter dem Schutzschild des IWF sognannte Investoren…. Kredit von Geschäftsbanken bekommen und eine eigenartige Art von Privatisierungen durchführen.

    Im Prinzip werden alte „Strukturen und Besitztümer“ enteignet und die Ausbeutung und moderne Versklavung der hilflosen örtlichen Bevölkerung kann beginnen……oder?

    Wir sind alle vernebelt….. IWF und Weltbank….. Zentralbanken gehören abgeschafft, sie sind Instrumente die Nachteile für die normale Bevölkerung mit sich bringen und Einrichtungen einer privaten Finanzinstrustrie, die ich persönlich gegenwärtig für äußerst verwerflich halte.

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  5. almabu sagt:

    Da war Nazi-Jaz fast enttäuscht:

    Nur 17 anstatt der erwarteten 22 Milliarden sollen es sein, die der IWF den Ukras über den Tisch schiebt, wenn.. ja wenn die vorher für ein paar Tage einen Waffenstillstand einhalten.

    Schwer genug diese Forderung, wo man sich doch gerade so schön am Gewinnen glaubt, in Kiev!

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