Florian Hohenwarter wird Mitglied der Geschäftsführung von KMW

Florian Hohenwarter wird Mitglied der Geschäftsführung von KMW

 

Florian Hohenwarter wird zum 01. April 2023 Mitglied der Geschäftsführung von Krauss-Maffei Wegmann (KMW).

Der 46-jährige leitete zuletzt die Produktion Europa/ Afrika von Mercedes-Benz PKW.

Mit Florian Hohenwarter konnte KMW eine erfolgreiche Führungskraft gewinnen, die das Unternehmen vor allem bei den anstehenden Herausforderungen an die Wehrtechnik unterstützen wird. Krauss-Maffei Wegmann stellt sich so für die moderne Serienfertigung deutscher Hightechprodukte in der Geschäftsführung optimal auf. Florian Hohenwarter wird sich dieser Aufgabe in der Funktion des COO von KMW widmen.

Florian Hohenwarter wurde 1976 in Regensburg geboren und studierte nach seinem Abitur Elektrotechnik an der Berufsakademie Stuttgart. Im Laufe seiner Karriere übte er diverse leitende Funktionen im In- und Ausland aus, unter anderem im Einkauf, dem Qualitätsmanagement, dem Supply Chain Management und in verschiedenen Produktionsbereichen im Powertrain und Aufbau PKW.

Pressemitteilung KMW a company of KNDS

 

korrespondierend:

24.01.2023:

spannendes Merkur-Interview mit Ralf Ketzel, Chef des Münchner Leopard-2-Bauers Krauss-Maffei Wegmann

 

 

Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG

Krauss-Maffei Wegmann, ein Unternehmen der deutsch-französischen Wehrtechnikgruppe KNDS, ist Marktführer in Europa für hochgeschützte Rad- und Kettenfahrzeuge.

An Standorten in Deutschland, Brasilien, Griechenland, Großbritannien, Ungarn, Singapur und den USA entwickeln, fertigen und betreuen mehr als 4.000 Mitarbeiter ein umfassendes Produktportfolio. Dies reicht von luftverladbaren und hochgeschützten Radfahrzeugen über Aufklärungs-, Flugabwehr- und Artilleriesysteme bis hin zu Kampfpanzern, Schützenpanzern* und Brückenlegesystemen. Dazu zählen auch Führungs- und Informationssysteme sowie fernbedienbare Lafetten mit Aufklärungs- und Beobachtungseinrichtungen. Zudem besitzt KMW weitreichende Systemkompetenzen auf den Gebieten ziviler und militärischer Simulation.
Auf die Einsatzsysteme von KMW verlassen sich weltweit die Streitkräfte von über 50 Nationen.

* Gemeinschaftsvorhaben mit nationalen und internationalen Partnern


Lambrecht-Nachfolge: Pistorius neuer Verteidigungsminister

Lambrecht-Nachfolge: Pistorius neuer Verteidigungsminister

 

Die Nachfolge an der Spitze des Verteidigungsministeriums ist geregelt:

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius folgt auf Christine Lambrecht (beide SPD).

„Ich freue mich sehr, mit Boris Pistorius einen herausragenden Politiker unseres Landes für das Amt des Verteidigungsministers gewonnen zu haben“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) laut Mitteilung am Dienstag.

Pistorius sei „mit seiner Kompetenz, seiner Durchsetzungsfähigkeit und seinem großen Herz genau die richtige Person“, um die Bundeswehr „durch diese Zeitenwende zu führen“.

Zudem beschäftige er sich seit Jahren mit Sicherheitspolitik, so Scholz.

Am Donnerstag soll Pistorius seine Ernennungsurkunde erhalten und im Bundestag seinen Amtseid leisten, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit mitteilte.

Eine gemeinsame Pressekonferenz mit Scholz und Pistorius gibt es zunächst nicht. Pistorius will sich noch am heutigen Dienstag in Hannover zu seiner neuen Aufgabe äußern.

Quelle:

 

Anmerkung:

Einige Gedanken dazu:

Die mediale Begrifflichkeit „Lambrecht-Nachfolge“ und die Kanzler-Bemerkung, „Pistorius beschäftige sich seit Jahren mit Sicherheitspolitik“ könnten zumindest zwei Assoziationen auslösen.

Zum einen zur Redensart „vom Regen in die Traufe“, die vermutlich aus dem Orient stammt und im deutschen Sprachraum etwa seit dem 17. Jahrhundert geläufig ist.

Hinsichtlich des Zitats von Olaf Scholz könnte eine gedankliche Verknüpfung zu Heinrich Heines Loreley-Gedicht von 1824  („Ich weiß nicht was soll es bedeuten …“) aufkeimen.

Um dies zu verdeutlichen nehmen wir einmal an, ein Hobbykoch der mit Erfolg kreative Diners designed. zubereitet und kredenzt und darüber hinaus auch schon mit Freunden einige Koch-Events in renommierten Hotelküchen organisiert hat, dürfte wohl kaum den Gedanken hegen, als Teil eines Sterne-Koch-Teams daran mitzuwirken, im Michelin-Guide ausgezeichnet zu werden. 

Herr Pistorius hat seinen Wehrdienst absolviert, danach sein Jura-Studium mit erstem und zweiten Staatsexamen absolviert, war danach ein halbes Jahr als Rechtsanwalt tätig, um von 1991 bis 1995 als persönlicher Referent des niedersächsischen Innenministers Gerhard Glogowski tätig zu werden und von 1995 bis 1996 zum stellvertretenden Leiter von dessen Ministerbüro aufzusteigen. Über mehrere Zwischenstationen, vom 1996-2013 als Rat der Stadt Osnabrück. Vor seiner Wahl zum OB konnte er als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion konnte er als deren finanzpolitischer Sprecher fungieren. 

Nach den niedersächsischen Landtagswahlen im Januar 2013 wurde Pistorius bei der konstituierenden Sitzung des 17. Niedersächsischen Landtages am 19. Februar 2013 im Kabinett Weil I als Minister für Inneres und Sport vereidigt. Noch im selben Jahr hatte er als Innenminister des Landes Niedersachsen den Vorsitz der Innenminister-Konferenz inne.

 Anfang 2014 gab Pistorius dieses Amt turnusmäßig ab und fungierte von 2014 bis 2017 als Sprecher der SPD-geführten Innenressorts der Länder. Am 22. November 2017 wurde Pistorius im Kabinett Weil II erneut als Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport vereidigt.

Vom 19. Februar 2013 bis zum 22. November 2017 war er ordentliches Mitglied des Bundesrates und vom 22. November 2017 bis zum 8. November 2022 stellvertretendes Mitglied. Seit dem 8. November 2022 ist Pistorius wieder ordentliches Mitglied des Bundesrates.

Nach der niedersächsischen Landtagswahl im Oktober 2022 wurde er am 8. November 2022 im Kabinett Weil III erneut als Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport vereidigt.

Seit Oktober 2017 ist Pistorius Mitglied in einem gemeinsamen parlamentarischen Kontrollausschuss für Europol und zudem Mitglied in der Parlamentarische Versammlung der NATO. Während seiner Mitgliedschaft der deutsch-russischen Freundschaftsgruppe des Bundesrats dürfte er über einige Erfahrungen gesammelt haben, die ihm in seinem künftigen Amt möglicherweise dienlich sein könnten.  

Hoffen wir, dass ihm und dem Kanzler die Traufe erspart bleiben möge.

Ihr Oeconomicus

 


Netzbetreiber in Baden-Württemberg ruft zum Stromsparen auf

Netzbetreiber in Baden-Württemberg ruft zum Stromsparen auf

 

Hohes Windaufkommen im Norden führt an diesem Sonntag (15. Januar 2023) erneut zur Aktivierung eines großen Redispatch-Volumens in der Regelzone von TransnetBW. Die Ampel in der App „StromGedacht“ zeigt darum tagsüber „Gelb“ und rät, den Stromverbrauch vorzuziehen oder zu verschieben. Um 17 Uhr wird die Ampel „Rot“, dann wird das größte Redispatch-Volumen angefordert. In dieser Phase, in der auch größere Mengen Strom aus dem Ausland zur Bedarfsdeckung verwendet wird, motiviert „Rot“ zwischen 17 und 19 Uhr zum Stromsparen.  

Diese Ampelfarben bedeuten allerdings nicht, dass Stromabschaltungen zu befürchten sind. Im Sinne einer Sensibilisierung der Bevölkerung signalisieren sie aber, dass TransnetBW mehr als gewöhnlich dafür tun muss, das Stromnetz stabil zu halten. Und dass Bürgerinnen und Bürger mit einem angepassten Stromverbrauch selbst einen aktiven Beitrag leisten können – also beispielsweise am heutigen Sonntag zwischen 17 und 19 Uhr, wenn mehr als 500 Megawatt Kraftwerksleistung aus dem Ausland zur Deckung des Redispatch-Bedarfs in Baden-Württemberg beitragen.  

Unter dem Motto „Heute schon an StromGedacht?“ soll die App Menschen nicht erst in drohenden Strommangel-Situationen zum Stromsparen aufrufen. Sie kann auch zur Reduktion von Kosten und CO2beitragen: Je weniger von dem für Redispatch georderten Strom verbraucht wird, desto besser für das Klima und den Geldbeutel. Die Kosten für Redispatch werden über die Netzentgelte umgelegt und kommen so über die Stromrechnung beim Endverbraucher an. Mit StromGedacht bekommen Bürgerinnen und Bürger erstmals die Möglichkeit, ihren Stromverbrauch an die jeweilige Netzsituation anzupassen.

Weitere Informationen zur StromGedacht-App sind hier verfügbar: www.stromgedacht.de.

Hintergrund-Informationen zum Thema Redispatch finden Sie außerdem hier: https://www.transnetbw.de/de/strommarkt/systemdienstleistungen/redispatch 

Gerne können Sie bei Fragen auf uns zukommen.

 

Quelle: Pressemitteilung TransnetBW

 

Anmerkung:

Zum Erstaunen der Meteorologen werden die Modelle (Jan 17,23,31) in Europa immer kälter. Das ist genau das, was die Abschwächung des Polarwirbels vermuten lässt. Dieser wird sich verstärken, da ein historisch starker Wirbel eine Rekordmenge an arktischer Kaltluft angesammelt hat.

Konkret gab es heute ab 12.00h in Baiersbronn-Obertal (ca. 650m über NN) nach einem kurzfristigen Temperaturrückgang auf knapp über 0° C ziemlich heftigen Schneefall, der allerdings nach ca 45 Minuten beendet war. Aktuell (15.40h) liegen die Temperaturen wieder bei 2-2,5° C.

Ihr Oeconomicus


Deutschlands größte Raffinerie MiRo setzt zeitweise Auslieferung aus

Deutschlands größte Raffinerie MiRo setzt zeitweise Auslieferung aus

Die Mineralölraffinerie Oberrhein, kurz „MiRO“, in Karlsruhe schränkt nach Angaben von Bloomberg die Lieferungen von Heizöl und Benzin an einige Kunden ein.

Die Raffinerie ist Deutschlands größter Ölverarbeitungskomplex und versorgt einen Großteil Süddeutschlands mit Mineralölprodukten wie Benzin, Diesel, Heizöl, Propylen und Bitumen.

Laut Wood Mackenzie läuft die Raffinerie seit Ende Dezember mit reduzierter Kapazität, da eine Rohölverarbeitungsanlage stillgelegt wurde.

Laut einem Insider wird die Raffinerie das Verladen von Heizöl auf Lastwagen bis Anfang zur zweiten Januarwoche Woche einstellen.

Einige Schiffstransporte von Benzin über den Rhein seien seit dem Jahreswechsel bereits storniert worden. Auf Anfrage wollte die Raffinerie hierzu aber keine weiteren Angaben machen. (Bloomberg: 04.01.23).

 

Quelle

 


Bundesbank blockiert Klimafinanzierung über Währungsreserven

Bundesbank blockiert Klimafinanzierung über Währungsreserven

 

Sonderziehungsrechte gelten als Hoffnungsträger für die internationale Klimafinanzierung – aber Deutschland und wohl auch die anderen Euro-Staaten werden ihre Sonderziehungsrechte beim Weltwährungsfonds nicht an ärmere Länder weitergeben. Die Bundesbank und das Bundesfinanzministerium lehnen die Weitergabe grundsätzlich ab. Und auch die Europäische Zentralbank (EZB) steht dem Instrument sehr skeptisch gegenüber. 

Quelle

vertiefende Informationen zur Klima-Finanzierung

 

korrespondierend:

 

01.08.1969:

Prof. Hankel: Sonderziehungsrechte, Medizin für kranke Währungen

 

02.10.2009:

Prof. Hankel: B.I.S.M.A.R.C.K. in Pittsburgh – IWF-Sonderziehungsrechte verhindern den Zerfall der Weltwirtschaft

 


Pressestimmen zu Draghis Abgang

Pressestimmen zu Draghis Abgang

 

„In Italien wirft Mario Draghi das Handtuch“, lesen wir in Libération :

„Mario Draghi gibt auf. Keine Chance für ihn, Italien mit so wenig Unterstützung zu regieren.“

Das Ende der Ära Mario Draghi in Italien, ein Schock für ganz Europa, titelt Le Monde : 

Der Zeitpunkt könnte für Italien, die Eurozone und die Europäische Union (EU) insgesamt nicht schlechter sein. Dieser „perfekte Sturm“ wurde von Forza Italia (der rechten Partei von Silvio Berlusconi), Liga (der rechtsextremen Partei von Matteo Salvini) und der Anti-Establishment-Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) ausgelöst, die am Mittwoch ihre Teilnahme verweigerten das von Draghi beantragte Vertrauensvotum im Senat.

Die französische Zeitung spricht auch über „die geopolitischen Umwälzungen, die durch die Rückkehr an die Macht bei den bevorstehenden Wahlen dieser Formationen mit einer schwierigen Vergangenheit der Selbstzufriedenheit gegenüber Wladimir Putin hervorgerufen werden könnten. Und dies inmitten der Energiesorgen, die sich dem Winter nähern. Es hänge von den pro-europäischen Italienern ab, sich zu mobilisieren, und von der EU, taktvoll zu handeln, um dieses Albtraumszenario zu vermeiden“, schließt Le Monde.

The Globe&Mail stellt fest, dass „die Unruhen für die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen könnten. Wie viele andere Länder sieht sich Italien infolge der Moskauer Invasion mit steigenden Preisen für alles, von Lebensmitteln bis hin zu Haushaltswaren, konfrontiert. Es leidet auch darunter eine anhaltende Dürre, die die Ernte bedroht. Gleichzeitig bemüht sich Italien um die Umsetzung seines EU-finanzierten Pandemie-Wiederaufbauprogramms. Jegliche Instabilität in Italien könnte auf das übrige Europa übergreifen.“

Laut der Financial Times bedeutet Draghis Abgang „einen Rückschlag für das westliche Bündnis gegen die russische Invasion in der Ukraine. Der italienische Staatschef hat eine kompromisslose Haltung gegenüber Moskau eingenommen und war einer der Hauptarchitekten harter Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Berlusconi, ehemaliger Premierminister, hatte er enge persönliche Beziehungen zu Putin, mit dem er einmal Urlaub machte, während Salvini ein Bewunderer des russischen Führers war.“

La Stampa , zitiert von Eurotopics , charakterisiert das Verhalten der populistischen Parteien als „eine Schande“:

„Es gibt kein anderes Wort, um zu beschreiben, wie die Draghi-Regierung im Senat gescheitert ist“

Und der Corriere della Sera stellt bitter fest: „Auch Draghi, der berühmteste Italiener, den wir hatten und den wir hoffentlich bald wieder im Dienste unseres Landes sehen werden, hat den Preis für das unerbittliche Gesetz der Regierungen der nationalen Einheit bezahlt.“

Der Corriere legte noch eine Schippe drauf und fabulierte „von einem „Drang zur Selbstzerstörung, dem selbst die Besten zum Opfer fallen“

La Vanguardia erklärt: „Der Ernst der Lage lässt sich an der internationalen Reaktion messen – fordert Draghi auf, nicht zurückzutreten, und auch den Druck, der auf alle italienischen Parteien ausgeübt wird, um vorgezogene Neuwahlen zu vermeiden. Dies ist in der Tat ein schlechter Tag für Europa.“

Die BBC stellt fest, dass die politischen Turbulenzen in Italien auch Schlüsselfiguren in einigen Parteien gespalten haben. „Zwei Minister von Forza Italia, Renato Brunetta und Mariastella Gelmini, verließen die Partei aus Protest gegen die Entscheidung, Draghi zu verdrängen. Die populistische Bewegung Cinci Stele, die letzte Woche die Krise ausgelöst hatte, erlebte ebenfalls einen Austritt seine Partei und die Instabilität, mit der Italien jetzt konfrontiert ist, haben die EU-Finanzierung aufs Spiel gesetzt und werden zur Aufgabe von Reformen führen.“

Ich versage mir diesen Vorgang zu kommentieren, möchte stattdessen aus Ferdinand Lassalles: „Was nun?“ Zweiter Vortrag über Verfassungswesen.  (1862) Meyer u. Zeller, Zürich: 1863, S. 35 zitieren:

„Dies ist die Macht des Aussprechens dessen, was ist. Es ist das gewaltigste politische Mittel! Fichte constatirt in seinen Werken, daß »das Aussprechen dessen, was ist,« ein Lieblingsmittel des alten Napoleon gewesen, und in der That hat er ihm einen großen Theil seiner Erfolge verdankt. Alle große politische Action besteht in dem Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.“  

Ihr Oeconomicus


Deutschlands Außenhandel erstmals seit 1991 defizitär

Deutschlands Außenhandel erstmals seit 1991 defizitär

 

Bloomberg titelt in seiner Montag-Ausgabe

„Germany Has First Monthly Trade Deficit Since 1991 on Inflation“

Deutsche Verbraucher, Unternehmen und der Staat geben mehr für nach Deutschland eingeführte Waren, Güter und Dienstleistungen aus, als die deutsche Wirtschaft im Ausland an Erlösen erzielte.

Das Defizit summierte sich im Mai des laufenden Jahres auf immerhin rund eine Milliarde Euro. Im Ergebnis des Jahres 2021 führt das Statistische Bundesamt noch einen Außenhandelsüberschuss von 172 Milliarden Euro an.

Die Daten des Statistischen Bundesamts bestätigen dies! Allerdings führt die Statistik im Mai noch einen nominellen Überschuss von 500 Millionen auf. Negativ ist der saisonal bereinigte Wert. 

Den Grund sehen die Experten darin, dass inflationsbedingt die Kosten für die laufenden Importe im Mai um 2,7 Prozent gestiegen sind, während die Exporterlöse zugleich um 0,5 Prozent fielen. Für das Letztere dürften insbesondere die Auswirkungen der antirussischen Sanktionen, aber auch die allgemein weltweit schwächelnde Konjunktur, verantwortlich sein. 

Die Preise für Importe wie Energie, Nahrungsmittel und von der Industrie verwendete Teile waren im Mai um mehr als 30 Prozent höher als vor einem Jahr, während die Preise für Exporte im selben Zeitraum nur etwa halb so stark stiegen.

Auch wenn die Daten inflationsbereinigt weniger bemerkenswert aussehen, wird der Außenhandel immer noch einen negativen Beitrag zum deutschen Wachstum leisten, das ebenfalls in realen Werten berechnet wird, sagte Oliver Rakau, Wirtschaftswissenschaftler an der Oxford School of Economics in Frankfurt am Main, gegenüber Bloomberg. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und hoher Unsicherheit seien die Aussichten für den Handel „eher düster“, warnte er.

Vorerst kann das Defizit der Außenhandelsbilanz der deutschen Wirtschaft kaum gefährlich werden:

Nach drei Jahrzehnten großer Überschüsse im Außenhandel haben die Unternehmen und Haushalte fast ausnahmslos Ersparnisse angehäuft, die noch Jahre für den Ausgleich eines etwaigen Defizits sorgen können. Ausgeglichen werden kann ein Außenhandelsdefizit zudem durch gesteigerte Investitionen und durch Instrumente der Währungspolitik.

Das echte Risiko liegt hier in der Zahlungsfähigkeit europäischer Schuldner:

Das plötzliche Defizit der deutschen Außenhandelsbilanz kommt nicht den hauptsächlich europäischen Ländern zugute, die zuvor Jahrzehnte lang die Leidtragenden ihres Überschusses waren. Während deutsches Geld nun nach Russland und in andere außereuropäische Länder fließt, bleiben die vor allem südeuropäischen Handelspartner Deutschlands weiter auf ihren Schuldenbergen sitzen.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht in den Zahlen vom Mai Warnzeichen für eine dauerhafte besorgniserregende Entwicklung. „Der Exportabschwung ist eingeläutet“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Mainpost. Die Exporteure seien immer weniger in der Lage, die durch Lieferketten bedingten Kosten-steigerungen an internationale Kunden weiterzureichen, die Kunden schauen sich zunehmend nach günstigeren Alternativen um.  Außerdem kämen wichtige Importgüter zur notwendigen Weiterverarbeitung häufig nicht an, insbesondere wegen der Corona-Lockdowns in China. Ein Ende der Preissteigerungen und Lieferkettenprobleme ist laut DIHK nicht in Sicht.

Sollte sich die Momentaufnahme zu einer veritablen Tendenz ausweiten, werden sich die politisch verantwortlichen Vollträumer im Zusammenhang mit dem Streben nach immerwährendem wirtschaftlichen Wachstum gut überlegen müssen, wie die vorsätzlich herbeigeführte Zeitenwende den Betroffenen mit all seinen Folgen und Wechsel-wirkungen möglichst konnotativ vermittelt werden kann.

Schon John Stuart Mill prognostizierte im Zusammenhang von fortgesetztem wirtschaftlichen Wachstum starkes Suchtpotential insbesondere bei dem unabweisbaren Verlangen nach dem damit verbundenen Erlebniszustand, dem die Kräfte des Verstandes untergeordnet werden.

Tja und bleibt diese ökonomische Sucht-Droge aus, setzt die Produktion von „Glückshormonen“ wie Serotin und Dopamin mit gravierenden Folgen aus, ggfl. gekennzeichnet durch extreme Angst, Panik, starke Erregung oder wahnhaft veränderte, teils paranoide Wahrnehmungen, befürchtet

Ihr Oeconomicus

 

korrespondierend

Das Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG)

Abyssus abyssum invocat