Die Staatsschulden versperren den Blick auf die Zerstörung der Vermögen

Wir leben seit geraumer Zeit in einer Phase zunehmender Verarmung und der größte Teil der Bevölkerung hat dies noch nicht bemerkt. Geld wurde verschwendet im Wohlfahrtsstaat, durch die Rettung der Banken oder gar – wie in Europa – durch die Rettung von Staaten. Aber viele Menschen spüren die Schmerzen noch nicht.

Dennoch haben Fehlinvestitionen realen Wohlstand in einem ungeheuren Ausmaß zerstört. Staatsausgaben für Wohlfahrtsprogramme und Militärinterventionen haben in der westlichen Welt steigende Staatsverschuldung und Haushaltsdefizite verursacht. Diese Schulden werden wohl niemals real zurückgezahlt werden können.

Der kriegerische Wohlfahrtsstaat ist die Fehlinvestition schlechthin. Er befriedigt nicht die Bedürfnisse von freiwillig zusammenarbeitenden Individuen und würde sofort sein Ende finden, würde er nicht permanent durch das gewaltsam eingetriebene Geld der Steuerzahler subventioniert.
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Prof. Philipp Bagus @Misesde.orgErstveröffentlichung in englischer Sprache @mises.org


„Jagt die Troika zum Teufel !“

Demonstrationen gegen Sparprogramme, Verarmung, steigende Arbeitslosigkeit und Korruption
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Bildrechte: CC, Urheber: Henrique Matos

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Am heutigen Samstag werden in Portugal erneut die Menschen gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung auf die Straßen gehen. Neben den Demonstrationen, zu denen die Empörten-Bewegung aufruft, um die „Troika zum Teufel zu jagen“, gibt es aber viele Formen des zivilen Ungehorsams.
Kreativ wurde den Vertretern der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Montag gezeigt, dass sie unerwünscht sind. Sie prüfen erneut, ob die Programme umgesetzt werden, die Portugal 2011 aufgedrückt wurden, als es 78 Milliarden Euro aus dem EU-Rettungsfonds erhielt.
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Wandbilder, nach der Nelkenrevolution 1974 aus der Mode gekommen, werden wieder zahlreich gemalt.
Neuerdings wird an der Avenida Marquês da Fronteira in der Hauptstadt mit Ironie dazu aufgerufen, „für Portugal zu beten“. Im katholischen Land bittet ein Mädchen mit gefalteten Händen wenig christlich, den „Herrgott, uns von den korrupten Schweinen zu befreien, die Portugal verpesten“.
Im Parlament stimmten Zuschauer „Grândola Vila Morena“ an. Sie machten mit Lied, das die Nelkenrevolution auslöste, deutlich, dass ihr Geduldsfaden reißt.
Die Rede von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho wurde unterbrochen, weil auch viele Parlamentarier eingestimmt hatten.
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Auch Steuernummern sind beliebt, um täglich die Empörung über eine Regierung zum Ausdruck zu bringen, die nach Ansicht vieler das Land in tiefe Armut stürzt und die Wirtschaft unter dem „Troika-Diktat“ in den Ruin spart. Da seit Jahresbeginn sogar beim Zahlen im Café, im Buchladen oder beim Bäcker die Steuernummer angegeben werden muss, trinkt Coelho überall Wein, kauft Zeitungen oder Zigaretten.
Die Idee stammte von der „Weißen Revolutionären Bewegung“ Die Bürger geben gerne die 177142430 an, die Steuernummer des Ministerpräsidenten. Beliebt ist auch die 120528223 von Finanzminister Vitor Gaspar. Den großen Mehraufwand für die Unternehmen hebeln die Bürger aus, weil sie sich nicht bei Schritt und Tritt überwachen lassen wollen. Angeblich sollen Steuersünder so ermittelt werden, doch daran glaubt kaum jemand.
Ralf Streck – Telepolis
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follow-up, 03. März 2013
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Wütende Portugiesen schicken Troika „zum Teufel“
Hunderttausende Menschen sind in Portugal gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße gegangen.
„Troika und Regierung raus“, „Portugal an die Wahlurnen“ und „Wahlen jetzt“ gehörten zu den Parolen auf den Spruchbändern.
Bei einem Protestmarsch in der Hauptstadt Lissabon sangen die Demonstranten die Hymne der Nelkenrevolution von 1974, die Portugal den Weg zur Demokratie ebnete.
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tagesschau
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Tausende demonstrieren in Lissabon gegen Sparmassnahmen

Tausende demonstrieren in Lissabon gegen Sparmassnahmen 

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon haben am Samstag tausende Menschen gegen die Sparmassnahmen der Regierung protestiert. Die aus dem ganzen Land angereisten Demonstranten zogen am Nachmittag von verschiedenen Orten der Stadt aus zum zentralen Praça do Comercio in der Altstadt.
Auf Spruchbändern standen Parolen wie „Nein zur Ausbeutung, nein zu Ungleichheiten, nein zur Verarmung“ oder „Eine andere Politik ist möglich“. Die Teilnehmer riefen „Der Kampf geht weiter“.
Quelle