Großrazzia: Lebensversicherer im Visier der Steuerfahndung

Rund 270 Steuerfahnder haben die Geschäftsräume der Commerzbank durchsucht.

Die Ermittlungen richteten sich jedoch „nicht gegen die Bank, sondern gegen einzelne Mitarbeiter eines anderen Finanzdienstleisters„, erklärte ein Commerzbank-Sprecher. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum bestätigte eine Durchsuchung „bei einer deutschen Großbank“ an rund 40 Standorten, an der rund 270 Beamte beteiligt waren.

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft und der Düsseldorfer Steuerfahndung sind hinter einer ausländischen Lebensversicherungsgesellschaft her. Sie soll ab 2006 in mehr als 200 Fällen Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben.

Dabei geht es offenbar um einen bis vor einiger Zeit beliebten Steuertrick mit so genannten Lebensversicherungs-Mänteln. Dabei wird ein Vermögensverwaltungsmandat als steuerlich günstigere Lebensversicherung getarnt, um die Kapitalerträge nicht voll versteuern zu müssen.

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Wie der Trick funktioniert, lässt sich prinzipiell hier nachvollziehen.

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Die Commerzbank ist nur Zeuge, die Bank und ihre Mitarbeiter werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht beschuldigt. Die Bank habe das fragliche Lebensversicherungs-Modell nicht selbst an die Kunden verkauft. Vielmehr seien dort lediglich Depots geführt worden, weshalb die Ermittler in den Räumen des Kreditinstituts Beweismittel vermuten.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Zeit
Der Spiegel

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Grossrazzia bei der Deutschen Bank (+ update)

Steuerbetrug: Grossrazzia bei der Deutschen Bank
Rund 500 Beamte von deutschem Bundeskriminalamt, Steuerfahndung und Bundespolizei durchsuchten Geschäftsräume der Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt und zahlreiche weitere Ojekte.
20min.chSZtagesschau.de
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follow-up: 13.12.2012, 07:27h
Steueraffäre: Deutsche Bank soll belastendes Material gelöscht haben
In der Steueraffäre bei der Deutschen Bank vermuten die Ermittler nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“, dass bei einer Vertuschungsaktion relevante E-Mails vernichtet wurden. Zudem wurde ein Geldwäscheexperte des Instituts festgenommen. Die Bank weist die Vorwürfe zurück.
SZ
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follow-up: 14.12.2012, 10:08h
Fitschen weist Vorwürfe von sich
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen sieht trotz der Ermittlungen gegen seine Person „keinen Grund“ zum Rücktritt. Seinen inhaftierten Mitarbeitern wird unterdessen wohl Vertuschung vorgeworfen.
N24