Die Lösungsfalle oder Die Sucht nach einfachen Wahrheiten

Die Lösungsfalle oder Die Sucht nach einfachen Wahrheiten

„Das Rentensystem steht vor dem Kollaps!“ Die entschiedene Behauptung klingt noch im Ohr, die private Zusatzversorgung ist abgeschlossen, da hören wir: „Die Rentenkassen sind voll.“ „Die Krankenkassen müssen sparen“, wurde gebetsmühlenartig wiederholt und damit die Sparpolitik am Patienten begründet – und jetzt sitzen die Kassen auf einem Milliardenüberschuss und rücken ihn nicht mehr raus. „Den Armen der Welt ist am besten durch Mikrokredite zu helfen“, endlich – so atmeten wir auf – haben wir den richtigen Weg für wirksame Entwicklungshilfe gefunden. Nur führt der für viele in die Schuldenfalle, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Der Glaube an einfache Wahrheiten ist bequem, wir alle freuen uns mehr über Lösungen, als über Probleme. Nur: was bleibt auf der Strecke? Die Frage, warum uns eigentlich wer welche Lösung präsentiert, die ausführliche Analyse komplexer Zusammenhänge… – und vielleicht auch die Wahrheit?
hr2-Der Tag – PODCAST [54:27 Min]

Hans Eichel: Haushalts-Überschuss täuscht über wahre Schulden-Lage hinweg

Hans Eichel: Haushalts-Überschuss täuscht über wahre Schulden-Lage hinweg

Bildrechte: Creative Commons-Lizenz, Urheber: Kuebi = Armin Kübelbeck
Der Überschuss in der deutschen Staatskasse ist nicht das Ergebnis von sparsamer Haushaltspolitik. Er ist vor allem auf die Überschüsse bei den Sozialversicherungen zurückzuführen. Der genauere Blick auf die Finanzsituation von Bund und Ländern zeigt, dass es keinen Grund zur Entwarnung gäbe, sagt der ehemalige Finanzminister Hans Eichel.

  |  26.08.12, 01:13  | 3 Kommentare


Schuldenfalle: Zwei Millionen Türken müssen mit Vollstreckung rechnen

Schuldenfalle: Zwei Millionen Türken müssen mit Vollstreckung rechnen

Die Haushaltslage vieler türkischer Familien ist desolat. In den vergangenen neun Jahren sind ihre Verbindlichkeiten um das 18-fache angestiegen. Ihr Gehalt hat sich im gleichen Zeitraum allerdings nur verdoppelt. Darauf hat jetzt ein Abgeordneter der türkischen Opposition hingewiesen.
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Wie das Türkische Statistik Insitut (TÜKİK) bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres mitteilte, liege der durchschnittliche Pro-Kopf-Verdienst eines türkischen Haushalts bei 22.630 Lira, also etwa knapp 9.000 Euro pro Jahr. Immerhin: jeder dritte Türke gilt als “arm”. Den Erhebungen zufolge leben 16,9 Prozent der Bevölkerung an der Armutsgrenze, 18 Prozent hingegen ständig darunter. Außerdem, so ein weiteres Ergebnis der „Untersuchungen zum Einkommen und den Lebensbedingungen 2010”, verdienen die Reichsten im Land acht Mal so viel wie die Ärmsten. Ein Jahr zuvor lag der Unterschied sogar noch etwas höher bei 8,5 Prozent.
Hinzu kommt, dass die monatlichen Ausgaben in der Türkei 2011 auf durchschnittlich knapp 1.000 Euro gestiegen sind, während sie 2010 noch 850 Euro betrugen. Auch das geht aus aktuellen Zahlen des TÜKİK hervor.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten  |  22.08.12, 02:55  | 18 Kommentare

Anmerkung

Eine hohe Privatverschuldung kann schlechterdings zu erheblichem Abschreibungsbedarf bei den Banken führen, was wiederum die türkische Volkswirtschaft und durch mögliche bail-out’s die Staatsverschuldung erheblich vergrößern könnte. Die Verantwortlichen in der Türkei wären gut beraten sich vorsorglich mit dem isländischen Modell zu beschäftigen ..
meint Ihr Oeconomicus