London: begehrtes Exil vermögender Franzosen

London: begehrtes Exil vermögender Franzosen

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Der französische Präsident Hollande und seine sozialistische Regierung halten daran fest:
die Reichensteuer soll kommen. Auch deshalb verlagern immer mehr französische Spitzenverdiener ihren Wohnsitz ins Ausland.
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So stieg die Zahl der Franzosen in Großbritannien in den letzten fünf Jahren um 100.000 auf 400.000, die meisten davon leben in London.
Die Stimmung dort sei anders als in der Heimat, heißt es, Geld und Erfolg würden noch geschätzt.
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Nicht zuletzt die Londoner Immobilienmakler freuen sich:
es gibt einen starken Anstieg der Nachfrage aus Frankreich nach teuren Wohnungen in der britischen Metropole.
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Erkenntnisgewinn für den deutschen Steuerzahler?
Die französische Spirale zunehmend sinkender Steuereinnahmen könnte den wirtschaftlichen Untergang des Landes beschleunigen … letztlich zu Lasten des deutschen Michels, der am Ende des Tages u.a. auch für französische EU-Risiken mit einstehen dürfte.
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In Großbritannien, dem Profiteur französischer Zuwanderung wird man sich hinsichtlich eigener Vorstellungen über die Zukunft eines zentralgelenken EU-Monsters bestätigt fühlen. Die Gefahr eines ultimativen Auseinanderbrechens der EURO-Zone mit all seinen unerfreulichen Folgen und Nebenwirkungen könnte näherrücken.
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Ihr Oeconomicus

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Video-Beitrag – ARD-Europamagazin – [4:58 Min]


Europa für Steuerfüchse (+ update)

Einmal Paradies und zurück – Europa für Steuerfüchse

Mit großer Geste hat sich der französische Schauspieler Gérard Depardieu gerade als Steuerzahler aus seinem Land verabschiedet. Adressat ist der Premierminister. Der hatte den berühmten Steuerflüchtling als erbärmlich beschimpft. Der Brief von Depardieu erinnert an das berühmte J’accuse des Schriftstellers Emile Zola. Auch er hatte einst an einen französischen Premierminister geschrieben. Allerdings ging es damals nicht um Steuern. Jetzt also flüchtet Depardieu in ein belgisches Kaff vor dem Fiskus.
War das die richtige Wahl? Gibt es nicht weit schönere Orte für Steuerfüchse in Europa? Die gibt es. Aber sie werden weniger. Denn selbst in Luzern werden jetzt die Steuern erhöht. Der Tag auf der Suche nach den letzten Steuerparadiesen.
hr2 – Der Tag – PODCAST [53:00 Min]
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Vom Volkshelden zum Ekel
Seit 10 Tagen ist es Stammtischgespräch: Gerard Depardieu, jahrzehntelang Lieblingsschauspieler der Franzosen, hat seinen Steuerwohnsitz nach Belgien verlegt. Seitdem brodelt es empört im ganzen Land. Andere lachen sich ins Fäustchen.
Hans Woller, Paris für Journal21
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Nach Depardieu-Wegzug: Regierung Hollande verdirbt es sich mit den Superreichen
Die Regierung in Paris fürchtet einen massiven Imageverlust durch die Polemik rund um den Wegzug von Filmstar Gérard Dépardieu. Gleichzeitig sorgen Präsident Hollande und seine Minister für weitere Irritationen.
HandelsblattLeserkommentare
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Lagerfeld: “Hollande ist ein Idiot”
Mode-Zar Karl Lagerfeld hat Frankreichs Staatchef François Hollande scharf angegriffen. Im Interview mit der spanischen Ausgabe des Magazins „Marie Claire” nannte er den Sozialisten einen „Idioten“. Der Grund: Hollandes Reichensteuer, die Millionäre jetzt mit 75 Prozent veranschlagt.
MeinungsBILDner
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Anmerkung
Ich halte das Geschwätz dieser beiden Figuren für ausgemachten Dummfug und wünschte EU-weite Steuergesetze nach dem französischen Vorbild.

Ihr Oeconomicus

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follow-up, 29.12.2012, 13:29h
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Verfassungsrat stoppt Reichensteuer
Das höchste französische Verfassungsgremium hat die umstrittene 75-Prozent-Steuer für Spitzenverdiener vorerst gekippt. Ein herber Rückschlag für Präsident Hollande.
[…]
DW

Französische Banker wandern aus

Französische Banker wandern aus

Spitzenverdiener an der Seine fühlen sich angesichts die geplante Reichensteuer nicht mehr wohl in ihrer Heimat. Vor allem Finanzprofis zieht es deshalb nach London, wo Premier Cameron den Bankern einen roten Teppich ausrollen will. Einer Sorge können sie sich durch den Umzug jedoch nicht entledigen: Der Krise im Investmentbanking.

teleboerse

Anmerkung

Monsieur Hollande wird da noch manche Überraschung mit den Folgen der Reichensteuer erleben ..

vermutet Ihr Oeconomicus


Die heimlichen Reichen

Die heimlichen Reichen

Pensionen von Politikern und Staatsdienern werden in keiner Bilanz oder Vermögensstatistik erfasst. Deshalb spielen sie, obwohl oftmals millionenschwer,  bei der geplanten Reichensteuer auch keine Rolle.
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Laut amtlicher Statistik ist das Vermögen der deutschen Millionäre in den vergangenen sechs Jahren im Schnitt um nominal knapp zwei Prozent jährlich auf 2,18 Billionen Euro in 2011 gewachsen. Lassen wir mal die 10.000 bis 20.000 superreichen Deutschen außen vor, so hat vermutlich eine Mehrheit der restlichen rund 800.000 deutschen Vermögensmillionäre im Laufe des Berufslebens vorrangig für das Alter vorgesorgt.

Handelsblatt – 21.08.2012, 09:19