Lebensmittel Online-Handel – zukunftsträchtiges Geschäftsmodell ?

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young von Anfang 2014 sollen bis 2020 Lebensmittel im Wert von € 20 Mrd. via Online-Handel verkauft werden. Im letzten Jahr lagen die digital generierten Umsätze bei annähernd € 500 Mio.

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Um neue Potenziale im Lebensmittel-Onlinehandel zu erkennen, starten die Lufthansa-Tochter LSG und Allyouneed, ein Unternehmen des zur Deutschen Post gehörenden Logistik-Unternehmens DHL, nun einen achtwöchigen Testlauf mit dem Online-Verkauf von Menüs aus der LH-Kabine.

Die Menüs, die Lufthansa den Fluggästen auf längeren Flügen anbietet, werden von der LSG gekocht und sollen den Kunden via DHL zugestellt werden.

„Wir starten im Rheinland, und es gibt anfangs auch nur eine Lieferung in der Woche, aber wenn das Vorhaben gut läuft, ist ein breiterer Start im nächsten Jahr denkbar“

zitiert RP einen Postsprecher.

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Zur Eröffnung des Services soll Rinderfilet mit Karamel-Zwiebel-Sauce für € 9,99 und als vegetarische Alternative Tortellini mit Tomatensauce für einen Euro weniger angeboten werden.

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Bleibt abzuwarten, wie das Catering-Projekt, welches nicht nur im Wettbewerb zu den Tiefkühl-Logistikern Bofrost oder Eismann steht, sondern auch in Konkurrenz zu zahlreichen lokalen Metzgereien, die tellerfrische Menu-Angebote ohne LH-shishi bereithalten, von den Verbraucher-Zielgruppen angenommen wird.

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Sollte das Projekt die Erwartungen der Initiatoren im Sinne der EY-Studie erfüllen, erleben wir auch in diesem Marktsegment einen zunehmenden Verdrängungswettbewerb zu Lasten kleiner und mittelständischer Betriebe, die nicht über die notwendigen Marketing-Instrumente und deren Finanzierung verfügen.
Schlimmstenfalls wird sich am Ende dieser Entwicklung ein Teil der bisher dort Beschäftigten auf den ‚Kundenlisten‘ der Arbeitsagenturen wiederfinden.

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Bravissimo !

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Ihr Oeconomicus