Banzai! oder die Wiedergeburt des Fashizumu

Ein Blick durch die semantischen Nebelschwaden der Qualitätsmedien ins Land der aufgehenden Sonne:

Das dortige Parlament hat ein hübsches Gesetz zum „Geheimnisschutz“ verabschiedet, welches der nationalen Sicherheit dient.

Damit ist die Grundlage dafür geschaffen, dass „phöse“ Whistleblower völlig unkompliziert für 10 Jahre „ausspannen“ dürfen.

Premier Shinzo Abe kommentierte die Notwendigkeit mit den Worten:

“This law is designed to protect the safety of the people.”

Leider hat er damit kein „Spässle“ gemacht, um künftig als Stern am Comedian-Himmel wahrgenommen zu werden.

Wäre man ein Schelm, so könnte man ganz spontan über die Begrifflichkeit Faschismus nachdenken.

Nur gut, dass wir uns vom störenden „Sapere aude!„-Dogma verabschiedet haben, was uns künftig nur noch positive Meldungen zu Fukushima oder den Erfolgen der Abenomics bescheren wird, selbst dann, wenn sich die Sonne längst abgewandt hat.

Letztlich erhebt sich die Frage, ob die japanische Bevölkerung ihren legendären Hochruf

Banzai! (万歳)

welcher Freude und Glück für 10.000 Jahre symbolisieren soll, vergessen hat?

Ihr Oeconomicus

Quellen:
BBC
The Australian

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follow-up, 10. Dezember 2013

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Japans Staatsgeheimnisgesetz gibt Anlass zu Befürchtung
Die plumpe Art und Weise, wie Japans regierende Koalition unter Shinzo Abe das Staatsgeheimnisgesetz durch das Parlament prügelte, hat im Land Angst vor einem neuem Autoritarismus im Land ausgelöst.
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