Die Bank der EU eröffnet Büro in der Republik Moldau und verstärkt ihre Präsenz vor Ort

Die Europäische Investitionsbank (EIB) eröffnet ein Büro in Chișinău, um Unternehmen besser unterstützen, Kontakte mit dem öffentlichen und dem privaten Sektor knüpfen und ihre Zusammenarbeit mit Projektträgern, Partnerbanken und anderen in Moldawien tätigen IFI verstärken zu können.

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Das Büro wurde heute von EIB-Vizepräsident Wilhelm Molterer eröffnet. Zu den Gästen zählten der moldawische Premierminister Iurie Leancă, Botschafter Pirkka Tapiola, der die EU-Delegation in der Republik Moldau leitet, die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten, Regierungsvertreter und Vertreter von Banken und Unternehmen.

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„Pro Kopf der Bevölkerung entfallen auf die Republik Moldau im Vergleich zu den anderen östlichen Partnerländern die meisten EIB-Darlehensmittel. Es besteht großes Potenzial für eine Ausweitung unserer Darlehensvergabe, da das Land im Anschluss an die Einrichtung einer Freihandelszone die wirtschaftliche Integration mit der EU weiter vorantreiben möchte. Wir möchten dieses Potenzial voll ausschöpfen“,

erklärte Vizepräsident Molterer.

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Seit Aufnahme ihrer Tätigkeit in Moldawien im Jahr 2007 hat die EIB in dem Land 13 Darlehen im Gesamtvolumen von € 586 Mio. für Vorhaben in den Bereichen Verkehr, Wasserinfrastruktur, Landwirtschaft und Nahrungsmittelverarbeitung sowie zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen bereitgestellt. Die EIB-Darlehen wurden zum größten Teil mit EU-Zuschüssen aus der EU-Nachbarschaftsinvestitionsfazilität kombiniert.

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Der moldawische Premierminister Iurie Leancă sagte:

Wir haben immer ganz besonderen Wert auf die zügige Entwicklung und Durchführung von Projekten gelegt. Es ist wichtig, dass die Menschen in Moldawien die Ergebnisse der Tätigkeit der EIB und die positiven Veränderungen, die sie für ihr Leben mit sich bringt, spüren. Die Projektvorbereitung braucht Zeit. Ich bin davon überzeugt, dass ein Vertretungsbüro diesen Prozess erheblich beschleunigen und den Bekanntheitsgrad der EIB hier in Moldawien erhöhen wird.“

Botschafter Pirkka Tapiola, der die EU-Delegation in Moldawien leitet, erklärte:

„Mit der Eröffnung eines EIB-Büros in Chișinău unterstreicht die EU ihr Engagement für eine bessere Zusammenarbeit mit der Republik Moldau. Mit Hilfe eines solchen Büros kann bei der Durchführung der Fördermaßnahmen der EU in Moldawien ein gemeinsamer Ansatz verfolgt werden. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bevölkerung der Republik Moldau und bringt konkrete Vorteile für sie mit sich.“

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EIB-Pressemitteilung – Referenz: 2014-234-DE

Nie wieder Fleisch ??

In den letzten 50 Jahren hat sich der weltweite Fleischkonsum verfünffacht.
Während man in Europa schon immer viel Fleisch gegessen hat, wächst die Lust darauf nun auch in Ländern wie China und Indien.
Doch der Hunger nach Fleisch hat verheerende Konsequenzen.

  • In China nehmen gesundheitliche Probleme der Bevölkerung durch die veränderte Ernährung stetig zu
  • in Paraguay führt der Futterexport nach Europa zu extremer Armut
  • in Frankreich und Deutschland ist das Grundwasser durch die extensive Landwirtschaft gefährdet
  • und weltweit leidet das Klima

Viele Masttiere gleichen mittlerweile Futterverwertungsmaschinen und verbringen ihr kurzes Leben zusammengepfercht in dreckigen Ställen.
Die Industrie hingegen wirbt mit Heilsversprechen für ihre Produkte – Fleisch sei gesund und für eine ausgewogene Ernährung notwendig.
Dabei belegen Studien, dass der Konsum von zu viel rotem Fleisch nicht nur krank macht, sondern das Leben sogar verkürzen kann.
Auch weißes Fleisch ist problematisch, denn Hühner und Puten werden erschreckend häufig mit Antibiotika behandelt.
Moderne Mastbetriebe haben sich zu Hightech-Firmen entwickelt, in denen die Tiere lediglich Produkte sind. Dass es sich um Lebewesen handelt, wird gerne vergessen.
Jährlich produziert Europa rund 40 Millionen Tonnen Fleisch, das Futter für die Tiere kommt oft aus Südamerika, zum Beispiel aus Paraguay. Einige wenige Unternehmer verdienen dort an dem Export sehr gut, die Mehrheit der Bevölkerung leidet darunter. Denn die Sojapflanzen werden mit extrem giftigen Pflanzenschutzmitteln besprüht.
Eine wissenschaftliche Studie der Universitätsklinik von Asunción belegt, dass in Dörfern in der Nähe von Sojafeldern auffällig oft Kinder mit Missbildungen geboren werden.
Aber nicht nur der Import nach Europa, auch der Export führt zu Hunger und Elend.
Fleisch wird in Europa so günstig hergestellt, dass es für viele Afrikaner billiger ist, europäische Produkte zu kaufen als selber zu produzieren. Eine Folge ist die Zerstörung der einheimischen Märkte, denn die Bauern sind der industriellen und staatlich subventionierten Konkurrenz aus Europa schutzlos ausgeliefert, wie Berichte aus Ghana und Benin beweisen.

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Anmerkung
Dieser Beitrag soll keinesfalls dazu anregen, keine Fleischerzeugnisse mehr zu essen, sondern ansatzweise die Hintergründe industrieller Fleischproduktion auszuleuchten und ggfls. nach alternativen Bezugsquellen Ausschau zu halten.

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Ihr Oeconomicus

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Wie die EU Afrika in die Armut treibt

Vergiftete Geschenke: Wie die EU Afrika in die Armut treibt
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Wer im Senegal einkauft, findet auf den Märkten kaum einheimisches Obst und Gemüse:
Die Tomaten kommen aus Italien, die Kartoffeln und Zwiebeln aus Holland. In den Geschäften ist es ähnlich:
Dort steht Trockenmilch, importiert aus Europa. In Afrika, wo 85 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft und Viehzucht leben, können lokale Milchproduzenten ihre Milch nicht mehr verkaufen, weil die importierte Trockenmilch erheblich billiger ist. Der Grund liegt in der Subventionspolitik der EU.
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Auch die Fischer Afrikas leiden darunter. Einst fuhren sie hinaus aufs Meer und kamen zurück mit reicher Beute. Doch heute gibt es kaum noch etwas zu fangen. Die Gewässer vor Mauretanien und dem Senegal sind leergefischt — von großen Fabrikschiffen, die von Europa, Russland oder Japan aus in See stechen. Die Rechte, vor ihren Küsten zu fischen, wurden den armen afrikanischen Ländern abgekauft — von der Europäischen Gemeinschaft.
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Weil senegalesische Fischer kaum noch Geld mit der Fischerei verdienen können, rüsten viele ihre Boote um und vermieten sie an Menschenhändler, die Flüchtlinge aus Westafrika auf die Kanarischen Inseln schleusen. Die Bilder sind bekannt. Wer Glück hat, überlebt den Höllentrip. Wer noch mehr Glück hat, kriegt einen spanischen Pass. Und wer das vollkommene Glück hat, findet einen Job. Zum Beispiel als Matrose. Auf einem spanischen Fabrikschiff, das vor der Küste Westafrikas fischt.
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Vergiftete Geschenke: Wie die EU Afrika in die Armut treibt
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Rohstoff Wasser – Blaues Gold

Rohstoff Wasser – Blaues Gold

Anders als Öl, Holz, Weizen, Reis oder Baumwolle ist Wasser durch nichts zu ersetzen. Das blaue Gold ist ein ganz besonderer Rohstoff: Es ist im Prinzip in gleichbleibend großer Menge vorhanden, hat keinen Weltmarkt-Preis und wird nicht gehandelt. Dennoch könnte es sich zu einem der wichtigsten Rohstoffe des 21. Jahrhunderts entwickeln.

Tagesspiegel – 06.08.2009


NAFTA und die Opfer des Freihandels

Am 1. Januar 1994 trat das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) in Kraft, welches den schrittweisen Abbau der Zölle auf Waren und Dienstleistungen zwischen Mexiko, den USA und Kanada garantiert. Für Mexiko sollte so der Weg vom Entwicklungsland zum Industriestaat geebnet, Arbeitsplätze geschaffen und die Armut reduziert werden. Aber zehn Jahre danach sieht die Realität dramatisch anders aus.
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Zehn Jahre NAFTA
Bilanz und Perspektiven
Diskussionspapier der SWP Berlin, 05. Oktober 2004 [PDF – 14 Seiten]
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Infografik: Vergleich der Landwirtschaft-Sektoren in USA und Kanada
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Ein Blick zurück:
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NAFTA-Debatte zwischen Ross Perot und Al Gore (1993)
The year NAFTA was ratified, America had a $1 billion trade surplus with Mexico. By 1995, America had a $16 billion trade deficit with Mexico. Today, America’s trade deficit with Mexico is $74 billion. The facts in the chart make President Clinton, Vice President Gore and all the newspaper editors who wrote editorials supporting NAFTA look like complete idiots or worse. Ross Perot was absolutely right even though he was not effective in the debate.
Lessons learned (?):
Any time your government tries to sell you on a free trade deal with another country that has disparate living and environmental standards, don’t believe it.
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korrespondierende Leseempfehlung:
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Carlos Fuentes:
„La frontera de cristal“ – (deutsch: Die gläserne Grenze, 1998)
In seinem 1995 erschienenen Roman hat sich Carlos Fuentes ausschließlich mit der Problematik des Grenzraumes Mexiko-USA beschäftigt.
In neun Episoden, die als abgeschlossene Erzählungen lesbar sind und in denen jeweils andere ProtagonistInnen im Zentrum stehen, beleuchtet er das Thema aus verschiedenen Perspektiven, wodurch ein facettenreiches, komplexes Gesamtbild entsteht.
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Die Problematik des Grenzraumes Mexiko – USA
Eva Srna @Lateinamerika-Studien
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