Tomáš Sedláček – Ökonomie: nichts als Moral

Tomáš Sedláček – Ökonomie: nichts als Moral

CC, Urheber: Frettie
Der 35-jährige tschechische Ökonom und einstiger Berater Václav Havels lässt sich mit Katja Gentinetta auf einen Streifzug durch Ökonomie ein und erklärt, was wir denn ändern müssten, um dem Krisenmodus zu entkommen.

Sternstunde Philosophie- SF-Videoportal [58:28 Min]

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Tomáš Sedláček: Die Ökonomie von Gut und Böse
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Tomáš Sedláček: Warum die Ökonomie ein kulturelles Phänomen ist
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Finanzstabilität und Integration: Wege aus der Krise

Finanzstabilität und Integration: Wege aus der Krise

Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio
ehem. Richter des Bundesverfassungsgerichts,
Institut für öffentliches Recht an der Universität Bonn

Informationen über Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio auf der Website der Universität Bonn

Professor Di Fabio legt in seinem Vortrag „Finanzstabilität und Integration: Wege aus der Krise“ dar, warum das Gelingen der europäischen Einigung mehr von der Wiedergewinnung haushaltwirtschaftlicher Solidität der Mitgliedstaaten und glaubwürdiger Eigenverantwortung abhängt, als von neuen Zentralisierungsschritten. Der Vortrag stellt anhand des geltenden europäischen Vertragsrechts und des deutschen Verfassungsrechts die Strukturen von politischer Eigenverantwortung und fiskalischer Stabilität dar, die als Voraussetzung für gemeinsames Handeln und Solidarität verstanden werden. Professor Di Fabio zufolge sind die Frage der demokratischen Legitimation und die Funktionsfähigkeit von Institutionen für die künftige Entwicklung ausschlaggebend.

Videodokumentation
Finanzstabilität und Integration: Wege aus der Krise
Münchner Seminar, 30. April 2012
mit Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio  


‚rating‘ hat nichts mit raten zu tun (!)

Zitat zum Tage

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„Was anders sind also Reiche, wenn ihnen Gerechtigkeit fehlt, als große Räuberbanden?
Sind doch auch Räuberbanden nichts anders als kleine Reiche.
Auch da ist eine Schar von Menschen, die unter Befehl eines Anführers steht,
sich durch Verabredung zu einer Gemeinschaft zusammenschließt und nach fester Übereinkunft die Beute teilt.

Wenn dies üble Gebilde durch Zuzug verkommener Menschen so ins Große wächst,
daß Ortschaften besetzt, Niederlassungen gegründet, Städte erobert, Völker unterworfen werden,
nimmt es ohne weiteres den Namen ‚Reich‘ an, […]“
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Bildquelle, Bildrechte und Lizenzgenehmigung

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Zitat-Quelle:
[ Augustinus, Aurelius, „Vom Gottesstaat“, Übers. v. W. Thimme, Bd.1, Buch 1 – 10, München. 1977, 173f. ]
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‚rating‘ hat nichts mit raten zu tun (!)

Standard & Poor’s sei Dank!
Die Nation und vor allem der semantische Sedativa verbreitende Mainstream darf wieder einmal raten!
Die ‚phöse‘ Ratingagentur hat doch tatsächlich wieder zugeschlagen … die EU empört sich, die Euro-Alchimisten versuchen das Ereignis herunterzuspielen oder raten, die Ratingagenturen zu entmachten oder die downgradings einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen.
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Mir erschließt sich der Gedanke, warum sich über die Ursache(n) dieses Events Ratlosigkeit breit macht, oder gar böse Absichten unterstellt werden, nicht wirklich.
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Wie so oft, liegt des Rätsels Lösung einfach darin, die seitens S&P dargelegten Gründe für die Neubewertung zur Kenntnis zu nehmen:
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Zitat (S&P-Webseite):

„We also believe that the agreement [the latest euro rescue plan] is predicated on only a partial recognition of the source of the crisis: that the current financial turmoil stems primarily from fiscal profligacy at the periphery of the eurozone. In our view, however, the financial problems facing the eurozone are as much a consequence of rising external imbalances and divergences in competitiveness between the EMU’s core and the so-called “periphery”. As such, we believe that a reform process based on a pillar of fiscal austerity alone risks becoming self-defeating, as domestic demand falls in line with consumers’ rising concerns about job security and disposable incomes, eroding national tax revenues.“

It’s always an advantage to be able to read!
Isn’t it quite easy to understand the action instead of guessing around and/or distributing baloney?
Zu Recht schreibt S & P den Euro-Besoffenen ins Stammbuch, die wahren Ursachen der Krise nicht wahrgenommen zu haben bzw. vorsätzlich zu negieren.
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Der leider noch überwiegende Teil der Menschen, die ihren Mitgliedsausweis im „Club betreuter Denker“ als Privileg „der ersten Reihe“ wahrnehmen, wird weiterhin suggeriert, fiskalpolitische Abenteuer diverser Club-Med-Staaten seien die Hauptursache der aktuellen Verwerfungen.
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In der Tat ist die Eurokrise aber eher die folgerichtige Konsequenz unterschiedlichster ökonomischer Ausrichtung, Ressourcen und Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsländer.
Erzwungene und verfassungsmäßig festzuschreibende „Sparpakete“ oder „Schuldenbremsen“ sind nach Einschätzung der Ratingagentur kontraproduktiv, da solche Maßnahmen schlichtweg den Konsum drosseln und in der Folge auch Steuereinnahmen verringern.
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Schön, dass die S&P-Analyse diese Wechselwirkung so deutlich herausgearbeitet hat und damit unsere diesbezügliche Einschätzung, die ich in zahlreichen Beiträgen, Kommentaren und Analysen deutlich gemacht habe, teilt.
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Welche mittel- und unmittelbaren Konsequenzen sind nun, verursacht durch die Neubewertung, zu erwarten?
Japanische Investoren haben bereits reagiert und verlassen in Scharen die Eurozone.
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Damit deutsche Lebensversicherer sich nicht von den rückgestuften Staatsanleihen trennen müssen [was zu einer Kettenreaktion führen würde], erwägt die Bundeskanzlerin auf Anraten des stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion Michael Meister, diesbezügliche gesetzliche Vorschriften zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern.
Sollte dies so geschehen, wird das Risiko einer Staatspleite vom Versicherer, der solch toxische Papiere hält, auf den Versicherungskunden abgewälzt.
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Speziell Versicherungskunden, deren Lebensversicherung als Tilgungsinstrument für Hypothekenkredite dient, werden sich vermutlich am Ende der Kreditlaufzeit die Augen reiben.
Da kommt doch so richtig Freude auf, wenn nicht beim Versicherungskunden, so doch bei maroden Staatspleitiers, deren Papiere nun weiterhin von Versicherungsgesellschaften ins Portefeuille aufgenommen werden können.
Im Hinblick auf die Herabstufung Frankreichs [von mir bereits im Mai 2010 prognostiziert] dürfte die Bonität des Rettungsfonds EFSF ebenfalls gefährdet sein. Dies könnte das bisherige deutsche Garantievolumen erhöhen.

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Da sind wir doch alle gespannt, mit welcher Argumentation uns und dem Deutschen Bundestag solche neuen Wahrheiten serviert werden.

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Es würde wohl kaum überraschen, wenn sich Herr Schäuble wie so oft, zwischen Zweckoptimismus und ‚politischen‘ Wahrheiten um klare Eingeständnisse drückt.
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Ein hübsches Beispiel seines ‚Könnens‘ im Zusammenhang mit Fragen zur ESM Ausgestaltung sehen wir hier
Auf ein weiteres gelungenes Beispiel von Herrn Schäuble’s weitsichtigen Überzeugungen macht Almut Müller in ihrem Beitrag  „Wir gehen dann schon mal vor“  aufmerksam. Überlegungen zur europäischen Politik – [PDF – 11 Seiten] vom 01.Sept.1994 (!)
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NACHTRAG – 23:45h:
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S&P stuft erwartungsgemäß EFSF-Rettungsschirm ab!
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Macht nix … zahlt eben Deutschland noch einige hundert Milliarden mehr!
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Ihnen allen eine angenehme Woche.
herzlichst
Ihr Oeconomicus
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Empört gegen die Krise

Empört gegen die Krise

Auch Italien hat seine »Bewegung der Empörten«. Bisher wurden keine Plätze dauerhaft besetzt, aber der Protest der prekär Beschäftigen wird größer. Trotz der sozialen Proteste und der verlorenen Kommunalwahlen und Volksentscheide hält Silvio Berlusconis Mehrheit im Parlament.

Jungle World Nr. 26, 30. Juni 2011


Enragement of the lambs vs. Mainstream silence

Zitat zum Tage

„Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo,
ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen.“

Bildrechte: Creative Commons-Lizenz, Urheber: Bernd Andres
[ Peter Roman Scholl-Latour (* 9. März 1924 in Bochum) ist ein deutsch-französischer Journalist und Publizist. ]
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Enragement of the lambs vs. mainstream silence
Im Konzert mit vielen ebenfalls volkswirtschaftlich argumentierenden Kollegen schreiben ich mir seit der Lehmann-Pleite die Finger wund.
In zahlreichen Blog’s und Leserbriefen habe ich mit profunden Argumenten vor einer Transferunion im Euro-Raum, vor von der Banken-Lobby gesteuerten Politik-Interessen, vor einer Bedrohung des Euro, etc. gewarnt.
Seit einigen Tagen gewinne ich den Eindruck, das sich im mainstream ein gewisser Sinneswandel abzeichnet. Vielleicht um im Zusammenspiel mit der Politk neue Kaninchen zu erfinden, die in einem hübschen Kleidchen als Alternativen dargestellt werden, um aufgeklärte Wutbürger zu besänftigen?
Noch vor einem Jahr war es kaum vorstellbar, regierungs- oder europakritische Artikel in eher „linientreuen“ Gazetten zu lesen:
Deshalb liegt der Schwerpunkt meiner mainstream-Zitate eher bei der internationalen Presse, ökonomisch geprägten Blog’s, sowie eigenen Recherchen und kritischen Kommentaren.

Ihr Oeconomicus

FAZ
Griechenland: Die Feinjustierung der Daumenschrauben
Europa in der Krise: Zurück zur Nation

Walters Woche: „Es gibt keinen Königsweg“

Walters Woche: „Es gibt keinen Königsweg“

Soll Griechenland raus aus dem Euro?
„Auf keinen Fall!“, meint n-tv Finanzmarktexperte Norbert Walter, das könnte ganz Europa ins Wanken bringen. Einen Königsweg aus der Krise gebe es nicht. Vielleicht seien sogar Gesetzesbrüche nötig.

mein Gott – Walter!

Der Möchtegern-Kamarillist Norbert Walter scheint wohl den Schuss nicht gehört zu haben. Er fordert doch tatsächlich, semantisch nett verpackt, zum offenen Rechtsbruch auf!! Er wäre sehr gut beraten, sich mit den

§ 26 – Strafgesetzbuch

§ 26 Anstiftung

Als Anstifter wird gleich einem Täter bestraft, wer vorsätzlich einen anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat bestimmt hat.

und

§ 263, Absatz 1 – Strafgesetzbuch

§ 263 Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

ausführlich auseinander zu setzen!
Mittlerweile dürfte wohl jeder historisch interessierte Leser mit wachsender Besorgnis Parallelen zu Weimar und Heinrich Brüning erkennen.


Blase geplatzt: Chinas Immobilienpreise kollabieren!

Blase geplatzt: Chinas Immobilienpreise kollabieren!

Nach den massiven Cash’n’Carry-Trades der US-Banken in Richtung Fernost, brechen nun die Investments zusammen – und lösen damit massive Finanzierungsschwierigkeiten aus.
Einbruch von -34% in Peking! Während der einfache Chinese sich schon lange keine Wohnungen mehr in Shangai oder Hangzhou leisten konnte (bis zu 30000 RMB/m²), bricht nun auch der Markt für die Immobilienspekulanten weg.
Dahinter stecken naürlich die großen Institute. Durch den rapiden Wertverlust muss entsprechend viel Cash aufgewandt werden, um die Hypotheken zu decken.
Dies könnte eine neue Finanz(ierungs)krise auslösen.