‚Parturient montes, nascetur ridiculus mus‘

Sobald jemand große Vorbereitungen trifft, große Versprechungen macht und kaum etwas dabei herauskommt, dann zitiert man heute gerne Vers 139  der Ars poetica des römischen Dichters Horaz:

„Es kreißen die Berge, zur Welt kommt nur ein lächerliches Mäuschen”

Wollen wir uns im Moment aber an dem putzigen Ergebnis der mehrstündigen Genfer Ukraine-Konferenz erfreuen, kein Ergebnis oder gar eine Absage des wie es heißt informellen Treffens der Außenminister der USA, Russlands und der Ukraine sowie die Außenbeauftragte der EU, hätte die angespannte Lage weiter verschärft.

In einer gemeinsamen Erklärung heißt es:

„Alle Seiten müssen jede Form der Gewalt, Einschüchterung und provozierende Handlungen unterlassen. Alle illegal bewaffneten Gruppen müssen entwaffnet, alle illegal besetzten Gebäude ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden.“

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, alle Seiten seien sich einig, Schritte zur Deeskalation zu unternehmen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) solle eine führende Rolle bei der Vermittlung in der Ukraine-Krise übernehmen.
Die vier Parteien würden sich dafür einsetzen, dass ein breiter nationaler Dialog in der Ukraine in Gang komme und dass die Rechte der Bürger geschützt werden. Die prorussischen Demonstranten, die im Osten an einem Aufstand gegen die Regierung in Kiew teilnahmen, erhielten eine Amnestie, sofern sie nicht schwerer Verbrechen für schuldig befunden würden, sagte Lawrow weiter.

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Das von Qualitätsmedien als „kleine Sensation“ [s. ZDF-heute] bezeichnete Verhandlungsergebnis wird sich am Erfolg konkreter Umsetzungen der Erklärungen messen lassen müssen.

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Mit Spannung dürfen wir abwarten, wie die Botschaften bei den Konfliktparteien ankommen, insbesondere wie die Entwaffnung oder die Räumung besetzter Gebäude ganz praktisch vorgenommen werden soll und ob dem Kreis ‚illegal bewaffneter Gruppen‘ auch die US-Cowboys zugerechnet werden.

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Wenig zuversichtliche Äußerungen, wie von dem ukrainischen Regierungs-Vorturner Yatsenyuk, der sich offenbar gerne in der Rolle eines Scharfmachers sonnt,

„Russland setzt jetzt nur auf eines: auf eine weitere Zuspitzung.“

könnten hinsichtlich der Deeskalationsbemühungen eher kontraproduktiv aufgenommen werden.

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Währenddessen hielt Präsident Putin seine jährliche Q&A-Session ab, die live im russischen TV übertragen wurde:

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Auszüge aus dem Transcript:

KIRILL KLEYMENOV:
So far the dialogue has started between diplomats: top diplomats from the United States, Russia, the European Union and Ukraine are meeting in Geneva at this very moment. Russia is represented by Foreign Minister Sergei Lavrov. Could you outline Russia’s stance at the talks in just a few words?

VLADIMIR PUTIN:
I just did exactly that. We feel strongly that this should not be a sham dialogue between representatives of the authorities, but a dialogue with the people to find the compromise I was talking about.

[…]
Washington Post

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Unmittelbar nach den Genfer Konsultationen kam ein erstes ‚Entspannungs-Signal‘ aus Washington:

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Solche hilfreichen Angebote sollten uns keineswegs übersehen lassen, dass die amerikanischen “Falken” weiterhin Kriegshetze betreiben, wie aus dem Aufsatz des einflussreichen US-Diplomaten James F. Jeffrey in der Washington Post vom 15. April hervorgeht.

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Wünschen wir vor allem den Menschen in der Ukraine, dass der Entspannungsprozess Früchte trägt und sich für das Mäuschen hoffentlich positive Zukunfsperspektiven ergeben mögen.

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Ihr Oeconomicus

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Nachtrag

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Überraschungsgast bei Wladimir Putin
Der ehemalige Agent der NSA, der US-amerikanischen National Security Agency Edward Snowden ist überraschend via Skype einem Fernsehinterview mit dem russischen Präsidenten zugeschaltet worden. Auf Nachfrage Snowdens hat Putin hat dabei gesagt, dass Russland keine Überwachung im Stil der USA durchführt.
[…]
euronews

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Ukraine-Vereinbarung kommt gut an – Russische Börse legt kräftig zu
Mit Erleichterung reagieren die russischen Börsianer auf die Einigung der Außenminister zur Ukraine. Der Leitindex RTS zieht ordentlich an. Sehr stark präsentieren sich auf dem Moskauer Parkett die Energiewerte.
[…]
teleboerse


Washingtons empörende Doppelmoral in der Ukraine

Das außenpolitische Establishment in Washington schäumt. Demonstranten in der östlichen Ukraine, die sich bedroht fühlen durch die von den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützte Regierung in Kiew, welche russischsprachiges TV-Programm gestrichen und Oligarchen eingesetzt hat, um sie zu beherrschen, sind auf die Hauptplätze in vielen größeren Städten in der Ostukraine geströmt. Einige haben Regierungsgebäude gestürmt und sie in ihre Kontrolle gebracht. Sie befürworten eine föderalistischere Ukraine, wo mehr politische Entscheidungen regional getroffen werden, statt von den nicht gewählten Herrschern in Kiew diktiert zu werden.

Die Scheinheiligheit und Doppelmoral der Reaktion der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Demonstrationen sind atemberaubend.

Nachdem er Demonstrationen und Attacken in Kiew durch bewaffnete Militante orchestriert und koordiniert hatte, um die gewählte Regierung zu stürzen, äußerte der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika John Kerry gestern „schwere Bedenken, dass die heutigen Attacken durch bewaffnete Militante in der Ostukraine orchestriert und koordiniert waren …“

Wenn Demonstranten in Kiew mit der Unterstützung von Regimewechslern der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wie Victoria ‚Fuck the EU’ Nuland eine demokratisch gewählte Regierung stürzen, werden sie von John Kerry gelobt, weil „sie für das Recht kämpfen, sich mit Partnern zusammenzutun, die ihnen helfen, ihre Vorstellungen zu verwirklichen.“

Wenn aber Demonstranten in der Ostukraine, die auf Unterdrückung durch eine nicht gewählte Regierung in Kiew reagieren, „für das Recht kämpfen, sich mit Partnern zusammenzutun, die ihnen helfen, ihre Vorstellungen zu verwirklichen,“ dann werden sie angegriffen von der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und John Kerry, der das verdammte, was er bezeichnete als „eine konzertierte Kampagne, die wir in der Ostukraine von prorussischen Separatisten betrieben sehen.“

Offensichtlich ist es nur der Wille des Volkes, wenn die Ukrainer ihren Wunsch ausdrücken, sich mit den Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union zusammenzutun. Jeder, der auf die Straße geht, um für Föderalismus oder Vereinigung mit Russland zu demonstrieren, ist antidemokratisch und gegen das Recht, und die finstere russische Macht steht hinter ihm.

Das alles wird gesagt, ohne eine Miene zu verziehen …

Daniel McAdams – antikrieg

erschienen am 12. April 2014 auf > Ron Paul Institute for Peace and Prosperity >

 

Die Weiterverbreitung der Texte auf dieser Website ist durchaus erwünscht. In diesem Fall bitte die Angabe der Webadresse www.antikrieg.com nicht zu vergessen!


Washingtons Arroganz, Überheblichkeit und Bösartigkeit haben die Bühne für den Krieg bereitet

In einigen Bereichen nähert sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit Stephen Lendman, Michel Chossudovsky, Rick Rozoff, mir und einigen anderen, indem sie die große Gefahr in der Krise erkennt, die Washington in der Ukraine angerichtet hat.

Die Hampelpolitiker, denen Washington die Macht in der Ukraine übertragen wollte, haben die Kontrolle verloren an organisierte und bewaffnete Neonazis, welche Juden und Russen attackieren und ukrainische Politiker einschüchtern. Die Regierung der Krim, eine vordem russische Provinz, die Chrustschow in den 1950ern an die ukrainische Sowjetrepublik übertragen hat, hat die unrechtmäßige Regierung, die gesetzwidrig die Macht in Kiew an sich gerissen hat, nicht anerkannt und Russland um Schutz ersucht. Die ukrainischen Militärkräfte auf der Krim sind zu Russland übergelaufen. Die russische Regierung hat angekündigt, dass sie genauso auch die ehemaligen russischen Provinzen im Osten der Ukraine beschützen wird.

Alexander Solschizyn hat darauf hingewiesen, dass es eine Dummheit der kommunistischen Partei der Sowjetunion war, historische russische Provinzen an die Ukraine zu übertragen. Die sowjetische Führung hielt das damals für eine gute Sache. Die Ukraine war ein Teil der Sowjetunion und war seit dem 18. Jahrhundert von Russland beherrscht worden. Russisches Territorium an die Ukraine zu übertragen sollte dazu dienen, die Nazielemente in der Westukraine zu verwässern, die im Zweiten Weltkrieg für Hitler gekämpft hatten. Ein weiterer Faktor bei der Vergrößerung der Ukraine war vielleicht die Tatsache, dass Chrustschow ukrainischer Herkunft war.

Das spielte keine Rolle, bis die Sowjetunion und dann das ehemalige russische Reich selbst auseinanderfielen. Unter Washingtons Druck wurde die Ukraine ein eigenes Land, das die russischen Provinzen behielt, aber Russland behielt seine Marinebasis am Schwarzen Meer auf der Krim.

Washington versuchte es, aber scheiterte an der Übernahme der Ukraine 2004 mit der von Washington finanzierten „Orangen Revolution.” Laut der Ministerialdirektorin im Außenministerium Victoria Nuland hat Washington seit diesem Misserfolg $5 Milliarden in die Ukraine „investiert,“ um die Agitation für die Mitgliedschaft der Ukraine bei der Europäischen Union anzufachen. Die Mitgliedschaft bei der Europäischen Union würde die Ukraine öffnen für die Ausplünderung durch westliche Banken und Konzerne, aber Washingtons Hauptziel ist es, Raketenbasen der Vereinigten Staaten von Amerika an Russlands Grenze zur Ukraine einzurichten und Russland seines Marinehafens am Schwarzen Meer und der militärischen Industrien in der Ostukraine zu berauben. Mitgliedschaft bei der Europäischen Union bedeutet für die Ukraine NATO-Mitgliedschaft.

Washington will Raketenstützpunkte in der Ukraine, um Russlands nukleare Abschreckung zu schwächen und dadurch Russlands Fähigkeit einzuschränken, sich der Hegemonie der Vereinigten Staaten von Amerika zu widersetzen. Nur drei Länder stehen Washington bei der Durchsetzung seiner Welthegemonie im Weg: Russland, China und der Iran.

Der Iran ist umstellt mit Militärbasen der Vereinigten Staaten von Amerika und hat Flotten der Vereinigten Staaten von Amerika vor seiner Küste. Die vom Kriegstreiber Obama angekündigte „Achse nach Asien“ umringt China mit Luftwaffen- und Marinestützpunkten. Washington umstellt Russland mit Raketenbasen der Vereinigten Staaten von Amerika und NATO-Stützpunkten. Die korrupten Regierungen Polens und der Tschechischen Republik wurden bezahlt, um Raketen- und Radarstützpunkte der Vereinigten Staaten von Amerika zu bewilligen, was die polnischen und tschechischen Hampelstaaten zu vorrangigen Zielen für nukleare Vernichtung macht. Washington hat die ehemalige russische und sowjetische Provinz Georgien gekauft, Geburtsort von Joseph Stalin, und ist dabei, diesen Hampelstaat in die NATO zu integrieren.

Washingtons westeuropäische Hampelstaaten sind zu gierig auf Washingtons Geld, um die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass diese höchst provokanten Schritte eine direkte strategische Bedrohung für Russland bilden. Die Haltung der europäischen Regierungen ist wohl „nach mir die Sintflut.“

Russland ließ sich Zeit, auf die vielen Jahre währenden Provokationen Washingtons zu reagieren, weil es hoffte, dass vom Westen ein Zeichen einer vernünftigen Einstellung oder des guten Willens kommen werde. Stattdessen hat Russland anwachsende Dämonisierung aus Washington und europäischen Hauptstädten erlebt und geifernde Herabwürdigungen durch die Medienhuren des Westens. Der Großteil der amerikanischen und europäischen Bevölkerungen wird dermaßen gehirngewaschen, dass er glaubt, dass an dem Problem, das Washingtons Einmischung in die Ukraine verursacht hat, Russland die Schuld trägt. Gestern hörte ich im National Public Radio (dem „Kultursender“), wie eine Medienhure von der New Republic Putin als das Problem hinstellte.

Die Ignoranz, das Fehlen von Integrität und der Mangel an Unabhängigkeit der Medien der Vereinigten Staaten von Amerika treibt die Aussicht auf Krieg sehr in die Höhe. Das Bild, das den unbekümmerten Amerikanern vor Augen geführt wird, ist völlig falsch. Ein informiertes Volk hätte lauthals gelacht, als der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika John Kerry Russland anprangerte für den „Einmarsch in die Ukraine“ unter „Verletzung des Internationalen Rechts.“ Kerry ist der Außenminister eines Landes, dass illegal in den Irak, Afghanistan und Somalia einmarschiert ist, den Sturz der Regierung in Libyen organisiert hat, die Regierung von Syrien zu stürzen versuchte, die Zivilbevölkerungen von Pakistan und Jemen mit Drohnen und Raketen attackiert, den Iran ständig mit Angriff bedroht, die von den Vereinigten Staaten von Amerika und Israel ausgebildete georgische Armee gegen die russische Bevölkerung von Südossetien loshetzte und jetzt Russland mit Sanktionen droht, weil es aufsteht für Russen und russische strategische Interessen. Die russische Regierung bemerkte, dass Kerry die Scheinheiligkeit auf eine neue Ebene gehoben hat.

Kerry hat keine Antwort auf die Frage:

„Seit wann vertritt und verteidigt die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika eindeutig das Konzept der Souveränität und territorialen Integrität?”

Kerry lügt wie immer. Russland ist nicht in die Ukraine einmarschiert. Russland entsandte einige zusätzliche Soldaten in seinen Marinehafen am Schwarzen Meer, angesichts der gewaltträchtigen antirussischen Äußerungen und Handlungen, die aus Kiew kamen. Nachdem das ukrainische Militär auf der Krim zu Russland übergegangen ist, waren die zusätzlichen Soldaten schwerlich nötig.

Der dumme Kerry, schwelgend in seiner Arroganz, Überheblichkeit und Bösartigkeit, gab direkte Drohungen gegen Russland von sich. Der russische Außenminister wies Kerrys Drohungen als „inakzeptabel“ zurück. Die Bühne ist bereit für Krieg.

Beachten Sie die Absurdität der Situation. Kiew ist übernommen worden von ultranationalistischen Neonazis. Eine Bande von ultranationalistischen Strolchen ist das letzte, was die Europäische Union als Mitgliedsstaat haben will oder braucht. Die Europäische Union zentralisiert die Macht und unterdrückt die Souveränität der Mitgliedssstaaten. Beachten sie die Gleichrichtung des neokonservativen Obamaregimes mit antisemitischen Neonazis. Die neokonservative Clique, die die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika seit dem Clintonregime dominiert hat, ist großteils jüdisch, viele davon besitzen die Staatsbürgerschaft sowohl der Vereinigten Staaten von Amerika als auch Israels. Die jüdischen Neokonservativen, die Ministerialdirektorin Victoria Nuland und die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice haben die Kontrolle über ihren Staatsstreich an Neonazis verloren, welche „Tod den Juden“ predigen.

Die israelische Zeitung Haaretz berichtete am 24. Februar, dass der ukrainische Rabbi Mosche Reuven Azman „die Juden in Kiew anwies, die Stadt und auch das Land zu verlassen.“ Edward Dolinsky, Vorsteher einer Dachorganisation von ukrainischen Juden, beschrieb die Situation für ukrainische Juden als „düster“ und ersuchte um Hilfe Israels.

Das ist die Situation, die Washington schuf und verteidigt, während es Russland beschuldigt, die ukrainische Demokratie zu unterdrücken. Eine gewählte Demokratie war es, was die Ukraine hatte, ehe Washington diese über den Haufen warf.

Zur Zeit gibt es keine rechtmäßige ukrainische Regierung.

Jeder muss verstehen, dass Washington in Bezug auf die Ukraine lügt, gerade so wie Washington gelogen hat in Bezug auf Saddam Hussein und Massenvernichtungswaffen im Irak, gerade so wie Washington in Bezug auf iranische Atomwaffen gelogen hat, gerade so wie Washington gelogen hat in Bezug auf den syrischen Präsidenten Assad und den Einsatz von chemischen Waffen, gerade so wie Washington gelogen hat in Bezug auf Afghanistan, Libyen, Bespitzelung durch die NSA, Folter. Worüber hat Washington nicht gelogen?

Washington besteht aus drei Elementen: Arroganz, Überheblichkeit, und Bösartigkeit. Sonst ist dort nichts zu finden.

erschienen am 3. März 2014 auf > Paul Craig Roberts Website

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korrespondierende Archiv-Beiträge

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John Kerry’s Faschings-Scherz: „Wolle mer’n erauslosse“
Klarstellungen zwischen Obama und Putin? … und die Doppelmoral der Wichtigtuer


John Kerry’s Faschings-Scherz: „Wolle mer’n erauslosse“


Schwellkopp Familienmitglieder der Mainzer Fastnacht
CC – Urheber User: Kandschwar

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Bei jeder Prunksitzung wird nach der Ankündigung des nächsten Büttenredners die rhetorische Frage gestellt:

Wolle mer’n eroilosse

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Vermutlich ganz unfreiwillig hat nun der US-Außenminister John Kerry mit der Forderung Russland aus der G8-Gruppe auszuschließen, für einen Schenkelklopfer gesorgt!
Schaut man sich die explizite Staats-Verschuldung der G-8 „Schwellköpp“ an, wird klar, um welchen unfreiwilligen Scherz es sich handelt:

USA:
US$ 17890 Mrd – 108% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 55.674 –
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 3115 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 218 Mrd

Japan:
US$ 11563 Mrd – 245% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 92.097 –
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 2383 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 87 Mrd

Täuschland:
US$ 2.594 Mrd – 78% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 31.756
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 268 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 39 Mrd

Italien:
US$ 2400 Mrd – 130% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 39.044
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 468 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 79 Mrd

England:
US$ 2217 Mrd – – 93% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 35.001
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 181 – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 75 Mrd

Frankreich:
US$ 2139 Mrd – 92% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 33.439
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 410 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 61 Mrd

Kanada:
US$ 1326 Mrd – 88% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 37.810
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 248 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 13 Mrd

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im Vergleich dazu die Zahlen der Russischen Föderation:

US$ 365 Mrd – 10% zum BIP  – Verschuldung pro Einwohner: US$ 2.574
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 10 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 11 Mrd

Hier nochmal John Kerry’s Faschings-Scherz im Licht der Zahlen:

„Wolle mer’n erauslosse“

Die Antwort bleibt Herrn Putin und seinem Beraterstab überlassen. Sollte er dieses Angebot annehmen, könnten sich die G-7-Staaten endlich in das umbenennen, was sie wirklich sind:

Die S-7 Gruppe (S=Schuldenkönige)

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Hellau!

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Ihr Oeconomicus


Ende der Zurückhaltung – Wie die Politik auf mehr Militäreinsätze einstimmt

Das Timing war wohl kein Zufall:
Deutschland müsse sich „früher, entschiedener und substanzieller“ in der Welt einbringen, forderte Bundespräsident Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor wenigen Tagen. Verteidigungsministerin von der Leyen sekundierte umgehend, „rumsitzen und abwarten“ sei keine Option.
Und Außenminister Steinmeier mahnte, Deutschland sei zu groß, „um Weltpolitik nur von der Außenlinie zu kommentieren„.

Doch geht es den Ministern und dem Präsidenten wirklich um mehr Verantwortung – etwa für die Menschen in Mali und Zentralafrika?
Oder geht es vor allem um den Druck und die Erwartungen der Bündnispartner, wie Frankreich und USA, die schon lange ein stärkeres militärisches Eingreifen Deutschlands fordern. Das scheiterte in der Vergangenheit oftmals am sogenannten Parlamentsvorbehalt.
Und genau der soll jetzt auch noch massiv beschränkt werden, wenn es nach der Union geht.

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Anmerkungen
Drängt sich an der Stelle nicht die Frage auf, ob bei uns Bürgern ein zwingendes Bedürfnis nach supranationaler Sicherheitspolitik geweckt werden soll?
Rufen wir uns für einen Moment Horst Köhler’s Rechtfertigung des Kriegseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan in Erinnerung:
Es sei in Ordnung, wenn kritisch über den Einsatz diskutiert werde. Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen.
Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’.
Es gelte,

‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten’

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Machtrausch einer ALLIANZ von Zauberlehrlingen

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Wer sich mit den historischen Gegebenheiten in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigt, könnte über eine Rede des damaligen Reichskanzlers und ausgewiesenen Vertreters deutscher Kolonial-Interessen, Fürst Bernhard von Bülow stolpern, der am 10. Dezember 1903 während einer Auseinandersetzung im Reichstag seine Geistes-Trübungen zum Ausdruck brachte:

 
„Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!“
Quelle

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Mit einer solchen Haltung könnte sich dieser Zauberlehrling posthum zum Ehrenvorsitzenden der vom BDI initiierten Rohstoff-Allianz qualifiziert haben.

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Das angebliche Galgen-Zitat von Karl Marx

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»Kapital flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere.
Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.
Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren.
Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.”

Quelle: P. J. Dunning, zitiert in Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961«

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DER MOLOCH – Eine kritische Geschichte der USA

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Der Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker Karlheinz Deschner beschreibt im Vorwort zur 10. Auflage seines Buches in fast schmerzhafter Deutlichkeit die bigotte Heuchelei des Kapital-Imperialismus und deckt dabei in einer schonungslosen Offenheit die bedingungslose Anbetung des Goldenen Kalbes 2.0, dem Schlachthaus-Kapitalismus auf!

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So liebe Selbstdenker, wie bewerten Sie die offenbar politisch gewünschte Rolle Deutschland’s als Deputy des Weltpolizisten?

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Ihr Oeconomicus

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korrespondierende Beiträge:
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05.01.2015
Deutschland und der Afghanistan-Einsatz: Neuer Geheimvertrag mit Usbekistan
Deutschland nutzt auch für die neue Afghanistan-Mission einen Stützpunkt im usbekischen Termez – doch die Details des Vertrages sind geheim. Das Regime in Usbekistan lässt sich die Basis teuer bezahlen.
[…]
Claudia von Salzen – Tagesspiegel
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25.11.2013
Neue Macht – Neue Verantwortung
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08.03.2008
Reportage über den Bundeswehrstützpunkt Termez
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Rätsel um den bizarren Kurswechsel Obama’s

In seiner Morgenkolumne rätselt Theo Sommer, der ehemalige Vorzeige-Chefredakteur der ZEIT, über Obama’s bizarren Kurswechsel im Syrien-Konflikt.

Bis Freitag voriger Woche hatten der Präsident und sein Außenminister John Kerry grimmige Entschlossenheit demonstriert, auf den Einsatz von Giftgas durch Baschar al-Assad (Kerry: „Eine moralische Obszönität.“ ) mit einem Militärschlag zu antworten.

Hat man die zahlreichen Presse-Statements in Europa und USA intensiv verfolgt, kommt man u.a. zu dem Ergebnis, dass ein -aus Analysten-Sicht- wichtiger Aspekt so gut wie nicht beleuchtet wurde.

Die Rede ist von einer denkbaren Entwicklung der Rohöl-Preise im Zusammenhang mit einem US-Angriffs-Szenario.

Wie wir wissen, gibt es zwischen dem White House und der Wall Street eine enge Verflechtung, aus welchem hin und wieder wechselseitige Abhängigkeiten abgeleitet werden.

Betrachtet man sich den jährlichen Mineralöl-Verbrauch der westlichen Welt, wird deutlich, wie ein -entgegen aller Beruhigungspillen- längerfristiger militärischer Einsatz gegen Syrien, die Sorgenfalten der Wall Street hinsichtlich denkbarer Wechselwirkungen auf Börsen und Bankbilanzen beeinflussen könnten.

Eine, wie sich Obama ausdrückte, „kurzfristige Bestrafungs-Aktion“ der Assad-Administration, wäre durchaus in der Lage, einen nahezu unkontrollierbaren Flächenbrand in Nah-Ost auszulösen. Ein solches Szenario hätte dauerhaften Einfluss auf Ölfördermengen und -Preise.

Nachfolgend einige Daten zu ausgewählten Erdöl-Importeuren nach Abnahmemengen, Stand 2010 (in MT –  1 t Erdöl = 1101 m³) – In Klammern die jährlichen Verbrauchszahlen (Stand 2010) in MT:

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USA – 443,0 [814,6]

China – 252,5 [457,9]

Japan – 177,3 [221,7]

Indien – 168,0 [162,3]

Süd-Korea – 125,1 [110,8]

Deutschland – 90,5 [111,9]

Italien – 78,6 [69,6]

Frankreich – 64,5 [83,8]

Niederlande – 59,5 [NB]

Spanien – 59,3 [NB]

UK – 57,7 [72,0]

Belgien – 32,2 [NB]

Griechenland – 18,3 [NB]

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Mit ein klein wenig Phantasie mag man sich ausmalen, welche Verwerfungen ein denkbarer Ölpreis-Schock auf die teilweise erheblich angeschlagen Volkswirtschaften aus der obigen Liste auslösen würde, sofern der ohnehin dramatische Syrien-Konflikt durch militärische Aktionen eskalieren.

In  Japan würde der Nikkei vermutlich auf Tauchstation gehen, was einer Bankrotterklärung der ohnehin fragwürdigen Abenomics-Strategien gleichkäme!

Die Indische Volkswirtschaft ist bereits massiv gebeutelt . Indiens Einfluss innerhalb der BRICS würde geschwächt und den „Wettbewerb“ zwischen IMF und dem gerade initiieren Währungsfond der BRICS-Staaten verschlechtern.

Trotz zwischenzeitlich stark aufgewertetem Won könnte eine Ölpreis-Explosion auch in Süd-Korea erhebliche Turbulenzen auslösen.

In Deutschland und den Niederlanden hätten wie sicher wieder leidenschaftliche Diskussionen zu „Sonntags-Fahrverboten“ .. in jedem Fall wäre ein Ölpreis-Schock als Vorbote einer gravierenden Inflations-Spirale zu werten.

Für Italien und Frankreich könnte dies ein finales Arrivederci! bzw. Au revoir! nicht nur in Richtung „EURO-ZONE“ bedeuten!

Spanien wäre vermutlich hinsichtlich der weiteren volkswirtschaftlichen Entwicklung am Ende der Fahnenstange angelangt, die Folgen für das ohnehin wirtschaftlich und politisch angeschlagene Belgien kaum kalkulierbar und für Griechenland wäre das Ende der Todesspirale in greifbare Nähe gerückt, sofern nicht endlich die immer wieder zitierten Öl- und Gasvorkommen des Landes im Eiltempo erschlossen werden!

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vorläufiges FAZIT für Europa: Bye, bye € !!!

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In diesem Zusammenhang sei an Ölpreis-Spitzen der jüngsten Vergangenheit erinnert:

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  • Nach einer längeren Phase niedrigerer Preise erreichte im Laufe des Jahres 2004 der Ölpreis zeitweilig einen Stand von 53 Dollar in einem Umfeld politischer, wirtschaftlicher und spekulativer Belastungen. 2005 stiegen die Rohölpreise auf Grund des verheerenden Hurrikans Katrina, der die Ölförderung im Golf von Mexiko und die Raffination in den USA beeinträchtigte, auf 70 USD pro Barrel. Seine bisherige Rekordmarke erreichte der Ölpreis pro Barrel für US-Leichtöl (WTI) an der NYMEX am 11. Juli 2008, als er auf 147,27 US-Dollar anstieg, Brent wurde mit der Höchstmarke von 147,50 US-Dollar gehandelt. Zu Beginn des Jahres 2009 befanden sich die Ölpreise jedoch, aufgrund einer weltweiten Wirtschaftskrise, wieder bei einem Niveau von 30 bis 40$.
  • Am 31. Januar 2011 stieg der Ölpreis für die Nordseesorte Brent erstmals seit dem 1. Oktober 2008 im Handelsverlauf über die 100-Dollar-Marke und am 1. März 2011 überwand auch der Preis für die US-Sorte WTI zum ersten Mal seit dem 1. Oktober 2008 die Grenze von 100 US-Dollar.
  • Am 4. April 2011 stieg der Preis für das Nordseeöl Brent erstmals seit August 2008 auf über 120 US-Dollar. Ein Grund für den Anstieg sind die Proteste in der arabischen Welt 2010–2011. Investoren fürchteten wegen des Bürgerkriegs in Libyen einen langfristigen Ausfall der Ölproduktion des Landes und ein Übergreifen der Unruhen auf Saudi-Arabien, einem der weltgrößten Ölexporteure. Auffällig ist der große Abstand des Brent zu anderen Ölsorten: Für ein Barrel der US-Referenzsorte WTI musste am selben Tag rund 108 US-Dollar gezahlt werden.
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Carpe diem!

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Ihr Oeconomicus

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aktuelle, korrespondiernde Meldungen

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Societe Generale: „Oil Could Hit $150 Per Barrel“

NYT: „President Gains McCain’s Backing on Syria Attack“

NYT: „Drawing a Line on Syria, U.S. Eyes Iran Talks“