Die Wirtschaft ist ein (grausames) Spiel

Die Wirtschaft ist ein (grausames) Spiel

Bildrechte: Creatvie Commons, Urheber: Jacquelinekato
Auf den ersten Blick wirkt alles so selbstverständlich:
Jeder Mensch geht einer Arbeit nach, wird dafür bezahlt und bestreitet mit dem erhaltenen Geld seine Lebenshaltungskosten. Dabei geben wir uns der Illusion hin, dass der Wert der erbrachten Leistungen zumindest annähernd mit denen korrespondiert, die wir im Gegenzug in Anspruch nehmen. Obwohl der technische Fortschritt den Produktionsprozess deutlich vereinfacht und gleichzeitig Unmengen an Energie verbraucht werden, nimmt der allgemeine Komfort regelmäßig ab. Wir stecken in einer Schulden- und Wirtschaftskrise. In der westlichen Welt sind die Märkte mit praktisch allem übersättigt. Doch gleichzeitig fehlt es an Kaufkraft. Gleicht dies nicht dem sprichwörtlichen „Verhungern vor der vollen Schüssel“?
Immer wieder werden wir mit denselben Schlagworten konfrontiert:
Das Schaffen von Arbeitsplätzen! Das Beleben der Märkte! Das Befriedigen der internationalen Investoren!
Was steckt hinter diesen Konzepten?

[…]
by Konrad Hausner – The Intelligence

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich
Den Geist bekommt man nicht mehr in die Flasche. Man hat ihn gerufen, um Utopie zu schaffen. Rationalität ist die Wahrheit von gestern. Heute spielen wir Roulette. Jede Ziffer und jede Farbe stellt einen Wunsch dar, der ohne das Zufallsprinzip des Glücksspielgenerators nicht zur Erfüllung gebracht werden kann. Wo das Denken zur zweiten Wahl geworden ist, ist die Illusion der neue Steuermann.
Doch wohin fährt das Schiff? In einem Meer, so kalt wie tausend Nadelstiche, versucht die Illusion an den Eisbergen vorbei zu schiffen. Die Illusion ist wie ein Mensch, dessen Augen verbunden und dessen Sinne fehlgeleitet sind vom kurzfristigen Bedürfnis, das jeden Überlebensinstinkt zunichte macht. Wen der Tod holt, der hat es nicht geahnt. Während Tiere auf ihre Instinkte angewiesen sind und ihnen nichts bleibt, als die Unmöglichkeit zur Denkfähigkeit zu gelangen, überleben sie, ganz ohne Poesie, fernab der Vorstellungskraft über eine Zukunft. Doch wir Menschen, nicht mehr Tier, doch auch nicht perfekt, verleugnen unsere Stärke, weil wir es können. Wir Menschen irrlichtern fehlgeleitet, weil wir uns fehlleiten lassen. Den Illusionen geben wir nach, weil wir nicht wünschen, dass nur das Mögliche letztlich möglich ist.
[…]
Die Bestimmung der Menschheit liegt im Erkennen, dass jeder Zwang, egal von welcher Institution er über die Menschen gelegt wird, stets zum Ziel hat, den Kollektivismus über den Individualismus triumphieren zu lassen, mit den immer wiederkehrenden Krisen, Niedergängen und den sich stets wiederholenden Abläufen von Zusammenbrüchen, die all diese gewalttätigen Institutionen erleiden.
Oder, um es mit Mark Twain zu sagen: „Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“
Tommy Casagrande – freitum.de
+
Anmerkung
Besten Dank für diesen bemerkenswerten Aufsatz

Ihr Oeconomicus