Luftfahrt- und Rüstungskonzern im Gegenwind

Milliardenverluste bei Finmeccanica

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Finmeccanica S.p.A. ist einer der größten Industriekonzerne Italiens. In die ehemalige Staatsholding wurden in den 1990er Jahren fast alle italienischen Rüstungs-, Luft- und Raumfahrtunternehmen eingegliedert. Der Konzern beschäftigt ca. 75.000 Mitarbeiter, den überwiegenden Teil davon in Italien. Weitere bedeutende Standorte befinden sich in USA, Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland. Rom ist der Hauptsitz des Konzerns.
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Im abgelaufenen Jahr sind die Geschäfte des Rüstungskonzerns, bei dem der italienische Staat Mehrheitseigner ist, ziemlich mies gelaufen.
Der Nettoverlust für 2011 belaufe sich nach einem «aussergewöhnlich schwierigen Jahr» auf 2,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen bekanntgab.
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Als Gründe für die Probleme gab das Unternehmen Kürzungen im italienischen Verteidigungshaushalt und Schwierigkeiten in seiner Transport- und Luftsparte an.
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Firmenchef Giuseppe Orsi erklärte, Strategie und Ausrichtung des Unternehmens seien einer «umfassenden, aber nötigen Überprüfung» unterzogen worden.
2012 wolle der Konzern «einen neuen Kurs» einschlagen.
Orsi will sich künftig vor allem auf Unternehmensteile konzentrieren, bei denen Finmeccanica eine weltweite Spitzenstellung erreichen kann.
Ausserdem sollen bis Jahresende Unternehmensteile im Wert von rund einer Milliarde Euro verkauft werden. Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung «Il Sole 24 Ore» ist der japanische Konzern Hitachi etwa an zwei Bahntechnikfirmen interessiert.