Dexia erhält weiteres Geld

Geordneter Niedergang: Dexia bekommt weiteres Geld
Paris und Brüssel versuchen mit vereinten Kräften das Finanz-Desaster bei der angeschlagenen Dexia-Bank so zu begradigen, dass zuminidest eine geordnete Zerschlagung des Instituts gewährleistet ist. Mit großer Spannung werden im Tagesverlauf die Quartalszahlen der belgisch-französischen Bank erwartet.
N-TV
WSJ: Frankreich und Belgien pumpen Milliarden in die Dexia-Bank

Spanien muss Finnland für Bankenhilfen garantieren

Spanien muss Finnland für Bankenhilfen garantieren

Finnlands Regierung hat sich mit Spanien auf die Zahlung von Garantien im Gegenzug für ihre Beteiligung am europäischen Hilfsprogramm für den spanischen Bankensektor geeinigt. Spanien gebe Garantien in Höhe von 40 Prozent des finnischen Beitrags zu dem Stabilisierungsprogramm, um damit die Risiken für die finnischen Steuerzahler zu begrenzen, teilte am Dienstag das Finanzministerium in Helsinki mit. Demnach entspricht die Einigung einem im Oktober 2011 getroffenen Abkommen mit Griechenland.

18.07.2012 | 07:59 | (DiePresse.com)


Zschaber zündelt: „Eine neue Deutsche Mark ist keine Lösung“

Zschaber zündelt:
„Eine neue Deutsche Mark ist keine Lösung“

Aktuelle Umfragen zeigen mehr denn je:
Die Deutschen möchten ihre geliebte D-Mark zurück und der Euro-Zone lieber heute als morgen den Rücken kehren. Doch der Zerfall der Währungsunion hätte unberechenbare Folgen.

Handelsblatt – 15.06.2012, 11:47 Uhr – Kommentare 

meine Bewertung zu diesem Traktat:

Politisch korrekt vergißt dieser EX-perte … die Schuldenquote Deutschlands im Verhältnis zum BIP liegt bei Berücksichtigung aller vorliegenden Fakten bereits heute bei 139,8% (!)

In absoluten Zahlen ausgedrückt liegen die expliziten Staatsschulden [Bund, Länder, Kommunen] zuzgl. der Schulden, die in Schattenhaushalten [wie etwa Altschulden für die Treuhandanstalt, HRE- und Commerzbank-Engagement, Verpflichtungen aus PPP-Geschäften, etc.] und allen begebenen hochrisikanten Garantien & Bürgschaften [EZB, EIB, KfW, EU-Stabilitätsfonds, Target-II, Anteil am EU-Budget] mittlerweile bei US$ 5358 Mrd., also etwa € 4250 Mrd.(!)

Die Aufschlüsselung der einzelnen Summen findet sich hier, wobei der Target-II-Saldo noch mit € 656 Mrd. [per Ende Mai sind daraus € 699 Mrd. geworden] angegeben ist.

Schon fast erwartungsgemäß verzichtet Herr Zschaber darauf, die Aufwertungs-Effekte einer D-Mark 2.0 zu beleuchten:

Geht man nun von einer Aufwertung der D-Mark 2.0 gegenüber dem Rest-Euro von 40% aus, ergibt sich ein Aufwertungs-Windfall von etwa € 1700 Mrd. mit dem der Totalverlust aus Target-II Forderungen von € 700 Mrd. locker abgedeckt werden könnte. Per Saldo stünden also noch ca.€ 1000 Mrd. an Aufwertungserträgen zur Disposition.

In der Folge würden all unsere Einfuhren, insbesondere Öl- und Gasimporte deutlich günstiger, was letztlich auch vermeintliche Sorgen um unsere Export-Industrie dämpfen dürfte.

Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass der Zulieferer-Anteil unserer Export-Konzerne (branchenabhängig) bei bis zu 60% liegt und sich ein überwiegender Teil der Produktionsstandorte dieser Unternehmen ausserhalb Deutschlands befindet [mit anderen Worten ausserhalb der D-Mark-Zone].

Das vorsorgliche Jammern über vermeintliche Währungsnachteile unserer Export-Industrie ähnelt der Gespenster-Debatte aus dem Jahr 1969:

Karl Schiller setzte damals gegen heftigste Proteste von CDU und Franz Josef Strauss eine DM-Aufwertung um 8,5% durch, ohne dass dies zu signifikanten Export-Einbußen führte.

An der Stelle stellt sich manchmal die Frage, ob unsere von sich so überzeugten Granden, die sich das Stimmungsbild der Menschen gerade schweigend aus intellektuellen Schützengräben ansehen, während ihrer Studienzeit bei den Vorlesungen zu Wirtschaftsgeschichte und Politologie virtuelles Heizölhacken geübt haben?

Die DM 2.0 könnte nicht nur unsere Binnenkonjunktur befeuern, sondern auch durch steigende Importe aus den Club-Med-Staaten sowie steigender Touristik-Umsätze notwendige Impulse zu deren Stabilisierung beitragen.

Herzlichen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit, welche ich mit einem Zitat von Berthold Brecht honorieren möchte:

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“

 

Ihr Oeconomicus


Griechenland helfen – für einen starken Euro

Griechenland helfen – für einen starken Euro
Interview mit Frau Dr. Angela Merkel – Medium: Bild am Sonntag
Bundeskanzlerin Angel Merkel hat in „Bild am Sonntag“ erklärt, warum Deutschland den Griechen helfen sollte. Zunächst ginge es ersteinmal um Garantien des Bundes, damit die Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW) Griechenland Kredite gewähren könne. Letztendlich ginge es aber um die Stabilität der europäischen Währung. Damit der Euro aber ein Erfolgsprojekt bliebe, forderte Merkel auch stärkere Sanktionsmechanismus gegen Staaten, die gegen die Stabilitätskriterien verstoßen.
[…]
„Bams: Erst hieß es, Griechenland brauche keine Hilfen anderer Staaten, dann hieß es, es gehe um 45 Milliarden Euro, von denen Deutschland 8 Milliarden übernehmen soll. Jetzt reden wir über Summen von mehr als 100 Milliarden Euro. Heißt das: Wir zahlen immer weiter, egal was geschieht?
Merkel: Zunächst einmal würde es um Garantien gehen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau würde Griechenland Kredite gewähren, die der Bund garantiert und deren Rückzahlung das Anpassungsprogramm gewährleisten soll. Wir haben uns für den Fall, dass die Stabilität des Euro geschützt werden muss, für den Weg über Kredite der KfW entschieden, weil wir dann im Rahmen des Kreditvertrags bessere Bedingungen in Bezug auf die notwendigen Reformschritte Griechenlands vereinbaren können. Im Übrigen haben wir mit diesem Weg über Garantien bei der Bewältigung der Bankenkrise bislang guten Erfolg gehabt. Im Bankenpaket haben wir Garantien im Umfang von 400 Milliarden Euro bereitgestellt, von denen wir bislang nichts verloren haben, aber fast eine Milliarde Euro an Gebühren und Zinsen von den Banken eingenommen haben. Ziel unserer Hilfen wäre es, durch die Unterstützung eines glaubwürdigen Sparprogramms das Vertrauen in die Tragfähigkeit des griechischen Staatshaushalts zu festigen und so eine Finanzierung durch die Kapitalmärkte zu sichern.
[…]“
Quelle: Bundesregierung