Aufmarsch der Populisten

AUFMARSCH DER POPULISTEN

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Angesichts der andauernden Krise und der wachsenden Unzufriedenheit der Bevölkerung hoffen die rechtspopulistischen Bewegungen auf einen Erdrutschsieg bei den Europawahlen im Mai 2014.
Worauf stützt sich der immer größere Erfolg dieser Parteien auf ihrem Weg zur Macht?
Sie behaupten, im Namen des Volkes zu sprechen.
Für Probleme haben sie simple, immer gleiche Lösungen: Schluss mit Einwanderung, Europa und den Eliten.
Marine Le Pen in Frankreich, Geert Wilders in den Niederlanden, Timo Soini in Finnland, Beppe Grillo in Italien.

Mit Parolen, Charisma und durchschlagender Rhetorik gelingt es den Wortführern dieser Parteien, immer mehr Bürger für sich zu gewinnen. Während sie ihre respektable Fassade zu wahren vermögen, spielen sie gezielt mit Ängsten und Frustrationen, schüren bereits vorhandene Ressentiments und bieten ihren Wählern einfache Lösungen an. Ein Rettungsanker in einer immer komplexer werdenden Welt.

Für die Europawahl treten die französische Front-National-Chefin Le Pen und der niederländische Rechtspopulist Wilders gar geschlossen auf – und erreichen mit ihrem Anti-Europa-Bündnis die Mitte der Gesellschaft.

Regisseur Antoine Vitkine spürt dem Phänomen in allen Teilen Europas nach und filmt die Protagonisten der Wahlkampagne aus nächster Nähe.
Ungewohnt freimütig sprechen Wähler wie Anführer der populistischen Parteien über ihre Beweggründe und Ziele.
Vitkine analysiert sowohl die Reden und Methoden der Populisten als auch die Ängste und Frustrationen, auf die sie abzielen. Dabei treten die Mechanismen einer neuen Form des Radikalismus zutage, der Europa auf nie dagewesene Art gefährdet.
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ARTE

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ARTE-Doku – [81:41 Min]


«Es lebe die Freiheit! – Es lebe der Föderalismus! – Es reicht mit der europäischen Diktatur!»

Mitten in der Debatte über die Annahme der Schweizer Masseneinwanderungs-Initiative erhob sich der italienische EU-Abgeordnete Mario Borghezio (Lega Nord) im Europaparlament, hielt eine Schweizer Flagge in die Höhe und forderte ein Ende der «EU-Diktatur».

„Europa muss den Willen des Schweizer Volkes akzeptieren“

rief der sichtlich aufgebrachte Borghezio.

„Es lebe die Freiheit! Es lebe der Föderalismus! Es reicht mit der europäischen Diktatur!“

Nach seinem lautstarken Auftritt wurde der Schweiz-Bewunderer des Parlaments verwiesen. Unter anhaltendem Protest verließ er schließlich den Plenarsaal. Dort traf er auf SVP-Nationalrat Lukas Reimann, der die Aktion auf der Zuschauertribüne live mitverfolgte.

„Es war großartig, wie die Schweizer Fahne im Machtzentrum der EU gehisst wurde“

kommentierte Reimann diesen veritablen Eklat.

Anders als Borghezio kritisierten indes die meisten Abgeordneten während der heutigen Debatte den Ausgang der Abstimmung vom 9. Februar – und forderten die Eidgenossenschaft zum Handeln auf.
Der Fraktionsführer der Sozialdemokraten, Hannes Swoboda, meinte

„die Schweiz stelle sich heute als Land dar, das unser Geld will, aber unsere Arbeitnehmer wollen sie nicht akzeptieren“

Und der Grüne EU-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit betonte, die Schweiz müsse Lösungsansätze finden, nicht die EU.

„Die Schweizer werden auf Knien wieder zu uns kommen und sehen, dass sie Europa einfach brauchen“,

sagte er und sorgte gleich selbst für einen weiteren Eklat.
Nach Medienberichten bezeichnete Dany le rouge die Abgeordneten der Front National während der Debatte als «unglaubliche Idioten» und wurde deshalb zur Ordnung gerufen.

Offenbar ist den mit karnevalistischen Demokratie-Schmonzetten beschäftigten deutschen Medien diese köstliche Einlage von Mario Borghezio völlig entgangen.

Wie schön, dass die Kollegen von blick.ch für unsere deutschen Pressevertreter in die Bresche gesprungen sind!

Ihr Oeconomicus