Die Chinesen kommen! Europas Rettung oder Untergang?

Die Chinesen kommen! Europas Rettung oder Untergang?
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Die Arte-Doku

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China war jahrelang das beliebteste Zielland internationaler Großkonzerne, die auf kostengünstige und fügsame Arbeitskräfte setzten, um sich kolossale Profite zu sichern. Jetzt schlägt das Pendel in die andere Richtung aus. Die Geldreserven des asiatischen Riesen werden auf 3.500 Milliarden Euro geschätzt. China bietet sich Griechenland, Portugal und Spanien als Retter aus deren Finanznöten an. Chinesen kaufen immer mehr marode Betriebe in Europa auf, eröffnen überall auf dem Kontinent Filialen, bewerben sich erfolgreich um öffentliche Aufträge und investieren in Industrieunternehmen, die die Europäer aufgegeben haben. So schafft das Reich der Mitte Arbeitsplätze im europäischen Raum und finanziert neue Projekte – aber um welchen Preis?

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In Ostfrankreich hat der Konzern Yto, Marktführer für Landwirtschaftsmaschinen in China, eine Traktorenfirma samt Know-how und Technologie zu einem lächerlichen Preis aufgekauft. China ist oft die einzige Rettung für Europas marode Spitzenindustrien. Seit der vor dem Aus stehende schwedische Autobauer durch das chinesische Unternehmen Geely gerettet wurde, erlebt Volvo einen neuen Aufschwung. Die 3.500 Angestellten der Autofirma Saab dagegen sind jetzt ohne Arbeit, weil sie gegen die Übernahme ihres Unternehmens durch eine chinesische Marke gestimmt haben. Auch in die strategisch wichtigen Bereiche der Energieversorgung, des Straßennetzes und der Häfen haben chinesische Firmen bereits massiv investiert.

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Unter den europäischen Arbeitern, die es nun mit chinesischen Chefs zu tun haben, grassiert die Angst vor dem Verlust sozialer Errungenschaften, vor Missachtung des Arbeitsrechts und vor Lohndumping. Ein großer Teil des griechischen Hafens Piräus gehört bereits dem marktführenden chinesischen Logistikunternehmen Cosco. Die griechischen Docker beschweren sich über schlechte Arbeitsbedingungen. Und weiter westlich wird das Luxusetikett „Made in Italy“ teilweise in chinesischen Werkstätten hergestellt, die sich in der Umgebung von Venedig und Florenz niedergelassen haben.

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Der investigative Dokumentarfilm über die chinesischen Unternehmer, die die Eroberung des europäischen Marktes begonnen haben, ist eine Gemeinschaftsarbeit von Journalisten aus Frankreich, Griechenland, Italien Polen, Schweden und China.

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Interview mit Magali Serre: „Bedrohung aus dem Reich der Mitte?“

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Ehemalige Kolonie will Kolonialmacht retten

Ehemalige Kolonie will Kolonialmacht retten

Viele Portugiesen verlassen ihr Land in Richtung Angola, eine Analyse von Thomas Nitz
Immer mehr Portugiesen suchen ihr Glück in der ehemaligen Kolonie Angola. Während Portugal erst im Mai mit einer 78 Milliarden Euro Finanzspritze von EU und IWF vor dem Staatsbankrott gerettet werden musste, beschert der Ölreichtum Angolas Wirtschaft zweistellige Wachstumsraten.
Noch 2006 wurden gerade einmal 156 Visa an Portugiesen ausgegeben. Jetzt zieht der wirtschaftliche Boom Angolas portugiesische Hochschulabsolventen und Fachkräfte in Scharen in die ehemalige Kolonie. Inzwischen haben sich 100 000 Portugiesen niedergelassen. Damit leben viermal so viele Portugiesen in Angola wie angolanische Immigranten in Portugal.
Ob Straßenbau, Telekommunikation, Energieversorgung oder Finanzwesen, nach 27 Jahren Bürgerkrieg ist der Nachholbedarf der angolanischen Wirtschaft in allen Branchen riesig. Überall werden Fachkräfte gebraucht, wenn möglich portugiesischsprachig. Aber nicht nur die Sprache macht es den Portugiesen leicht. Ein Ingenieur verdient heute in Angola im Schnitt dreimal so viel, wie sein Kollege in Portugal.
Vor allem die Bauwirtschaft boomt. Erst im Juni wurde am Rand der Hauptstadt Luanda der neue Stadtteil Kilamba feierlich von Staatspräsident José Eduardo dos Santos eröffnet. Finanziert wurde das größte »soziale« Wohnungsbauprojekt Afrikas von China. Nach Abschluss der Bauarbeiten 2012 sollen dort 120 000 Menschen wohnen.
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weitere Infos zu Angola im African Economic Outlook