Raus aus dem Euro!

Raus aus dem Euro!

Der Londoner Top-Ökonom Roger Bootle plädiert in seinem Essay für den Abschied von der europäischen Gemeinschaftswährung – und räumt zugleich ein, dass „jede Art eines Euro-Zerfalls chaotisch“ verliefe.

Immer wieder haben die Träume europäischer Politiker ihre Völker ins Unheil gestürzt. Ich bin überzeugt, dass der Euro die große europäische Katastrophe unserer Zeit ist. Er wurde uns von den Politikern aufgedrängt, ohne dass es angemessene Arrangements für seinen Erfolg gab. Die wirtschaftlichen Folgen eines Scheiterns wurden kaum bedacht. Nun stecken wir mittendrin.
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Interessanterweise hat auch Deutschland das Rennen um Wettbewerbsfähigkeit nicht mithilfe besonders starker Produktivitätsverbesserungen gewonnen. Die deutsche Produktivität wuchs seit Einführung des Euro nur durchschnittlich – langsamer sogar als in Griechenland. Das einzige Land in der Peripherie, das ein geringeres Produktivitätswachstum als Deutschland hatte, war Italien. Die Schwäche der Peripherie lag bei der Lohnentwicklung – und Deutschlands Stärke bei der Lohnzurückhaltung.

Das zeigt, welche Bedeutung Geld und Preise in einer Währungsunion haben. Viele Deutsche sind auf diesem Auge blind. Nur weil Reformen eine gute Sache sind, glaubt man, sie allein reichten schon, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Und man misstraut jedem, der zu Abwertung oder „etwas Inflation“ rät.

Bootle’s Essay