Wachstum, was nun?

Höher, schneller, weiter?
Unbegrenztes Wachstum auf Kosten sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit ist eine endliche Geschichte !

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Die gebetsmühlenartige Forderung nach „Mehr Wachstum!“ ist besonders in Zeiten von Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzkrisen beliebt, denn die amerikanische Immer-mehr-Ideologie gilt weltweit als Garant für eine gesunde Ökonomie.
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Doch wie zeitgemäß ist dieser Mythos noch – angesichts immer knapperer Ressourcen weltweit?
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Dieser Frage gehen die Filmemacher von „Wachstum, was nun?“ auf den Grund – und zeigen Alternativen auf, die sich bereits vielerorts in der Praxis bewährt haben.
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„Monsanto“-Kritikerin Marie-Monique Robin informiert euphorisch, aber hochinteressant.
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ARTE.TV [93 Min]
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korrespondierende Beiträge
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Hans-Werner Sinn über Wachstum und Verschuldung
Hans-Werner Sinn diskutierte am bei Maybrit Illner über die Wachstumsprognose Deutschlands und der schwarzen Null.
Seine These:
Man sollte trotz des schwächeren Wachstums sparen und auf die schwarze Null kommen, den bereits in 10 Jahren werden die demographisch Probleme beginnen.

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Club of Rome: Die Grenzen des Wachstums
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Forschungsschwerpunkte aus den Bereichen Umweltökonomie, Ökologische Ökonomie und der Nachhaltigkeitsforschung
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Niko Paech: Grundzüge einer Postwachstumsökonomie
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Postwachstumsgesellschaft
Was passiert in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz, in Großbritannien, in Frankreich, in Spanien, in Italien, in Belgien, in den USA, in Kanada ?
Linkliste
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Abschied von der Wachstumsideologie
Warum Wachstum in den Industrieländern weder erreichbar noch wünschenswert ist
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Tanja von Egan-Krieger und Barbara Muraca – SPW (Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft)
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Wachstumsverweigerer

Wachstumsverweigerer
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Wachstum ist bislang noch die heilige Kuh der Politik und der Ökonomie. Aber: Es geht auch ohne Wachstum, und zwar besser für die Umwelt und die Lebensqualität – das sagen immer mehr Befürworter einer Postwachstums-Ökonomie, die sich für ein Wirtschaften und Leben fernab der Wachstumszwänge einsetzen, eine wachsende Bewegung in vielen europäischen Ländern. „Décroissance“ heißt sie in Frankreich, „Decrescita“ in Italien und international verbreitet sich die Postwachstums-Szene unter der englischen Bezeichnung „Degrowth“.
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Degrowth-Konferenz in Venedig
In Venedig trafen sich im September 2012 zum dritten Mal Europas Wachstumsverweigerer zu einer internationalen Konferenz. „Degrowth“, heißt der Begriff auf den sie sich geeinigt haben. „Decroissance“ auf französisch. „Decrescita“ auf italienisch – und alle meinen dasselbe. Wir müssen verzichten um die Umwelt zu retten. Einen anderen Lebensstil fordern sie, aus Gewissensgründen. Wir haben eine 23jährigen italienische Studentin zur Konferenz begleitet und zuhause in Pavia hat sie uns gezeigt, was „Decrescita“, zurückschrauben für sie in der Praxis bedeutet.
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Totnes – Englands erste “Transition Town”
Rob Hopkins hat die Transitiontown-Bewegung gegründet. Transition-Town lässt sich vielleicht übersetzen mit „Wendestadt“. Gemeint ist vor allem eine Energiewende, Klimaschutz von unten. Die Bürger sollen animiert werden, ihre Gemeinden selbst nachhaltig umzugestalten. Selbstversorgung und Konsumverzicht sind angesagt. Begonnen hat alles in Hopkins Heimatstadt Totnes.
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Frankreich – “La Décroissance”
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in den von der Finanzkrise besonders betroffenen Ländern in Europa zur Zeit nicht sehr beliebt. „Sparen, Sparen, Sparen“, hallt es aus Berlin, die betroffenen Länder, die sich mit einer rasant steigenden Arbeitslosigkeit auseinandersetzen müssen, wollen das Gegenteil – sie setzen auf Wachstum, das schafft und sichert Arbeitsplätze. So sieht das auch der franz. Präsident, von dem fast bei jedem Auftritt die selbe Forderung zu hören ist: „Wachstum, Wachstum, Wachstum – Croissance, Croissance, Croissance. Das strikte Gegenteil fordert eine Gruppe von Wachstumsverweigerern in franz. Lyon und sie haben der Zeitschrift, die sie seit 2003 herausgeben, deshalb den programmatischen Namen gegeben: „La Décroissance“, weg vom Wachstum.
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Niederlande – Murks, nein danke!
Wer hat nicht schon einmal gedacht, wenn wieder etwas kaputtgeht: das war doch bereits eingebaut in dieses Produkt, dass es nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr funktioniert. Dafür, dass manche Produkte rasch den Geist aufgeben, dafür gibt es das Fachwort: „geplante Obsoleszenz“. Und was macht man dann, gezwungenermaßen? Neu kaufen! Schluss damit, sagt eine neue Bewegung. Reparieren statt wegwerfen heißt ihr Motto, mit Rücksicht auf die Umwelt. Denn weniger produzieren, heißt Umwelt schonen. Und so entstehen z.B. in den Niederlanden Läden, in denen bisher scheinbar Unreparierbares doch repariert wird und in Berlin hat sich eine erfolgreiche Online-Seite etabliert mit dem schönen Namen „Murks-nein-danke.de“.
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