Principles of Political Economy and Taxation

Über die Grundsätze der Politischen Ökonomie und der Besteuerung
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David Ricardo

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Bildrechte: gemeinfrei
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Ricardo wurde 1772 in London geboren. Er war ein englischer Bankier und gehört mit Mill und Smith zu den großen Vertretern der klassischen Ökonomie. Sein größter wissenschaftlicher Beitrag ist das Konzept des komparativen Kostenvorteils. Gegen den damaligen Trend die eigene Nation mit hohen Schutzzöllen zu umgeben, war auch er Verfechter freien Handels und von den Vorteilen internationaler Arbeitsteilung überzeugt.
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Beispielhaft erkärte er die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung an den beiden Handelsnationen England und Portugal, die beide jeweils nur zwei Güter produzieren sollten (Tuch und Wein). Bei diesem, bis heute noch in fast jeden Lehrbuch zur Außenwirtschaftslehre zu findendem Beispiel, konnte Smith zeigen, dass sich Außenhandel für das industrialisierte England trotz absoluter Kostenvorteile (d.h. absolut billigerer Produktion der beiden Güter) lohnen kann, wenn England einen komparativen Kostenvorteil bei einem Gut besitzt. Komparativer Kostenvorteil meint hier das Verhältnis der Arbeitsproduktivitäten der beiden Güter. Besitzt England z.B. einen komparativen Kostenvorteil bei der Tuch-Herstellung, wird es sich nach Aufnahme internationalen Handels voll auf die Produktion von Tuch spezialisieren, denn die Engländer brauchen weniger Arbeit, die für den Export benötigte Menge Tuch zu erzeugen, als wenn sie einsetzen müßten, wenn sich das Tuch selbst herstellen würden. Bei diesen Überlegungen ging Ricardo von der internationalen Immobilität der Produktionsfaktoren aus, d.h. es findet keine Faktorwanderung statt.
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Er definierte zudem einen Gleichgewichts- oder natürlichen Lohn, dem es dem Arbeiter ermöglichen sollte seine Arbeitskraft zu erhalten und seine Familie zu ernähren. Er entwickelte dazu einen Katalog von Konsum- und Manufakturgütern die es den Arbeitern erlaubte, “die Reproduktion der Bevölkerung zu sichern”. Mit einer Veränderung der Preise für diese Güter sinkt bzw. steigt dann auch dieser natürliche Lohn. Seiner Auffassung nach würde der natürliche Lohn im Zeitablauf steigen, da die Nahrungsmittelpreise aufgrund der Notwendigkeit mit steigender Produktion auch schlechtere Böden nutzen zu müssen stärker steigen, als die Preise der Manufakturgüter aufgrund steigender Arbeitsteilung und Massenproduktion fallen können. Ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum verlangte nach Ricardo einen Lohn der über dem natürlichem Niveau liegt, da nur dieses ein Bevölkerungswachstum stimuliert, sowie eine ausreichende Profitrate, um eine Expansion der Fabrikanten zu ermöglichen.
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Darüber hinaus war er auch Vertreter einer unabhängigen Zentralbank. In seinen Begründungen hierfür gab er die Folgen der napoleonischen Kriege an, nach denen die Bank of England, aufgrund zu hoher Notenausgabe, ihren Goldstandard aufgeben mußte. Entgegen herrschender Meinung, nach der die Aufgabe mit der erhöhten, kriegsbedingetn Nachfrage begründete wurde, war nach seiner Meinung allein die exessive Notenausgabe der Grund für die steigende Inflation. Zudem wäre eine unabhängige Zentralbank frei von staatlichen Zwängen erhöhte Ausgaben mit der Notenpresse zu decken.Zudem sollte es der Bank nicht erlaubt sein Gold gegen Staatspapiere zu tauschen. und er war Verfechter eine strikten Geldmengenregel. Hier sieht man ein frühe Paralelle zu Friedman und dem Monetarismus.
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Wirtschaftspolitische Implikationen:
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Auf die heutige Zeit bezogen stände Ricardo den Entwicklungen auf europäischer und internationaler Ebene positiv gegenüber. Die europäische Freihandelszone und die GATT sind als Folge der Erkenntniss, daß Außenhandel wohlstandssteigernd wirkt zu erkennen. Skeptisch würde er dagegen die “Regulierungsfreude” der EU und auch Deutschlands beurteilen, da er auch wie aller Klassiker dem Staat eine untergeordnete Rolle zugestand.
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Hauptwerke: On the Principles of Political Economy and Taxation (1817)
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Deutsche Übersetzung von Christ. Aug. Schmidt – Weimar (1821):
„Über die Grundsätze der Politischen Ökonomie und der Besteuerung“
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Katrin Hirte, Universität Linz, beschäftigt sich in Ihrem Aufsatz (Okt. 2010)
„Das neoklassische Freihandelsmodell – Fundament für Entwicklungszusammenarbeit oder Zementierung globaler Ungleichheiten?“
mit den Vorzügen und Nachteiles des komparativen Kostenvorteilen:
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„Freihandel – so die eingängige Argumentation in der herrschenden Wirtschaftstheorie – sei der beste, effektivste und gerechteste Weg für eine gemeinsame Teilhabe am Reichtum der Welt, welcher (ebenso wie auf Mikroebene gedacht) dann nach dem Leistungsprinzip verteilt wird.
Dabei seien die unterschiedlichen Voraussetzungen der Länder bedeutungslos, denn nach dem Modell komparativer Kostenvorteile ist Freihandel für alle von Vorteil. Daher gäbe es keinen Grund, dass Nationen nicht bereit seien, sich für Importe zu öffnen sowie für Exporte zu sorgen.
Die Praxis hierzu sieht oft gegenteilig aus. Armut und Reichtum der so genannten Ersten und Dritten Welt klaffen nach wie vor weit auseinander.

Im Beitrag soll daher der Frage nachgegangen werden, woran dies liegt:

Wird hier die laut Modell für beide Seiten vorteilhafte Handelstätigkeit nur von paternalistischer Einmischung auf nichtökonomischer Ebene überlappt?

Kann man Handelstätigkeit überhaupt als „nur ökonomische“ sehen?

Was besagt genau das Modell komparativer Kostenvorteile?

Und warum funktioniert es auffällig für die Länder der so genannten ersten, aber nicht der dritten Welt?

Hauptthese des Beitrages ist, dass der so genannte Freihandel der Länder untereinander die globalen Ungleichheiten der Länder untereinander zementiert statt verringert und dies nicht nur aufgrund politischer Vorgänge, sondern im Kern deshalb, weil die Bedingungen für das Modell komparativer Kostenvorteile nicht erfüllt werden können.

[…]“
PDF – [16 Seiten]


Ist die Wirtschaft beherrschbar .. oder hatte Karl Marx doch recht?

Gedanken zur Kapitalismus-Kritik

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Die Krisen der Weltwirtschaft lösen einander ab:
Auf die Dot.com-Blase folgte die Finanzkrise. Und jene geht unmittelbar in die Euro-Krise über. Dabei galt der Kapitalismus doch über Jahrzehnte hinweg als alternativlos.
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In dieser Situation erfährt zunehmend ein lange vergessener Theoretiker Interesse: Karl Marx mit seiner Kritik der politischen Ökonomie.
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Ist die Wirtschaft beherrschbar .. oder hatte Karl Marx doch recht?
„In überschuldeten Staaten wie Griechenland treffen längst EZB und IWF die wichtigen Entscheidungen und nicht mehr das Parlament. Die Wirtschaft erscheint derzeit so, wie Karl Marx sie vor 150 Jahren beschrieben hat.“
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Ergänzungen und Hintergründe

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Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844
auch bekannt unter dem Namen Pariser Manuskripte, wurden von Karl Marx Ende Mai / Anfang Juni bis August 1844 in Paris verfasst und zählen zu den Marxschen „Frühschriften“. Sie waren zur Selbstverständigung bestimmt und wurden zu Lebzeiten nicht veröffentlicht. Teile der Manuskripte sind nur fragmentarisch erhalten.
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Diese Schriften waren ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Marxens Ansichten. Sie sind das Ergebnis seines ersten ernsthaften Studiums der Schriften von Adam Smith, David Ricardo und der anderen klassischen politischen Ökonomen sowie seiner ersten Begegnung mit der kommunistischen Arbeiterbewegung in Paris während der Jahre 1843-44. Sie stellen einen riesigen Fortschritt gegenüber seinen früheren elitären Ansichten dar und enthalten eine frühe Version seiner materialistischen Geschichtstheorie. Vor allem wird die revolutionäre Rolle der Arbeiterklasse aus ihrer Rolle in der Warenproduktion erklärt, die sie zum Kampf gegen den Kapitalismus zwingt.
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Vorrede
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ERSTES MANUSKRIPT
Arbeitslohn
Profit des Kapitals
Grundrente
[Die entfremdete Arbeit]
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ZWEITES MANUSKRIPT
[Das Verhältnis des Privateigentums]
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DRITTES MANUSKRIPT
[Privateigentum und Arbeit]
[Privateigentum und Kommunismus]
[Bedürfnis, Produktion und Arbeitsteilung]
[Geld]
[Kritik der Hegelschen Dialektik und Philosophie überhaupt]
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weitere Info’s zu den Pariser Manuskripten
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Korrespondierende Informationen

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MARXSCHE KRISENTHEORIE UND UNTERKONSUMTION DER MASSEN
Eine Kritik an der Krisenerklärung des IMSF von Klaus Winter

PDF – [21 Seiten]

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Mit Marx gegen die Krise?
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Lange Zeit schien es bestenfalls naiv, schlimmstenfalls gefährlich, Karl Marx zu lesen. Doch seit der Finanzkrise hat Marx wieder Konjunktur:
Es finden Marx-Kongresse statt, in den Feuilletons debattieren Intellektuelle, was der Philosoph zur Krise gesagt hätte, und niemand ist sich mehr zu schade, seine Rede da und dort mit einem Marx-Zitat zu pfeffern. Doch was können wir heute noch von Marx lernen? Hat die Geschichte nicht hinlänglich gezeigt, dass Marx‘ Lehren zum Missbrauch einladen? Was waren die tatsächlichen Kernanliegen des Philosophen, und worauf berufen sich heutige Kommunisten und Sozialisten?
Barbara Bleisch fragt beim Marx-Forscher Christoph Henning nach.
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Capitalism make your mind … Koch Industries greifen nach Medienimperium
Die Nachricht, ist eine gute Nachricht für alle Befreiungskämpfer, die lieber ohne Staat leben wollen. Die Milliardäre und Billionäre die Welt werden sie befreien … schon bald!
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Marktradikale, die lieber ohne Staat Geschäfte machen woll kaufen sich ein Medienimperium, um ihre „liberalen Ideen“ vom absoluten Kapitalismus zur Befreiung der Menschheit noch mehr zu verbreiten.
„Weniger Staat“ ist nur für Milliardäre sinnvoll. Keiner redet ihnen mehr mit sozialen Vorschriften ins Geschäft.
Sie werden so die neuen ARBEITGEBER-Götter für die Marktwirtschaftskirche. 😀
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Der Kapitalismus wird sich nie ändern. Er lebt vom Profit von dem die Menschen glauben, sie können sich von ihm ernähren.
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Mit dem Kapitalismus ist es wie mit Göttern. Er ist tot, wenn keiner mehr an ihn glaubt.
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Audiodatei: Bayernaktuell vom 11.05.2013
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Leben und Werk eines Besessenen
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