Milliardenbürgschaft für Crédit Immobilier de France finalisiert

EU nickt 18-Milliarden-Bürgschaft für französische Immobilienbank ab

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Mit dem Verweis Verweis auf Ansteckungsgefahren des französischen Bankensektors hat die EU-Kommission die € 18 Mrd-Bürgschaft durchgewinkt, womit die seit etwa 2 Jahren immer wieder aufflammenden Sorgen um die Zukunftsfähigkeit des französischen Finanzsystems neue Nahrung erhalten.
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Eines der CIF-Geschäftsmodelle ist, einkommensschwachen Haushalte Darlehen für Wohneigentum auszureichen. Damit kann das Unternehmen auf einen Marktanteil von etwa 4% und einen Darlehensbestand von ca. € 35 Mrd., wobei deren Refinanzierung im wesentlichen ausschließlich über gedeckte und ungedeckte Schuldverschreibungen auf dem Interbankenmarkt erfolgt.
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Die Verpflichtungen Frankreichs für das Ja der Kommission zu den Bürgschaften sind derweil kaum nennenswert. Sie umfassen etwa ein Übernahmeverbot sowie ein Verbot der Couponzahlungen und der Dividendenausschüttung. Darüber hinaus darf CIF sein Geschäftsvolumen nicht steigern, und für die Gewährung neuer Darlehen werden strengere Voraussetzungen gelten.
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Ihr Oeconomicus

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Korrespondierende Archiv-Meldungen

Paukenschlag: Frankreich muss zweitgrößte Immobilien-Bank verstaatlichen

Lehman-Erinnerungen in Paris

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Paukenschlag: Frankreich muss zweitgrößte Immobilien-Bank verstaatlichen

In Frankreich erreicht die Immobilienkrise einen neuen Höhepunkt: Finanzminister Pierre Moscovici gab am Freitag bekannt, dass der Staat den angeschlagenen Immobilien-Finanzierer Crédit Immobilier de France verstaatlichen muss. Für die marode Bank hatte sich kein Käufer gefunden.
Die überraschende Verstaatlichung wirft ein grelles Licht auf den Zustand der französischen Banken. Sowohl Nicolas Sarkozy (gut bezahlter Festredner bei Banken-Events) als auch Hollande haben die Probleme bisher beharrlich ignoriert und auf die EZB als permanenten Retter gesetzt. Nun könnte der CIF als Klotz am Bein auch die Kreditbedingungen für Frankreich verschlechtern. Die Website Mediapart spricht bereits vom Lehman-Moment für Frankreich.
Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 02.09.12, 01:27 | 7 Kommentare
Anmerkung
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Ich bin mal sehr gespannt, wie diese Verstaatlichung ganz konkret erfolgt. Möglicherweise bietet sich hier La Prévoyance immobilière, einer 98,2%-Beteiligung (Stand 31.12.2010) der Banque de France, an. Über diesen Umweg wären die Risiken letztlich beim EZB-System geparkt.
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Ihr Oeconomicus