Wer ist Carter Page ?

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Wer ist Carter Page ?
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Im Vorwort zu einem Page-Vortrag in Moskau ist zu lesen:
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„Carter Page is one of the youngest advisors of Donald Trump.
He is an energy and economic development expert, particularly regarding the countries of the former Soviet Union and the socialist bloc in Eastern Europe.
He collaborated with the Council on Foreign Relations, where he led a research group on the Caspian Sea region.“
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Hinsichtlich der vorgeblichen Funktion von Carter Page im TRUMP-Team liegt offenbar einiges „im Dunkeln“.
Im Zusammenhang mit Page’s Gesprächen in Russland erklärte Kellyanne Conway (Trump’s Wahlkampf-Managerin) im September, er sei zu offiziellen Gesprächen mit Moskau nicht autorisiert.
Das online-Magazin Politico ging der Sache nach und beschäftigte sich in einem am 23.09. veröffentlichten Hintergrundbericht mit „The Mystery of Trump’s Man in Moscow
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Am 08.12.2016 berichtete Sputnik-News von Page’s Eintreffen im Moskau, um sich mit mehreren Geschäftsleuten und Politikern zu treffen.
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Solche Meldungen lösen natürlich Spekulationen aller Art aus.
Grund genug für die New York Times, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
Ebenfalls am 08.12. schreibt NYT:
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„Dmitri S. Peskov, the Kremlin’s spokesman, told journalists that government leaders in Moscow had no plans to meet with Mr. Page and that they had never had any contact with him. “We have learned about this from the press,” Mr. Peskov told the news agency Interfax.
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Russia’s deputy foreign minister, Sergei A. Ryabkov, said officials at his department had no plans to meet with Mr. Page.“
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Reuters legt am 09.12. nach und schreibt:
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„The current nature of his relationship with Trump’s team is unclear.“
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Der ganze Vorgang wirkt recht seltsam und lässt die Vermutung zu, dass es sich dabei um eine Art setup einflussreicher Kreise handeln könnte, die zur Verfolgung eigener Ziele Herrn Page in TRUMPs Administration sehen möchten.
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Klingt schon fast wie conspiracy theory, oder ?
Time will tell !
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Ihr Oeconomicus
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Das Kartell – Die US Regierung und das Öl

Am 20. Januar 2001 schwor George Walker Bush, sein Amt als 43. US-Präsident „ehrenhaft“ zu führen, nachdem ihn vier der fünf obersten Bundesrichter zum Wahlsieger erklärt hatten – obwohl er rund eine Million Stimmen weniger erhalten hatte als sein Konkurrent Gore und er im entscheidenden Staat Florida nur aufgrund eines irreführenden Stimmzettels in einer Kleinstadt einen Vorsprung von einigen hundert Stimmen bekam.

Bush wurde in Texas groß, dem größten Ölfördergebiet der USA nach Alaska. Mit diesem Milieu der Ölmilliardäre blieb die Bush-Familie stets verbunden. Schon als Bush jr. dort Gouverneur wurde, kamen seine engsten Freunde und Berater aus dem Ölgeschäft. Politik und Geschäft waren dort eng verzahnt.

Die Journalistin Alexandra Robbins fand heraus, dass Bushs Karriere bereits an der privaten Elite-Universität von Yale begann.
Sie brachte Mitglieder des dortigen Geheimbunds „Skulls and Bones“ (Totenköpfe) zum Reden, einem der Klüngel, die – ähnlich wie hierzulande die Studentenverbindungen – ihre Mitglieder in einflussreiche Positionen hieven.
Zu den „Skulls and Bones“ gehörten früher nur die Angehörigen der mächtigen protestantischen Familien wie die Rockefellers, Bundys, Bushs oder Tafts.
Inzwischen kommen auch andere geeignete Yale-Absolventen hinzu. Bush senior wurde dort bereits 1948 Mitglied, der Sohn 1968.
Alexandra Robbins:

„George W. Bush ist das klassische Beispiel für jemanden, der sich der Macht der „Totenköpfe“ bedient hat. Es war ein „Totenkopf“-Mitglied, das ihm den ersten Job verschaffte. Die „Totenköpfe“ gaben ihm Geld für den Wahlkampf, vermittelten Verbindungen, öffneten Türen. Als Präsident bleibt er der Tradition treu:
Jetzt hievt er andere Mitglieder in wichtige Positionen. Eine der ersten Veranstaltungen nach seiner Amtseinführung im Weißen Haus war ein Treffen der „Totenkopf“-Kameraden seines Jahrgangs. Kurz darauf erhielten Ordensmitglieder Posten im Justizministerium, im Amt für innere Sicherheit, als Botschafter, als Vertreter des Pentagon in Europa.“

Die „big spender“ von G.W.Bush waren die Energiekonzerne, die ihren Sitz zumeist in Houston haben. Der Enron-Konzern z.B. gab ihm 750.000 Dollar für den Präsidentschaftswahlkampf und stellten ihm Firmenflugzeuge zur Verfügung. Dynegy gab 300.000 Dollar, El Paso ebenfalls 750.000 Dollar, Reliant 600.000 Dollar; auch sie stellten Firmenflugzeuge. Insgesamt, so recherchierten US-Wirtschaftsreporter, spendeten Energie-Unternehmen 50 Millionen Dollar für Bushs Wahlkampf – eine Summe, die alle Rekorde übertraf.
Robert Brice:

„Die Unternehmen wollten freie Hand haben und sicher stellen, dass weder die Bundes- noch die Landesregierung ihnen bei ihren Geschäften in die Quere kommen konnten. Enron erkannte, daß es sich lohnt, groß an Politiker zu spenden, damit die Regierung auf keinen Fall ihre Geschäfte behindert.“

Als den ältesten Raffinerien gesetzliche Grenzwerte für hohe Schadstoffemissionen drohten, intervenierte er und erreichte, daß ein von den Unternehmen formulierter Entwurf angenommen wurde, der eine freiwillige Selbstkontrolle vorsah. Dieses Gesetz wurde von Bush später als richtungsweisend für die USA gepriesen, obwohl es tatsächlich nichts bewirkte.
Dubose:

„Es war ein Geschenk an die Industrie, das dazu beitrug, Bush ins Amt zu bringen.“

Ein anderer republikanischer Präsidentschaftskandidat meinte dazu:

„Wenn Bush Einzug in Washington halten sollte, dann kommt das einer Versteigerung des Weißen Hauses an den Meistbietenden gleich.“

Tatsächlich dominierten auf der Ernennungsliste zum neuen Kabinett Ex-Bosse aus der Öl- und Energieindustrie und Multimillionäre:
Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice war vorher im Aufsichtsrat von Chevron, Vizepräsident Dick Cheney war Ex-Boss des Öl-Multis Halliburton, Handelsminister Donald L. Evans war Ex-Präsident der Erdölgesellschaft Tom Brown.
Mit 253 Millionen Dollar der reichste:
Finanzminister Paul O’Neil, Ex-Chef des größten Aluminium-Herstellers der Welt. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld war Ex-Vorstandsvorsitzender der General Instrument Corporation (GI), der Chefökonom im Weißen Haus, Lawrence Lindsay, war vorher Berater von Enron, ebenso der neue Handelsbeauftragte Robert Zollick.

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Condoleezza Rice: „Depend more on the North-American Energy-Ressources“

Die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice fordert ein härteres Vorgehen gegen Russland. Deutschland müsse seine Sanktionen auch auf Gas und Öl ausweiten!
Im Interview macht sie aus ihrer Haltung, mit der sie auf Linie mit den Hardlinern des US-Think Tank Council of Foreign Relations kein Geheimnis:

 

„Ich glaube auch die Europäer sind Teil des Problems. Sie sind sehr abhängig von Russlands Gasressourcen und Geschäftsbeziehungen. Aber wenn Putin jetzt nicht gestoppt wird, könnte es zu einem richtigen Konflikt mit Russland kommen. Jetzt brauchen wir härtere Sanktionen … die russische Wirtschaft ist empfindlich. 80% der russischen Exporte sind Öl, Gas und Mineralien. Die Leute sagen, Europa würden die Energielieferungen fehlen. Russland wird das Geld ausgehen, bevor Europa die Energie ausgeht …“

Na, dann wollen wir ihr Glaubensbekenntnis mal so stehen lassen, auch wenn sie ihre Behauptungen nach typischer Polit-Manier nicht untermauert und vielleicht auch absichtlich ausblendet, dass Putin in einigen Tagen in Peking zum Staatsbesuch weilt. Im Gespräch ist u.a. der Abschluss des größten Gas-Deals aller Zeiten.
Und was den Spruch mit den finanziellen Möglichkeiten Russlands anbelangt, so bedarf die Politologin wohl einiger Nachhilfe im Fach Economics.
Möglicherweise hat Rice unseren roten Gymnasiallehrer doch irgendwie beeindruckt. Gabriel bläst zwischenzeitlich die Pausbäckchen auf und droht Russland mit weiteren Sanktionen, sofern die Präsidenten-Wahl am kommenden Sonntag in der Ukraine scheitern sollte.
Nur zu, werter Herr Vizekanzler! Sie sollten sich jedoch vorher um entsprechende Erlaubnis von den wahren Vorständen der Deutschland AG und den rund 6000 deutschen Unternehmen, die besonders stark im Russland-Geschäft engagiert sind, einholen.
Möglicherweise gibt es von diesen freundlichen Menschen auch Orientierunghilfen bei der allfälligen Inventur von Tassenschränken!

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Ihr Oeconomicus

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korrespondierender Beitrag:
Schlappe für die Sanktions-Trommler ?

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… und speziell für Condoleezza Rice einige Zahlen zu expliziter Staatsverschuldung:

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USA:
US$ 17890 Mrd – 108% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 55.674 –
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 3115 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 218 Mrd

Japan:
US$ 11563 Mrd – 245% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 92.097 –
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 2383 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 87 Mrd

Täuschland:
US$ 2.594 Mrd – 78% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 31.756
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 268 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 39 Mrd

Italien:
US$ 2400 Mrd – 130% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 39.044
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 468 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 79 Mrd

England:
US$ 2217 Mrd – – 93% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 35.001
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 181 – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 75 Mrd

Frankreich:
US$ 2139 Mrd – 92% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 33.439
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 410 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 61 Mrd

Kanada:
US$ 1326 Mrd – 88% zum BIP – Verschuldung pro Einwohner: US$ 37.810
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 248 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 13 Mrd

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im Vergleich dazu die Zahlen der Russischen Föderation:

US$ 365 Mrd – 10% zum BIP  – Verschuldung pro Einwohner: US$ 2.574
2014 zu refinanzierende Schulden: US$ 10 Mrd – 2014 anstehende Zinszahlungen: US$ 11 Mrd


Den Deutschen zuviel aufgehalst

Es ist durchaus denkbar, daß Deutschland in Zukunft eine Weltmacht wird. Zur Zeit ist es das jedoch nicht. Deutschland versucht, ein Machtvakuum zu füllen, das eine zusammengebrochene Sowjetunion und ein verfallendes Amerika hinterlassen haben – aber es verfügt nicht über die Mittel.
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Erst wenn die Ostdeutschen wirtschaftlich zu ihren westdeutschen Nachbarn aufgeholt haben, wird Deutschland sein volles Potential ausschöpfen können. Doch das wird frühestens in zehn Jahren der Fall sein. Zur Zeit erwarten Deutschlands Freunde und Verbündete, alte wie neue, zu viel von diesem erst kürzlich vereinigten Land. Und die Deutschen erwarten zu viel von sich selbst.
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Sie sollen Durchbrüche bei den Gatt-Verhandlungen erzielen, Westeuropa zusammenführen, die Hilfsleistungen für den ehemals kommunistischen Osten anführen, den Bürgerkrieg auf dem Balkan beenden und Millionen von Einwanderern und Asylanten unterbringen. Das ist mehr, als die Vereinigten Staaten oder Japan, Länder, die größer und wirtschaftlich mächtiger sind, bewerkstelligen könnten. Und es ist gewiß mehr, als Deutschland, mit seinen immensen Wiedervereinigungskosten und seinen innenpolitischen Zerreißproben, leisten kann.
[…]
Leslie H. GelbDIE ZEIT