Die Rolle von ‚Väterchen Frost‘ beim vorsichtigen politischen Annäherungsversuch der EU mit dem phösen Putinland

Die Rolle von ‚Väterchen Frost‘ beim vorsichtigen politischen Annäherungsversuch der EU mit dem phösen Putinland
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Huch, der Winter steht vor der Tür … wer hätte das wohl gedacht ? 🙂
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Zufälligerweise -und mindestens ebenso überraschend- fällt nun auch auf, dass die ukrainischen Gasspeichervorräte fast erschöpft sind.
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Und all dies, vor dem Hintergrund, dass Mme Lagarde von den Erfolgen aufoktroyierter Reformen im Land, die selbstverständlich zu Lasten der dortigen Bevölkerung gehen, angenehm überrascht ist und zugleich von den wichtigsten Gläubigern einen Schuldenschnitt von bis zu 20 Prozent fordert. Offenbar ist mit Billigung der wichtigsten Geldgeber die Umstrukturierung der Schulden in Höhe von 18 Milliarden Dollar bis Ende Oktober vorgesehen, natürlich ohne irgendwelche öffentlichen Statements zur Heranziehung des nach USA verbrachten Zentralbank-Goldes.
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Selbstverständlich ist es an dieser Stelle müßig zu erwähnen, dass man die Steuerzahler zustimmender Gläubigerstaaten (hauptsächlich Deutschland und Polen) hierzu nicht um ihr Votum gebeten hat, schließlich soll deren Alles-wird-gut-Schlaf nicht gestört werden.
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So weit – so gut, oder je nach Sichtweise, so schlecht !
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Bei näherer Betrachtung findet sich jedoch ein Haarbüschel in der Suppe:
die ’schamlose‘ Forderung Russlands auf Rückzahlung seiner verliehenden drei Milliarden Dollar.
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Da sich nun Väterchen Frost für all diese Zirkuskunststücken nicht interessiert und auch von einem denkbaren ‚Sommererweitungsgesetz‘ völlig unbeeindruckt wäre, versuchte sich die ukrainische Finanzministerin Natalia Jaresko in Ankara anläßlich des Summits der Finanzministerien aus den G7-Ländern als Bittstellerin. Ihre Betteltour zur Akquirierung von Finanzmitteln für den Kauf von russischem Gas führte jedoch nicht zu einer positiven Entscheidung.
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Für den selbstdenkenden, kritischen Beobachter solcher Ereignisse ist jedoch klar, dass bei solchen und vergleichbaren Spielchen altbekannter Täuschlinge gerne über Bande gespielt wird.
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So war von Gazprom-Chef Alexej Miller zu hören, dass es am vergangenen Freitag in Wien zwischen Vertretern der EU, Russlands und der Ukraine zu Gesprächen kam.
Nach den Verhandlungen teilten die Gesprächspartner mit, dass die EU die Verpflichtung übernehmen wird, das Pumpen von zwei Milliarden Kubikmeter Gas in die ukrainischen Untergrundspeicher im Wert von 500 Millionen Dollar zu finanzieren.
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Miller bestätigte, da der Gaspreis auch weiterhin an den Ölpreis gekoppelt sei, ergäbe sich für das IV. Quartal 2015 ein Bruttopreis von 252 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter Gas. Man werde der Ukraine sowohl im vierten Quartal 2015 als auch im ersten Quartal 2016 einen Preisnachlass gewähren, wobei die Höhe des zu gewährenden Rabattes von der Regierung in Moskau bestimmt werde.
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Im II. Quartal 2015 bezogen die ukrainischen Schlaumeier das benötigte Gas zu einem Durchschnittspreis von 275 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter (einschließlich Transportkosten) aus Europa, während Russland den europäischen Importeuren in diesem Zeitraum 247,17 Dollar je 1000 Kubikmeter berechnete.
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Unterm Strich betrachtet handelt es sich bei dieser Operation um einen gewohnten win-win-loose-Deal:
Die ukrainischen Gasspeicher werden gefüllt, Gazprom wird per Vorauskasse bezahlt und der freundliche Europäische Steuerzahler erteilt ungefragt seinen finanziellen Segen, und alle gemeinsam dürfen für ‚Väterchen Frost‘ einen Willkommensgruß vorbereiten.
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Vielleicht sollten wir jedoch die Dinge ein wenig optimistischer betrachten und dieses Opfer als einen von vielen Bausteinen vorsichtiger Annäherungsversuche zwischen der EU und Russland einordnen.
Dabei erscheint es vorteilhaft, das derzeit erkennbare russische Engagement mittels militärischer Einflussnahme auf chaotische Zustände in Syrien ebenso sorgfältig zu observieren, wie die entsprechenden Reaktionen des dadurch möglicherweise bloßgestellten transatlantischen Friedensnobelpreisträgers.
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Aber dies ist eine andere Baustelle, die jenseits solcher Betrachtungen besonderer Aufmerksamkeit bedarf.
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Ihr Oeconomicus
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Russland warnt Europa vor Einschränkungen bei Gaslieferungen

Russland warnt Europa vor Einschränkungen bei Gaslieferungen
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Der russische Konzern Gazprom hat wegen Zahlungsstreitigkeiten mit der Ukraine vor Unterbrechungen der Gaslieferungen nach Europa gewarnt.

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Die Durchleitung des Erdgases durch die Ukraine sei stark gefährdet, erklärte das Staatsunternehmen am Dienstag. Das Land habe versäumt, Vorauszahlungen zu leisten. Es verbleibe noch Gas für zwei Tage. Falls kein weiteres Geld eingeht, werden die Lieferungen demnach gestoppt. Die ukrainische Naftogaz beschuldigte dagegen Gazprom, bereits bezahltes Gas nicht zu liefern.
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Reuters

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follow-up, 03.03.2015
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Ukraine wendet Lieferstopp für russisches Gas ab
Die pleitebedrohte Ukraine hat einen Lieferstopp für russisches Gas abgewendet. Kiew versprach ausreichende Vorauszahlungen für den Monat März, wie die EU-Kommission am späten Montagabend in Brüssel nach mehrstündigen Verhandlungen mitteilte.
Auch der Transport von russischem Gas nach Europa sei gesichert. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas auf dem Weg nach Westen. Russland hatte zuvor im Streit um unbezahlte Rechnungen gedroht, der Ukraine von Dienstag an das Gas abzustellen.
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Epoch Times
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Russischer Konzern Transneft legt Rechtsmittel gegen Enteignung in Ukraine ein

Der russische Pipelinebetreiber Transneft wird die Entscheidung eines ukrainischen Gerichts anfechten, Teile von zwei Pipelines für den Transport von Ölprodukten zu nationalisieren. Das teilte Konzernsprecher Igor Djomin am Mittwoch in Moskau mit.

„Wir werden beim Höchsten Wirtschaftsgericht der Ukraine eine Klage einreichen, nachdem wir den Gerichtsbeschluss offiziell erhalten haben“

sagte er.
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Zuvor hatte das Berufungsgericht der Stadt Rowno die Rechtmäßigkeit der Entscheidung bekräftigt, 1400 Kilometer der Leitungen Samara-Westen und Grosny-Armawir-Trudowaja zu nationalisieren, teilte die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine am Mittwoch mit. Über eine dieser Pipelines wird Dieselkraftstoff aus Russland nach Europa gepumpt.
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Transneft ist der weltgrößte Pipelinebetreiber. Das Unternehmen kontrolliert Leitungen mit einer Länge von 48 708 Kilometern. Das Kontrollpaket in Höhe von 78 Prozent der Anteile bzw. 100 Prozent der stimmberechtigten Aktien wird vom Staat gehalten. Die Vorzugsaktien des Unternehmens sind in privatem Streubesitz.
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RIA Novosti
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Neuer Energiekrieg? Ukraine enteignet Transneft-Öl-Pipeline
Die Ukraine hat 1.400 Kilometer einer Pipeline beschlagnahmt, die dem russischen Pipeline-Betreiber Transneft gehören. Über eine dieser Pipelines wird Dieselkraftstoff aus Russland nach Europa geliefert. Welche Konsequenzen diese Entscheidung für die Energieversorgung mit Europa hat ist noch nicht absehbar.
[…]
RT Deutsch

Ukrainische Gas-Pipeline explodiert

In der Ukraine hat sich eine Explosion an einer Erdgaspipeline ereignet. Der staatliche Betreiber Ukrtransgaz bestätigte die Detonation der Pipeline Urengoi-Pomary-Uschhorod in der abgelegenen Region Poltawa in der Zentralukraine.

Der Ort liegt etwas entfernt von den östlichen Landesteilen, die derzeit von Kämpfen zwischen der ukrainischen Armee und den Separatisten erschüttert werden. Weitere Details nannte das Unternehmen nicht. Die Pipelinetrasse verläuft von Ost nach West durch die Ukraine, sie verbindet Russland und die Slowakei.
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Pravda-TV


EU, Ukraine, Russia to meet over Ukrainian gas supply

The European Commission said on Wednesday that European, Russian and Ukrainian officials will hold a meeting on May 2nd in Warsaw to discuss security of energy supplies to Ukraine.

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Commission welcomes reverse gas flows from Slovakia to Ukraine

The European Commission welcomed the signature of a Memorandum of Understanding (MoU) on Monday enabling gas flows from Slovakia to Ukraine,

„I warmly congratulate all parties involved on the breakthrough in the negotiations on gas flows from Slovakia to Ukraine. This is an important first step to diversify Ukraine’s sources of gas supply and contributes to greater energy security in Eastern Europe and the EU as a whole. It shows the EU’s strong commitment in support of Ukraine’s energy sector, which is also reflected in the economic and financial package the Union has swiftly provided for Ukraine in the past weeks. I would like to thank Energy Commissioner Oettinger and his team, who played a central role in paving the way for today’s agreement.“

President of the European Commission José Manuel Barroso said.

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Ukraine-Slovakia gas deal:
EU to supply gas to Ukraine to ease dependence on Russian energy

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Russia gives Ukraine cheap gas, $15 billion in loans

Russia gave Ukraine a steep discount on gas, and promised to buy $15 billion worth of the nation’s bonds in a deal struck during President Viktor Yanukovych’s trip to Moscow on Dec. 17.
The deal is expected to give a short-term boost to the nation’s crippled finances, but it’s unclear what concessions Ukraine had to make in exchange.

Russian President Vladimir Putin said that the new price for Ukraine will be around $268.5 per 1,000 cubic meters of natural gas, about $150 cheaper than the current price. This could save Ukraine $3.5 billion per year at current consumption rates of 26-27 billion cubic meters per year.

Other amendments to the contract include extended terms of payment and the currency in which settlements are made, according to Interfax-Ukraine. There are no other details available about the documents.

Putin, however, said that the new deal is a temporary solution.

 

“The long-term agreements must and will be achieved. This concerns both the supplies of gas to Ukraine, and uninterrupted transit of Russian gas to the European consumers”

 

he said, according to Interfax news agency.
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Kyiv Post

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