Krieg vom Ende her denken – Johannes Varwick

Johannes Varwick: Krieg vom Ende her denken

 

Heldenhaft, aber aussichtslos nennt der Politikwissenschaftler Johannes Varwick den Kampf der Ukraine gegen die russische Invasion. Gegen weiteres Blutvergießen helfe nur eine nüchterne Realpolitik. Eine „Aufrüstung“ der Ukraine sei dabei der falsche Ansatz.

Als Johannes Varwick vor einigen Tagen in einem Interview über die Einstellung von Waffenlieferungen an die Ukraine, über die Option einer ukrainischen Exilregierung in Berlin und entsprechende Verhandlungen mit Putin sprach, zog das eine Welle an hoch emotionalen Reaktionen nach sich, bis hin zum ukrainischen Botschafter in Deutschland.
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WDR_Text und Podcast


Türkische Kampfdrohnen in der Ukraine

Türkische Kampfdrohnen in der Ukraine

Seit 2019 verfügt die Ukraine nach eigenen Angaben über rund 20 Bayraktar-Drohnen des namensgleichen türkischen Herstellers, weitere sind bereits bestellt. Auch für die neue, leistungsfähigere Akinci-Drohne hat die Ukraine eine Bestellung aufgegeben. Bis Ende 2022 soll in der Nähe von Kiew gar eine eigene Fabrik des türkischen Rüstungskonzerns Baykar zur Produktion von Bayraktar-Drohnen in Betrieb gehen. Erst Anfang Februar zeigte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Besuch in Kiew entschlossen, die Rüstungskooperation zu verstärken.

Natürlich hat die ukrainische Aufrüstung im Kreml für Mißfallen gesorgt. Einen Tag nach dem Drohnenangriff auf die Separatistenstellung warf der Kremlsprecher Dmitri Peskow den Ukrainern vor, die Lage an der Frontlinie zu destabilisieren.

Auch bei der Türkei reichte Moskau Protest gegen den Verkauf der Drohnen ein. Die Ukrainer dagegen frohlockten – und nicht nur sie. So schrieb der amerikanische Politwissenschafter Francis Fukuyama auf Twitter, der Einsatz türkischer Drohnen könne ein kompletter «Game-Changer» für die Ukraine sein.

Doch sind Drohnen wirklich eine Wunderwaffe, die dafür sorgt, dass die Ukraine die Oberhand gegen das mächtige Russland erhalten kann? Ist der Hype, der in den vergangenen Jahren um die fliegenden Waffensysteme entstanden ist, tatsächlich berechtigt? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt sich ein kritischer Blick auf vergangene Konflikte, in denen Drohnen eine grössere Rolle gespielt haben.

Die NZZ hat den Versuch unternommen, die Dinge einzuordnen, übrigens eine sehr zu empfehlende, facettenreiche journalistische Leistung, findet

Ihr Oeconomicus


Die Corona-Krise als Mittel der Macht

„Die Herrschenden fühlen sich bedroht“ – Die Corona-Krise als Mittel der Macht

Der international anerkannte niederländische Politikwissenschaftler Kees van der Pijl beschreibt und analysiert in seinem neuesten Buch „Die belagerte Welt“.

„Nach jahrelanger Vorbereitung hat die herrschende Oligarchie, die heute weltweit die Macht ausübt, den Ausbruch der Sars-Cov-2 zugeschriebenen Atemwegserkrankung Covid-19 zum Anlass genommen, Anfang 2020 einen globalen Ausnahmezustand auszurufen“, schreibt er im Vorwort. „ViER.“ hat beim Autor nachgefragt, wie er das begründet.

(Das Interview ist in der Ausgabe 1-22 das Magazins „ViER.“ erschienen, das seit 7. Februar im gut sortierten Zeitschriften- und Buchhandel zu finden ist.)

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