The rise of woke capitalism / Der neue „woke“ Kapitalismus

The rise of woke capitalism / Der neue „woke“ Kapitalismus

Corporate activism on social issues isn’t in tension with corporate self-interest on tax policy and corporate stinginess in paychecks. Rather, the activism increasingly exists to justify the ways of CEOs to cultural power brokers.
[…]
full story @Seattle Times, edited on March 1st, 2018

SWR2 hat das Thema aufgegriffen und heute (1. Mai 2023) Vormittag ausgestrahlt.

Titel der Sendung: Der neue „woke“ Kapitalismus – Eine Mogelpackung?

 

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Die Abenddämmerung des westlichen Liberalismus / The Dusk Of Western Liberalism

Die Abenddämmerung des westlichen Liberalismus

The Dusk Of Western Liberalism

by John Nicolas Gray
(politischer Philosoph und Autor mit Interesse an analytischer Philosophie und Ideengeschichte)
veröffentlicht am 07.04.2023

 

2007 zog sich John Nicolas Gray als School Professor of European Thought an der London School of Economics aus dem akademischen Bereich zurück und ist nun regelmäßiger Autor und leitender Gutachter für He retired from academia in 2007 as School Professor of European Thought at the London School of Economics and is now a regular contributor and lead reviewer at The New Statesman.zum

zum podcast 1:03:34transcript

 


Alexis de Tocqueville – Über die Demokratie in Amerika

zur Einstimmung:

„Es ist unser Gebrauch der Wörter ‚Demokratie‘ und ‚demokratische Regierung‘, der zu größter Verwirrung führt. Solange diese Wörter nicht einvernehmlich klar definiert sind, leben die Menschen in einem unbehebbaren Gedankenwirrwarr, sehr zum Vorteil von Demagogen und Despoten.“

Alexis de Tocqueville: Zitat im französischen O-Ton:
„Ce qui jette le plus de confusion dans l’esprit, c’est l’emploi qu’on fait de ces mots:
démocratrie, gouvernement démocratique.
Tant qu’on n’arrivera pas à les définir clairement et à s’entendre sur la définition, on vivra dans une confusion d’idées inextricables, au grand avantage des démagogues et des despotes“
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Anmerkung:
Der Begriff „Demokratie“ leitet sich von seinen griechischen Ursprüngen in demos (das Volk) und kratos ab(Herrschaft) und bezeichnet eine auf Volksherrschaft basierende Staatsform mit Volkssouveränität als bestimmendem Merkmal.
(english: „The term “democracy” derives from its Greek origins in demos (the people) and kratos (rule) and refers to a form of government based on rule by the people with popular sovereignty as its defining feature.“)
Eine schlagwortartige Beschreibung aus der Moderne liefert Abraham Lincolns Gettysburg-Formel von 1863: „Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk“
Der Begriff „Demos“ (altgriechisch δῆμος dḗmos) meist als „Staatsvolk“ aufgefasst.
Bei Homer und Hesiod steht der Begriff meist für ein Gebiet oder Land und davon abgeleitet für das dort lebende Volk. Die antike Überlieferung zu historischen Zeiten versteht unter dem Begriff in der Regel eine Dorf- oder Siedlungsgemeinschaft als kleinster Verwaltungseinheit innerhalb einer antiken griechischen Polis.
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Alexis de Tocqueville – Über die Demokratie in Amerika

 

Über die Demokratie in Amerika (französisch De la démocratie en Amérique) ist eine französische Studie von Alexis de Tocqueville über die Vereinigten Staaten der Jackson-Ära (1830er Jahre). Sie analysiert die Folgen der von der modernen Demokratie als Staatsform durchzusetzenden Prinzipien der menschenrechtlichen Freiheit und Gleichheit anhand der Gesellschaft der USA. Der Individualismus der Menschen führt zu einem Rückzug in die Privatsphäre und zur fortschreitenden Machtübernahme durch eine zunehmend zentralisierte Regierung. Dadurch entsteht ein Paternalismus, der eine neue Art von „sanftem“ Despotismus darstellt. Trotz wachsender Gleichheit bleibt das Gefühl der Ungerechtigkeit bei auch sehr geringen Unterschieden bestehen.

Die französische Originalausgabe wurde in zwei Bänden veröffentlicht, der erste erschien am 23. Januar 1835, der zweite zusammen mit der 8. Auflage des ersten Bandes am 24. April 1840. 1836 erschienen bereits zwei deutsche Übersetzungen des ersten Bandes.

Über die Demokratie in Amerika ist ein Klassiker der Soziologie, der Politikwissenschaft, der Geschichtswissenschaften und der Amerikakunde und ist das meistzitierte Buch über die Vereinigten Staaten.
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vollständiger Wikipedia-Beitrag

 

korrespondierend:

Wie lässt sich die Mehrheitstyrannei nach Alexis de Tocqueville und John Stuart Mill begrenzen?

Leseprobe

Auszug:
„[I]n den demokratischen Republiken geht die Tyrannei ganz anders zu Werk; sie kümmert sich nicht um den Körper und geht unmittelbar auf den Geist los.
Der Machthaber sagt hier nicht mehr: ‚Du denkst wie ich, oder du stirbst ‘; er sagt: ‚Du hast die Freiheit, nicht zu denken wie ich; Leben, Vermögen und alles bleibt dir erhalten; aber von dem Tage an bist du ein Fremder unter uns.
Du wirst dein Bürgerrecht behalten, aber es wird dir nicht mehr nützen, denn wenn du von deinen Mitbürgern gewählt werden willst, werden sie dir ihre Stimme verweigern, ja, wenn du nur ihre Achtung begehrst, werden sie so tun, als versagten sie sie dir.
Du wirst weiter bei den Menschen wohnen, aber deine Rechte auf menschlichen Umgang verlieren.
Wenn du dich einem unter deinesgleichen nähern wirst, so wird er dich fliehen wie einen Aussätzigen; und selbst wer an deine Unschuld glaubt, wird dich verlassen, sonst meidet man auch ihn.
Gehe hin in Frieden, ich lasse dir das Leben, aber es ist schlimmer als der Tod“

(Tocqueville 1997, S. 152).


Friedrich Nietzsche »Die Hoffnung« aus ›Menschliches, Allzumenschliches !

 

Pandora brachte das Fass mit den Übeln und öffnete es. Es war das Geschenk der Götter an die Menschen, von Außen ein schönes verführerisches Geschenk und “Glücksfass” zubenannt. Da flogen all die Übel, lebendige beschwingte Wesen heraus: von da an schweifen sie nun herum und tun den Menschen Schaden bei Tag und Nacht.

Ein einziges Übel war noch nicht aus dem Fass herausgeschlüpft: da schlug Pandora nach Zeus’ Willen den Deckel zu und so blieb es darin. Für immer hat der Mensch nun das Glücksfass im Hause und meint Wunder was für einen Schatz er in ihm habe; es steht ihm zu Diensten, er greift darnach: wenn es ihn gelüstet; denn er weiß nicht, dass jenes Fass, welches Pandora brachte, das Fass der Übel war, und hält das zurückgebliebene Übel für das größte Glücksgut, — es ist die Hoffnung. 

Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.

Lesung & Musik: Elisa Demonki

korrespondierend:


Alexander Dugin: „Ich plädiere für eine Vielfalt der Zivilisationen“

Alexander Dugin: „Ich plädiere für eine Vielfalt der Zivilisationen“

von Guy Mettan

 

Der Philosoph Alexander Dugin gilt als einflussreicher Einflüsterer Wladimir Putins. Er geißelt die „liberale Diktatur“ des Westens und sieht Russland in der Ukraine am Abgrund. Es drohe eine nukleare Apokalypse. Dabei sei eine friedliche Koexistenz möglich.

Bei einer Russlandreise im Dezember 2022 hatte ich die Gelegenheit, auf dem Rückflug von Sibieren nach Moskau mit Alexander Dugin zu sprechen. Vier Monate nach dem Mord an seiner Tochter Darja unterhielt ich mich mit dem bärtigen Philosophen, der oft als rechtsextremer Nationalist dargestellt und in westlichen Medien als „Putins Rasputin“ und „Ideologe des Kreml“ beschrieben wird, über sein Denken, seine radikale Kritik an der westlichen Moderne und den Krieg in der Ukraine. Das Gespräch wurde auf Französisch geführt – Dugin spricht ein Dutzend Sprachen.

Weltwoche: Herr Dugin, am 20. August kam Ihre Tochter Daria bei einem Mordanschlag, der offensichtlich auch Ihnen galt, ums Leben. Wer sollte einen Philosophen und dessen Tochter ermorden wollen?

Alexander Dugin: Der einzige Grund waren meine patriotische Haltung und meine Opposition gegen die Hegemonialpolitik des Westens. Vor diesem Attentat wurde ich als „gefährlichster Philosoph für den Westen“ bezeichnet. Ich glaube, dass ich als Zielscheibe ausgewählt wurde, weil meine Ideen gegen die Herrschaft der Globalisten gerichtet sind und weil ich einen immer despotischer auftretenden Westen kritisiere. Der Übergang von Worten zu kriminellen Handlungen ist sehr ernst. Denn er bedeutet, dass niemand mehr sicher ist, wenn er die Globalisten kritisiert. Es ist ein Zeichen dafür, dass eine neue Diktatur kommt, die liberale Diktatur. Ich habe die totalitäre Natur des Liberalismus immer angeprangert.

Weltwoche: Warum machen Sie dem Westen so viel Angst?

Dugin: Ich vertrete die Theorie des Eurasianismus. Dieser schlägt eine alternative Struktur zu einer liberalen Weltordnung vor. Ich plädiere für eine multipolare Weltordnung, für eine Vielfalt der Zivilisationen, die untereinander einen Dialog führen und zu denen auch Eurasien gehört. Andere große Zivilisationsräume sind China, Indien, Afrika, Lateinamerika und die arabisch-muslimische Welt. Die eurasische Vision schmälert die Macht des Westens. Sie bekräftigt die Freiheit und das Recht anderer Zivilisationen, unabhängig zu existieren. Und das gilt nicht nur für Russland, sondern für die ganze Welt.

Weltwoche: Wie meinen Sie das genau?

Dugin: Jede Zivilisation hat das Recht, die menschliche Existenz, die Zeit, Gott, den Tod, das Gute und das Böse selber zu bestimmen. Russland kämpft für das Recht aller Zivilisationen, ihre eigenen Wertesysteme zu besitzen. Das Hauptproblem des Westens ist es zu akzeptieren, dass der Westen nur eine Provinz der Menschheit sein könnte, nicht der Mittelpunkt.

„Jede Zivilisation hat das Recht, die menschliche Existenz, das Gute und das Böse selber zu bestimmen.“

Weltwoche: Was ist das Wesen der russischen Zivilisation? Woher kommt der Eurasianismus?

Dugin: Er ist die Fortsetzung der Theorie der Slawophilen, die der Ansicht waren, dass Russland kein europäisches Land sei, sondern eine besondere Zivilisation, die sowohl aus westlichen Elementen als auch aus östlichen, asiatischen Einflüssen resultiert. Dieser doppelte Einfluss bildete die Grundlage für ein eigenständiges Gebilde, das auf der Tradition von Byzanz und der Orthodoxie einerseits und der Mongolen andererseits aufbaute.

Weltwoche: Ist in dieser Perspektive der Mongolenherrscher Dschingis Khan ein Ahnherr Russlands?

Dugin: Das von ihm gegründete Reich vereinte Dutzende verschiedener Völker und Kulturen und diente als Vorbild für den Aufbau des übernationalen russischen Imperiums. Die Moskauer Fürsten ließen sich stark davon inspirieren. Das mongolische Großreich lieferte den Rahmen für eine politische und soziale Organisation, die es Völkern unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Religion ermöglichte, harmonisch zusammenzuleben.

Weltwoche: Und der andere Einfluss?

Dugin: Er kam, insbesondere auf religiöser Ebene. Aus Byzanz und der Orthodoxie, die die Idee des Katechon, des christlichen „Aufhalters“, des Kaisers, entwickelten. Er besaß eine eschatologische, metaphysische Dimension. Seine Aufgabe war es, den Antichristen daran zu hindern, die gesamte weltliche Macht auf der Erde an sich zu reißen. Dieses doppelte Erbe hat das geopolitische, historische und zivilisatorische Bewusstsein Russlands geformt. Ihm ist es zu verdanken, dass Russland nicht nur ein Land, sondern eine eigenständige Zivilisation ist.

Weltwoche: Die Russen als auserwähltes Herrenvolk? Können Sie westliche Kritiker verstehen, die in solchen Visionen Überheblichkeit erkennen?

Dugin: Das ist völlig falsch. Wenn ich ein Rassist, Faschist, Nationalist oder Suprematist wäre, würde ich das gerne gestehen. Aber die multipolare Welt, für die ich mich einsetze, ist das Gegenteil von Suprematismus, egal, wie er aussieht, ob amerikanisch, russisch oder sonst wie. Ich glaube, dass alle Zivilisationen, insbesondere die sogenannten archaischen, traditionellen oder auf vormodernen oder antimodernen Werten beruhenden Kulturen, genauso wertvoll sind wie die moderne westliche, technologisch entwickelte, säkulare, atheistische und materialistische Zivilisation. Ich verteidige das Recht jeder Zivilisation, sie selbst zu sein. Das gilt auch für den Westen und seine postmodernen, ultraliberalen oder wokistischen Werte. Es ist der mörderische globalistische Westen, der andere Zivilisationen daran hindert, sie selbst zu sein.

Weltwoche: Welche Rolle spielt die Nation in diesem Konzept?

Dugin: Ich bin ein Feind der Nationalisten. Die Nation ist eine westliche, moderne, bürgerliche Erfindung. Ich befürworte eine traditionelle Organisation der Gesellschaft mit verschiedenen und vielfältigen Staaten, eine Aristokratie des Geistes, die über der Herrschaft des Wirtschaftlichen steht. Ich bin antimaterialistisch, antibürgerlich, weil ich glaube, dass der Triumph der Bourgeoisie tödlich war.

Weltwoche: Das müssen Sie einer Schweizer Zeitung, die bürgerliche Werte hochhält, bitte erklären.

Dugin: Die Bourgeoisie hat historisch die anderen Stände und gesellschaftlichen Schichten entmachtet. Der größte Teil des Volkes bestand immer aus den Bauern und nicht aus den Bourgeois. Nun war es die kleine bürgerliche Minderheit, die die Macht auf Kosten der Mehrheit des Volkes an sich gerissen hat. Der Aufstieg der Bourgeoisie war eine Pathologie, ein Rückschritt und kein Fortschritt. Ich hasse die Bourgeoisie. Und ich bin antiliberal, weil der Liberalismus zur dritten Form der totalitären Ideologie in der modernen Geschichte geworden ist.

Weltwoche: Liberalismus steht für Freiheit, Selbstbestimmung. Wie kommen Sie darauf, dass liberale Vorstellungen totalitär werden können?

Dugin: Meine Kritik konzentriert sich auf die westliche Moderne, weil ich glaube, dass sich diese Moderne im diktatorischen Kommunismus und im Faschismus manifestiert hat. Beide entstanden im Westen. Auf eine stärker verschleierte Art gilt das auch für den Liberalismus. Er ist hegemonial und kolonial. Er betrachtet seine Werte als universell. Er duldet keine Vielfalt. Die Liberalen sind totalitär, weil sie ihre LGBT+- und Gender-Normen, die Ehe für alle, den Wokismus und den Ultrakapitalismus als einzig mögliche Werte durchsetzen wollen. Dieser Liberalismus hat faschistische Züge, indem er seine Normen um jeden Preis der gesamten Menschheit aufzwingen will. Damit führt er rassistische und koloniale Verhaltensweisen der Vergangenheit fort.

Weltwoche: Sie setzen dem die „Vierte Politische Theorie“ entgegen. Was verstehen Sie darunter?

Dugin: Mit ihr will ich die westliche Auffassung überwinden, dass man nur zwischen drei Systemen wählen kann: Kommunismus, Faschismus oder Liberalismus. Wenn Sie keines der drei sind, haben Sie keinen Platz in dieser Welt. Die Vierte Politische Theorie will die Unabhängigkeit des Denkens bewahren. Sie ist das Gegenteil von Dogmatismus. Sie steht für Multipolarität und den Kampf gegen die schädlichen Dogmen der Moderne. Ich habe kein Problem damit, dass man kapitalistisch ist, aber nur, wenn man auch antikapitalistisch sein kann, wenn man das möchte.

Weltwoche: Wo steht da die liberale Demokratie?

Dugin: Die liberale Demokratie ist kein absoluter Wert. Der Westen verhält sich jedoch so, als seien Menschen, die sich seinen Ansichten widersetzen, Kriminelle und Terroristen. Wer sich nicht an diese Weltanschauung hält, wird eliminiert, wie man beim Mord an meiner Tochter gesehen hat.

Weltwoche: Ist der Westen überhaupt stark genug, seine Ansichten durchzusetzen? Viele sehen dem Westen im Niedergang.

„Wenn ich ein Rassist, Faschist, Nationalist oder Suprematist wäre, würde ich das gerne gestehen.“

Dugin: Zu Trumps Zeiten dachte ich, der Westen werde die Multipolarität friedlich akzeptieren, sich auf den atlantischen Raum beschränken und so den dritten Weltkrieg vermeiden. Doch mit extremistischen Fanatikern wie Joe Biden, George Soros und den US-Demokraten steht die Welt am Rande des Abgrunds. Diese Globalisten sind bereit, die Menschheit für ihre Ideen zu opfern. Sie wollen nicht anerkennen, dass es auch einen Nicht-Westen, andere Zivilisationen gibt, die ihre Hegemonie ablehnen.

Weltwoche: Biden gilt als eher gemäßigter Demokrat, er ist doch kein Fanatiker.

Dugin: Mit ihm sind wir in ein Zeitalter der Katastrophe eingetreten, weil der Westen entschlossen ist, die Multipolarität um jeden Preis zu bekämpfen. Das ist sehr gefährlich, weil Russland Widerstand leisten und seine Zivilisation verteidigen will. China wird das nächste Ziel sein, und die anderen werden folgen. Wir möchten, dass der Westen unsere Einzigartigkeit akzeptiert. Wir möchten in einer multipolaren Welt in Frieden mit anderen leben, aber uns wird keine Chance dazu gegeben.

Weltwoche: Wie sehen Sie den Konflikt in der Ukraine?

Dugin: Der Krieg in der Ukraine ist schwieriger, als anfangs angenommen wurde. Man muss wissen, dass wir diesen Krieg nicht verlieren dürfen, da es um unsere Existenz geht. Wir stecken in der Klemme: Wir können nicht verlieren, aber es ist sehr schwer, zu siegen. Das macht die Situation dramatisch, vielleicht sogar katastrophal. Denn Russland wird bis zum Ende kämpfen, und dieses Ende kann die nukleare Apokalypse sein. Dieser Ausgang wird immer greifbarer.

Weltwoche: Der Westen wirft Russland vor, die Ukraine vernichten zu wollen.

Dugin: Es geht nicht um die Ukraine, sondern um das globale Sicherheitsgleichgewicht zwischen Russland und dem Westen. Es ist ein Krieg der Zivilisationen. Russland hatte nichts gegen die Ukraine als unabhängigen Nationalstaat. Eine solche Ukraine wäre eine Brücke zwischen uns und Europa gewesen, offen zu uns, weil die Hälfte der ukrainischen Bevölkerung ursprünglich russisch war – auch wenn das heute nicht mehr der Fall ist –, und offen zu Europa, weil die andere Hälfte der Ukraine prowestlich ist. Doch diese historische Chance wurde vertan, und der ukrainische Staat wurde faschistisch, ultranationalistisch und russophob. Er verwandelte sich in die Speerspitze des Kampfes gegen Russland, was wir nicht tatenlos hinnehmen konnten. Deshalb ist dieser Krieg ausgebrochen. Er war nicht von uns gewollt.

Weltwoche: Wie kann Russland dem westlichen Hegemonialstreben Einhalt gebieten?

Dugin: Der richtige Weg ist der Aufbau einer multipolaren Welt. Hegemonie ist per Definition unipolar in allen Bereichen, wirtschaftlich, kulturell, sozial, informationstechnisch, zivilisatorisch, ideologisch, spirituell, wissenschaftlich. Daher muss sie auf jeder Ebene bekämpft werden. Kapitalismus, nein! Liberale Demokratie, nein! Gender-Politik, nein! Kulturverzicht, nein! Weltregierung, nein!

Weltwoche: Betrachten wir andere Zivilisationen. Sie haben insbesondere Ihre Bewunderung für die chinesische und afrikanische Zivilisation zum Ausdruck gebracht. Was bewundern Sie an ihnen?

Dugin: Ich war Professor an der Fudan-Universität in Schanghai und habe China gut studiert. Die chinesische Zivilisation ist beispielhaft, weil sie Moderne und Tradition miteinander in Einklang bringt. Die große konfuzianische Zivilisation strukturiert zudem die Beziehungen zwischen dem Individuum und dem Staat. Es ist das verborgene Genie der chinesischen Kultur, ein Gleichgewicht zwischen dem Individuum und dem Kollektiv, zwischen der menschlichen Person und dem Staat, zu schaffen. Chinas Kapitalismus beruht auf Solidarität und nicht auf Konkurrenz. Man strebt danach, in Harmonie mit dem Anderen zu handeln. Der chinesische Kapitalismus ist nicht westlich. China hat es geschafft, die Prinzipien des Kapitalismus mit denen der östlichen Kultur zu vereinen.

Weltwoche: Und Afrika?

Dugin: Afrika verfügt über einen großen Reichtum an Kulturen, den es allzu oft ignoriert. Als die Entkolonialisierung begann, wollte man den Westen nachahmen und importierte den Kapitalismus, den Sozialismus, den Nationalismus und den Kommunismus, die in Wirklichkeit nur eine Fortsetzung der Kolonialisierung waren. Heute muss Afrika zu den Ursprüngen unabhängigen afrikanischen Bewusstseins zurückkehren. Afrika ist nicht homogen. Es hat unzählige Völker, Kulturen, Sprachen und Ethnien. Die postkolonialen Grenzen haben große Einheiten aufgebrochen und Ethnien und Kulturen geteilt, um künstliche Nationen zu schaffen, die sich bekämpften und die Entstehung eines panafrikanischen Bewusstseins verhinderten. Man sollte die afrikanischen Völker sich so entwickeln lassen, wie sie es wollen, auf ihrem eigenen Weg, mit ihren eigenen Werten, im Einklang mit ihren eigenen Kulturen.

Weltwoche: Wo steht der Islam?

Dugin: Die islamische Kultur ist eine weitere Inspirationsquelle, ebenso die Kultur Indiens oder Lateinamerikas, die weder europäisch noch liberal noch asiatisch sind. Man muss ihnen erlauben, sich unabhängig zu behaupten, und darf ihnen keine fertigen Gebote aufzwingen. Die Russen können übrigens dazu beitragen, aber ohne ihre eigenen Visionen aufzuzwingen.

Weltwoche: Ist das der Unterschied zum Westen?

„Tradition ist keine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern eine Wiederentdeckung der Ewigkeit.“

Dugin: Ja. Für uns Russen hat der Andere das Recht, ein Anderer zu sein. Für den Westler sind Afrikaner, Araber oder Lateinamerikaner erst respektabel, wenn sie nicht mehr Afrikaner, Araber oder Lateinamerikaner sind und sich verwestlicht haben, indem sie europäische Gepflogenheiten übernommen haben, von der Kleidung bis zu Gender-Theorien. Diese Unfähigkeit, die richtige Haltung gegenüber dem Anderen zu finden, ist die Todsünde des Westens.

Weltwoche: Eine letzte Frage. Warum diese radikale Antimoderne? Gibt es in der heutigen Moderne nichts mehr zu retten?

Dugin: Die Moderne ist ein Prozess. Folgt man ihm, wird es zur Überwindung des Menschen durch die Maschine, zum Aufkommen asexueller Persönlichkeiten und zur Reproduktion der menschlichen Gattung ohne menschliches Zutun kommen. Denn der Individualismus, die Triebfeder der Moderne, der Säkularismus, der Atheismus und die Verneinung der Tradition führen uns direkt in die Entmenschlichung. Wir sind uns dessen nicht bewusst, weil wir die Moderne anhand der Kriterien der Moderne selbst und der modernen Werte beurteilen. Wenn wir sie jedoch mit den Augen der Tradition beurteilen würden, könnten wir die zunehmende Entmenschlichung wahrnehmen und sehen, wie der Humanismus, wenn er bis zum Äußersten getrieben wird, zum Verschwinden des Menschen führt. Deshalb muss die gesamte Moderne abgelehnt werden, nicht nur dieser oder jener ihrer Aspekte.

Weltwoche: Stattdessen eine Flucht zurück, in die Tradition?

Dugin: Tradition ist keine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern eine Wiederentdeckung der Ewigkeit. Die Moderne begann mit der Verneinung der Ewigkeit. Die Ewigkeit existiert nicht um ihrer selbst willen. Es ist von entscheidender Bedeutung, die ewige Dimension des Seins wiederzuentdecken. Die Ewigkeit ist auch keine unbestimmte Dauer, sondern eine andere Dimension des Seins, die senkrecht zur Zeitlinie steht und sowohl vertikal als auch transversal ist. Sie gehört nicht nur der Vergangenheit an, sondern auch der Gegenwart und der Zukunft.

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Die Weltwoche hat nach dem Interview mit Alexander Dugin noch nachstehenden Text zur Person des Philosophen angefügt, den wir hier unverändert wiedergeben.

WER IST ALEXANDER DUGIN?

Für die einen ist er „Putins Rasputin“, der dem Kremlchef üble Ideen einflüstert. Für die anderen steht er in der Tradition großer russischer Denker wie Lew Tolstoi oder Alexander Solschenizyn. Sicher ist, dass sich an Alexander Dugin die Geister scheiden. Woher er kommt, was er früher getan hat – all dies ist von Geheimnissen umgeben, an denen der 61-Jährige Philosoph eifrig mitgewoben hat. So soll er entweder für den KGB oder als Straßenkehrer gearbeitet haben – die Bandbreite ist groß.

Heute ist Dugin der prominenteste Vertreter des Eurasismus, einer Ideologie, die im eurasischen Kontinent ein traditionelles Gegengewicht zum angeblich dekadenten atlantischen Westen sieht. Von 2010 bis 2014 war er Professor für Soziologie der internationalen Beziehungen an der Lomonossow-Universität Moskau. Dugin, der von Nietzsche und Carl Schmitt beeinflusst wurde, lehnt den Liberalismus ab. In seinem Denken finden sich auch rechtsextreme Elemente. Eine Zeit lang war er Co-Vorsitzender der 2005 verbotenen Nationalbolschewistischen Partei Russlands.

Ob er Einfluss auf Putin hat, ist ungewiss. Offenbar hat er ihn nie getroffen. Allerdings gilt sein Standardwerk „Grundlagen der Geopolitik“ als wichtiges Lehrbuch für angehende russische Generalstabsoffiziere. In der Ukraine sieht man ihn offenbar als Bedrohung. Die Regierung in Kiew soll hinter dem Anschlag stehen, dem seine Tochter Darja im August 2022 zum Opfer fiel. Eigentliches Ziel soll Dugin gewesen sein. (ky)

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Guy Mettan ist ehemaliger Chefredaktor der Tribune de Genève und Großrat des Kantons Genf (früher CVP, heute parteilos).

Redaktionelle Anmerkung: Das vorstehende Interview erschien zuerst am 21. Januar 2023 in der Weltwoche Nr. 03/2023RT DE dankt für die freundliche Genehmigung zur Wiederveröffentlichung.

 


Demonstrationsaufruf der FGÖ (Bundesheergewerkschaft)

zur Einstimmung:
„Das Rückgrat ist bei manchen Politikern unterentwickelt – vielleicht weil es so wenig benutzt wird.“
(Margaret Thatcher)
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Demonstrationsaufruf für Freiheit und Menschenwürde

organisiert durch  FGÖ (Bundesheergewerkschaft)

korrespondierend:
Offener Brief von Dr. med. Lukas Trimmel an Gesundheitsminister Dr. Wolfgang Mückstein
Sehr geehrter Herr Gesundheitsminister, lieber Kollege Mückstein!
Ich schreibe Ihnen als Arzt, Familienvater und Bürger dieses Landes.
Mit Bestürzung habe ich festgestellt, dass nun tatsächlich die sogenannte 2G-Regel für nahezu den gesamten Freizeitbereich eingeführt wird. Das heißt, dass somit auch nicht Geimpfte (lt. Amerikanischer Gesellschaft für Gentherapie ist die verwendete Impfung eine Gentherapie1) und nicht von COVID 19 genesenen Kinder über 12 Jahren von sämtlichen sportlichen Aktivitäten und anderen sozialen Aktivitäten in ihrer Freizeit ausgeschlossen werden.
Nachdem meine 15-jährige Tochter drei Mal wöchentlich leidenschaftlich ihren Turnsport betreibt und aus guten Gründen nicht geimpft ist, wird sie also ab sofort von der Teilnahme am Training und vielen anderen sozialen Aktivitäten ausgeschlossen. Sie wird, wie viele andere Menschen in diesem Land, diskriminiert!
Als Familienvater bin ich damit persönlich betroffen und als Arzt, der nach bestem Wissen und Gewissen das Wohl der Menschen im Auge hat, bin ich fassungslos ob dieser Entscheidung.
Jetzt frage ich mich, ob das tatsächlich Ihre Gesundheitspolitik ist?
Glauben Sie tatsächlich, dass diese Maßnahme dem Wohle der Menschen und vor allem dem Wohle der Kinder dient?
Wie lautet die medizinische und gesellschaftspolitische Begründung für diese Entscheidung?
Was hat Ihnen meine Tochter getan, dass für sie bestimmte Grundrechte nicht mehr gelten?
Außerdem hat sie seit 1,5 Jahren all die von der Politik verordneten, unsäglichen Maßnahmen brav mitgetragen.
Wer soll durch meine Tochter geschädigt werden?
Glauben Sie tatsächlich, dass meine drei Mal wöchentlich getestete, gesunde, ungeimpfte Tochter, die Gesundheit anderer Menschen mehr gefährdet als ungetestete, geimpfte Menschen (die womöglich Krankheitssymptome aufweisen), aber vom öffentlichen Leben nicht ausgeschlossen werden?
Glauben Sie tatsächlich, dass diese Maßnahme gesunde Lebensjahre „rettet“?
Glauben Sie tatsächlich, dass Gesundheit nur aus negativen PCR-Tests (jetzt ja anscheinend nicht einmal mehr das) und geimpften = gentherapierten 1,2 Bürgern besteht?
Finden Sie es tatsächlich in Ordnung, gesunde Menschen durch sozialen Druck, Entzug von Freiheitsrechten und öffentlich finanzierter, vollkommen undifferenzierter Propaganda zu einem medizinischen Eingriff zu nötigen?
Herr Mückstein, fühlen Sie sich als Arzt nicht auch dem Hippokratischen Eid verpflichtet? Ich gehe davon aus, dass Sie den Inhalt des Nürnberger Kodex 42 kennen.
Wie definieren Sie eigentlich Gesundheit 3 ?
Haben Sie sich überlegt, was der Fokus auf eine einzelne Krankheit und der Bekämpfung dieser Krankheit mit allen fragwürdigen Mitteln für alle anderen Aspekte von Gesundheit bedeutet?

Zu den Fakten:

• Die Gefährlichkeit von COVID 19 wurde von Anfang an schwer überschätzt. Eine zunächst
angenommene Letalität von 4% war mindestens um den Faktor 20 zu hoch 4.

• Trotzdem wurde und wird immer noch massive Angst geschürt, sodass Menschen die
Gefährlichkeit dieser Erkrankung um den Faktor 100 überschätzen 5.

• Die Zählung von „Coronatoten“ beruht ausschließlich auf einem positiven PCR-Testergebnis
innerhalb von 28 Tagen vor dem Tod. Deshalb sind unter den „Coronatoten“ viele Menschen,
die definitiv nicht an, sondern mit einer SARS-CoV 2 Infektion verstorben sind, was wiederum
zu einer Überschätzung der Gefährlichkeit führt.

• Ca. 97% aller als Coronatote bezeichneten Menschen hatten mindestens eine oder mehrere
Vorerkrankungen bzw. Risikofaktoren6

• COVID 19 ist für junge gesunde Menschen, insbesondere für Kinder eine vergleichsweise
banale Erkrankung 4

. In einem durchschnittlichen Jahr sterben mehr Kinder durch Ertrinken oder an Influenza als in der Pandemie Kinder an COVID 19 verstorben sind7

. Gesunde Kinder sind nahezu ungefährdet. Long COVID ist bei Kindern bis heute nicht nachgewiesen 8

• Die derzeit verwendete Impfung ist eigentlich eine Gentherapie und sollte auch als solche
bezeichnet werden 1,2,46,48
.
• Die derzeit verwendete Gentherapie (Impfung) verhindert keine Infektion mit SARS-CoV 2 9,10,11,12,13,45,50

• Die derzeit verwendete Gentherapie (Impfung) verhindert bei einer Infektion mit
SARS-CoV 2 nicht die Übertragung des Virus auf andere Menschen 14,15

• Die derzeit verwendete Gentherapie (Impfung) verhindert nicht, sondern vermindert lediglich schwere Krankheitsverläufe und Tod. Und das nur über kurze Zeit (max. 2 – 6 Monate) 10,11,12,13

• Die derzeit verwendete Gentherapie (Impfung) hat ein eindeutig negatives Nutzen-Risiko-Profil bei Kindern 16,17,18,53! Es ist somit absolut verantwortungslos, Kindern und Jugendlichen eine Gentherapie (Impfung) zu empfehlen bzw. sie indirekt dazu zu zwingen!

• Die derzeit verwendete Gentherapie (Impfung) hat kaum bis keinen Einfluss auf die Verbreitung von COVID 19 20,45,50

• Mittlerweile sind gravierende Fehler bei den hastig durchgeführten Zulassungsstudien bekannt 21

• Die natürliche Immunität gegen COVID 19 nach durchgemachter Infektion ist um ein vielfaches besser als die durch die Impfung generierte 22,23,44. Es gibt bis jetzt keinen eindeutigen Nachweis, dass Genesen nach natürlich durchgemachter Infektion überhaupt
Überträger des Virus sein können 52

• Die derzeit verwendete Gentherapie (Impfung) ist nicht sicher 19,21,24,48.

Die Nebenwirkungen dieser Therapie sind wesentlich häufiger, als bei allen anderen derzeit verwendeten Impfstoffen 24,25. Die Erfassung ist lückenhaft 26, da manche medizinische Institutionen und leider auch Kolleginnen u. Kollegen sich weigern, bestimmte Beschwerden von Patienten auf die Gentherapie (Impfung) zurückzuführen. Obduktionen werden im Todesfall selten bis nie durchgeführt. Die wenigen durchgeführten Obduktionen lassen eine hohe Dunkelziffer vermuten. Die Anzahl und Schwere der unerwünschten Wirkungen steigt mit abnehmendem Lebensalter. Das Nutzen-Risiko Profil ist bei Kindern und Jugendlichen eindeutig negativ! Bei allen anderen Bevölkerungsgruppen ist dies noch nicht eindeutig beurteilbar.

• Viele Kolleginnen und Kollegen, die in der Praxis arbeiten, haben sehr schlechte Erfahrungen
mit dieser Therapie gemacht. Allein in meiner Praxis für den Bewegungsapparat hatte ich schon dutzende Fälle (Tinnitus, Parästhesien an Extremitäten, Rheumaschübe, Herzmuskel-Entzün-dungen, Dysmennorhoe, Fehlgeburten, chronic fatigue syndrom etc.).
Ganz zu schweigen von mehrtägigen Krankenständen wegen Arbeitsunfähigkeit durch Fieber,
Gliederschmerzen, Kopfschmerzen etc. Kollegen (die sich nicht trauen, ihren Namen zu nennen) berichten von Kindern, die nach der Impfung intensivmedizinische Betreuung gebraucht haben.

• Etwaige Schädigungen durch die Gentherapie (Impfung), die erst zu einem späteren
Zeitpunkt auftreten könnten, sind derzeit natürlich noch vollkommen unbekannt. Z.B. ADE,
Mikrothromben oder Tumorrezidive 27. Das könnte im Laufe des Lebens zu Problemen bei
Infektionen oder auch zu Herzproblemen bzw. Schlaganfall führen. In der letzten Zeit vermehrt aufgetretene kardiale Ereignisse bei jungen Sportlern 28, 51 sowie vermehrte Notfalleinsätze bei Schlaganfall und Herzinfarkt könnten ein erstes Anzeichen dafür sein 29
Auch gibt es in Europa eine Übersterblichkeit bei unter 45-jährigen 30,32 seit Beginn der
Impfkampagne, die nicht auf COVID 19 zurückgeführt werden kann.

• Es gibt Hinweise darauf, dass eine Gentherapie (Impfung) zwar die Mortalität bei COVID 19
etwas senken kann, jedoch die Gesamtmortalität erhöht 31,32.

• Übergewicht in der Bevölkerung (vor allem auch bei Kindern) hat durch die Maßnahmen
deutlich zugenommen. Übergewicht ist aber gleichzeitig einer der Hauptrisikofaktoren für
einen schweren COVID Verlauf. Es erhöht das Risiko für eine Hospitalisierung um 113% und
das Risiko eine intensivmedizinische Behandlung zu benötigen um 74% 33,34,35.
Zusätzlich ist Übergewicht und Bewegungsmangel einer der entscheidenden Faktoren für ein
gesundes Leben (Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Schäden am Bewegungsapparat etc.)
und kostet viele, viele gesunde Lebensjahre.

• Psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depression, Suchterkrankungen etc. (vor
allem auch bei Kindern und Jugendlichen) haben durch die Maßnahmen massiv
zugenommen 36. Die einzige relevante Triage, an die ich mich in den letzten 1,5 Jahren
erinnern kann, war die auf der Kinderpsychatrie. Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass die
psychische Gesundheit sich unglaublich positiv auf das weitere Leben auswirkt und die
Abwesenheit dieser wieder viele, viele gesunde Lebensjahre kostet.

• Die soziale Ungleichheit hat aufgrund der Maßnahmen massiv zugenommen. Es ist seit
vielen Jahren evident, dass niedriger sozialer Status und niedriges Bildungsniveau die Lebenserwartung negativ beeinflussen. Vielen Kindern wurden und werden Zukunftschancen
genommen.

• Es gibt mittlerweile gute, extrem nebenwirkungsarme Möglichkeiten zur Prophylaxe und
Frühbehandlung, die viel Leid verhindern könnten und das Gesundheitssystem deutlich
entlasten könnten 37,38,39. Trotzdem werden nach wie vor an COVID erkrankte Menschen in
Angst, Isolation und ohne medizinische Behandlung sich selbst überlassen!

Ich könnte die Liste noch beliebig fortsetzen. Fakt ist, dass ich mich fragen muss, ob Sie all diese
Dinge bei Ihrer Entscheidung zur 2G-Regel und zur Diskriminierung von Teilen der Bevölkerung (vor allem von Kindern über 12 Jahren) berücksichtigt haben?
Abgesehen davon gibt es Grundrechte in diesem Land. Ich bin zwar kein Jurist, aber aus meiner Sicht ist diese Verordnung mit dem Grundrecht absolut unvereinbar, da eine sachliche, evidenzbasierte Begründung für diese Maßnahme komplett fehlt.

Ganz im Gegenteil: Bei Berücksichtigung aller Aspekte von Gesundheit und dem Ziel möglichst viele gesunde Lebensjahre für die gesamte Bevölkerung (und vor allem für die uns Schutz-befohlenen) zu generieren, sind diese Maßnahmen komplett kontraproduktiv und schaden mehr als sie nützen.

Diskriminierung von Menschen ist sowieso mit dem Grundrecht und den Grundsätzen einer Demokratie nicht vereinbar!
Selbst wenn man nur mit einem Tunnelblick die eine Infektionskrankheit vor Augen hätte, ist kein Benefit zu erwarten. Aus den oben genannten Gründen wird diese Maßnahme kaum Leben retten, dafür aber gesunde Lebensjahre kosten.

Andere Länder haben z.B. die Kinder nie an ihren Freizeit- und Sportaktivitäten gehindert (z.B.
Schweden, mehrere Kantone in der Schweiz, seit kurzem auch die anderen skandinavischen Länder, Dänemark, Ungarn, mehrere Bundesstaaten der USA etc.) ohne dass es negative Auswirkungen auf das Krankheitsgeschehen gehabt hätte.

Als Arzt bin ich oft sprachlos ob der vorgebrachten Argumente seitens der Verantwortlichen und leider auch seitens der vollkommen unreflektiert agierenden Massenmedien.

Wenn ich manchmal das Argument höre, dass nicht gentherapierte (geimpfte) Menschen potentiell anderen gentherapierten (geimpften) Menschen bei Bedarf ein Spitalsbett „wegnehmen“ könnten, lassen Sie mich bitte ohne untergriffig werden zu wollen, folgendes fragen:

Glauben Sie, dass eher der von Ihnen öffentlich „belehrte“ junge Spitzensportler Dominic Thiem bzw. meine Tochter oder eher Sie, Kollege Mückstein als Raucher, oder die Herren Bürgermeister Ludwig und Gesundheitsstadtrat Hacker als übergewichtige Risikopatienten jemandem ein Spitalsbett „streitig“ machen könnten?

Unabhängig vom Impfstatus. Wem soll meine Tochter ein Intensivbett wegnehmen?

Was ist mit den hunderttausenden Menschen, die aufgrund ihres Lebensstils ein erhöhtes Risiko haben, Leistungen des Gesundheitssystems in Anspruch nehmen zu müssen?

Wir als Solidargesellschaft und vor allem wir Ärzte haben uns selbstverständlich darauf ver-ständigt, allen Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrem Alter, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer Sexualität, ihrem Lebensstil, ihrer Herkunft, ihrem Impfstatus etc., Hilfe ange-deihen zu lassen, wenn dies notwendig ist.

Oder habe ich etwas verpasst und es wird in Zukunft vielleicht nach einem Social Credit System wie in China Bevorzugungen geben?

20 Minuspunkte für einen Alkoholiker. 10 Minuspunkte für den gestressten Manager. 25 Minuspunkte für zu wenig Bewegung und Übergewicht. 5 Minuspunkte für den Extremsportler. 15 Minuspunkte für einen unvollständigen Impfpass…

Wo soll das hinführen? Wie weit werden Sie gehen? Streben Sie eine totalitäre Gesundheits-diktatur an?

Außerdem muss ich als Arzt jeden Menschen individuell betrachten, um die optimale Therapie für ihn zu finden. Was ist mit einer individuellen Nutzen-Risiko Abschätzung im Bezug auf Impfungen plötzlich geschehen?

Seit wann gibt es asymptomatische Krankheiten, Herr Kollege Mückstein?

Wie soll Herdenimmunität durch eine Impfung erzeugt werden, die keine sterile Immunität auslösen kann?

Wie ist es möglich, dass dieser Impfstoff (wie von Ihnen öffentlich im Fernsehen behauptet) nicht ins Blut gelangt?

Waren Sie auf der gleichen Universität wie ich?

Wie können Sie uns Ärzten mit rechtlichen Schritten drohen, wenn wir Antikörper-Bestimmungen durchführen, um einen Überblick über den Immunstatus der Patienten zu erhalten?

Die höchst fragwürdige Parole: “Testen, testen, testen“ wurde von Ihnen stets als essentiell zur
Pandemiebekämpfung ausgerufen. Jetzt plötzlich soll ein negativer Test gar keinen Wert mehr
haben?

Bitte erklären Sie mir Ihren Sinneswandel.

Ist das ultimative Ziel tatsächlich die zwanghafte komplette Durchimpfung der Bevölkerung mit
schlecht wirkenden, potentiell gefährlichen Substanzen inkl. Auffrischungsimpfungen bis in die
Unendlichkeit? Was soll das bringen?

Ich muss Sie enttäuschen, denn die höchsten Durchimpfungsraten schützen nicht vor den höchsten Infektionsraten.

Beispiele?:
Grafschaft Waterford in Irland: 99,7% Durchimpfung der Erwachsenen und mit 1.486 Fällen die
höchste 14-Tage Inzidenz in ganz Irland 40
Island: Durchimpfungsrate 89% der über 12-jährigen und höchste Rate an Neuinfektionen seit
Beginn der Pandemie 41 etc.)

Die Durchimpfungsrate scheint mit der Ausbreitung von COVID 19 kaum oder gar nicht zu
korrelieren 42,45!

Als Arzt, der auf die Heilaufgabe fokussiert ist, stelle ich mir schon lange die Frage, warum eine
Behandlung von COVID 19 dermaßen unterdrückt wird, obwohl es nachgewiesenermaßen gute
Medikamente dafür gibt37,38,39. Es ist fahrlässig und verantwortungslos, den erkrankten Menschen eine funktionierende Therapie vorzuenthalten!

Ich erwarte mir als Familienvater, Arzt und Bürger dieses Landes eine sachliche Begründung, in wie weit die von Ihnen gesetzte Maßnahme gesunde Lebensjahre der Bevölkerung vermehren soll und vor allem warum meine Tochter diskriminiert wird.

Hören Sie auf, gesunde Menschen zu verängstigen. Angst macht krank und verhindert rationales Denken und Handeln.

Hören Sie auf, Menschen zu terrorisieren, zu stigmatisieren und auszugrenzen und fangen Sie an, sich um die Kranken und Schutzbedürftigen zu kümmern!

Hören Sie auf, meine Tochter zu diskriminieren!!

Hören Sie auf, medizinische Halbwahrheiten und Lügen als wissenschaftlichen Konsens darzu-stellen.

Hören Sie auf, die Schuld an dem sich seit Jahren abzeichnenden Pflegenotstand gesunden Menschen in die Schuhe zu schieben.

Hören Sie auf, unser Steuergeld (Milliarden Euro!) für sinnlose Tests an gesunden Kindern,
Impfpropaganda und andere sinnlose Maßnahmen zu verschwenden.

Hören Sie auf, politische Grabenkämpfe auf dem Rücken der Menschen in diesem Land auszu-fechten.

Hören Sie auf mit Drohungen, Herabwürdigungen, Diskriminierungen, Sündenbock-Politik und
Angstpropaganda. Das erinnert an die düstersten Kapitel unserer Geschichte!

Hören Sie auf, auf die „Empfehlungen“ der Medizinindustrie und all ihrer Netzwerke zu  ver-trauen. Diese Firmen haben sich nachweislich des Betrugs, der Korruption und der Lüge schuldig gemacht und sind nur auf Gewinnoptimierung aus 43,47,49. Sie sind nicht am Wohl der Bevölkerung interessiert.

Das sollten Sie als Arzt eigentlich wissen.

Die oben genannten Fakten sprechen ganz klar gegen eine Impfpflicht für bestimmte Berufs-gruppen bzw. die ganze Bevölkerung!

Hören und vertrauen Sie im Gegensatz dazu nur auf absolut unabhängige Forscher und Ärzte (Die Krakenarme der Medizinindustrie haben sich längst in den Universitäten und Wissen-schaften ausgebreitet, da sie diese finanzieren 47).

Lassen Sie andere Meinungen zu!

Das, was Sie machen, hat mit Medizin und Gesundheit nichts zu tun!

Fangen Sie endlich an, die „Krankheitspolitik“ durch eine vernünftige Gesundheitspolitik zu
ersetzen, die alle Aspekte von Gesundheit berücksichtigt. Dann hätten wir auch weniger Probleme mit dieser Infektionskrankheit.

Lassen Sie uns Ärzte unsere Patienten als Individuen wahrnehmen und diese auch individuell
behandeln und ihnen individuelle Empfehlungen aussprechen.

Kümmern Sie sich endlich um die Pflegemisere, die schon lange vor COVID da war und sorgen Sie dafür, dass dieser Berufsgruppe Anerkennung, Respekt, vernünftige Arbeitsbedingungen und eine adäquate Bezahlung zuteil werden. Dann hätten wir jetzt keine Belastung der Spitäler und Pflegeeinrichtungen.

Und bitte kommen Sie mir nicht mit irgendwelchen Empfehlungen von irgendwelchen Impf- kommissionen oder Expertengremien. Sagen kann man viel und ich möchte nicht wissen, welche Abhängigkeiten und Interessen hier bestehen 47

Ich möchte klar formulierte Ziele, harte Fakten, Daten, Evidenz und nachvollziehbare Argumente und Strategien.

Wenn Sie maßnahmenkritische oder impfskeptische Menschen als „Wissenschaftsleugner“
bezeichnen, dann haben Sie Wissenschaft nicht verstanden und sich überdies nicht mit
unabhängigen Studien beschäftigt und schon gar keinen dringend notwendigen sachlichen Diskurs geführt.

Falls Sie mir keine oder keine sachlich fundierte, alle Aspekte von Gesundheit mit einbeziehende
Argumentation für die 2G-Regel liefern können, muss ich davon ausgehen, dass es sich um eine
bewusste Diskriminierung handelt und Sie eine Spaltung der Bevölkerung nicht nur in Kauf nehmen, sondern diese auch fördern.

Weiters möchte ich festhalten, dass Wissenschaft niemals absolute Wahrheiten liefern kann,
Erkenntnisse sich laufend ändern und ein sachlicher Diskurs essentiell ist um voranzukommen.

Falls sich herausstellen sollte, dass meine Argumentation falsch ist, werde ich nicht anstehen, dies einzugestehen. Allerdings verlange ich das auch von Ihnen und den Sie beratenden Fachleuten.

Als unerschütterlicher Optimist vertraue ich auf Ihre Urteilsfähigkeit, auf Ihre Menschlichkeit und Ihr kritisches Denkvermögen.

Und wenn sich durch meinen Brief nichts an Ihrer Politik ändert, aber zumindest Kritik wieder
zugelassen wird, Dinge hinterfragt werden und Menschen nicht mehr diffamiert und ausge-grenzt werden, dann haben wir schon viel geschafft!

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Lukas Trimmel
PS: Nachdem der Datenschutz ohnehin bereits abgeschafft wurde: Ja, ich habe einen vollen Impfpass inklusive zweier eingetragener Gentherapien…

PDF-Datei einschl. aller Quellenangaben zu download

 

Anmerkung zum Offenen Brief von Dr. med. Lukas Trimmel

à la bonne heure ! Besser kann man wohl kaum auf das aktuelle Covid-Schisma reagieren.

Herzlichen Dank dafür und als kleines Zuckerl für Sie lieber Dr. Trimmel und alle Leser*innen sei  die Fabel zur Wahrheit des großen Philosophen und Schriftstellers Äsop gewidmet:

Nach einer Fabel des Äsop (530: Prometheus and Truth)
wurde die Göttin der Wahrheit, Aletheia
von Prometheus aus Ton geformt, aber bevor er ihr Leben verliehen hatte,
formte Dolos, der personifizierte Betrug, eine ihr völlig gleichende Gestalt,
nur für die Füße reichte der Ton nicht mehr.
Als Prometheus die beiden Figuren sah, staunte er über die Ähnlichkeit und belebte beide,
worauf die echte Wahrheit gemessenen Schrittes von dannen zog.
Das Abbild des Betruges erhob sich auch, kam aber nicht vom Fleck.

Hoffen wir gemeinsam, dass alle Wahrheitsjongleure das gleiche Schicksal ereilt !

Ihr Oeconomicus


„Wie soll das Volk das Unrecht wieder gut machen, das ihm angetan wird?“

„Wie soll das Volk das Unrecht wieder gut machen, das ihm angetan wird?“

(Aus hoffentlich nachvollziehbaren Erwägungen
habe ich dieses süffisante Zitat
des Philosophen und Schriftstellers Dr. Manfred Hinrich (1926 – 2015) ausgewählt.)

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.

Mir ist nicht bekannt, ob in den Lehrplänen der Erweiterten Oberschule im Honny-Reich grundsätzlicher Diskurs über Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung vorgesehen war.

Falls dies so war, wären Schülerinnen und Schüler mit Schopenhauers politischen Ansichten einigermaßen vertraut.

Im Zusammenhang mit der Revolution 1848 äußerte sich Schopenhauer unter anderem zur Rolle des Staates:

„In der Natur herrsche Gewalt, auch zwischen den Menschen, was die „Masse“ in Vorteil bringe; aber da das Volk ein „ewig unmündiger Souverain“ sei, „unwissend, dumm und unrechtlich“, so müsse dessen „physische Gewalt der Intelligenz, der geistigen Überlegenheit“ unterworfen werden.
Zweck des Staates sei es, dass „möglichst wenig Unrecht im Gemeinwesen“ herrsche,
zugunsten des Gemeinwohls dürfe der Staat auch Unrechtes tun.“

Unter der Prämisse, dass die Schutzheilige der volkswirtschaftlichen Selbstverstümmelung je davon gehört hat, wäre so manche obstinate Haltung zwar nachvollziehbar, gleichwohl aber unverzeihlich und man müsste tatsächlich Winston Churchill’s Definition von Takt „die Fähigkeit, jemandem zu sagen, er solle so zur Hölle fahren, dass er sich auf die Reise freut“ bemühen, um auch nur annähernd zu beschreiben, was viele Menschen in diesem Land bewegen mag.

Im Lichte bevorstehender Landtagswahlen und insbesondere der für September vorgesehenen Bundestagswahl, wird man jedoch feststellen, ob sich einer der Kernsätze

„Für erlittenes Unrecht haben die Menschen ein besseres Gedächtnis als für empfangene Wohltaten.“

des berühmten griechischen Redners Lysias während seiner Verteidigungsrede für den Philosophen Polystratos
– (vgl. Überlegungen zu Polystratus Irrationaler Verachtung, eine Polemik, die „gegen diejenigen gerichtet ist, die den Glauben der Bevölkerung als irrational verachten“) –

in den Wahlurnen bestätigen wird.

Sie haben sicher schon längst erkannt, dass diese Vorrede im Bezug auf die gestern von Kanzlerin und MP’s (einer Gruppierung, die nicht Teil der „trinitas“ des tragenden Organisations- und Funktionsprinzip der Verfassung eines Rechtsstaates ist) beschlossenen Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März 2021 gewidmet ist.

Zu dem rechtsstaatlichen Verständnis dieser Beteiligten, die wohl in einem Anflug von Hypostase ihre Kaffeekränzchen als Teil konstituierender Staatsgewalt betrachten und dies schlimmstenfalls noch immer tun, hat sich selbst der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und seit Juni 2020 amtierende Präsident des Bundesverfassungsgerichts geäussert:

„Die wesentliche Entscheidungen müssen vom Parlament getroffen werden. Zwar seien Krisen in ihrem frühen Stadium die Stunde der Exekutive, ab einem bestimmten Zeitpunkt habe aber der Gesetzgeber der Exekutive genauere Handlungsanweisungen zu geben. Je wichtiger die betroffenen Rechtsgüter seien, desto stärker sei der Gesetzgeber zur Entscheidung berufen.“

Ob dieser wohlwollende Fingerzeig Früchte gezeigt hat oder noch zeigen wird, kann derzeit nur vermutet werden, auch wenn die Kanzlerin während ihrer Darlegungen in der gestrigen Pressekonferenz (s. auch Mitschrift der PK)

einräumte:

„Ich habe bestimmte eigene Vorstellungen über das Öffnen von Kindertagesstätten und auch Schulen gehabt, die eher auf eine Öffnung zum 1. März hinausliefen; denn ich glaube, dass wir dieses Datum für die Erreichung einer Inzidenz von unter 50 sehr voraussehbar anpeilen können.
Ich weiß aber auch, dass wir in einem föderalen Staat leben – der Föderalismus ist unter dem Strich die bessere Ordnung als ein Zentralismus; davon bin ich zutiefst überzeugt, selbst wenn es manchmal etwas mühsam ist -, und die Schulen und Kitas sind ganz eindeutige und tief verankerte Länderzuständigkeiten.
Da ist es einfach nicht möglich, dass ich mich als Bundeskanzlerin so durchsetze, als hätte ich ein Vetorecht, wie das zum Beispiel in der Europäischen Union bei Beschlüssen, die Einstimmigkeit erfordern, möglich ist.
Deshalb haben wir gesagt:
Die Kultushoheit zählt hier, und die Länder werden das – das wird durch die Ländervertreter sicherlich auch noch dargestellt – in eigener Verantwortung entscheiden.“

Bleibt abzuwarten, wie sich die Landesparlamente, denen gnädigerweise im Nachgang die eigentliche legislative Rolle zugedacht wird, die getroffenen Entscheidungen bewerten.

Interessanter wird jedoch sein, ob nun seitens der weiterhin „geknechteten Unternehmen“ eine weitere Klagewelle losgetreten wird und wie sich die Verwaltungsgerichte dazu positionieren.

Im Zusammenhang mit dem Artikel 28a des Infektionsschutzgesetzes werden die zu erwartenden gerichlichen Entscheidungen schon alleine deshalb, weil Satz 3 des Artikels wenig Raum für richterliche Interpretationen zulässt.

Dort heißt es:

„Entscheidungen über Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) nach Absatz 1 in Verbindung mit § 28 Absatz 1, nach § 28 Absatz 1 Satz 1 und 2 und den §§ 29 bis 32 sind insbesondere an dem Schutz von Leben und Gesundheit und der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems auszurichten.

Die Schutzmaßnahmen sollen unter Berücksichtigung des jeweiligen Infektionsgeschehens regional bezogen auf die Ebene der Landkreise, Bezirke oder kreisfreien Städte an den Schwellenwerten nach Maßgabe der Sätze 4 bis 12 ausgerichtet werden, soweit Infektionsgeschehen innerhalb eines Landes nicht regional übergreifend oder gleichgelagert sind. Die Länder Berlin und die Freie und Hansestadt Hamburg gelten als kreisfreie Städte im Sinne des Satzes 2.

Maßstab für die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen ist insbesondere die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen.

Bei Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sind umfassende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens erwarten lassen.

Bei Überschreitung eines Schwellenwertes von über 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sind breit angelegte Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die eine schnelle Abschwächung des Infektionsgeschehens erwarten lassen.

Unterhalb eines Schwellenwertes von 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen kommen insbesondere Schutzmaßnahmen in Betracht, die die Kontrolle des Infektionsgeschehens unterstützen.

Vor dem Überschreiten eines Schwellenwertes sind die in Bezug auf den jeweiligen Schwellenwert genannten Schutzmaßnahmen insbesondere bereits dann angezeigt, wenn die Infektionsdynamik eine Überschreitung des jeweiligen Schwellenwertes in absehbarer Zeit wahrscheinlich macht.

Bei einer bundesweiten Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sind bundesweit abgestimmte umfassende, auf eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens abzielende Schutzmaßnahmen anzustreben.

Bei einer landesweiten Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sind landesweit abgestimmte umfassende, auf eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens abzielende Schutzmaßnahmen anzustreben.

Nach Unterschreitung eines in den Sätzen 5 und 6 genannten Schwellenwertes können die in Bezug auf den jeweiligen Schwellenwert genannten Schutzmaßnahmen aufrechterhalten werden, soweit und solange dies zur Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) erforderlich ist.

Die in den Landkreisen, Bezirken oder kreisfreien Städten auftretenden Inzidenzen werden zur Bestimmung des nach diesem Absatz jeweils maßgeblichen Schwellenwertes durch das Robert Koch-Institut im Rahmen der laufenden Fallzahlenberichterstattung auf dem RKI-Dashboard unter der Adresse http://corona.rki.de im Internet veröffentlicht.“

In Satz 6 ist zu lesen:

„Schutzmaßnahmen nach Absatz 1 in Verbindung mit § 28 Absatz 1, nach § 28 Absatz 1 Satz 1 und 2 und nach den §§ 29 bis 31 können auch kumulativ angeordnet werden, soweit und solange es für eine wirksame Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) erforderlich ist.

Bei Entscheidungen über Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) sind soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen auf den Einzelnen und die Allgemeinheit einzubeziehen und zu berücksichtigen, soweit dies mit dem Ziel einer wirksamen Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) vereinbar ist.

Einzelne soziale, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Bereiche, die für die Allgemeinheit von besonderer Bedeutung sind, können von den Schutzmaßnahmen ausgenommen werden, soweit ihre Einbeziehung zur Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) nicht zwingend erforderlich ist.“

In diesem Zusammenhang erscheinen die vor der Pressekonferenz dargelegten Erläuterungen von Wolfgang Kubicki, stv. FDP-Vorsitzender, recht spannend:

 

Wesentliche Prämissen des FDP-Politikers wurden auch in den ntv-Sendung „Frühstart“ vom 10. Februar in Printform zusammengefasst.

Weitere Stellungnahmen nach der PK hat Peter Mühlbauer bei telepolis zusammengefasst.

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korrespondierende Meinungen

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„Der Umgang mit Grundrechten ist nicht mehr akzeptabel“
Die Politik begründet Lockdown-Maßnahmen nur noch mit allgemeiner Gefahrenabwehr, Referenzwerte sind längst beliebig geworden.
Es kann – so bitter dies scheinen mag – nicht darum gehen, jeden virusbedingten Todesfall zu verhindern; das kann Politik nicht leisten, es kommt sogar einer Hybris gleich.
So kommentiert IW-Direktor Michael Hüther die aktuelle Corona-Politik und fordert eine schnellstmögliche Öffnung – unter Berücksichtigung von bewährten Hygienekonzepten.
[…]
Institut der deutschen Wirtschaft

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Anmerkung:
Gerade erst hat Prof. Thomas Mertens, Virologe und Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO) erklärt, dass das Durchschnittsalter der Menschen, die zeitlich nach Impfung verstorben sind, 85 Jahre beträgt.
Mertens führte weiter aus:
„Wenn Sie in einer Gruppe von Menschen impfen, die sowieso ein statistisch hohes Risiko haben, in nächster Zeit zu sterben, dann kann es natürlich auch sein, dass jemand im engeren zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung stirbt.“
Sein Fazit:
„Das muss dann aber nichts mit der Impfung zu tun haben, trotzdem werde dies im Einzelfall überprüft.“
Seinem Rückschluss mag man zustimmen, allerdings erhebt sich in diesem Zusammenhang die Frage, warum man diese Menschen mit einer Impfung beglückt und damit Hoffnungen auslöst, die nicht haltbar sind.

Hieraus ergeben sich Fragen:
1) Wäre es nicht angebracht, Menschen mit Vorerkrankungen die Impfung und damit das infinite Todesrisiko zu ersparen ?
2) Falls ich die seit Herbst letzten Jahres erschienen Fachinformationen seitens WHO, CDC, RKI, PEI usw. und zahlreiche Gespräche mit Neurologen und einigen Virologen richtig verstanden habe, töten Viren selbst nicht, allerdings kann die Reise ins Licht insbesondere bei Menschen mit Vorerkrankungen durch eine verzögerte Immunreaktion und deren Überschiessen ausgelöst werden.

Sollte diese These fachlich fundiert widerlegt werden können, wäre dies sicher sehr hilfreich !

3) Wäre es denn nicht vorausschauender, vorzugsweise bei den sogenannten vulnerablen Gruppen unmittelbar vor der Impfung einen umfassenden Gesundheits-Check durchzuführen, der weit über aktuelle ärztliche Einzeldiagnosen und deren Status hinsichtlich der Behandlung von Vorerkrankungen hinausgeht ?

Ein solches Vorgehen erscheint sinnvoll, da die möglicherweise zunehmende Progression einer (Vor)Erkrankung in der Regel mit einer Verschlechterung der Symptome, erhöhtem Krankheitsgefühl und abnehmender Leistungsbereitschaft einhergehen kann. Zwar können die Zeiträume, in welchen sich solche Veränderungen vollziehen durchaus unterschiedlich sein. Dabei ist jedoch auch an rasch-progrediente Erkrankungen mit schnellem Krankheitsverlauf zu denken, der innerhalb kurzer Zeit zu Verschlechterungen des Gesundheitszustandes führen kann.

Im Lichte solcher Überlegungen auch vor dem Hintergrund, dass sich mit zunehmenden Alter die Stoffwechselprozesse im Körper verlangsamen, was sich unter anderem auch auf die Schleimhäute auswirkt, die eigentlich die Aufgabe haben, Erreger abzuwehren. Daneben werden mit den Jahren die (Immun-) Zellen schwächer, kurzum: das gesamte Immunsystem wird mit fortschreitendem Alter weniger aktiv.

An der Stelle soll nun mit der Impfung unter Vorspiegelung einer Infektion der potentiell geschwächte Körper dazu ertüchtigt werden, Antikörper und so genannte Gedächtniszellen zu bilden.

Ob eine solche „Ertüchtigung“ im denkbar schlimmsten Fall nicht einem one-way-Ticket für die Reise ins Licht gleichkommt, fragt sich

Ihr Oeconomicus