Der Staat darf nicht sparen

Der Staat darf nicht sparen
Der weltweit anerkannte Ökonom und Konjunkturforscher Richard Koo warnte die Europäer in seinem Vortrag an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin am Donnerstag davor, sich zu streng an die bisher gültigen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten zu halten. Denn die aktuelle Finanzkrise, die vor keinem Kontinent halt mache, zeige, dass die bis dato aufgestellten Wirtschaftstheorien ad absurdum geführt wurden. Das erfordere ein fundamentales Umdenken in der Ökonomie und im politischen Handeln.
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Informationsdienst Wissenschaft
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Richard Koo:
The Holy Grail of Macroeconomics: Lessons from Japans Great Recession

Zusammenfassung [Institute for New Economic Thinking]
Rezensionen
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Interview mit Richard Koo vom 29.12.2009:
«Dann implodiert das Wirtschaftswachstum»
TagesAnzeiger
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Interview mit Richard Koo vom 26.03.2012:
«Die Euro-Krise erinnert fatal an Japan»
DIE ZEIT
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Richard Koo:
Where do we go from here (Why the euro is not working) – Nov. 2011 – [21:32 Min]


Amerika und Europa nähern sich Japan an

Wenn eine kreditfinanzierte Blase platzt, müssen Unternehmen und Privatpersonen oft sparen.
Richard Koo, Chefvolkswirt des Nomura Research Institute in Tokio nennt das Bilanzrezession. In ihr gelten traditionellen Weisheiten nicht mehr.

Erkenntnisreiches Interview, in welchem Koo ganz unverhohlen Protektion und verstärkter Intervention das Wort redet.

Gelegentlich -und nicht nur in diesem Interview- entsteht der Eindruck, Prof. Koo sei der Riege der Keynesianer zuzuordnen.
Darauf angesprochen, erwidert er:

„Nein. Ich bin definitiv kein Keynesianer. Ich fordere nicht bei jeder Konjunkturschwäche expansive Finanzpolitik. Ich fordere mehr staatliche Kredite ausschließlich für den Fall einer Bilanzrezession, wenn die Unternehmen sich nicht verschulden können, sondern sparen müssen. Eine Bilanzrezession kommt aber vielleicht alle 70 Jahre einmal vor. Wenn danach normale Verhältnisse im Privatsektor einkehren, kann man anfangen, die Staatsverschuldung zu reduzieren.“

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