Macht „Gelddrucken“ Inflation?

Macht „Gelddrucken“ Inflation?
Wenn die EZB Staatsanleihen kauft, tut sie dies mit neu geschaffenem Geld und wenn sie dies unbegrenzt macht, schafft sie auch unbegrenzt Geld. Für viele Beobachter der letzte Beweis dafür, dass Europa schon bald in einer großen Inflation versinkt. Es wird Zeit einige geldpolitische Sachverhalte nochmal grundsätzlich zu klären, meint Matthias Kroll vom World Future Council.
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Kein Interesse an Feinheiten der Finanzmarktlogik
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Fester deutscher Glaube an alte Theorie des Monetarismus
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Zentralbankgeld wird bei Rückzahlung wieder vernichtet
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Blick in die Empirie
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Mit neuem Geld finanzierter Nachfrageanstieg
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Standpunkt von Matthias Kroll (WFC) – EURACTIV

Inflation – ewige Versuchung für den Staat

STAATSSCHULDEN
Inflation – ewige Versuchung für den Staat
Der Staat braucht Geld. Die Notenbank druckt es. Das Geld wird dann weniger wert, je mehr davon im Umlauf ist. Es entsteht Inflation. „Das schlimmste Beispiel für Inflation ist die Weimarer Republik im Deutschland der 1920er Jahre“, sagt Michael Bordo von der Rutgers Universität aus Kanada. Die Weimarer Republik bediente sich damals der Notenpresse, um die Kriegsreparationen zu bezahlen. Das Ganze endete in einer Hyperinflation. Andere Länder hatten etwas mehr Glück beim Spiel mit der Inflation. So gelang es vor allem den USA nach dem Zweiten Weltkrieg, durch eine Mischung aus starkem Wachstum und höherer Inflation die Verschuldung von 120 auf 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken.
Deutsche Welle
dazu
Kritik der marktwirtschaftlichen Ideologie – B. Inflation und Staat – Prof. Bernd Senf – PDF [12 Seiten]

EZB-Direktor Asmussen spricht erstmals von „galoppierender Inflation“

EZB-Direktor Asmussen spricht erstmals von „galoppierender Inflation“
Erstmals spricht ein Mitglied des EZB-Direktoriums öffentlich von einer Hyperinflation. Auch wenn er sagt, dass mit einer solchen nicht zu rechnen sei – allein die Erwähnung des geldpolitischen Worst Case verdient Beachtung. Zuvor hatte die Europäische Statistikbehörde einen überraschenden Anstieg der Inflation auf 2,7 Prozent gemeldet.
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Die Tatsache, dass Asmussen nicht einfach von einer Inflation, sondern von einer „galoppierende Inflation“ spricht, ist bemerkenswert: Bisher war es Sprachregelung der EZB gewesen, dass man geradezu keine Inflation habe, dass die von der EZB vorgegebenen Korridore stets eingehalten werden. Dass er nun diese doch dramatische Steigerung ausdrücklich erwähnt, könnte darauf hindeuten, dass sich die Euro-Retter in der EZB zumindest der öffentlichen Ängste in Deutschland bewusst werden. Wenn aber ein EZB-Direktor eine galoppierende Inflation – das bisher völlig Undenkbare – in den Mund nimmt, ist eine neue Qualität in der Diskussion.
Deutsche Mittelstands Nachrichten
dazu
Das waren die schlimmsten Inflationen aller Zeiten – Welt-online, 16.09.2012
Wikipedia: Hyperinflation
HYPERINFLATION Ahead – Ansichten von Gregory Mannarino [former Wall Street analyst and Bear Stearns securities trader] – [13:15 Min]


Inflationsrate steigt in Eurozone auf 2,7 Prozent

Inflationsrate steigt in Eurozone auf 2,7 Prozent

Die jährliche Teuerungsrate in der Eurozone ist nach einer ersten Schätzung von Eurostat von 2,6 im August auf 2,7 Prozent im September gestiegen. Im Juli war die Inflationsrate noch bei 2,4 Prozent gelegen, teilte das EU-Statistikamt mit. Für die Europäische Zentralbank (EZB) gilt eine Inflationsrate von mehr als zwei Prozent nicht mehr als stabil.
28.09.2012 | 11:21 | (DiePresse.com)
Anmerkung
Den Wert mag man glauben [trotz paralleler deflatorischer Entwicklungen bin ich da sehr skeptisch] oder nur selbstgefälschten Statistiken vertrauen.

Ihr Oeconomicus


Inflationsangst – das deutsche Gen

Inflationsangst – das deutsche Gen

Beim I-Wort zucken die Deutschen kollektiv zusammen. Es heißt „Inflation“ und ist unser historisches Trauma. Zwar können nur noch wenige Zeitzeugen aus der Zeit der großen Geldentwertung von 1923 persönlich berichten. Dennoch treibt die Inflationsangst fast alle um. Das Trauma wird von Generation zu Generation weiter gegeben und keine Bundesregierung kann sich darüber hinwegsetzen. Deshalb versucht auch die derzeitige, das I-Wort möglichst zu vermeiden. Und tatsächlich ist ja auch keine Inflation in Sicht – eher das Gegenteil: weite Teile Europas stecken in einer Rezession, und auch die deutsche Wirtschaft droht nicht gerade heiß zu laufen. Das allerdings dämpft keineswegs die Sorgen vor zukünftiger Geldentwertung. Und dass die kommen könnte, hat der Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, gerade in einem Interview freimütig zugegeben. Inflation sei eben der Preis, den wir für Europa zahlen werden, sagte er der Welt am Sonntag. Das wird dann wieder die Kleinen treffen. Wie immer.
hr2-kultur | Der Tag | PODCAST [50:39]

Inflationsgefahr steigt: Monti warnt Deutschland

Inflationsgefahr steigt: Monti warnt Deutschland

Der italienische Regierungschef Mario Monti warnt Deutschland vor seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einem „Eigentor“ in der Schuldenkrise. Dazu könne es kommen, wenn man der EZB den Weg versperre, so Monti. Die hohen Diskrepanzen auf dem Anleihemarkt würden für Deutschland Inflationsrisiken bergen.
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n-tv
Anmerkung
Jedes Argument ist dem sauberen Herrn Monti recht, um die EZB als rechtswidrigen Staatsfinanzier mißbrauchen zu können (!)

Ihr Oeconomomicus


Wie die Politik die Sparer enteignet

Wie die Politik die Sparer enteignet

Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) in zwei Wochen über eine mögliche Lockerung der Geldpolitik berät, dann entscheidet sie implizit auch darüber, ob die Sparer im Euroraum weiter enteignet werden sollen. Schon jetzt sinkt das Guthaben der Sparer unter dem Strich, weil niedrige Nominalzinsen bei höherer Inflationsrate zu negativen Realzinsen führen. Senkt die EZB die Zinsen noch weiter, beschleunigt sie damit den Vermögensverlust.
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Auch andere Instrumente der Nachfragesteigerung bei Staatsanleihen werden in Europa schon eingesetzt. So wurden Pensionsreservefonds in Frankreich und Irland gezwungen, Staatsanleihen zu kaufen. In Italien werden Banken der Gruppe, die für Staatsanleihen bieten darf, dazu gebracht, ein bestimmtes Mindestvolumen jeder Emission selbst abzunehmen. Spanien wiederum macht Anlagealternativen zu Staatsanleihen unattraktiv: Banken, die auf Spareinlagen höhere Zinsen als der Markt bieten, müssen den doppelten Beitrag in einen Garantiefonds zahlen.
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aufschlussreicher Artikel im Wallstreetjournal