Felix Zulauf: „Wir sind im Endspiel unseres Systems“

Wer Felix Zulauf’s makroökonomischen Sachverstand und seine vielfach schon fast unheimlich anmutenden voraus-schauenden Einschätzungen mit nahezu präzisen Timings (noch) nicht kennt, sollte sich nachfolgenden offenen Dialog nicht entgehen lassen.

Im Gespräch mit Marc Friedrich spricht er offen und ehrlich über seine Gedanken zu 2023, dem Sterben von Währungen, Inflation, Politik, Woke-Demokratie, Klimareligion, Meinungsfreiheit und noch vielen weiteren spannenden Themen.

Timestamps:

00:00 Intro & Vorstellung

02:36 Wie ist deine Aussicht für 2023?

10:56 Thema Inflation (sehen wir ein Ende?)

16:31 Du erwähnst die Währungen werden ersetzt, kannst du das ein wenig erläutern?

18:28 Wie siehst du den Schweizer Franken? Ist dieser ein sicherer Hafen? (Nebenthema Euro)

23:38 Was wäre die Lösung für ein stabileres/neues System?

27:04 Wie investiert man jetzt?

30:27 Du sagst Gold & Silber sind ein sicherer Hort für Kaufkraft, wann sollte man einsteigen?

31:54 Du gehst von einem hohen Ölpreis aus, wie kann eine Welt bei diesen Kosten funktionieren?

35:08 Zusammenfassung von Marc zu Herr Zulaufs Aussagen

37:57 In welche Art von Aktien müsste man deiner Meinung nach investieren?

43:00 Wie endet das Ganze? (Planwirtschaft, digitaler Euro, Chips?)

44:31 Eskaliert der Ukraine-Krieg noch mehr?

 

Nach meiner unmaßgeblichen Meinung, zählt Zulauf zu den profundesten makroanalytischen Denkern der letzten 25 Jahre.

Ich wünsche Ihnen spannende Erkenntnisse

Ihr Oeconomicus

 

 


Schwarze Schwäne – Krieg, Inflation und ein energiepolitischer Scherbenhaufen

Schwarze Schwäne sind Ereignisse, die man vor kurzem für undenkbar hielt. Unter diese Definition fällt die aktuelle galoppierende Inflation, aber auch die veritable Energiekrise, die eine grundlegende Revision des Modells der grünen Transformation der Wirtschaft verlangt. Staatskrisen wegen ausufernder Staatsschulden wie in Großbritannien rücken ebenfalls in den Fokus. Die Zeit des Free Lunch, als die Staaten und ihre Notenbanken sich scheinbar schadlos in beliebigem Umfang Geld zur Überwindung der Knappheit drucken konnten, ist vorbei.

Ein imposanter Vortrag von Prof. Sinn anlässlich der Weihnachtsvorlesung vom 12.12.2022, organisiert vom ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Dauer: 2:06:47

 

 

Auch für Nicht-Ökonomen äusserst erkenntnisreich

herzliche Grüße

Ihr Oeconomicus

 


LEITFADEN INFRAROTHEIZUNG

Leitfaden zur Infrarot-Heizung

 

eine spannende Zusammenfassung von Dr. Ing. Peter Kosack (Leiter Arbeits-Kreis Infrarot (AKI), Technische Universität Kaiserslautern )- herausgegeben von BVIR Bundesverband Infrarot-Heizung e. V.
und IG Infrarot Deutschland e. V.) – 1. Auflage 2021

Inhalt

Einleitung 7

Was sind Infrarotheizungen? 8
Was sind Infrarotstrahlen? 9
Welche Arten von Heizungen gibt es?
Und wo kann die Infrarotheizung eingeordnet werden? 12
Welche Arten von Infrarotheizungen gibt es? 18
Warum sind Infrarotheizungen sinnvoll?
Und was macht das Heizen mit Infrarot so attraktiv? 20
Wieso empfindet man auch große Flächenheizungen als behaglich, obwohl sie keine Infrarotheizungen sind? 22
Der technische Aufbau von Infrarotheizungen 24
Die neue Norm: DIN EN IEC 60675-3 28

Infrarotheizungen einsetzen – aber richtig! 29
Infrarotheizung als Zusatzheizung 30

Infrarotheizung als Hauptheizung Teil 1:
Die Systemlösung der Anwendung von
Infrarotheizungen als Hauptheizung 37

Infrarotheizung als Hauptheizung Teil 2:
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Fachmann 40

Ökologie und die CO2-Bilanz 42
Wirtschaftlichkeit 42
Häufig gestellte Fragen 43
Quellen und Links 49

PDF-Datei – 52 Seiten

 

 

 

 

 


Gasspeicher Haidach

Gasspeicher Haidach

Der Gasspeicher Haidach ist ein Untergrundspeicher in einer 1997 gefundenen ehemaligen Erdgaslagerstätte 1600 Meter unter Straßwalchen-Haidach bei Salzburg. Er gilt als der zweitgrößte Speicher Mitteleuropas.

Beschreibung

Das Speichergestein in Haidach ist mit teilweise über 100 Metern ungewöhnlich mächtig und erstreckt sich über 17,5 Quadratkilometer. Pro Stunde können bis zu rund eine Million Kubikmeter Erdgas eingespeichert oder entnommen werden. Europaweit gibt es nur wenige Erdgaslagerstätten, die das ermöglichen. Der Erdgasspeicher Haidach hat ein Arbeitsgasvolumen von über 2,6 Milliarden Kubikmetern,[1] womit er ein größeres Volumen aufweist als die fünf bayerischen Gasspeicher zusammen.[2] Er ist ausschließlich an das deutsche Erdgasnetz angeschlossen und beliefert u. a. das Chemiedreieck im Südosten Bayerns.

Geschichte

Der Speicher wurde 2007 als Joint Venture von RAG AustriaGazprom Export und Wingas in Betrieb genommen.[2]

Eigentumsverhältnisse

Die Anlage gehört zu einem Drittel RAG Austria und zu zwei Dritteln dem russischen Unternehmen Gazprom über die Tochterfirmen Gazprom Germania, Wingas sowie Centrex Europe Energy & Gas. RAG Austria hat die Anlage gebaut und ist technischer Betreiber des Speichers, hat aber keinen Einfluss auf die Vermarktung des Gases. Den Vertrieb verantwortet zu einem Drittel das Unternehmen Astora als Tochter von Gazprom Germania und zu zwei Drittel GSA[3] (Tochter von Gazprom Export).

Russland-Ukraine-Konflikt

Im Mai 2022, drei Monate nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine, wurde bekannt, dass das Drittel von Astora normal befüllt wird und die zwei Drittel von GSA seit dem 29. März 2022[4] leer sind. Zwar wurde Gazprom Germania am 4. April 2022 unter treuhänderische Verwaltung der deutschen Bundesnetzagentur gestellt[5], diese kann GSA aber (Stand 13. Mai 2022) nicht beeinflussen.[2]

Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP, Bundesregierung Nehammer) forderte Gazprom auf, den Gasspeicher umgehend wiederaufzufüllen. Andernfalls „überlegen wir uns Maßnahmen, damit er gefüllt werden muss“. Man arbeite an einem gesetzlichen Rahmen, um Zugriff auf den Speicher zu bekommen, wenn dieser eine gewisse Zeit leer steht. Vizekanzler Kogler (Grüne) äußerte, der Speicher bleibe „aus politischen Erpressungsgründen leer“.[2]

Am 30. Juni 2022 wurde eine Novelle des Gaswirtschaftsgesetzes im österreichischen Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Sie ermöglicht es der Energie-Regulierungsbehörde E-Control, die von Gazprom ungenutzten Speicherkapazitäten an ein anderes Unternehmen zu vergeben. Das Gesetz verpflichtet den ‚Speichernutzer‘ (hier Gazprom Export), „die von ihm vollständig oder teilweise systematisch nicht genutzte gebuchte Kapazität unverzüglich“ anderen anzubieten oder dem Speicherunternehmen (hier die Gazprom-Tochter GSA) zurückzugeben. Sollte der Speichernutzer dieser Verpflichtung nicht nachkommen, muss das Speicherunternehmen „dem Speichernutzer nach unverzüglicher schriftlicher Ankündigung unverzüglich seine gebuchten, jedoch systematisch ungenutzten Speicherkapazitäten“ entziehen (§ 104 Absatz 4). Als systematisch ungenutzt gelten gebuchte Speicherkapazitäten, die zum 1. Juli zu weniger als 10 Prozent genutzt werden („Use it or lose it“-Prinzip).

Zu diesem Zeitpunkt war der Gasspeicher Haidach nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen, sodass nur die westlichen Bundesländer Tirol und Vorarlberg über dieses Netz Gas beziehen können. Die österreichische Regierung (Bundesregierung Nehammer) plant, dass auch das ostösterreichische Gasleitungsnetz angeschlossen wird.[6][7]

Sonstiges

Beim Gasspeicher Rehden, Deutschlands größtem Erdgasspeicher, ging Russland ebenso vor. Anfang April 2022 wurde bekannt, dass der Speicher zu 99,5 % leer war.

Am 4. April 2022 stellte das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz das Unternehmen Gazprom Germania unter Treuhand der Bundesnetzagentur (Näheres hier).

Quelle

 

korrespondierend

14.08.2022, Allgäuer Zeitung

Gasspeicher in Deutschland

Gas-Notstand in Deutschland – So voll sind unsere Gasspeicher aktuell

 

14.08.2022, Aggregated Gas Storage Inventory – Datenlage: EU, Serbien, Ukraine, UK (Stand 12.08.2022)

 

Gasspeicher in Deutschland aktuell: Das sind die Standorte

 

Rund 40 Standorte für Gasspeicher listet die Initiative Erdgasspeicher in Deutschland auf.

  • Rönne
  • Etzel
  • Krummhörn
  • Jemgun
  • Nüttermoor
  • Huntorf
  • Harsefeld
  • Reitbrook
  • Bremen-Lesum
  • Kalle
  • Uelsen
  • Epe
  • Xanten
  • Rehden
  • Empelde
  • Kraak
  • Peckensen
  • Rüdersdorf
  • Bernburg
  • Staßfurt
  • Peißen
  • Allmenhausen
  • Bad Lauchstädt
  • Kirchheiligen
  • Reckrod
  • Stockstadt
  • Hähnlein
  • Frankenthal
  • Eschenfelden
  • Sandhausen
  • Fronhofen
  • Wolfersberg
  • Schmidhausen
  • Inzenham
  • Bierwang
  • Breitbrunn

 

Quelle: Initiative Energien Speichern e.V. (INES), ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher, der nach eigenen Angaben 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten repräsentiert

 

 

 

 


reloaded: Langfristverträge bis 2030 verpflichten zum Kauf russischen Gases | Frontal

reloaded: Langfristverträge bis 2030 verpflichten zum Kauf russischen Gases | Frontal

Deutschland muss bis 2030 für russisches Erdgas selbst dann bezahlen, wenn das Gas nicht mehr importiert wird. Grund dafür sind Langfristverträge mit Laufzeiten bis zu 30 Jahren, die deutsche Unternehmen mit dem russischen Konzern GAZPROM abgeschlossen haben. Das zeigen frontal-Recherchen.

Insgesamt geht es um mehr als 140 Milliarden Euro. Hintergrund sind die Pläne der Bundesregierung, bis 2024 nahezu unabhängig von russischen Gasimporten zu sein. Dabei wird zum Problem, dass die bestehenden Verträge Mindest-Abnahmemengen vorschreiben, erklärt Jack Sharples vom renommierten Forschungsinstitut Oxford Institute for Energy Studies (OIES).

„Wird diese Menge unterschritten, muss dennoch für Gas bezahlt werden, selbst wenn es nicht abgenommen wird.“

Das sei in sogenannten „Take or Pay“-Klauseln festgelegt.

Nach Daten des OIES liegt diese Mindestabnahmemenge für russisches Gas in Deutschland bei 42 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2021. Diese Mindestabnahmemenge sinke bis 2030 nur leicht auf 40 Milliarden Kubikmeter. Die ökonomischen Auswirkungen der Gasvertragsklauseln sind enorm.

Die „Take or Pay“-Menge hat einen finanziellen Wert von mehr als 140 Milliarden Euro, wenn man einen relativ niedrigen Gaspreis von 50 Euro pro Megawattstunde zugrunde legt. Der Handelspreis für Gas lag zuletzt bei rund 100 Euro pro Megawattstunde.

Nur, wenn die Regierung einen Gasboykott verordnet, könnten die Verträge mit dem Argument „höhere Gewalt“ beendet werden, sagt Jack Sharples. Das aber lehnt die Bundesregierung ab.

(Quelle: ZDFheute Nachrichten, 27.04.2022)

 

 

 


Deutschlands Außenhandel erstmals seit 1991 defizitär

Deutschlands Außenhandel erstmals seit 1991 defizitär

 

Bloomberg titelt in seiner Montag-Ausgabe

„Germany Has First Monthly Trade Deficit Since 1991 on Inflation“

Deutsche Verbraucher, Unternehmen und der Staat geben mehr für nach Deutschland eingeführte Waren, Güter und Dienstleistungen aus, als die deutsche Wirtschaft im Ausland an Erlösen erzielte.

Das Defizit summierte sich im Mai des laufenden Jahres auf immerhin rund eine Milliarde Euro. Im Ergebnis des Jahres 2021 führt das Statistische Bundesamt noch einen Außenhandelsüberschuss von 172 Milliarden Euro an.

Die Daten des Statistischen Bundesamts bestätigen dies! Allerdings führt die Statistik im Mai noch einen nominellen Überschuss von 500 Millionen auf. Negativ ist der saisonal bereinigte Wert. 

Den Grund sehen die Experten darin, dass inflationsbedingt die Kosten für die laufenden Importe im Mai um 2,7 Prozent gestiegen sind, während die Exporterlöse zugleich um 0,5 Prozent fielen. Für das Letztere dürften insbesondere die Auswirkungen der antirussischen Sanktionen, aber auch die allgemein weltweit schwächelnde Konjunktur, verantwortlich sein. 

Die Preise für Importe wie Energie, Nahrungsmittel und von der Industrie verwendete Teile waren im Mai um mehr als 30 Prozent höher als vor einem Jahr, während die Preise für Exporte im selben Zeitraum nur etwa halb so stark stiegen.

Auch wenn die Daten inflationsbereinigt weniger bemerkenswert aussehen, wird der Außenhandel immer noch einen negativen Beitrag zum deutschen Wachstum leisten, das ebenfalls in realen Werten berechnet wird, sagte Oliver Rakau, Wirtschaftswissenschaftler an der Oxford School of Economics in Frankfurt am Main, gegenüber Bloomberg. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und hoher Unsicherheit seien die Aussichten für den Handel „eher düster“, warnte er.

Vorerst kann das Defizit der Außenhandelsbilanz der deutschen Wirtschaft kaum gefährlich werden:

Nach drei Jahrzehnten großer Überschüsse im Außenhandel haben die Unternehmen und Haushalte fast ausnahmslos Ersparnisse angehäuft, die noch Jahre für den Ausgleich eines etwaigen Defizits sorgen können. Ausgeglichen werden kann ein Außenhandelsdefizit zudem durch gesteigerte Investitionen und durch Instrumente der Währungspolitik.

Das echte Risiko liegt hier in der Zahlungsfähigkeit europäischer Schuldner:

Das plötzliche Defizit der deutschen Außenhandelsbilanz kommt nicht den hauptsächlich europäischen Ländern zugute, die zuvor Jahrzehnte lang die Leidtragenden ihres Überschusses waren. Während deutsches Geld nun nach Russland und in andere außereuropäische Länder fließt, bleiben die vor allem südeuropäischen Handelspartner Deutschlands weiter auf ihren Schuldenbergen sitzen.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht in den Zahlen vom Mai Warnzeichen für eine dauerhafte besorgniserregende Entwicklung. „Der Exportabschwung ist eingeläutet“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Mainpost. Die Exporteure seien immer weniger in der Lage, die durch Lieferketten bedingten Kosten-steigerungen an internationale Kunden weiterzureichen, die Kunden schauen sich zunehmend nach günstigeren Alternativen um.  Außerdem kämen wichtige Importgüter zur notwendigen Weiterverarbeitung häufig nicht an, insbesondere wegen der Corona-Lockdowns in China. Ein Ende der Preissteigerungen und Lieferkettenprobleme ist laut DIHK nicht in Sicht.

Sollte sich die Momentaufnahme zu einer veritablen Tendenz ausweiten, werden sich die politisch verantwortlichen Vollträumer im Zusammenhang mit dem Streben nach immerwährendem wirtschaftlichen Wachstum gut überlegen müssen, wie die vorsätzlich herbeigeführte Zeitenwende den Betroffenen mit all seinen Folgen und Wechsel-wirkungen möglichst konnotativ vermittelt werden kann.

Schon John Stuart Mill prognostizierte im Zusammenhang von fortgesetztem wirtschaftlichen Wachstum starkes Suchtpotential insbesondere bei dem unabweisbaren Verlangen nach dem damit verbundenen Erlebniszustand, dem die Kräfte des Verstandes untergeordnet werden.

Tja und bleibt diese ökonomische Sucht-Droge aus, setzt die Produktion von „Glückshormonen“ wie Serotin und Dopamin mit gravierenden Folgen aus, ggfl. gekennzeichnet durch extreme Angst, Panik, starke Erregung oder wahnhaft veränderte, teils paranoide Wahrnehmungen, befürchtet

Ihr Oeconomicus

 

korrespondierend

Das Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG)

Abyssus abyssum invocat

 

 

 

 

 

 

 


Russland beschränkt Ausfuhr von Edel-Gasen, die für die Halbleiterproduktion unentbehrlich sind

Russland beschränkt Ausfuhr von Edel-Gasen, die für die Halbleiterproduktion unentbehrlich sind

 

Wie aus dem russischen Ministerium für Industrie & Handel zu hören ist, schränkt Russland die Ausfuhr von Edelgasen ein. Damit reagiert Moskau auf die fünfte Runde der von der EU im April verhängten Sanktionen. Zu den betreffenden Gasen gehören unter anderem Argon, Helium und Neon, die in großem Umfang bei der Herstellung von Halbleitern Verwendung finden, die wiederum für die Produktion von Mikrochips benötigt werden.

Exporte der Edelgase bis zum 31. Dezember 2022 bedürfen laut einem veröffentlichten Regierungserlass einer staatlichen Genehmigung.

Diese Maßnahme werde die Position Russlands auf dem Weltmarkt für Mikroelektronik stärken, erklärte Wassili Schpak, stellvertretender Minister für Industrie und Handel der Russischen Föderation, im Rahmen der Konferenz Digital Industry of Industrial Russia. Schpak unterstrich, dass Russland genügend Kapazitäten habe, das Land sei auf diesem Markt präsent. Nun habe Russland vor, die Produktionskapazität in naher Zukunft zu erhöhen.

Weiter hieß es:

„Wir glauben, dass wir die Möglichkeit haben werden, uns in dieser globalen Kette Gehör zu verschaffen, und dies wird uns einige Wettbewerbsvorteile bringen, wenn wir mit unseren Kollegen Verhandlungen zum gegenseitigen Vorteil führen müssen.“

In Bezug auf die Halbleiterindustrie erklärte der stellvertretende Minister, dass Inertgase eines der grundlegenden Materialien seien:

Für die Herstellung von Halbleitern werden, wenn wir über den technologischen Prozess sprechen, etwa 4.000 verschiedene Materialien und Chemikalien verwendet. Aber es gibt einige grundlegende Dinge, die fast jeder Hersteller im technologischen Prozess hat, insbesondere hochreine Gase, vor allem Neon.“

Schpak fügte hinzu, dass die Halbleiterkrise lange vor der Pandemie begonnen habe und die Entscheidung, die Ausfuhr von Inertgas zu begrenzen, es Russland „ermöglichen wird, die Ketten, die jetzt unterbrochen sind, wieder zusammenzufügen und neue aufzubauen, aber bereits nach unseren Regeln.

Im April hatte die EU im Rahmen des fünften Sanktionspakets die Ausfuhr von Halbleitern, Maschinen und Ausrüstung im Wert von zehn Milliarden Euro nach Russland verboten.

Unterdessen erinnerte Moskau die sogenannten unfreundlichen Staaten daran, dass auch sie bei der Halbleiterherstellung von russischen Exporten abhängig sind. Russland liefert bis zu 30 Prozent des weltweiten Bedarfs an Neon.