Will ‚largest‘ release of US oil reserves bring prices down?

Will ‚largest‘ release of US oil reserves bring prices down?

Gasoline prices have risen sharply since Russia invaded Ukraine, and Americans are feeling the pinch at the pump. With mid-term elections just months away, United States President Joe Biden is under growing pressure to bring down high energy prices. And he is attempting to do that by increasing supply.

The president has ordered the release of at least 180 million barrels of oil from the US’s strategic reserves over the next six months; that’s the largest release of oil reserves since the country’s stockpile was created more than 46 years ago.

corresponding:

06.04.2022:

U.S. lawmakers slam Big Oil for high gasoline prices

Oil executives defended themselves in the U.S. Congress on Wednesday from charges by lawmakers that they are gouging Americans with high fuel prices, saying that they are boosting energy output and no one company sets the price of gasoline.

Members of the U.S. House of Representatives Energy and Commerce Subcommittee on Oversight and Investigations grilled companies on why gasoline prices remain elevated even though prices have dropped for crude oil.

U.S. gasoline prices have surged since Russia’s invasion of Ukraine in February and after Western countries slapped sanctions on Moscow’s energy exports. Pump prices hit a record, before inflation, of $4.33 a gallon on March 11, and since then have slipped about 4% to $4.16 a gallon, according to the AAA motorist group.

In the same time frame, U.S. gasoline futures have fallen more than 7% to $3.07 a gallon as international crude prices have dropped more steeply, more than 9%,to about $102.11 a barrel.
[…]
Source: Reuter’s


Gemeinsame Agrarpolitik 2023-2027

Gemeinsame Agrarpolitik 2023-2027

 

EU-Rat verabschiedet fairere, grünere und stärker leistungsorientierte Agrarpolitik

Der Rat hat die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) förmlich angenommen, die für den Zeitraum 2023-2027 gelten wird.

Mit der neuen GAP sollen

  • der Beitrag der Landwirtschaft zu den Umwelt- und Klimazielen der EU gestärkt,
  • kleinere landwirtschaftliche Betriebe gezielter unterstützt und
  • den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität zur Anpassung der Maßnahmen an die lokalen Gegebenheiten eingeräumt werden.

Die drei Verordnungen, aus denen das GAP-Reformpaket besteht, sind vom Rat und vom Parlament unterzeichnet und am 6. Dezember 2021 im Amtsblatt veröffentlicht worden. Die neue Politik wird 2023 in vollem Umfang gelten.

Quelle:

 

Europäischer Rat, 17.01.2022 

 

Details, Folgen und Wechselwirkungen

 

 

Die EU-Kommission hat beschlossen, dass ab dem Anbaujahr 2023 in ganz Europa auf mindestens 4% der Ackerfläche nichts mehr wachsen soll. Die Landwirte sollen diese Flächen ab dem Herbst 2022 einfach nicht mehr beackern und besäen. Das ist angesichts der kommenden vorhersehbaren Hungerkrise in vielen armen Ländern der Welt ein nicht erklärbarer Wahnsinn.

Ab 2023 wird mit der neuen GAP-Reform für Betriebe über 10 ha Ackerland und für Landwirte mit weniger als 75 % Grünlandanteil eine Stilllegung gefordert.

Diese wertvollen Ackerflächen werden nicht nur „Stillgelegt“, sondern auch mit der Vorschrift die Flächen der Selbstbegrünung zu überlassen „verwildert“. Eine Begrünung über Aussaat ist ausgeschlossen. Wir bekamen über diese nicht „Praxistaugliche Vorschrift“ einen Leserbrief zugesandt:

„Es müssen ab 2023 4% unseres Ackers als nichtproduktive Ackerflächen der Selbstbegrünung überlassen werden.

Eine Ansaat z. B. mit einer Honigbrachemischung, die eine Verdrängungswirkung auf Unkräuter und Ungräser hätte, ist dabei nicht erlaubt. Zur Begründung heißt es, selbstbegrünte Flächen seien für den Schutz von Flora und Fauna ungleich wirksamer als durch Ansaat begrünte Flächen. In der Praxis ist das aus Sicht der Ackerhygiene fatal.

Bodenbürtige Krankheiten durch den Verbleib von Ausfallgetreide oder -raps werden vermehrt. Das Samenpotential von Unkräutern und Ungräsern nimmt zu. Aufgrund der immer weniger werdenden Pflanzenschutzmittel wird eine Wiederinkulturnahme solcher Brachflächen erheblich erschwert.

Für den einzelnen Familienbetrieb bedeutet die neue GAP erneut mehr Fallen in die man tappen kann bei gleichzeitig geringerem Einkommen.

Der Ausgleich – im Volksmund Subvention -, der für diese Enteignung und viele andere Erschwernisse bei der Produktion gezahlt werden soll, ist abermals weniger geworden.Blickt man aus der EU-Wohlstandsblase hinaus gilt es zu bedenken, dass die Weltbevölkerung trotz Corona, Klimawandel, Krieg und Tyrannei kurz vor der 8 Mrd.-Marke steht und weiter anwächst.

Die UN-Welternährungsorganisation FAO hat kürzlich die Intensivierung der Landwirtschaft ausgerufen. 70% mehr Nahrungsmittelproduktion bräuchte es, damit die bis 2050 auf 9 Mrd. Menschen anwachsende Bevölkerung ernährt werden würde.

Vor diesem Hintergrund werden also 4% der weltweit ertragreichsten Flächen aus der Produktion genommen und dabei billigend in Kauf genommen, dass diese nur durch Flächen auf anderen Kontinenten ersetzt werden, die ein Ertragsniveau von vielleicht einem Drittel oder weniger des westeuropäischen haben.

Es werden in anderen Teilen der Welt mit der Rodung von Ur- und Regenwäldern intakte Biotope geopfert, damit weiter ausreichend Nahrung produziert werden kann.

Ein schier unglaublicher Vorgang. Wie erklärt man das?

Hatter Landwirte

 

korrespondierend:

09.04.2022:

Bauern übers Festhalten an Stilllegung enttäuscht

 

03.11.2021

Preise, Standards und Haltungsstufen von unserem Fleisch

 

22.02.2022

Wenn so genannte Klimapolitik genau das Gegenteil bewirkt

25.02.2022

Robert Habeck sagt zu der Nahrungsmittelsicherheit lapidar „das wird schon reichen“!

 

16.03.2022

NABU, BUND, WWF und Co geben zu, dass viel zu wenig Nahrung da ist,

27.03.2022

Es muss auch dem letzten Träumer in der Regierung klar geworden sein wie wichtig Eigenversorgung ist

29.03.2022

Unsere Regierung, sie glauben es wirklich selbst..

01.04.2022

Warum bekommen wir hier zweistellige Preissteigerungen? Und andere Länder machen das nicht mit.

06.04.2022
60 % Getreide im Futter – oder wie man mit falschen Zahlen Stimmung macht


No magic tap for Europe to replace Russian gas via Turkey or elsewhere

No magic tap for Europe to replace Russian gas via Turkey or elsewhere

Europa hat nach Aserbaidschan, Israel und anderen Ländern gesucht, um Gas über die Türkei zu transportieren, aber unter der Annahme, dass politische Hindernisse überwunden werden können, wird es einige Zeit dauern, die erforderlichen massiven Investitionen zu realisieren.

Bislang konzentrierte sich Brüssels Interesse hauptsächlich auf die Türkei als mögliche Transitroute für größere Gasmengen aus Aserbaidschan und Israels Leviathan-Ressourcen, dessen Reserven aber noch weitestgehend unerschlossen sind.

Am 4. Februar berichtete EU-Energiekommissarin Kadri Simson über eine Vereinbarung mit Baku zur „ Vertiefung unserer Partnerschaft “ im Gassektor, wobei Aserbaidschans Energieminister Parviz Shahbazov  am 12. März bestätigte, „gas reserves of 2.6 trillion cubic meters are enough for its neighbors and European countries.“

Unterdessen führte der Besuch des israelischen Präsidenten Isaac Herzog am 9. März in Ankara zu beträchtlichen Spekulationen über eine mögliche Vereinbarung zum Transit von Gas aus Israels riesigem Leviathan-Gasfeld. 

Selbst wenn sich beide Länder einig sind, wird die Realisierung bedeutender Export-Volumina viel Zeit und große Investitionen erfordern. 

Laut Aserbaidschans staatlicher Ölgesellschaft SOCAR sollen die Gasexporte nach Europa in diesem Jahr wie geplant auf 10 Milliarden Kubikmeter steigen, wobei noch im laufenden Jahr eine Entscheidung darüber erwartet wird, ob die Kapazität der einzigen Export-Pipeline auf 20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verdoppelt werden soll — immer noch nur ein Bruchteil der russischen Importe Europas. 

Woher das zusätzliche Gas kommen soll, ist keineswegs ausgemacht. 

Aber halt mal! Hatten unsere Bullerbü-Verwahrheiter Habecks Betteltrip nach Qatar nicht zweckoptimistisch als langfristige Energiepartnerschaft begrüßt?

Habeck’s Resumee:

„Großartigerweise -und das war ja das Ziel- wurde wurde eine langfristige Kooperation mit Qatar fest vereinbart“ 

Toll ! seltsam nur, dass sich diese Einschätzung aus dem Mund von Qatars Energieminister Saad al-Kaabi „ein wenig anders“ anhört:

Zunächst zweifelte al-Kaabi vor allem eine schnelle Abkehr von Russland an. „Zu sagen, ich kann heute auf Russland verzichten, und zu behaupten, Qatar oder andere könnten das ersetzen, ist lächerlich. Das ist Blödsinn. Das wird nicht passieren“, sagte der Minister der „FAZ“.

Nach al-Kaabis Angaben hat Qatar Energy erst von 2025 an die Möglichkeit, maßgebliche Mengen bereitzustellen. Fast das gesamte qatarische Gas sei bis 2026 durch bestehende Lieferverträge gebunden. Ab 2026 wolle Qatar seine Produktion von 77 Millionen auf 126 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen. 

Deutschlands Gasbedarf lag im Jahr 2020 bei 86,5 Millionen Tonnen. Und dabei steht fest: Deutschland ist ebenso wie die EU (Jahresbedarf 150 Milliarden m³) abhängig von russischem Gas. In den vergangenen Jahren kamen etwa 55 Prozent des zwischenzeitlich gestiegenen Gas-Bedarfs aus Russland, mittlerweile seien es etwa 38 Prozent, wie der Webseite der Bundesregierung zu entnehmen ist (Habeck spricht zwar von 40%, aber wir wollen nicht kleinlich sein), will heißen, dass bereits 15-17% des deutschen Gasbedarfs substituiert werden konnten … wodurch, vielleicht durch U.S. LNG-Lieferungen ist zumindest fraglich!

An der Stelle sollten wir doch mal nachrechnen. EU-Quellen zufolge wurden in 2021 nachfolgende LNG-Mengen (Angaben in Mrd. m³ – Stand 22.03.22) aus nachfolgenden Ländern in die EU exportiert:

Qatar 27,1 – USA 22,5 – Russland 17,1 – Nigeria 12,5 (Empfänger: Spanien+Portugal via LNG-Terminal im Tiefsee-Hafen von Sines – Algerien 8,0 (wobei Zweifel angemeldet werden dürfen, ob es sich dabei tatsächlich um Flüssig-Gas handelte, oder das per Pipeline nach Spanien gelieferte Gas gemeint ist) – Norwegen 4,0 – Angola 1,0 – Peru 0,4 und Argentinien 0,2 … macht summa summarum 92,8 incl. russischer LNG-Lieferungen, blendet man diese jedoch aus, reduziert sich die gelieferte Menge auf 75,7 Mrd. m³.

Der EU-weite Jahres-Gesamtverbrauch an Gas lag 2021 bei rund 500 Mrd. m³ was bedeutet, dass 407,2 m³ via Pipelines geliefert worden sein müssen. Zieht man davon 59,2 Mrd. m³ die via Nordstream 1 in Deutschland ankamen ab, müssen also schlappe 348 Mrd. m³ mittels anderer Pipelines geliefert worden sein.

Aber bleiben wir noch etwas beim deutschen Erdgas-Verbrauch und betrachten einige Zahlen:

Die Infografik zeigt, wie die deutschen Haushalte heizen.

Konkret bedeutet dies, dass 48,2 Prozent der 40,6 Millionen Wohnungen in Deutschland Erdgas als Energieträger nutzen. Das sind 19,6 Millionen Wohnungen, wobei im letzten Jahr lt. Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) stolze 653.000 neue Gasheizungen in deutschen Haushalten hinzugekommen sind.

Auf Platz zwei landet das Heizen mit Öl – etwa für Zentralheizungen und Ölöfen. Rund ein Viertel (25,6 %) und damit 10,4 Millionen aller deutschen Wohnungen werden so beheizt.

Die Liste der größten industriellen Erdgas-Verbraucher in Deutschland wird angeführt von dem Düngemittelhersteller SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH mit Sitz in der Lutherstadt Wittenberg. Deren Gas-Verbrauch liegt mit 1,2 Mrd. m³ höher als die verbrauchte Gesamtmenge in Bremen und dem Saarland.

Die BASF, weltweit größter Chemiekonzern und auf Rang zwei dieser Liste, warnt hinsichtlich eines Gasembargos für Deutschland vor einem Jobverlust von bis zu 40,000 am Standort Ludwigshafen/Rhein beschäftigten Mitarbeiter !!

Bevor es soweit kommt, sollten sich die Damen und Herren Politschnurgel so richtig warm anziehen !!!

Den meist faktenresistenten Hardlinern, die sich wortgewaltig für den sofortigen Import-Stopp von russischem Gas blamieren, scheinen diese Fakten offenbar völlig gleichgültig zu sein !

Vielleicht ändert sich das, sobald FFF in „fridays for freezing“ umdefiniert werden muss, ein Zeitpunkt der möglicherweise auch als „das Ende des grünlippigen Regenbogens“ in die Geschichte eingehen könnte!

Aber kommen wir zurück zu Habeck’s Energieausflügen:

Sein stop-over in den Emiraten hat offenbar keine Früchte eingebracht, etwa schmal-lippig räumte er ein, dass mit den VAE ebenfalls eine Kooperation sei. In other words, bis dahin wird noch eine Menge Wasser durch den Dubai-Creek und die Spree fließen.

Kommen wir zu Habeck’s angedachten Erdgas-Lieferungen aus den Niederlanden. Er und viele andere wünschen sich aus dem Groningen Gasfeld 1,1 Mrd. m³, was bedeutet, dass die Gasproduktion in Groningen trotz der Gefahr von Erdbeben vermutlich also fast verdoppeln werden müsste. Diesbezüglich werden die Sorgenfalten bei der niederländischen Regierung noch größer, da man sich verpflichtet hat, die Produktion des ehemals größten Gasfelds im laufenden Jahr einzustellen!

Ein Quäntchen Hoffnung bleibt jedoch, schließlich betreiben die Niederlande ein LNG-Importterminal in Rotterdam, welches in der Nähe des Hafeneingangs auf der Maasvlakte für LNG-Tanker recht gut zu erreichen ist und mit drei Lagertanks, jeweils mit einer Lagerkapazität von 180.000 m³, das Löschen von großen Mengen an LNG auf einmal ermöglicht.

Aktuell liegen mir dazu keine Auslastungs-Daten vor, womit die etwaige Nutzung für U.S. LNG-Lieferungen für Deutschland nicht seriös zu quantifizieren ist.

Wagen wir einen Blick zum Hafen im belgischen Zeebrugge. Der dortige Port ist über die Gassco Zeepipe-Pipeline mit den Gasfeldern Norwegens und über die Interconnector-Pipeline mit Großbritannien verbunden. LNG wird in erster Linie auf dem Seeweg aus Qatar angeliefert und dort aufbereitet wird.

Das Fluxys LNG-Terminal wurde für das Laden und Entladen von LNG in und aus Schiffen gebaut. Für die temporäre Lagerung vor Ort kommen Puffertanks mit einer Kapazität von 9 Milliarden m³ LNG pro Jahr zum Einsatz. Das LNG wird über das Vertriebsnetz verteilt und in LNG-Schiffe oder LNG-LKW geladen.

Immerhin, einen Hoffnungsschimmer kann Habeck anläßlich seiner Konsultationen mit Norwegens Regierungs-Chef Jonas Gahr Støre vorweisen.

Støre stellte mehr Flüssiggas in Aussicht. Man befinde sich jetzt zwar am Maximum, wolle aber im Sommer mit Hilfe eines LNG-Terminals in Nord-Norwegen die Kapazitäten ausbauen. Der staatlich dominierte Versorger Equinor werde im Sommer zusätzlich 1,4 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa pumpen können. Zudem wolle Norwegen Deutschland mit Spezialschiffen für Flüssiggas helfen. Deutschen Regierungskreisen zufolge geht es um mehrere Schiffe, die der Bund mitfinanzieren werde. Sie können den flüssigen Brennstoff vor der Küste wieder in Gas umwandeln, sodass kein komplett neues Terminal gebraucht wird. 

Na, dann wollen wir doch mal soviel Zuversicht aufbringen, dass der steigende Benzinpreis-Frust in der norwegischen Bevölkerung nicht dazu führt, dass deren Solidaritätsempfinden nicht auf norwegische Mitbürger beschränkt bleibt und/oder die Støres Regierung hinsichtlich der angedachten Pläne gar in die Verlegenheit katapultiert, statt LNG nur Norweger-Pullover liefern zu können.

 

Ihr Oeconomicus

 

 

 

 

 

 

 

 

 


NordLink

NordLink Leitungsverbindung zwischen Norwegen und Deutschland

zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) durch die Nordsee

 

NordLink ist ein Seekabel durch die Nordsee, das die Stromnetze Norwegens und Deutschlands verbindet und damit den Austausch elektrischer Energie ermöglicht. Betrieben wird das Projekt vom norwegischen Netzbetreiber Statnett und dem deutschen Netzbetreiber TenneT und der staatlichen Förderbank KfW. Die Kosten belaufen sich auf rund 2 Milliarden Euro, die zu gleichen Teilen zwischen den norwegischen und deutschen Partnern geteilt werden.[1]

Im April 2021 nahm NordLink den kommerziellen Regelbetrieb auf.[2] Am 27. Mai 2021 wurde NordLink von der Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Premierministerin Norwegens Erna Solberg und dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Daniel Günther wegen der COVID-19-Pandemie digital eingeweiht.[3][4]

NordLink war in der Planungsphase neben NorGer einer von zwei vorgesehenen, in Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung-Technik (HGÜ) ausgeführten Interkonnektoren zwischen Norwegen und Deutschland. NordLink ist eines von mehreren HGÜ-Seekabeln in der Nordsee; beispielsweise wird mit NorNed bereits seit 2008 ein ähnliches HGÜ-Seekabel zwischen Norwegen und Eemshaven in den Niederlanden betrieben.

Inhaltsverzeichnis

NordLink in Zahlen
Kabellänge: 516 km Seekabel[5]
54 km Landkabel[5]
53 km Freileitung
Kapazität: 1400 MW
Bauzeit: ca. 3 Jahre
Investitionsvolumen: 1,5 bis 2 Milliarden Euro
Nennspannung: ±525 kV
Gewicht des Kabels: 35–50 kg/m
Durchmesser des Kabels: ca. 11–13 cm
Maximale Meerestiefe der Strecke: 410 m
Inbetriebnahme: 9. Dezember 2020[6]
Voraussichtliche Lebensdauer: ca. 40 Jahre
Verlustleistung im Kabel: ca. 5 %

Zweck

Das Ziel ist die Verbindung der norwegischen und deutschen Stromversorgungsnetze und damit auch die Kopplung der Strommärkte.[7] Die Verbindung soll dabei in erster Linie Schwankungen der Stromerzeugung durch Windkraft in Norddeutschland abfedern. Überschüssiger Strom aus Windenergie soll nach Norwegen übertragen und dort direkt endverbraucht werden, während gleichzeitig norwegische Wasserkraftwerke temporär abgeschaltet werden, sodass das eingesparte Wasser für eine spätere Verstromung zur Verfügung steht. Im Gegenzug kann bei Bedarf Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken nach Deutschland übertragen werden. Die norwegischen Speicherseen könnten so in Verbindung mit konventionellen Wasserkraftwerken als sog. „virtuelle Speicher“ dienen.[8][9]

Unter anderem plant die Deutsche Bahn, ab 2023 jährlich 190 Gigawattstunden Strom aus dem Wasserkraftwerk Mågeli im Süden Norwegens über die Verbindung zu übertragen. Die jährliche Menge entspricht ungefähr dem Energiebedarf für den gesamten elektrischen Zugverkehr in Deutschland in einer Woche. Dadurch sollen bis zu 146.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden.[10]

Betreiber

Vorangetrieben wird Nordlink von einem Konsortium bestehend aus dem norwegischen Netzbetreiber Statnett und dem deutschen Unternehmen DC Nordseekabel GmbH & Co. KG (NOKA) – an der zu gleichen Teilen der Netzbetreiber TenneT und die staatliche Förderbank KfW beteiligt sind.[11] Der NordLink wird von der Europäischen Kommission als Vorhaben von gemeinsamem Interesse (Projects of Common Interest) unter der Nummer 1.8 in der PCI-Liste der Europäischen Union geführt.[12]

Technik

Die maximal mögliche zu übertragende Leistung beträgt 1,4 GW und kann wahlweise in eine der beiden möglichen Richtungen übertragen werden. Die HGÜ wird mit einer bipolaren Betriebsspannung von ± 450 kV bis ± 525 kV betrieben. Durch die bipolare Ausführung werden die Nachteile einer Rückelektrode mit Erdung im Meer, die in der ungewollten Erzeugung von Chlorverbindungen und einer Metallkorrosion der Anode resultiert, vermieden. Dafür müssen mindestens zwei Hochspannungskabel verlegt werden.

Da die Stromversorgung in Deutschland und Norwegen auf dreiphasigem Drehstrom basiert, müssen in beiden Ländern Stromrichterstationen gebaut werden, die den Drehstrom gleichrichten und in Gleichstrom umwandeln, der durch das Kabel übertragen wird. Jede Stromrichterstation benötigt ein Areal von ca. 25 ha.

Lage

Das Seekabel kommt an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste bei Büsum an Land.[13] Von dort aus führt es als Erdkabel bis zum Umspannwerk Wilster in Nortorf. In Wilster wurde eine Stromrichterstation für die Kopplung an das deutsche Höchstspannungsnetz gebaut, unter anderem als Ausgangspunkt für den SuedLink. In Norwegen landet das Kabel in der Gegend von Feda an. Der Rest der Leitung nach Tonstad (Lage) in der Gemeinde Sirdal ist als 53 km lange Freileitung realisiert. Dort wurde die Stromrichterstation zur Kopplung an das norwegische Übertragungsnetz gebaut.

Das Seekabel liegt auf dem norwegischen, dänischen und deutschen Festlandsockel in der östlichen Nordsee. Der Antrag zum Bau und Betrieb des Kabels auf dem Gebiet der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) wurde am 11. Mai 2011 von der Nordseekabel GmbH & Co. KG aus Arnhem an das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gestellt. Im Juli 2014 wurde der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt vom schleswig-holsteinischen Wilster bis zur Grenze der deutschen Hoheitsgewässer erteilt.[14]

Baugeschichte

Die Genehmigung für die Verlegung in der Ausschließlichen Wirtschaftszone wurde am 2. Oktober 2014 durch das BSH erteilt.[15][11] Ebenfalls im Oktober 2014 vergab die norwegische Genehmigungsbehörde die Lizenz.[16]

Am 10. Februar 2015 wurde die Investitionsentscheidung getroffen und daraufhin ABB (genauer: das von Hitachi und ABB gegründete Joint Venture namens Power Grids[17]) mit dem Bau der Konverterstationen und der Kabelverlegung im deutschen Sektor sowie Nexans Norway mit der Kabelverlegung in den norwegischen und dänischen Gebieten beauftragt.[5] Auch die NKT Holding war am Bau beteiligt.[17]

Der offizielle Baubeginn für das Kabel fand im September 2016 statt.[18]

Im August 2017 vermeldete das Portal Offshore-Windindustrie.de, die ersten Kilometer des Seekabels seien in Südnorwegen verlegt worden. Die Arbeiten lägen damit im Plan. Der Bau der Gleichstromverbindung habe in der Region Vest-Agder begonnen. Die ersten Kilometer des Kabels seien auf dem Meeresboden im Vollesfjord verlegt worden.[19]

Im Oktober 2017 wurde an der Konverterstation auf der deutschen Seite in Wilster Richtfest gefeiert. Hier wird der Gleichstrom der Übertragungsleitung in Dreiphasenwechselstrom des Versorgungsnetzes konvertiert (bzw. umgekehrt) und umgespannt.[20]

Am 19. Dezember 2017 berichtete ALE Heavylift die Installation von sieben je 225 t schweren Transformatoren in Tonstad.[21]

Die Verlegung des Seekabels im deutschen Teil der Nordsee begann im September 2018.[22] Im Juni 2019 erreichte das Kabel den deutschen Anlandungspunkt Büsum.[23] Etwa ein Jahr später, Anfang September 2020, wurde im Rahmen von Systemtests erstmals eine Leistung von 70 MW über das Kabel übertragen.[24] Während eines dieser Tests nahm am Morgen des 10. September 2020 – vermutlich durch einen Softwarefehler in der Konvertersteuerung – die Übertragungsleistung von DE nach NO auf 1400 MW sprunghaft zu, so dass die Frequenz in der skandinavischen Synchronzone um 0,5 Hz anstieg, was Auswirkungen auf Schutzeinrichtungen hatte. Der Vorfall dauerte allerdings nur weniger als eine Minute. Ein Kraftwerk in Finnland stellte wegen des Frequenzanstiegs kurzzeitig die Produktion ein.[25]

Im Dezember 2020 wurde der Probebetrieb begonnen.[26][6] Im April 2021 nahm NordLink den kommerziellen Regelbetrieb auf.[2] Die offizielle Einweihung fand als digitale Feier am 27. Mai 2021 statt. Zu den Rednern gehören unter anderem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihre norwegische Amtskollegin Erna Solberg und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.[27][28]

Verlegungsmethode

Das Seekabel wurde von einem speziellen Kabelverlegungsschiff auf dem Meeresboden verlegt. Ein Hydraulikpflug hob dabei auf dem Meeresboden einen Graben aus, in dem das Kabel eingegraben und mit dem Aushub bedeckt wurde. In Bereichen mit steinernem Meeresboden kann das Kabel durch Steinversenkung geschützt werden. Die exakte Kabelstrecke wurde durch eine umfassende Kartierung des Meeresbodens entlang der voraussichtlichen Kabelstrecke festgelegt.

Auf der 54 Kilometer langen Strecke zwischen Büsum und Wilster wurde das Kabel in der Erde verlegt. Dazu wurde ein 1,6 bis 1,8 Meter tiefer Graben ausgehoben, in den anschließend die beiden Kabelstränge eingelegt wurden. Ein einzelner Strang hat dabei ein Gewicht von 48 kg/Meter, weshalb das Kabel auf Rollen in den Graben eingezogen wurde.[29] Die Verlegung von Erdkabeln stellt besondere Herausforderungen an die Logistik, da im Gegensatz zu Freileitungskabel keine allzu langen Kabelabschnitte transportiert werden können. In diesem Fall hatten die Kabelstücke eine maximale Länge von 1200 Metern, wenn sie zum Transport auf eine Kabeltrommel aufgewickelt waren. Ein mit Kabel beladener Schwertransporter hatte ein Gesamtgewicht von 130 Tonnen.[30] Die einzelnen Kabelabschnitte wurden anschließend mit Muffen elektrisch verbunden und geschützt. Beim abschließenden Verfüllen des Grabens wurden Kabelschutzplatten und Warnbänder in den Boden eingelegt, um das Kabel vor versehentlichen Beschädigungen bei Tiefbauarbeiten zu schützen.

Umwelt

Frühere Untersuchungen an dem Seekabel Swepol ergaben, dass korrekt verlegte und in den Meeresboden eingebettete HGÜ-Seekabel kaum Auswirkungen auf Meerestiere haben. Im Bereich der Konverterstation wird der Gleichstrom wieder in Wechselstrom umgewandelt, der dann per Freileitung zum nächstgelegenen Umspannwerk weitergeleitet wird. Die Stromrichterstationen an Land benötigen Raum und erzeugen Geräusche, die denen eines Umspannwerks und Umspannfelds mit ähnlicher Leistung ähneln – allerdings ist aufgrund der bei der Wechselrichtung entstehenden Oberschwingungen die Geräuschbelastung in den Stromrichtertransformatoren stärker. Hier ist im Inneren der Anlage mit 80–95 dB(A), außerhalb mit 45 dB(A) zu rechnen. Dies war bei der Wahl der Örtlichkeit für den Bau der Stationen von Bedeutung.[31]

Weblinks

Einzelnachweise

  1.  Längstes Offshore-Kabel der Welt verbindet Norwegen und Deutschland. en:former, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  2. ↑ a b Riesen-Seekabel NordLink: Deutschland nutzt Norwegen jetzt als Batterie. In: Spiegel Online. 12. April 2021, abgerufen am 22. Mai 2021.
  3.  Merkel: NordLink ist „Meilenstein für die Energieversorgung“. In: Nachrichten. NDR, 27. Mai 2021, abgerufen am 27. Mai 2021.
  4.  Dirk Kaufmann: Norwegischer Strom im deutschen Netz. Deutsche Welle, 27. Mai 2021, abgerufen am 27. Mai 2021.
  5. ↑ a b c Aufträge für NordLink vergeben. In E&M Daily vom 14.–16. Februar 2015, S. 7
  6. ↑ a b NordLink-Kabel startet: Öko-Strom soll dem Preis folgen. NDR, 9. Dezember 2020, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  7.  Realisierungsvereinbarung über die Planung und Genehmigung des Projekts 500 kV Interkonnektor NordLink zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der DC Nordseekabel GmbH & Co. KG (NOKA), vertreten durch TenneT. (Memento vom 1. November 2014 im Internet Archive; PDF) schleswig-holstein.de; abgerufen am 1. November 2014
  8.  Ab 2020 fließt Strom aus Wind und Sonne durch die Nordsee. Ingenieur.de, 11. Februar 2015, abgerufen am 5. April 2018
  9.  NordLink – TenneT. Abgerufen am 11. Dezember 2019.
  10.  Neue Wege für mehr Grünstrom: Deutsche Bahn sichert sich Wasserkraft aus Norwegen. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 4. August 2021, abgerufen am 7. August 2021.
  11. ↑ a b 1.400-MW-Gleichstrom-Seekabel: BSH genehmigt NordLink-Kabel nach Norwegen. Windkraft-Journal, 12. Oktober 2014, abgerufen am 1. November 2014
  12.  Verordnung (EU) Nr. 347/2013 in der konsolidierten Fassung vom 31. März 2020
  13.  Bau der Stromleitung „NordLink“ geht auf die Zielgerade. In: ZfK Zeitung für kommunale Wirtschaft. VKU Verlag GmbH, 19. Juni 2019, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  14.  Nordseekabel: Habeck hofft auf zügige Investitionsentscheidung. In: E&M Daily vom 5.–7. Juli 2014, S. 5
  15.  Stromautobahn nach Norwegen genehmigt. (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrogeographie, Pressemitteilung vom 10. Oktober 2014; abgerufen am 1. November 2014
  16.  Stromtrasse Nord.Link: Norwegen wird mit Deutschland verkabelt. IWR, 14. Oktober 2014; abgerufen am 1. November 2014
  17. ↑ a b Stromkabel NordLink zwischen Deutschland und Norwegen jetzt im Normalbetrieb. In: BusinessPortal Norwegen. businessportalnorwegen, 12. April 2021, abgerufen am 12. April 2021 (deutsch).
  18.  Erster Spatenstich für Bau der Stromtrasse „NordLink“. In: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 16. September 2016, abgerufen am 16. September 2016.
  19.  Meldung des Portals Offshore-Windindustrie.de. 2. August 2017, abgerufen am 4. August 2017.
  20.  Wolfhart Fabarius: Richtfest für Konverterstation · Deutsch-norwegische Stromverbindung im Zeitplan. In: Täglicher Hafenbericht vom 10. Oktober 2017, S. 3
  21.  Delivery and installation of transformers, Norway ale-heavylift.com, 19. Dezember 2017, abgerufen 21. Dezember 2017
  22.  Tennet verlegt Seekabel Nordlink in der Nordsee. In: Euwid Neue Energie, 4. September 2018, abgerufen am 4. September 2018
  23.  Lange Leitung. In: taz, 20. Juni 2019, abgerufen am 20. Juni 2019
  24.  Nadja Skopljak: Germany and Norway Exchange First Renewable Energy. In: offshorewind.biz. 7. September 2020, abgerufen am 8. September 2020 (englisch).
  25.  Fault during testing of NordLink. Statnett, 9. November 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020.
  26.  Handewitt: Deutsch-dänische Stromautobahn eingeweiht. In: nordschleswiger.dk. Bund Deutscher Nordschleswiger, 22. Oktober 2020, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  27.  Delf Gravert: Einweihung mit Angela Merkel: Stromautobahn Nordlink zwischen Norwegen und Norddeutschland geht in Betrieb. In: shz.de. 21. Mai 2021, abgerufen am 22. Mai 2021.
  28.  Die Mär vom grünen Wunderkabel. FAZ.net
  29.  NordLink-Erdkabel-Erklärfilm (ab 0:04:06) auf YouTube, abgerufen am 10. Januar 2021.
  30.  NordLink-Erdkabel-Erklärfilm (ab 0:03:31) auf YouTube, abgerufen am 10. Januar 2021.
  31.  Andrulewicz et al.: The environmental effects of the installation and functioning of the submarine SwePol Link HVDC transmission line: a case study of the Polish Marine Area of the Baltic Sea. In: Journal of Sea Research, 49, 2003, S. 337–345, doi:10.1016/S1385-1101(03)00020-0

Quelle: Wikipedia

(Der Inhalt ist verfügbar unter CC BY-SA 3.0, sofern nicht anders angegeben.)


Nord-Stream II: Anteilseigner und Finanz-Investoren

Nord-Stream II: Anteilseigner und Finanz-Investoren

 

Die Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG wurde gegründet, um die Pipeline durch die Ostsee zu planen, zu bauen und später zu betreiben. Die Firma hat ihren Sitz in Zug (Schweiz), die Unternehmensanteile werden von der Gazprom international projects LLC, eine Tochtergesellschaft der PJSC Gazprom, gehalten. PJSC Gazprom ist mit einem Anteil von 15 Prozent an der globalen Gasproduktion der größte Gaslieferant der Welt.

Die Nord Stream 2 AG hat mit ENGIE, OMV, Royal Dutch Shell, Uniper und Wintershall Dea Finanzierungs-Vereinbarungen für das Projekt unterzeichnet.

Dem Vernehmen nach lag und liegt der Finanzierungsanteil der Investoren bei jeweils 10 % der erwartenden Baukosten von € 9,5 Mrd., also € 950 Mio pro Investor, wovon bislang etwa € 650 Mio pro Finanzier bereits geflossen sein sollen (!) 

Der Anteilseigner und die Finanzinvestoren von Nord Stream 2 verfügen über einzigartige Erfahrungen in der Erdgasproduktion, beim Bau von Transportinfrastruktur sowie in der zuverlässigen und sicheren Lieferung von Erdgas in die europäischen Märkte.

Quelle

Anmerkung:

Im Zuge der Aussetzung der Zertifizierung von NS 2 werden diese Summen zzgl. voraussichtlicher entgehender Gewinne ein nettes Sümmchen an mutmaßlicher Schadensersatzforderungen ausmachen.

Da wird es wohl auch kaum helfen, wenn hinter verschlossenen grünen Türen über den substantiellen Nutzen einer Umwidmung der wasserstoff-fähigen Pipeline -mutmaßlich ohne eigene Expertise- nachgedacht wird, meint

Ihr Oeconomicus


Vorsichtige Entspannungssignale aus Russland

Vorsichtige Entspannungssignale aus Russland

Wie aus dem Kreml zu hören ist, sind die „Militärübungen“ im Grenzbereich zur Ukraine abgeschlossen und man habe damit begonnen, einige Truppen von den an die Ukraine angrenzenden Militärdistrikten abzuziehen. Bislang ist noch unklar, wie viele Soldaten und militärisches Gerät die Heimreise aus dem Grenzgebiet antreten dürfen.

Damit dürfte der White House Dämonisierungs-Coup in sich zusammenfallen und die erhofften Wechselwirkungen, wie panikgetriebene Kapitalflucht aus Europa in die USA, Sitzverlegungen großer deutscher/europäischer Konzerne und/oder „Hidden Champions“ ins Land der unbegrenzten Traumdeutung um bspw. die zwischenzeitlich auf 7,1% angewachsene Inflation zu drücken, ausgeblieben.

Selbst die manchmal ach so einfaltsreichen Dienste sind mit ihrer Vorhersagen -wie Kiev könnte binnen zwei Tagen fallen, noch während der Olympischen Spiele oder anlässlich des Scholz-Besuches im Kreml könnte Putin „losschlagen“ und 50,000 Zivilisten würden in den Sonnenuntergang reiten, oder dabei zumindest schwer verletzt werden- nun bis ins Mark getroffen.

Selbst der Pressesprecher des State Departments, Edward „Ned“ Price, welcher sich in seiner Märchenstunde gegenüber eigentlich regierungsfreundlichen Pressevertretern darüber ausliess, dass ein angeblich von Russen initiiertes Propaganda-Video über ukrainische Aktionen berichtete, die dem Kreml als Begründung für eine Angriffes dienen sollte, ist dem eigenen Popanz erlegen. Als während der PK der AP-Reporter Matthew Lee diesbezüglich nachfragte, wo denn das freigegebene Material mit eindringlichen Bildern falscher Explosionen, Leichnamen, Trauernden und zerstörtem Kriegsgerät sei, entgegnete Price Das habe ich eben vorgetragen.

Zugegeben, als ich diese Info aus einer mir nicht näher bekannten Quelle zur Kenntnis nahm, hatte ich -vielleicht so wie Sie, liebe Leser:innen- einige Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Darstellung. Eine weitere Stunde später fand ich nachfolgenden Video-Clip mit Original-Sequenzen aus der PK:

Gesamtdauer des Clips: 25:17 Min

Der geschilderte Sachverhalt findet sich an nachfolgenden Stellen des Clips:

Min 3:20 – 4:33

Min 5:35 – 6:13

Min 7:04 – 7:14

Min 7:29 – 7:50

Min 7:50 – 9:31

Min 9:44 – 10:12

Min 10:38 – 11:06

Min 12:29 – 12:57

Min 13:12 – 15:18

Min 16:16 -16:41

Min 17:10 – 18:30

Min 19:17 – 19:58

Min 20:40 – 21:11

Min 21:59 – 23:30

Min 23:25 – 24:05 

Diesen fast unglaublichen Vorgang möchte ich nicht weiter kommentieren.

Ihr Oeconomicus

 

korrespondierend:

Chronik zum Ukraine-Konflikt

Prof. Christian Rieck – Spieltheoretische Analyse der Positionen im Ukrainekonflikt

 

 

 


Zer­stö­re­ri­sches Poten­tial für den Ver­fas­sungs­staat

Zer­stö­re­ri­sches Poten­tial für den Ver­fas­sungs­staat

Sollte das BVerfG durch verfassungsrechtliche Abstinenz der Politik einen Dienst erweisen haben wollen, so hat es viel Schaden angerichtet, meint Oliver Lepsius. Warum Kommentare die Entscheidung nicht zitieren sollten. 

Gastkommentar von Prof. Dr. Oliver Lepsius, LL.M. (Chicago) vom 03.12.2021

Anmerkung

Eine hochspannende Analyse, die (hoffentlich) bei Verfassungsrechtlern, Volljuristen UND Politikern aus dem Fachbereich, die in dieser Entscheidung einen Freibrief für künftige Grundrechtsbeschränkungen sehen, für erfrischende Erkenntnisse sorgen mag, wünscht sich

Ihr Oeoconomicus

korrespondierend

Corona und die Grundrechte. Urteil zur Bundesnotbremse (Interview mit Prof. Lepsius)

Ist das BVerfG Urteil zu den Grundrechtseinschränkungen ein Skandal? Wie funktioniert Verfassungsrecht überhaupt? Wie sind die Zusammenhänge mit der (ursprünglich mathematischen) Spieltheorie? Diesen Fragen gehen wir in diesem Interview nach.

Kleiner Tipp:
Man beachte gewisse Analogien zwischen spieltheoretischen und verfassungsrechtlichen Überlegungen
(Beitrag revised am 12. Dez. 2021, 17:59h)