Gasbohrungen in den Niederlanden: Wenn die Erde bebt


Map of Natural Gas concessions of the NAM/Shell in the Netherlands
[CC – Author: MJSmit (talk)]

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Gasbohrungen in den Niederlanden: Wenn die Erde bebt
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Kaum ein Land in Europa fördert so viel Erdgas wie die Niederlande. Doch die Bohrungen verursachen immer neue und immer stärkere Erdbeben in der dicht besiedelten Region. Viele Hauseigentümer klagen über Risse in Dächern und Wänden und fordern ein Umdenken.
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Groningen Gas Field
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follow-up, 03.03.2015
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Erdbebengefahr: Gasfeld Groningen lässt Gaspreise steigen
Trotz Ukraine-Krise ist der Gaspreis im letzten dreiviertel Jahr deutlich gefallen. Im Sommer 2014 lag er bei 25 Euro je Megawattstunde, Ende des Jahres nur noch bei 20 €/Mwh. Nun zeigen sich wieder Aufwärtsbewegungen. Grund dafür ist eine Verknappung des Angebots. Denn der größte Gasproduzent Europas – die Niederlande – hat ein Problem. Die Gasförderung hat nämlich Nebenwirkungen: Erdbeben, die eine Stärke von bis zu 3,2 auf der Richterskala erreichen können. Die Anwohner rund um das Gasfeld in der Provinz Groningen sind die Leidtragenden. Insgesamt 25.000 Bürger meldeten Schäden, 50.000 Wohnungen mussten verstärkt werden und 24 historische Kirchen sind betroffen. Mit der Zeit sind die Probleme immer gravierender geworden. Mitte der achtziger Jahre belief sich die Zahl der Erdbeben auf zehn bis zwanzig pro Jahr, mittlerweile sind es an die 100.
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ENVERSUM
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follow-up, 21.02.2015
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Untersuchungsbehörde rügt sorglose Gasförderung in Groningen
Zu lange hätten Industrie, politische Entscheider und staatliche Aufsichtsstellen die förderbedingten Erdbeben im Groninger Gasfeld auf die leichte Schulter genommen. Die Fürsorge für die Bevölkerung, die Beachtung der öffentlichen Interessen seien eklatant vernachlässigt und das Vertrauen der betroffenen Bewohner verspielt worden. Das befindet die niederländische Untersuchungsbehörde für Sicherheit in ihrem am Mittwoch vorgestellten Untersuchungsbericht und fordert sowohl die NAM, ein Konsortium von ExxonMobil, Shell und der niederländischen Regierung, als auch die zuständigen Ministerien und die Bergaufsicht auf, die öffentliche Sicherheit endlich angemessen zu berücksichtigen.
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bohrplatz.gegen-gasbohren
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follow-up, 21.12.2014
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Protest against gas drilling in Groningen at Grote Markt
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follow-up, 17.12.2014
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Minister visits earthquake-damaged homes in Groningen
Economic affairs minister Henk Kamp has been visiting Groningen on Wednesday to assess for himself the damage caused by earthquakes. On Tuesday, Kamp announced a further reduction in natural gas extraction in the province in an effort to lower the intensity of the quakes, which are causing considerable structural damage to thousands of homes.
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DutchNews
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Die Rufe nach Selbstbestimmung werden lauter!

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„Accept our exit-decision and hit the road right away
unchained and unprisoned, what a glorious day!
Independent again, enjoying freedom – liberty – peace
recalls about you sounds like painful disease!“
(© Lyrik-Versuch des Autors)
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Die Ode an die Freude könnte mit solcher oder ähnlicher Lyrik holländische (vielleicht auch britische) EU-Kritiker zu Ovationen anregen, wenn … ja wenn es tatsächlich gelänge, die lauter werdenden Rufe nach Selbstbestimmung mit entsprechendem Referendum umzusetzen.
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Nach David Cameron’s Ankündigung, bis Ende 2017 ein Referendum zur Zukunft Großbritanniens in der EU durchführen zu wollen, starteten neun euroskeptische Akadademiker eine Bürgerinitiative, um einen entsprechenden Volksentscheid in den Niederlanden zu erwirken.
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Um die vom niederländischen Volk gewählte Zweite Kammer des Parlaments zu zwingen, sich mit der Forderung nach einem Referendum auseinanderzusetzen, muss das Burgerforum-EU insgesamt 40,000 Unterschriften vorlegen.
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Von den Initiatoren der Bürgerbewegung ist zwischenzeitlich zu hören, dass bereits Tausende dem Aufruf gefolgt seien um sich der Petition anzuschließen.
Per 10.02. Stand 24:00 Uhr sind nach Informationen der Initiatoren bereits mehr als 5,000 Unterschriften eingegangen.
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Bereits 2005 hatte die demokratiebewußte niederländische Bevölkerung mit einem Votum von über 60% den EU-Verfassungsvertrag gestoppt.
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Nach einer zweijährigen, von zunächst geschockten europäischen Staats- und Regierungs-Chefs verordneten „Reflexions-Phase“ kam es am 13. Dezember 2007 zur Unterzeichnung des nunmehr als Reformvertrag deklarierten Lissabon-Vertrags, zu dessen Ratifizierung ausdrücklich kein europaweites Referendum (Ausnahme: Irland) vorgesehen war.
Dies zeigt sehr deutlich die Verbissenheit beim Kampf um eine gewollte Perpetuierung des EU-Demokratiedefizits und der Volksferne ihrer politischen Machteliten auf!
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Es ist zu erwarten, dass die Meister heterodoxer Schach-Strategien alle denkbaren Winkelzüge ausführen werden, um die Initiatoren des geforderten niederländischen Referendums zu diskreditieren, oder auf andere Weise dafür sorgen werden, die von manchen Selbstdenkern gefühlte Leibeigenschaft von Brüsseler Cesaren zu manifestieren.
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Wünschen wir der niederländischen Bürgerbewegung den erhofften Erfolg, welcher den Ruf nach Selbstbestimmung in anderen europäischen Regionen noch verstärken könnte.
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Ihr Oeconomicus

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Pressestimmen

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‚De euro is helemaal niet goed voor onze welvaart‘
De Volkskrant
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Onherroepelijk richting een federale unie. Ook wij eisen een referendum!
NRC
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Initiatoren des Niederländischen BURGERFORUM-EU:

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Thierry Baudet, Autor von „Der Angriff auf den Nationalstaat“ (Rezension)
Aufsatz des Rechtswissenschaftlers und Historikers Thierry Baudet: „Die Frage lautet, wann die EU stirbt“
DIE WELTWOCHE, 13.12.2012
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Jan Bennink, Kolumnist und Werbefachmann
Die Ankündigung der EZB, künftig Staatsanleihen in unbegrenztem Ausmaß aufzukaufen, kommentierte der „Volkskrant“-Kolumnist an die Adresse des EZB-Rat-Mitglieds Klaas Knot gerichtet:

 

„Wir werden uns erinnern, Klaas. Es war unser Geld, mit dem Du dort gespielt hast.“
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Prof. Dr. Paul Cliteur, Autor von „The Secular Outlook
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Auszug:

 

Die Bedeutung, die Religion für viele Menschen hat, ist von allen anerkannt, und die Freiheit der Religion ist eines der Grundrechte des Menschen.
Dass diese Religion auch Nachteile hat, ist jedoch sehr viel schwieriger zu diskutieren. Denn Religion widersetzt sich im Prinzip der Kritik.
Die dunkle Seite der Religion, wie Heilige Kriege, Bücherverbrennungen, Unterdrückung und andere Dinge, die in unserer Zeit keinen guten Ruf haben, werden daher verworfen als „nicht-religiös.“
Die Überzeugung, dass Religion per Definition gut ist, führt zum Leugnen negativer Seiten. Falls ein bestimmtes Verhalten schlecht ist, ist es per Definition nicht religiös. Diese Überzeugung ist nicht nur üblich unter Gläubigen, sondern auch bei vielen Ungläubigen. Sie sagen, zum Beispiel, dass die Politik der Christlichen Demokratie (CDA), die zu einem Anstieg der Armut geführt hat „nicht christlich“ sei, und appellieren zugleich an selbstsüchtige christliche Politiker, sich christlich zu verhalten.
Quelle
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René Cuperus, Autor von „Den Weltbürger gibt es nicht
Im Zeitalter der Angst, Aufsatz von René Cuperus zu Tony Judts kluger Streitschrift gegen den linken Konformismus
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Arjan van Dixhoorn, Historiker
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Ewald Engelen, Professor of Financial Geographie
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Pepijn van Houwelingen, Ökonom
van Houwelingen regt sich über das Wohlstands-Argument „Ohne den Euro werde dem Land seine Wirtschaft wegbrechen“ auf und findet:
Je dreister die Lüge, desto größer ihre Überzeugungskraft!
van Houwelingen weiter:

 

Seht auf die Schweiz — ein Land wie die Niederlande, mit starkem Export in die EU und einer großen Finanzbranche — oder Norwegen.
So gesehen kann man sich langsam fragen, ob die Aussage, der Euro und die europäische Integration seien gut für unseren Wohlstand, nicht eine „große Lüge“ ist:
Eine Aussage, die so weit von der Wahrheit entfernt ist und doch mit so viel Überzeugung und Brutalität gepredigt wird, dass man, im Gegensatz zu einer kleinen Lüge, gar nicht mehr glauben kann, dass sie unwahr sein könnte.
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Arjo Klamer, Professor der Kulturwirtschaft
ausgewählte Veröffentlichungen von Prof. Klamer
Besonders bemerkenswert ist nach meiner Einschätzung Klamer’s Aufsatz: „The mode of financing matters – What is the right thing to do?
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Piet Moerman, emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre
Beeindruckender Aufsatz von Prof. Moerman:
„The Economic Constellation and Sciene are shedding their feathers – What will be the new plumage? – A few provisional thoughts“
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Joost Niemoller, Journalist
Niemoller’s Blog
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Alex Sassen von Elsloo, Journalist (De Financiële Telegraaf)
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Twan Tak, emeritierter Professor für Verfassungsrecht
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Jos Teunissen, Professor für Verfassungsrecht
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Ad Verbrugge, Philosoph
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Tom Zwart, Professor für Menschenrechte

Referendum zum EU-Austritt gefordert

Niederländische Professoren starten Referendum

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Nach dem Erstarken ernstzunehmender Widerstände in Großbritannien, Italien, Österreich schlagen nun auch Intellektuelle in den Niederlanden Alarm und wollen durch eine Unterschriften-Aktion ein EU-Referendum herbeiführen.
Die Niederlande würden unweigerlich in einen zentralisierten europäischen Staat gezwungen, ohne ihn auch nur indirekt beeinflussen zu können, lautet der Vorwurf.
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„Als Bürger in einer der ältesten, freien und unabhängigen Staaten dieser Welt, verlangen wir ein Referendum“
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heißt es in einem Bericht des NRC Handelsblad, der eine Stellungnahme von neun niederländischen Universitätsprofessoren zitiert.
DMN

Niederlande: Tiefe Einschnitte der neuen Regierung angekündigt

Niederlande:
Tiefe Einschnitte der neuen Regierung angekündigt

Die neue Regierung in den Niederlanden aus der konservativen „Volkspartij voor Vrijheid en Democratie“ (VVD) und der sozialdemokratischen „Partij van de Arbeid“ (PvdA) befolgt streng die Regeln des Neoliberalismus.
Zu den vor den letzten Wahlen bereits beschlossenen Kürzungen, die einen Umfang von € 30 Mrd. hatten und auf die sich die niederländischen Parteien mit der damaligen Regierung einigten, kommen weitere Einschnitte in Höhe von € 16 Mrd. durch die neue Regierung hinzu.
Die Kürzungen betreffen alle Bereiche des Staatshaushalts sowie die sozialen Sicherungssysteme. Zu den Maßnahmen gehört auch, dass man die Mieten anheben und dann die öffentlichen Wohngesellschaften besteuern will.
Auf diese Weise soll das Geld in die Taschen der Regierung fließen. Für die Bereiche Bildung und Gesundheit stehen schwerwiegende Einschnitte auf dem Plan.
Die Menschen werden einen viel größeren Anteil für ihre medizinische Versorgung selbst zahlen müssen.
536.000 Menschen sind erwerbslos und diese Zahl steigt. Das Renteneintrittsalter wird angehoben. Für Menschen, die von der Frühverrentung Gebrauch gemacht haben, ist diese Maßnahme besonders hart.
Die Einkommenslücke die dadurch zwischen ihrem einbezahlten Rentenbeitrag und dem, was sie an Rente ausgezahlt bekommen, liegt, beläuft sich auf zwei Jahre! Sie werden kein Einkommen zur Verfügung haben. Ältere Menschen, die bis zum Beginn ihrer Rentenzahlung Erwerbslosengeld beziehen, werden durch diese Maßnahme ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.
[..]
weiter bei Sozialismus.Info

Land unter hinterm Deich

Land unter hinterm Deich

Der Rückgang der Hauspreise in südlichen Ländern der Euro-Zone hält unvermindert an. Weitgehend unbeachtet fallen aber auch in den Niederlanden die Immobilienpreise mit rasantem Tempo. Für das Gesamtjahr schätzt die Rabobank einen Rückgang um 6% und sieht keine Besserung im kommenden Jahr.
Für die hochverschuldeten Niederländer stehen schmerzhafte Zeiten bevor…
Als Begründung für die schwache Entwicklung machen die Analysten der Rabo die Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen aber auch die sinkenden Realeinkommen verantwortlich. Vor allem der zweite Punkt verdeutlicht die Unmöglichkeit, strukturelle Probleme mit Notenbank-Experimenten zu lösen.

(Rabobank) „The proposed housing market measures, together with general austerity plans, are expected to lead to downward pressure on house prices in 2013. In the first place, the cutbacks will result in a decline in purchasing power and hence reduced borrowing capacity. This means households will have less money to spend on buying a house. Secondly, the specific housing market regulations will put extra downward pressure on households’ disposable incomes.“

Das Ausmaß des Preisrückgangs ist bemerkenswert. Im dritten Quartal beschleunigte sich die Abwärtstendenz auf eine Jahresrate von minus 8%, der stärkste Sturz seit der Auflegung des Hauspreis-Index im Jahr 1995. Seit dem Top vor vier Jahren beläuft sich der Rückgang auf nominal 15,6%, inflationsbereinigt steht ein Minus von mehr als 20% in den Büchern. Die Beschleunigung des Verfalls zeigt sich deutlich beim Vergleich mit dem Rückgang zu Beginn der europäischen Malaise. Seither sind die Preise in jedem Quartal gefallen.
[…]
Bankhaus Rott + Frank Meyer
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Anmerkung
Diese Entwicklung wird bei den Niederländern so richtig Lust auf mehr Europa auslösen. Nach dem Duktus des freundlichen Herrn von Rompuy leiden die Betroffenen des Hauspreis-Verfalles im Dienst einer größeren Sache und haben den Trost, dass sich Ihre Schmerzen für die EU letztlich lohnen.
TOLL!

Ihr Oeconomicus


Niederlandes Defizit steigt

„Musterknabe“ bekommt Probleme
Niederlandes Defizit steigt

Junckers Nachfolger als Chef der Eurogruppe soll der niederländische Finanzminister Dijsselbloem werden. Allerdings kämpft dieser derzeit an der „Heimatfront“ mit Problemen: Das Haushaltsdefizit fällt im kommenden Jahr wohl deutlich höher als bisher erwartet. Kein guter Zeitpunkt für den „Musterknaben“ der Eurozone.
[…]
N-TV

Niederlande fordert Euro-Notausgang

Niederlande fordert Euro-Notausgang
Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat sich als Konsequenz aus der Schuldenkrise für eine Ausstiegsklausel aus der europäischen Währungsunion ausgesprochen.
„Wir wollen durchsetzen, dass ein Land die Eurozone verlassen darf, falls es das wünscht.
Die Niederlande sind bereit, dazu die EU-Verträge zu korrigieren.“
N-TV