Steuerhinterziehung: Vize-Präsident des griechischen Parlaments soll fast 2 Mio Euro zahlen

Steuerhinterziehung: Vize-Präsident des griechischen Parlaments soll fast 2 Mio Euro zahlen
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Der amtierende Vize-Präsident des Parlaments in Griechenland soll wegen einer 1999 begangenen Steuerhinterziehung fast 2 Mio Euro zahlen.
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Laut der griechischen Zeitung “Ta Nea” ist der (am 06 Februar 2015 in sein Amt eingesetzte) Vizepräsident des Parlaments, SYRIZA-Abgeordnete und Jurist (Arbeitsrechtler) – Akademiker Alexis Mitropoulos aufgefordert, wegen einer Steuerhinterziehungssache aus dem Jahr 1999 eine Geldstrafe in Höhe von 1.940.000 Euro zu zahlen.
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Wie die Zeitung schreibt, gutachtete die Direktion für Steuerprüfungen des Finanzministeriums endgültig, es gebe keinerlei Verjährung in seiner Sache, und somit habe er die Gesamtsumme der festgestellten Geldstrafe an das zuständige Finanzamt zu entrichten.
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Griechenland-Blog

Steuerschock für Vermieter, Arbeitslose und Studenten in Griechenland

Gemäß der neuen Steuerordnung in Griechenland
werden Steuerpflichtige mit minimalen Einkünften auf Basis fiktiver Einkommen als Unternehmer besteuert.
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Zehntausende Eigentümer vermieteter Immobilien und Arbeitnehmer mit “Quittungsblock”, die in diesem Jahr sehr geringe Einkommen erzielten, sowie ebenfalls auch zigtausende Studenten und nicht bei dem Arbeitsamt (OAED) registrierte Arbeitslose, die 2014 gelegentlich mit irgend einer Aktivität beschäftigt waren und ärmliche Vergütungsbeträge bezogen, werden dafür im Jahr 2015 utopische Steuerbeträge zu zahlen aufgefordert sein. Ihre Einnahmen werden als Einkommen aus einer unternehmerischen Tätigkeit eingestuft und entsprechend besteuert werden.

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Die neue Einkommensteuerordnung (Gesetz N. 4172/2013) sieht für alle diese Kategorien Steuerpflichtiger ein unglaublich belastendes Besteuerungssystem vor, gemäß dem die Einkommensteuer mit vernichtenden Steuersätzen von 26% bis 40,3% auf fiktiv veranschlagte Einkommen aus einer imaginären unternehmerischen Tätigkeit erhoben wird. So wird beispielsweise ein Student, der sich mit Schreibarbeiten ein kleines Taschengeld von monatlich 50 Euro erarbeitet, höher besteuert als sein Dozent, der diesen Betrag an einem Tag verdient.
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Griechenland-Blog

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Anmerkung
Wasser auf die Syriza-Mühlen von Alexis Tsirpas ?
Angesichts solcher und ähnlich kruder Ausbeutung des Volkes ist -wie schon so häufig in diesem Blog dargestellt- die Zeit überreif, dass sich das Land von dem für sie ‚lebenden Leichnam‘ Euro final verabschiedet und damit die unselige Perspektivlosigkeit beendet.
Am 25. Januar werden wir wissen, ob sich die griechische Bevölkerung wie ein Selbstmörder verhalten möchte, der von einer Brücke springt und sich während des freien Falls mit den Worten „Es ist ja noch nichts passiert“ weiterhin dem Selbstbetrug hingibt.
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Ihr Oeconomicus

Wer 2015 in Griechenland mehr Steuern zahlen wird

Besteuerung von Mieteinnahmen

Geringere Steuern zu entrichten werden die Steuerpflichtigen aufgerufen sein, die ausschließlich Einkommen aus Immobilien haben. Der Steuersatz für die ersten 12.000 Euro des Einkommens aus Mieten mag von 10% auf 11% angehoben worden sein, parallel entfällt jedoch die Zusatzsteuer von 1,5% oder 3%, die bisher erhoben wurde, wenn die Fläche einer Wohnung 300 qm übersteigt oder es sich um eine gewerbliche Vermietung handelt. Ebenfalls wird auf Einkommen aus Immobilien (sprich Mieteinnahmen) fortan nicht mehr die Steuervorauszahlung von 55% erhoben.

Wie bereits vorstehend erwähnt wurde, werden von der augenscheinlich resultierenden Steuersenkung jedoch praktisch hauptsächlich Steuerpflichtige mit hohen Einkommen aus Mieteinnahmen profitieren, während speziell die Steuerpflichtigen, die nur geringfügige Mieteinnahmen haben, sich infolge ihrer “fiktiven” Veranlagung mit Steuerforderungen konfrontiert sehen werden, die in etlichen Fällen die (realen) Mieteinnahmen um bis zu einem Vielfachen übersteigen werden!

Besteuerung als … “Selbständige”

Beispiel: Ein Steuerpflichtiger mit einem jährlichen Einkommen aus abhängiger Lohnarbeit von 7.000 Euro und einem “Quittungsblock-Einkommen” von 4.000 Euro, das er von einem einzigen (anderen) Arbeitgeber erhielt. Gesamteinkommen: 11.000 Euro. In diesem Jahr wählte und wurde er für die Summe seines Einkommens mit der Steuerskala für Arbeitnehmer besteuert und die von ihm entrichtete Steuer erreichte 320 Euro, während er mit einer Gewerbeabgabe von 500 Euro belastet wurde. Seine Gesamtbelastung für das 2013 erworbene Einkommen betrug folglich 320 Euro.

2015 wird das aus abhängiger Lohnarbeit herrührende Einkommen von 7.000 Euro mit der Steuerskala für Arbeitnehmer und das Einkommen von 4.000 Euro mit der Steuerskala für Selbständige besteuert werden, also:

  • Steuer für das Einkommen aus abhängiger Lohnarbeit: 0
  • Steuer für das Einkommen aus “Quittungsblock”: 1.040 Euro
  • Gewerbeabgabe: 650 Euro.
  • Steuerliche Gesamtbelastung: 1.690 Euro.
  • Anstieg der steuerlichen Belastung: 106%!
Steuerpflichtige Sachleistungen

Sachleistungen, die besteuert werden, sofern ihr Wert insgesamt 300 Euro im Jahr übersteigt:

  • Einkaufgutscheine und Coupons.
  • Gutschriften (über 6 Euro pro Tag), die gratis für den Kauf von Gütern oder die Inanspruchnahme von Dienstleistungen von angeschlossenen Geschäften ausgegeben werden.
  • Firmenkreditkarten. Nur für die Aufwendungen, die sich auf persönliche oder familiäre Ausgaben beziehen.
  • Ermäßigungen bei elektrischem Strom, Wasser, Telefon.
  • Zahlungen von Arbeitgebern direkt an Dritte. Nachhilfeschulen, Schulen, Kindergärten, Feriencamps, Beiträge an Fitnesszentren, Clubs, Übernahme von Arztkosten (check up).
  • Ausgaben für Tagungen und Konferenzen, die sich nicht auf den Gegenstand ihrer Arbeit oder das Niveau der Position bezieht, die sie inne haben.
  • Der Vorteil, der sich für das Personal privater Bildungseinrichtungen dadurch ergibt, dass ihre Kinder diese kostenlos oder gegen reduzierte Schulgelder besuchen. Ausgenommen sind die Stipendien.
  • Mobiltelefone. Die Kosten der von den Firmen gebuchten Nutzungsprogramme werden übernommen und nicht besteuert. Die darüber hinausgehenden Kosten können von der Buchhaltung des Unternehmens in private und persönliche aufgeteilt werden. Wird geurteilt, dass ein Teil des darüber hinausgehenden Betrags oder die Gesamtheit sich auf persönliche Telefonate bezieht, werden – sofern der Arbeitgeber die gesamte Rechnung bezahlt – die Kosten der privaten Telefonate nebst MwSt. und den anteiligen Grundgebühren als Sachleistung betrachtet und versteuert. Falls die Differenzierung nicht möglich ist oder der Arbeitgeber aus irgendeinem Grund nicht zu dieser Differenzierung schreitet und keine einschlägige Bescheinigung erteilt, gilt der über die Grundkosten des Nutzungsprogramms hinausgehende Betrag als Sachleistung.
Besteuerung von Sachleistungen unabhängig von ihrem Wert

Zu den Sachleistungen, die unabhängig von ihrem Wert besteuert werden, zählen:

  • Firmenwagen: 30% der Abschreibungskosten, Kfz-Steuern, Reparatur- und Wartungskosten sowie auch der Kosten der Kauffinanzierung oder des Leasings werden als Einkommen aus abhängiger Lohnarbeit besteuert.
  • Kredite. Die Vorauszahlung des Lohns von mehr als drei Monaten gilt als Kredit. Als Einkommen wird die Differenz zwischen den auf Basis des durchschnittlichen Marktzinssatzes veranschlagten und den Zinsen angerechnet, die der Arbeitnehmer ggf. gezahlt hat.
  • Vorzugsrechte für den Erwerb von Aktien. Die sogenannten “stock options” werden als Einkommen aus abhängiger Lohnarbeit betrachtet, jedoch nicht in ihrem Gesamtwert. Als Einkommen gilt der Gewinn, den der Arbeitnehmer bei Erwerb der Aktien macht.
  • Wohnungen. Die von dem Arbeitgeber für eine Arbeitnehmermietwohnung gezahlte Miete gilt als Einkommen des Arbeitnehmers. Wenn die Wohnung dem Arbeitgeber gehört, macht das Einkommen 3% des Einheitswerts der Immobilie aus.
Obligatorische Beibringung von Quittungen über Konsumausgaben

Änderungen sind für die diesjährigen Einkommen auch bei der Maßnahme bezüglich der Quittungen eingetreten. Um die (ausschließlich Arbeitnehmern und Rentnern!) eingeräumte Steuerermäßigung von 2.100 Euro (sprich den sich daraus praktisch ergebenden Steuerfreibetrag von bis zu 9.550 Euro ergebenden) sicherzustellen, müssen Arbeitnehmer und Rentner Quittungen über Konsumausgaben sammeln, die 10% des deklarierten und steuerpflichtigen Einkommens entsprechen und sich – je nach Einkommen – auf einen Gesamtbetrag von bis zu 10.500 Euro belaufen. In diesem Zusammenhang müssen die Steuerpflichtigen wissen:

1. Die Verpflichtung zur Sammlung von Quittungen über Konsumausgaben gilt nur für die aus abhängiger Lohnarbeit herrührenden Einkommen. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer oder Rentner, die Einkommen auch aus anderen Quellen – wie beispielsweise aus Mieten – haben, Quittungen nur für den Teil des Einkommens brauchen, der aus abhängiger Lohnarbeit herrührt. Wenn beispielsweise ein Rentner 6.000 Euro aus der Rente und 3.600 Euro aus Mieten hat, müssen die zu deklarierenden Quittungen auf (6.000 x 10%) 600 Euro lauten.

2. Sammeln sie mehr Quittungen, haben sie keinerlei Vorteil. Wenn dagegen der Betrag der beigebrachten bzw. deklarierten Quittungen über Ausgaben des Steuerpflichtigen niedriger als der geforderte Gesamtbetrag ist, wird auf die Differenz eine Steuer von 22% erhoben. Beispielsweise sind für ein Einkommen von 40.000 Euro Quittungen über 4.000 Euro erforderlich. Reicht der Steuerpflichtige Quittungen über nur 2.000 Euro – also 2.000 Euro zu wenig – ein, wird er abgesehen von der zu entrichtenden Steuer (für den Teil des Einkommens, für den er den Steuerfreibetrag verliert!) mit einer zusätzlichen Steuer von weiteren 2.000 Euro x 22% = 440 Euro belastet werden.

3. Die beigebrachten Quittungen müssen sich auf bestimmte Güter und Dienstleistungen beziehen, und zwar konkret (Achtung, die Auflistung ist nicht vollständig!):

  • Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke.
  • Alkoholische Getränke und Tabakprodukte.
  • Kleidung und Schuhwerk.
  • Behausung (nur die Dienstleistungen und Artikel für Wohnungsreparaturen und Instandhaltung).
  • Dauergüter, Haushaltsartikel und Dienstleistungen.
  • Beförderung (nur Sachtransporte, Wartung und Reparatur von Autos / Motorrädern, Ersatzteile, Treibstoff, Schmiermittel, Frostschutzmittel und Taxikosten).
  • Freizeit, kulturelle Aktivitäten (nicht berücksichtigt werden die öffentlichen Fernseh- und Rundfunkgebühren und Beiträge an Mitgliederkanäle).
  • Bildung (nur Schulgelder für Nachhilfe und Fremdsprachenschulen).
  • Hotels, Cafés, Restaurants.
  • Sonstige Güter und Dienstleistungen (nicht berücksichtigt werden die Ausgaben für jede Art von Versicherungen).

Ergänzend sei angemerkt, dass “Steuerausländern” der (Einkommens-) Steuerfreibetrag für Arbeitnehmer / Rentner grundsätzlich nicht zugestanden wird und sie somit in diesem Zusammenhang auch keine Belege über Konsumausgaben sammeln müssen, zumal sie von den “Einkommensindizien” zumindest so lange ausgenommen sind, wie sie in Griechenland keinerlei “reale” Einkommen (also auch nicht aus Mieteinnahmen, Kapitalerträgen / Zinsen usw.) haben.

Quelle: Imerisia – Übersetzung: Griechenland-Blog

Millionen Bürger als Geiseln des Troika-gesteuerten Finanzamts

2,6 Millionen Bürger in Griechenland sind Geiseln des Finanzamts, während die fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus mit schwindelerregenden Rhythmen zunehmen.

Die fortwährenden Steuererhöhungen, die drastischen Kürzungen bei Löhnen und Renten, die Arbeitslosigkeit und die in den letzten vier Jahren erfolgten Unternehmensschließungen haben in Griechenland Millionen Haushalte und Unternehmen in eine wirtschaftliche Sackgasse geführt, womit sie nicht nur ihre Verbindlichkeiten nicht fristgemäß zu zahlen, sondern auch nicht einmal in die Zahlungsregelungen aufgenommen zu werden und diesen zu entsprechen vermögen, um ihre Schulden in Raten zu tilgen.

Bezeichnend ist, dass seit Anfang 2010 die fälligen Verbindlichkeiten an den griechischen Fiskus um 33,75 Mrd. Euro gestiegen sind. Ihre Aufblähung inmitten der Krise “erstickt” die reale Wirtschaft und setzt der Bemühung um einen Aufschwung ernsthafte Hindernisse entgegen, zumal die Schuldner in der Angst vor der Pfändung ihrer Vermögenswerte leben. Die Pfändungsbescheide nehmen fortan den elektronischen Weg und werden zur Veranlassung … alles weiteren mit einem Rhythmus von 4.000 Bescheiden pro Tag an die Banken verschickt.

Steuerschulden nehmen jeden Monat um 1 Mrd. Euro zu

Unter diesem Prisma scheint die Einführung eines neuen Modells der Schuldenregulierung mit 48 bis 72 Monatsraten eine Einbahnstraße darzustellen, damit es ermöglicht wird, dass in einem beschwerten wirtschaftlichen Umfeld Verbindlichkeiten in vielen und kleinen Raten getilgt werden. Detaillierter scheinen die fortwährenden Erhöhungen der Steuersätze in den Jahren der Memoranden in Kombination mit den chronischen “Krankheiten” des Beitreibungsmechanismus des Finanzministeriums die beiden Hauptgründe für die Aufblähung der fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus seit 2010 und nachfolgend um ungefähr 10 Mrd. Euro pro Jahr darzustellen.

Von 33,5 Mrd. Euro gegen Ende 2009 begannen die unbeglichen gebliebenen Schulden nach dem Beginn des Memorandums steil zu steigen und gelangten bei 52,5 Mrd. Euro gegen Ende 2012, bei 62,55 Mrd. Euro gegen Ende 2013 und bei 67,25 Mrd. Euro gegen Ende Juli 2014 an. Innerhalb von 4,5 Jahren “schwollen” sie also um 33,75 Mrd. Euro bzw. 100,7% an. Zur selben Stunde verzeichnete die Anzahl der Steuerpflichtigen, die dem Finanzamt Geld schulden, einen dramatischen Anstieg um 271,4%. Von 700.000 Personen, die sie Ende 2009 zählten, erreichten sie im Frühjahr 2014 rund 2,6 Millionen.

In einem Zeitraum von 18 Monaten (ab 01 Januar 2013 bis 30 Juni 2014) tangierten die “frischen” fälligen Verbindlichkeiten 14 Mrd. Euro, mit der Folge, dass der Gesamtbetrag der (neuen und alten) fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus inzwischen den Betrag von 67,2 Mrd. Euro überstiegen und einen weiteren Rekord gebrochen haben. Das ungeheure “Reservoir” der fälligen Verbindlichkeiten “schwillt” gefährlich an, da die unbezahlten Steuern jeden Monat um fast 1 Mrd. Euro zunehmen.

Golgatha steht noch bevor – bis Ende 2014 sind 11 Mrd. € zu zahlen

Fast einer von drei Steuerpflichtigen in Griechenland hat offene Rechnungen mit dem Finanzamt. Ab Ende des Monats (Juli 2014) werden die Dinge für die Haushalte noch schwieriger, da sie dem Finanzamt aufgelaufene Steuern für ihre Einkommen und ihr Immobilienvermögen zu zahlen aufgefordert sein werden. Insgesamt sind bis Ende des Jahres 2014 rund  11 Mrd. Euro für Einkommensteuer, Solidaritäts-Sonderabgabe, Gewerbeabgabe, Luxussteuer (“Besteuerung luxuriöser Lebensführung”), die neue sogenannte “Einheitliche Immobilienbesitzsteuer” (ENFIA), aber auch die im Voraus zu entrichtend Kraftfahrzeugsteuer für das Jahr 2015 zu entrichten.

Der Wirtschaftsstab der Regierung ist inzwischen in “roten Alarm” versetzt worden, da die Beitreibung aller Steuern als ein besonders schwieriges Ziel betrachtet wird. In diesem Rahmen bereitet die Führung des Finanzministeriums sich darauf vor, bei den anstehenden Verhandlungen mit der Troika im September 2014 das Thema der Nachbesserung der Bedingungen der Regelung über die ratenweise Tilgung der Schulden an das Finanzamt auf durch die Erhöhung der Anzahl der monatlichen Raten der pauschalen Regulierung auf bis zu 72 – anstatt wie derzeit geltend 12 – auf den Tisch zu bringen.

Wie die Fakten zeigen, bringen außerdem die beiden im Sommer 2013 gesetzlich etablierten Regelungen den öffentlichen Kassen nur spärliche Ergebnisse ein, welche Entwicklung aufzeigt, dass nur noch wenige Schuldner ihre Schulden zu begleichen vermögen. Gemäß den Daten der Zentrale für Einnahmen sind von den 67,25 Mrd. Euro der fälligen Verbindlichkeiten 2,06 Mrd. Euro, also gerade einmal 3% unter die Regelungen aufgenommen worden. Von diesen 2,06 Mrd. Euro sind bisher nur 665,4 Mio. Euro beglichen worden. Von den 2,6 Millionen Schuldnern sind weniger als 153.000 in die Regelungen aufgenommen worden, welches Fakt das Begehren der Regierung an die Troika bezüglich der Verbesserung der Bedingungen der Regelung und Erhöhung der Anzahl der Monatsraten stärkt.

Durchschnittlich 3 Erlasse pro Tag – das absolute Steuerchaos

Steuerpflichtige, Unternehmer, Finanzbeamte und Buchhalter, die nicht wissen, was sie am nächsten Morgen erwartet, sind in dem Labyrinth zahlloser Gesetze und hunderter interpretierenden Runderlasse “verloren”. Im vergangenen Jahr ergingen im Durchschnitt an jedem Werktag drei Runderlasse. Seit 2010 wurden mehr als 10 Steuergesetzvorlagen von dem Parlament verabschiedet und hunderte Änderungen eingeführt, die bei Einkommen, unternehmerischen Gewinnen und Immobilienvermögen alles auf den Kopf stellten und die Steuerpflichtigen und den Markt auf unangenehme Weise überrumpelten.

In dem selben Zeitraum ergingen hunderte Ministerialbeschlüsse und Runderlasse. Viele Bestimmungen blieben jedoch buchstäblich “auf dem Papier”, da sie nicht in die Praxis umgesetzt wurden, weil sie umgehend modifiziert werden mussten. Die letzten charakteristischen Fälle sind die überproportionalen Geldstrafen für die nicht fristgerechte Zahlung von Steuern und die Nichtausstellung von Quittungen, die im Sommer 2013 eingeführt und nach dem verursachten Sturm der Proteste im Frühjahr 2014 geändert wurden, die Zugewinnsteuer bei den Immobilientransaktionen, von der nach Ratifizierung der einschlägigen Bestimmungen festgestellt wurde, dass sie in der Praxis nicht umgesetzt werden konnte und modifiziert werden musste, aber auch die Bestimmungen bezüglich der neuen “Einheitlichen Immobilienbesitzsteuer” (ENFIA), die am vergangenen Freitag (18 Juli 2014) praktisch in letzter Minute vor der Feststellung der neuen Steuer geändert wurden.

Seit Beginn des Jahres 2014 sind bereits 180 Runderlasse ergangen, die steuerliche Themen klären. Die Finanzbeamten sind außer Stande, die Steuerpflichtigen zu bedienen, da bis zu 23 Tage erforderlich sind, bis ein Runderlass auch auf der letzten Insel angekommen ist, während nur 30% der Gesetze realisiert werden.

  • Innerhalb von 4,5 Jahren stieg die Anzahl der Steuerpflichtigen, die Schulden beim Finanzamt haben, um 271,4% an. Von 700.000, die sie Ende 2009 zählten, erreichten sie im Frühjahr 2014 rund 2,6 Millionen.
  • Die im Jahr 2013 entstandenen fälligen Verbindlichkeiten betragen 7,42 Mrd. Euro, während im ersten Halbjahr 2014 die neuen fälligen Verbindlichkeiten 6,225 Mrd. Euro erreichten.
  • Im Durchschnitt bleiben im Monat 1 Mrd. Euro Steuern von den Steuerpflichtigen unbezahlt. Im ersten Halbjahr des Jahres 2014 entrichteten Millionen Steuerpflichtige Steuern und “Abzocken” in Gesamthöhe von 6,255 Mrd. Euro nicht, während sie auch im Juni 2014 Schulden von über 1 Mrd. Euro unbeglichen ließen.
  • Die fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus stiegen innerhalb von 4,5 Jahren um 33,7 Mrd. Euro bzw. 100,7% an. Somit schossen sie auf 67,25 Mrd. Euro gegen Ende Juni 2014 empor.
Quelle:
Ethnos, Autoren: Kostas Tsachakis, Maria Vourgana – Übersetzung: Griechenland-Blog

Kranidi, die Steueroase auf dem Peleponnes

Kranidi, die Steueroase auf dem Peleponnes
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Kranidi auf dem Peleponnes. Hier leben 5000 Einwohner, die Steuereinnahmen beliefen sich 2010 auf weit mehr als sechs Millionen Euro, viel Geld für griechische Verhältnisse.
Kranidi ist eine Steueroase, Hauptstadt der Offshore Firmen. Das heißt: Die Reichen gründen Scheinfirmen im Steuerparadies Zypern oder Malta. Dann bauen sie hier Villen, tragen sie als Firmensitz ein und zahlen auch hier keine Steuern.
So will es das Gesetz. Der Staat kümmert sich darum nicht. Dabei könnte er mit dem Geld der Reichen wieder Kraft tanken.
Beispiel: Seit zwei Jahren besteuert der Staat Off Shore Firmen mit 15 Prozent– ein Angebot zur Steuer-Amnestie. Nicht alle nutzten es — aber immerhin sprudelten 2010 in Kranidi sechs Millionen Euro in die Kasse.
Ein Traum für Steuersünder: Das Finanzamt Kranidi wird geschlossen, es fusioniert mit dem in Nafplion, zwei Autostunden entfernt. So gibt es noch weniger Kontrollen. 184 Off Shore Firmen sind in der Obhut von Dimitris Kamizis, dem Bürgermeister von Kranidi.
Er weiß angeblich von nichts:

„Diese Unternehmen sind legal, ob sie Steuern zahlen oder nicht, dafür ist die Gemeinde nicht zuständig. Weil nicht die Gemeinden in Griechenland die Steuern einziehen, sondern nur die Gebühren für Reinigung oder Straßenbeleuchtung zuständig sind.“

Kranidi – eine Kleinstadt, wo man als Reicher unerkannt bleiben kann.
Kranidi – eine Kleinstadt , wo das Problem Griechenlands mit Korruption und Vetternwirtschaft besonders deutlich wird.
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