Frankreich will Ausnahmezustand bis zur Wahl verlängern

Frankreich will Ausnahmezustand bis zur Wahl verlängern
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Wie die osterreichische Zeitung „Die Presse“ berichtet, hat Francois Hollande bereits am Dienstag am Rande der Klimakonferenz in Marrakesch angekündigt, den seit dem Anschlag in Nizza geltenden Ausnahmezustand bis zur Präsidentschaftswahl im April 2017 zu verlängern.
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Die erste Runde der Präsidentschaftswahl ist für den 23. April 2017 geplant, die sehr wahrscheinliche zweite Runde für den 7. Mai kommenden Jahres.
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Gibt es ein besseres Signal um der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, welch symbolischer Feuersturm den präsidialen Vorturner bedroht ?
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Man darf gespannt sein, ob und wie die streitbare französische Bevölkerung und Hollandes Herausforderer reagieren werden.
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Vielleicht lösen diese Reaktion bei dem Herrn Präsidenten eben solchen Brechreiz aus, wie Donald Trumps diverse Wahlkampfreden.
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Ihr Oeconomicus
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Wenn Champagner staatstragende Phantasien beflügelt

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Wenn Champagner staatstragende Phantasien beflügelt
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Wer seine Phantasien mal so richtig beflügeln möchte, sollte sich und seiner Herzdame eine Champagner-Verkostung im Herzen des Naturparks Montage de Reims gönnen.
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Mit jenem „Beflügeln“ verbindet Pierre-Emmanuel Taittinger, Inhaber des gleichnamigen Champagnerhauses, dessen Kellerei sich im ehemaligen Benediktinerkloster Saint Nicaise von Reims befindet. ganz besondere Erfahrungen.
Nachdem der traditionsreiche Familienbetrieb als Folge von Erbstreitigkeiten im Jahr 2005 an den amerikanischen Hotel-Konzern Starwood verkauft werden musste, entschloss sich der Neffe von Claude Taittinger ein Jahr später, mit Hilfe des Bankhauses Crédit agricole, das Unternehmen für 660 Millionen Euro zurückzukaufen.
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Durch diesen Erfolg offenbar beflügelt, sorgt nun Taittinger für neue Schwingungen und kündigt an, die kommenden französischen Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden zu wollen.
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Bei der Ankündigung seiner Kandidatur für das Präsidentenamt ließ Taittinger den anwesenden Pressevertretern eine erste Verkostung seiner Überzeugungen zuteil werden:
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„Die Mehrheit der Franzosen wird mich unterstützen, und ich werde in neun Monaten Präsident der Republik sein!“
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Nach Ansicht des Champagnerkönigs befindet sich Frankreich inmitten eines ökonomischen und sozialen Krieges, dem er mit Vollbeschäftigung und einer liberalen Wirtschaftsordnung begegnen will.
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Klingt irgendwie nach selbstbewußter betriebswirtschaftlicher Logik, die sich leider nicht gänzlich zur Linderung volkswirtschaftlicher Problemstellungen eignet. Daneben wird sich herausstellen müssen, ob tatsächlich eine Mehrheit, die sich den prickelnden Champagner-Genuss versagen muss, dem wortgewandten Unternehmer die notwendigen Stimmen leihen wird.
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Damit dem politisch unerfahrene Unternehmer am Spieltisch um die Macht ein Platz eingeräumt wird, bedarf es 500 Unterstützerunterschriften gewählter Mandatsträger, was sich möglicherweise etwas schwieriger herausstellen könnte, als etwa 500 Kisten Champagner zu verteilen.
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Aber wer weiß, vielleicht wird sich auch diesmal die geschätzte Crédit agricole mitsamt ihres gepflegten Netzwerks sowie die einschlägigen Stimmungsmacher gegen Marine Le Pen für ein rauschendes Champagner-Fest im Elysee einsetzen.
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Ihr Oeconomicus
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