Bargeldverbote ? – Die Zukunft des Bezahlens

Bargeldverbote ? – Die Zukunft des Bezahlens
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Seit vielen Jahrzehnten führt die Deutsche Bundesbank den sog. Vertrauens-Index bei der deutschen Bevölkerung mit deutlichem Abstand zu den Nächstplazierten an.
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Beim Tegernseer Dialog lieferte BuBa-Vorstandsmitglied Karl-Ludwig Thiele mit seinem Vortrag ‚Die Zukunft des Bezahlens‚ gleich noch einen Grund mehr, um diesen Vertrauen-Status zu bewahren.:
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„Sehr geehrter Herr Dr. Schlebusch,
sehr geehrter Herr Herr Wintergerst,
sehr geehrter Herr Bloching,
sehr geehrter Herr Dr. Schürenkrämer,
meine sehr geehrte Damen und Herren,
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ich bedanke mich für die Einladung in eine der schönsten Gegenden Bayerns zum Tegernseer Dialog und freue mich, heute Abend zu Ihnen sprechen zu können.
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Die Zukunft des Bezahlens: Sieht sie so aus, dass wir bald nur noch unbar zahlen, weil das Bargeld abgeschafft wird? Vor dem Hintergrund der negativen Verzinsung und der damit verbundenen Hoffnung auf stärkere Konjunkturimpulse hat der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff genau dies gefordert. Damit Privatpersonen die negativen Zinsen nicht umgehen könnten und eine mit negativen Zinsen operierende Geldpolitik auch funktioniert, solle das Bargeld weichen.
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Bei den privaten Haushalten sind negative Einlagezinsen jedoch in aller Regel noch nicht angekommen. Daher sind Portfolioumschichtungen in Bargeld auch nicht in großem Stile zu beobachten. Sollten die Banken die Negativzinsen allerdings doch noch auf die Privatkunden abwälzen, könnten diese mit einer verstärkten Bargeldhaltung reagieren. Restriktionen für die Bargeldhaltung, wie sie vor diesem Hintergrund vereinzelt diskutiert werden, lehnt die Bundesbank aber ebenso ab wie die Forderung nach einer Abschaffung von Banknoten und Münzen.
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Der Grund dafür ist einfach: Wir sind der Meinung, dass es einen Mix aus verschiedenen Zahlungsinstrumenten geben sollte und staatliche Stellen nicht das Recht haben, den Bürgerinnen und Bürgern vorzuschreiben, wie sie bezahlen sollen. Alle Zahlungsinstrumente, ob bar oder unbar, haben Vor- und Nachteile. Sie stiften Nutzen und verursachen Kosten. Und jede Person bewertet die Vor- und Nachteile, den Nutzen und die Kosten anders. In unserer repräsentativen Studie zum „Zahlungsverhalten in Deutschland 2014“ haben wir herausgefunden, dass allen Befragten beim Bezahlen die gleichen Kriterien sehr wichtig sind, nämlich Einfachheit, Sicherheit und Schnelligkeit. Für einige Verbraucherinnen und Verbraucher erfüllt Bargeld diese Kriterien am besten. Andere sehen die Kriterien am besten durch bargeldlose Zahlungsinstrumente erfüllt. Jeder Einzelne wählt dasjenige Instrument, das die Anforderungen in seinen Augen am besten erfüllt. Eine Abschaffung von Bargeld würde die Konsumentensouveränität verletzen, also die freie Wahl der Bürgerinnen und Bürger über ihre Zahlungsinstrumente. Diese Forderung ist daher schon aus ordnungspolitischen Gründen abzulehnen. Schon Dostojewski sagte 1861: „Geld bedeutet doch geprägte Freiheit“.
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Letztlich sprechen die Zahlen auch für sich: Der Wert der vom Eurosystem emittierten Banknoten übersteigt seit Dezember 2014 den Wert von einer Billion Euro. Auch was das Bezahlverhalten am Point-of-Sale betrifft, hat Bargeld in Deutschland nach wie vor die Nase vorn, wie unsere Studie zum Zahlungsverhalten ergeben hat. Bargeld wird immer noch für fast 80 Prozent aller Transaktionen genutzt, allerdings gegenüber der vergangenen Studie aus dem Jahr 2011 mit leicht gesunkener Tendenz. Der wertmäßige Bargeldanteil ist konstant geblieben und beläuft sich mit 53 Prozent auf mehr als die Hälfte der verausgabten Beträge. Auch der Bargeldbestand im Portmonee liegt im Vergleich beider Erhebungen unverändert bei 103 Euro. Diese geringe Dynamik mag auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen, sie zeigt jedoch relativ stabile Vorlieben der Bürgerinnen und Bürger im Umgang mit Zahlungsinstrumenten.
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Doch auch wenn die Bevölkerung hierzulande nur wenig Bereitschaft zu Experimenten zeigt: In kleinen Schritten vollziehen sich durchaus Veränderungen im Zahlungsverhalten. Mittlerweile besitzt fast jeder Erwachsene eine girocard – auch noch als EC-Karte bekannt –, mit der inzwischen annähernd 30 Prozent der Umsätze am Point-of-Sale bezahlt werden; 2011 waren es noch rund 28 Prozent. Die girocard hat das Bargeld für Zahlungen zwischen 50 und 100 Euro als beliebtestes Zahlungsinstrument abgelöst.
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Auch Internetbezahlverfahren wie PayPal werden immer häufiger genutzt, da die Verbraucherinnen und Verbraucher Waren und Dienstleistungen vermehrt online einkaufen. Gemäß unserer Studie zum Zahlungsverhalten haben mittlerweile schon fast zwei Drittel der Befragten im Internet eingekauft. Rund ein Zehntel des Einzelhandelsumsatzes in Deutschland wird bereits im E-Commerce abgewickelt. Auf diese Weise schlagen Änderungen im Einkaufsverhalten automatisch auf das Zahlungsverhalten durch, da die Barzahlung von Internetbestellungen ein Nischendasein führt. Auch mobile und kontaktlose Zahlverfahren werden immer bekannter, allerdings noch selten genutzt. Insbesondere die junge Bevölkerung ist offen für mobile und kontaktlose Bezahlverfahren. Das Smartphone ist für junge Leute ein selbstverständlicher Begleiter. Da liegt der Gedanke nahe, auch mit dem Smartphone zu bezahlen. Es mangelt jedoch noch an flächendeckenden Einsatzmöglichkeiten. So sind beispielsweise erst rund zehn Prozent der Terminals im deutschen Einzelhandel in der Lage, kontaktlose Zahlungen mit der Karte oder dem Smartphone zu akzeptieren. Viele Menschen sehen zudem keinen Bedarf oder haben subjektive Sicherheitsbedenken gegenüber ihnen noch nicht vertrauten neuartigen Bezahlverfahren.
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Gerade die wahrgenommene Sicherheit ist ein wesentliches Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen bestimmte Zahlungsinstrumente. Das hat schon unsere erste Studie zum Zahlungsverhalten ergeben. Falschgeld, Skimming, Phishing und Kreditkartenbetrug sind nur einige der Schlagworte, die im Zusammenhang mit der Sicherheit von Bezahlvorgängen für die Menschen relevant sind.
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Was das Falschgeld betrifft, bietet die Bundesbank beispielsweise unentgeltlich Schulungen, Informationsmaterialien und Lernprogramme mit dem Ziel der Falschgeldprävention an. Auch die starke Einbindung der Bundesbank in den Bargeldkreislauf sowie die Inverkehrgabe neuer Banknotenserien dienen unter anderem diesem Ziel. Bei der Einführung der neuen 5- und 10-Euro-Banknoten haben wir im Übrigen die Erfahrung gemacht, dass die alten Banknoten, die im Bargeldkreislauf zirkulieren, schnell durch die neuen Banknoten ersetzt wurden. Nicht mal drei Monate nach Erstausgabe wurden bereits mehr neue als alte Scheine bei der Bundesbank eingezahlt. Gleichwohl ist hinsichtlich des Falschgelds festzuhalten, dass die Schadenssumme – die in Deutschland im Jahr 2014 bei 3,3 Mio. Euro lag – nur einen Bruchteil der Schäden ausmacht, die durch Kartenbetrug entstehen.
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Auch im bargeldlosen Zahlungsverkehr ist die Bundesbank in die Entwicklung harmonisierter europäischer Mindeststandards zur Erhöhung der Sicherheit eingebunden, beispielsweise im Forum on the Security of Retail Payments. Das Forum hat unter anderem Sicherheitsempfehlungen für Internetzahlungen erarbeitet. Insgesamt dürfte die Arbeit des Forums zu einem höheren Maß an Sicherheit im Massenzahlungsverkehr beitragen.
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Neben den Einsatzmöglichkeiten und der Sicherheit spielen natürlich auch die Kosten eine wichtige Rolle im Zahlungsverkehr. Denn Zahlungsverkehr gibt es nicht zum Nulltarif. Doch was für eine Partei einen Aufwand darstellt, ist für eine andere Partei ein Ertrag. Daher divergieren auch immer die Interessen der verschiedenen am Zahlungsverkehr Beteiligten. Letztlich müssen die Endverbraucher die Kosten des Zahlungsverkehrs tragen, da die übrigen Akteure diese in ihrer Preiskalkulation berücksichtigen und weitergeben. Ob nun Scheine und Münzen oder bargeldlose Zahlungsinstrumente aus gesamtwirtschaftlicher Sicht günstiger sind, lässt sich nur äußerst schwer quantifizieren. Die Forschung ist hier bislang zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Sicher ist lediglich, dass die Bereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher, für Zahlungsdienste zu zahlen, äußerst gering ist. Mit Blick auf neue Angebote im Zahlungsverkehr müssen diese für die Nutzer also entweder sehr kostengünstig sein oder einen besonderen Nutzengewinn gegenüber bestehenden Angeboten erbringen, um auch verwendet zu werden. Aus Sicht des Handels gehört im Übrigen gerade das oft als teuer beschriebene Bargeld zu den preiswerteren Zahlungsinstrumenten.
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Bargeld ist aber nicht nur unter Kostengesichtspunkten positiv zu bewerten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen am Bargeld auch die Möglichkeit zur Ausgabenkontrolle, das einfache Handling oder den Schutz der Privatsphäre. Daher wird Bargeld auch zukünftig eine wichtige Rolle im Zahlungsmittelportfolio spielen.
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Gleichwohl gehen wir mittelfristig davon aus, dass der Barzahlungsanteil am Point-of-Sale unter die 50-Prozent-Marke rutschen wird, da unbare Zahlungsinstrumente langsam, aber kontinuierlich an Boden gewinnen. Das betrifft nicht nur die mobilen und kontaktlosen Verfahren sowie Internetzahlverfahren. Auch die ganz normalen Debitkartenzahlungen nehmen zu.
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Wie sieht also die Zukunft des Bezahlens aus? Meiner Meinung nach bunt und vielfältig. Früher konnte man fast nur bar zahlen, heutzutage gibt es zusätzlich noch eine Fülle an Karten – bis hin zu vorausbezahlten oder kontaktlosen Karten. Außerdem bieten Smartphone- oder E-Mail-basierte Verfahren neue Zugangswege zu altbekannten Bezahlverfahren. Jeder sollte bezahlen können, wie er will. Die Bundesbank ist in dieser Frage neutral und macht den Bürgerinnen und Bürgern keine Vorschriften.
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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!“
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Deutsche Bundesbank | Zentrale | Kommunikation
Wilhelm-Epstein-Straße 14 | 60431 Frankfurt am Main
http://www.bundesbank.de | E-Mail: presse@bundesbank.de
Tel: 069 9566-3511 | Fax: 069 9566-3077
Bei publizistischer Verwertung wird um Angabe der Quelle gebeten.
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korrespondierende Beiträge
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Infografik: Internetbezahlverfahren bleiben Nische | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista
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01.01.2010
Gesetz über die Deutsche Bundesbank
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Auszug:
Vierter Abschnitt
Währungspolitische Befugnisse
§ 14 Notenausgabe
(1) Die Deutsche Bundesbank hat unbeschadet des Artikels 128 Absatz 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union das ausschließliche Recht, Banknoten im Geltungsbereich dieses Gesetzes auszugeben. Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Die Deutsche Bundesbank hat die Stückelung und die Unterscheidungsmerkmale der von ihr ausgegebenen Noten öffentlich bekanntzumachen.
(2) Die Deutsche Bundesbank kann unbeschadet des Artikels 128 Absatz 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union Noten zur Einziehung aufrufen. Aufgerufene Noten werden nach Ablauf der beim Aufruf bestimmten Umtauschfrist ungültig.
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15.06.2015
Weidmann verteidigt das Bargeld
In einer Welt ohne Bargeld könne Geldpolitik besser wirken, sagen Kritiker. Der Bundesbank-Präsident widerspricht. Er hält nichts davon, das Bargeld abzuschaffen.
[…]
FAZ
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07.05.2015
Wird das Bargeld abgeschafft?
Gedanken und Einschätzungen von Roland Tichy
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Veranstaltungshinweis
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Bargeld in der digitalen Gesellschaft – Anachronismus oder gedruckte Freiheit?
Eine Veranstaltung im Rahmen von #watch22 / AUSSTELLUNG / DATENSCHUTZ / KUNST / KULTUR
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Donnerstag, 21. Mai 2015, 18.00 Uhr
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Veranstaltungsort
Bonifaziusturm A (22. Stock)
Rhabanusstraße 3
55118 Mainz
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Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
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Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Hintere Bleiche 34
55116 Mainz
Telefon: 06131/208-2449
poststelle@datenschutz.rlp.de
http://www.datenschutz.rlp.de
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Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.
Seppel-Glückert-Passage 10
55116 Mainz
Telefon: 06131/2848-0
info@vz-rlp.de
http://www.vz.rlp.de
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Weitere Informationen finden Sie auch unter
http://www.watch22.de
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Anmeldung
Um eine Anmeldung unter http://s.rlp.de/bargeld wird gebeten.

Gesetz über die Deutsche Bundesbank

Bundesbankgesetz

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Ursprung

Das Bundesbankgesetz wurde am 26. Juli 1957 erlassen und beendete das zweistufige Zentralbanksystem in der Bundesrepublik. Die Umgestaltung der Bank deutscher Länder, der Landeszentralbanken sowie der Berliner Zentralbank zur Bundesbank, als Währungs- und Notenbank der Bundesrepublik, schuf eine Einheitsbank mit den Landeszentralbanken als Hauptverwaltungen. Der Auftrag an den Gesetzgeber ergeht durch Art. 88 Satz 1 GGDer Bund errichtet eine Währungs- und Notenbank als Bundesbank.
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Das Bundesbankgesetz legt (in §14) insbesondere auch das gesetzliche Zahlungsmittel – auf EUR lautende Banknoten – fest. Andere Geldformen, z. B. Giroguthaben bei einer Geschäftsbank sind also kein gesetzliches Zahlungsmittel. Münzen werden im Bundesbankgesetz nicht als Zahlungsmittel erwähnt.
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Weitere Gesetze

Dass im Juli 1990 die D-Mark alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel in beiden deutschen Staaten wurde, ist im Staatsvertrag zur Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der damaligen Deutschen Demokratischen Republik geregelt. Die Einbindung der Bundesbank in das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) ist u. a. im EG-Vertrag in Art. 4a (Europäisches System der Zentralbanken), sowie in Art. 105 (Ziele und Aufgaben des ESZB) geregelt.
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Quelle: Wikipedia
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BBankGesetz

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Erster Abschnitt
Rechtsform und Aufgabe
§ 1
§ 2 Rechtsform, Grundkapital und Sitz
§ 3 Aufgaben
§ 4 Beteiligungen
Zweiter Abschnitt
Organisation
§§ 5 und 6 (weggefallen)
§ 7 Vorstand
§ 8 Hauptverwaltungen
§ 9 Beiräte bei den Hauptverwaltungen
§ 10 Filialen
§ 11 Vertretung
Dritter Abschnitt
Bundesregierung und Bundesbank
§ 12 Verhältnis der Bank zur Bundesregierung
§ 13 Zusammenarbeit
Vierter Abschnitt
Währungspolitische Befugnisse
§ 14 Notenausgabe
(1) Die Deutsche Bundesbank hat unbeschadet des Artikels 128 Absatz 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union das ausschließliche Recht, Banknoten im Geltungsbereich dieses Gesetzes auszugeben. Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Die Deutsche Bundesbank hat die Stückelung und die Unterscheidungsmerkmale der von ihr ausgegebenen Noten öffentlich bekanntzumachen.
(2) Die Deutsche Bundesbank kann unbeschadet des Artikels 128 Absatz 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union Noten zur Einziehung aufrufen. Aufgerufene Noten werden nach Ablauf der beim Aufruf bestimmten Umtauschfrist ungültig.
§§ 15 und 16 (weggefallen)
§ 17
§ 18 Statistische Erhebungen
Fünfter Abschnitt
Geschäftskreis
§ 19 Geschäfte mit Kreditinstituten und anderen Marktteilnehmern
§ 20 Geschäfte mit öffentlichen Verwaltungen
§ 21
§ 22 Geschäfte mit jedermann
§ 23 Bestätigung von Schecks
§ 24
§ 25 Andere Geschäfte
Abschnitt 5a
§§ 25a bis 25d (weggefallen)
Sechster Abschnitt
Jahresabschluss, Kostenrechnung, Gewinnverteilung
§ 26 Jahresabschluss, Kostenrechnung
§ 27 Gewinnverteilung
§ 28
Siebenter Abschnitt
Allgemeine Bestimmungen
§ 29 Sonderstellung der Deutschen Bundesbank
§ 30 Urkundsbeamte
§ 31 Rechtsverhältnisse der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Deutschen Bundesbank
§ 32 Schweigepflicht
§ 33 Veröffentlichungen
§ 34
Achter Abschnitt
Strafbestimmungen und Vorschriften über das Anhalten von Falschgeld
§ 35 Unbefugte Ausgabe und Verwendung von Geldzeichen
§ 36 Anhalten von Falschgeld sowie unbefugt ausgegebener Geldzeichen
§ 36a Verordnungsermächtigung
§ 37 Einziehung
§ 37a Auskünfte und Prüfungen, Untersagung der Wiederausgabe von Banknoten
Neunter Abschnitt
Übergangs- und Schlußbestimmungen
§ 38 Übergangsvorschrift für die Mitglieder der Organe der Bank
§ 39 Übergangsvorschrift für die Vorstände der Landeszentralbanken und die Beiräte
§ 40 Änderung der Dienstverhältnisse
§ 41 Rechtsverhältnisse der unter Artikel 131 des Grundgesetzes fallenden Personen
§ 42 Ausgabe von Liquiditätspapieren offenen Markt

(1) Der Bund hat der Deutschen Bundesbank auf Verlangen Schatzwechsel oder unverzinsliche Schatzanweisungen in einer Stückelung und Ausstattung nach deren Wahl als Liquiditätspapiere bis zum Höchstbetrag von 25 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Die Liquiditätspapiere sind bei der Bank zahlbar. Die Bank ist gegenüber dem Bund verpflichtet, alle Verbindlichkeiten aus den Liquiditätspapieren zu erfüllen.
(2) Der Nennbetrag der begebenen Liquiditätspapiere ist von der Deutschen Bundesbank auf einem besonderen Konto zu verbuchen. Der Betrag darf nur zur Einlösung fälliger oder von der Bank vor Verfall zurückgekaufter Liquiditätspapiere verwendet werden.
(3) Das Bundesministerium der Finanzen wird ermächtigt, Liquiditätspapiere gemäß Absatz 1 zu begeben.
(4) Die Deutsche Bundesbank darf auf Euro lautende Schuldverschreibungen in einer Stückelung und Ausstattung nach ihrer Wahl begeben.
§ 43
§ 44 Auflösung
§ 45 Weitere Übergangsvorschriften
§ 47

Deutsche Bundesbank – Aufgabenfelder – Rechtlicher Rahmen – Geschichte

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Geschichte des deutschen Zentralbankwesens

1.1 1876 bis 1914: Goldumlaufwhrung
1.2 1914 bis 1924: Erste durch Kriegsfinanzierung verursachte Inflation
1.3 1924 bis 1933: Versuch der Whrungs- und Wirtschaftsstabilisierung
1.4 1933 bis 1948: Verdeckte Inflation
1.5 1948 bis 1998: Die Zeit der D-Mark
1.5.1 Die Bank deutscher Länder: Voraussetzung zur Währungsreform
1.5.2 Von der Bank deutscher Länder zur Bundesbank
1.5.3 Bewährung in schwierigem Umfeld
1.6 Der Übergang zum Euro Anfang 1999

Institutioneller und rechtlicher Rahmen

2.1 Doppelfunktion der Bundesbank als integraler Bestandteil des ESZB und als nationale Institution
2.2 Rechtliche Grundlagen für die Aufgaben der Bundesbank
2.2.1 Vertrag von Maastricht und seitherige Änderungen
2.2.2 Bundesbankgesetz
2.3 Entscheidungsstruktur in der Bundesbank
2.4 Beziehung zur Bundesregierung und zu Gemeinschaftsinstitutionen

Zentralbankpolitik

3.1 Mitwirkung an der Geld- und Währungspolitik
3.1.1 Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB)
3.1.1.1 Deutschland als Mitglied der Europäischen Währungsunion
3.1.1.2 Mitwirkung der Bundesbank auf verschiedenen Ebenen
3.1.1.3 Ziel der Geldpolitik: Preisstabilität
3.1.1.4 Der geldpolitische Transmissionsprozess
3.1.1.5 Die zwei Säulen des Analyserahmens
3.1.1.6 Die Grenzen der einheitlichen Geldpolitik
3.1.2 Beteiligung der Bundesbank an der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Wirtschaft und Währung
3.1.2.1 Überwachung und Weiterentwicklung des internationalen Währungs- und Finanzsystems
3.1.2.2 Wahrnehmung der deutschen Mitgliedschaft im Internationalen Währungsfonds (IWF)
3.1.2.3 Beobachtung der Multilateralen Entwicklungsbanken (MDB)
3.1.2.4 Wahrnehmung der deutschen Interessen in anderen wichtigen internationalen Wirtschaftsorganisationen
3.1.2.5 Beteiligung an der europäischen Koordinierung in internationalen Fragen
3.1.2.6 Beteiligung der Bundesbank an der informellen Zusammenarbeit
3.2 Stabilität des Finanzsystems
3.2.1 Finanzsystemstabilitt als originäre Notenbankaufgabe
3.2.2 Mitwirkung an der Aufsichtspolitik und am regulatorischen Rahmen für das Bankensystem
3.2.2.1 Vorschriften über Eigenmittel und Liquidität
3.2.2.2 Rechnungslegung
3.2.2.3 Jahresabschlussprüfung
3.2.2.4 Transparenz
3.2.2.5 Corporate Governance
3.2.2.6 Aufsichtsrechtlicher Informationsaustausch
3.2.3 Effizienz der Finanzmärkte
3.2.4 Sicherheit und Effizienz des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierabwicklung
3.2.4.1 Eine Kernaufgabe der Bundesbank
3.2.4.2 Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierverrechnung
3.2.4.3 Überwachungsfunktion in Bezug auf Zahlungsverkehrs- und Wertpapierabwicklungssysteme
3.2.5 Analysen und Forschung zur Stabilität des Finanzsystems
3.3 Beratung der Bundesregierung und Beteiligung am wirtschaftspolitischen Diskurs
3.3.1 Beratung der Bundesregierung
3.3.2 Sachverstndiger und unabhängiger Gesprächspartner für eine Vielzahl von Gremien
3.3.3 Kommunikation mit einer breiten Öffentlichkeit in geld-, finanz- und wirtschaftspolitischen Fragen

Exkurs: Das Forschungszentrum

Operative Aufgabenfelder

4.1 Dezentrale Implementierung der Geldpolitik
4.1.1 Bedeutung des Zentralbankgeldes und Funktionen des geldpolitischen Instrumentariums
4.1.2 Mindestreserve
4.1.3 Offenmarktoperationen
4.1.4 Ständige Fazilitäten
4.1.5 Geschäftspartner und Sicherheiten für geldpolitische Geschäfte, Korrespondenzzentralbank-Modell
4.1.5.1 Geschäftspartner
4.1.5.2 Sicherheiten und Korrespondenzzentralbank-Modell
4.2 Bargeld
4.2.1 Bedeutung des Bargeldumlaufs: „cash matters“
4.2.2 Emission von Banknoten
4.2.3 Mitwirkung bei der Emission von Euro-Münzen
4.2.4 Leistungsangebot beim Management des Bargeldumlaufs
4.2.5 Überprfung der Einhaltung internationaler Standards zur Qualitätssicherung umlaufender Banknoten
4.3 Unbarer Zahlungsverkehr
4.3.1 RTGSplus als Bestandteil von TARGET
4.3.2 TARGET2 als einheitliche Gemeinschaftsplattform für den Individualzahlungsverkehr im ESZB
4.3.3 Beteiligung am Massenzahlungsverkehr als komplementäres Angebot im nationalen Interbanken-Clearing-System
4.3.4 Geldseitige Verrechnung bei Wertpapier und Derivateabwicklung
4.4 Verwaltung der Währungsreserven
4.4.1 Die deutschen Währungsreserven in der Bilanz der Bundesbank
4.4.2 Entstehung der Währungsreserven
4.4.3 Funktion der Währungsreserven in der Währungsunion
4.4.4 Anlage der Währungsreserven
4.4.5 Auftragsgeschäfte
4.5 Laufende Bankenaufsicht
4.5.1 Rechtliche und institutionelle Grundlagen
4.5.2 Umfang und Ziel der laufenden Bankenaufsicht
4.5.3 „Off-site“-Aktivitäten
4.5.3.1 Auswertung von bankenaufsichtlichen Meldungen und Prüfungsberichten
4.5.3.2 Evidenzzentrale für Millionenkredite
4.5.4 „On-site“-Aktivitäten
4.5.4.1 Mitwirkung am Supervisory Review Process (SRP)
4.5.4.2 Aufsichtsgespräche
4.6 Statistik
4.6.1 Statistiken als Basis für die Geldpolitik und andere Nutzerzwecke
4.6.2 Die statistische Zusammenarbeit in Europa
4.6.3 Die Statistiken der Bundesbank
4.6.4 Produktion und Publikation der statistischen Ergebnisse
4.6.5 Ausblick
4.7 Dienstleistungen fr die öffentliche Hand und Zentralbanken
4.7.1 Dienstleistungen für die öffentliche Hand
4.7.1.1 Kontoführung und Abwicklung des Zahlungsverkehrs
4.7.1.2 Mitwirkung beim Schuldenmanagement 203
4.7.1.3 Vermögensverwaltung für die öffentliche Hand
4.7.2 Dienstleistungen für Zentralbanken
4.7.2.1 Finanzanlagen, Depotservice, Devisenhandel
4.7.2.2 Technische Zentralbank-Kooperation
4.8 Weitere Aufgaben
4.8.1 Finanzsanktionen
4.8.2 Schlichtungsstelle

Bundesbank als öffentliches Unternehmen

5.1 Bundesbank im Wandel
5.2 Entwicklung des Personalbestands
5.3 Betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente und Rechnungslegung

Anhang 1

Übersicht über die Kerngeschäftsfelder der Bundesbank

2 Gesetz über die Deutsche Bundesbank
3 Organisationsstatut für die Deutsche Bundesbank
4 Auszüge aus dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft
5 Protokoll ber die Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank
6 Glossar
7 Weiterführende Literatur
8 Abkürzungsverzeichnis
9 Stichwortverzeichnis

Kästen

1 Deutsch-deutsche Währungsunion 1990
2 Das deutsche Finanzsystem
3 Die Geldmenge M3 im Euro-Währungsgebiet
4 Wichtige internationale Ausschüsse auf dem Gebiet der Finanzsystemstabilität
5 Überblick über die Ausschussstruktur in der Bankenaufsicht und die Beteiligung der Bundesbank
6 Stärkung des Finanzplatzes Deutschland
7 Mitwirkung der Bundesbank beim Liquiditätsmanagement des Eurosystems

Schaubilder 1 Bruttosozialprodukt und Inflation 1877 bis 1913

2 Bruttosozialprodukt und Inflation 1914 bis 1948
3 Bruttoinlandsprodukt und Inflation 1949 bis 1999
4 Verbraucherpreise im Euro-Raum
5 Vereinfachte Darstellung des geldpolitischen Transmissionsprozesses
6 Schematische Darstellung des geldpolitischen Analyserahmens des Eurosystems
7 Der Prozess der Projektionserstellung durch den Stab des Eurosystems
8 Längerfristige Entwicklung der Geldmenge und der Preise im Euro-Währungsgebiet
9 Die Aktivitten der Bundesbank im unbaren Zahlungsverkehr
10 Ausstehendes Volumen der Haupt- und längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte
11 Anzahl der Geschäftspartner des Eurosystems
12 Anzahl der Bieter bei Haupt- und längerfristigen Refinanzierungsgeschäften
13 Das Korrespondenzzentralbank-Modell
14 Verbindungen zwischen Wertpapierabwicklungssystemen
15 Der Euro-Banknotenumlauf
16 Im Zahlungsverkehr angehaltene Euro-Banknotenfälschungen
17 Der Übergang von TARGET zu TARGET2

PDF – [349 Seiten]