CoVid-19 test in Beijing using anal swabs, where virus may survive longer

CoVid-19 test in Beijing using anal swabs, where virus may survive longer

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Na, das ist doch mal eine Maßnahme !!

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Wie Chinas Global Times berichtet hat man in Peking nach einem positiven Test eines 9-jährigen Schülers
„a variety of tests including serum antibody tests, nasal, throat, and even anal swabs for all its staff and students“
durchgeführt und dabei erstaunlicherweise festgestellt, dass diese Methode bei infizierten Personen akkurater sei, da das Virus im Anus länger nachweisbar sein soll als in den Atemwegen.

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Li Tongzeng, stellvertretender Direktor für Infektionskrankheiten am Beijing You’an Hospital, sagte, dass Studien gezeigt haben, dass das Coronavirus im Anus oder in den Exkrementen länger überlebt, als das aus dem Oberkörpertrakt entnommene. Das Virus im Rachenbereich sei nur 3 bis 5 Tage präsent wodurch Tests falsch negative Ergebnisse liefern könnten.

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Die Entnahme eines Analabstrichs könnte die Genauigkeit in Schlüsselgruppen erhöhen, stellte Li während eines Interviews mit dem chinesischen Zentralfernsehen fest. Da die Methode jedoch nicht so praktisch ist wie Rachenabstriche, wird sie nur auf Schlüsselgruppen in Quarantänezentren angewendet.

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Offenbar ist diese Testmethode unter Experten umstritten.
Yang Zhanqiu, stellvertretender Direktor der Abteilung für Pathogenbiologie an der Wuhan-Universität, sagte der Global Times, dass die effizientesten Tests immer noch Nasen- und Rachenabstriche sind, da sich das Virus nachweislich eher über die oberen Atemwege als über das Verdauungssystem übertragen hat. Allerdings habe es Fälle gegeben, bei denen nach Untersuchung der Exkremente eine Covid-19 Infektion nachgewiesen werden konnte, was jedoch kein Hinweis darauf sein, dass die Übertragung über das Verdauungssystem stattgefunden habe.

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update, 28.01.2021, 8:35h
Zwischenzeitlich sind im Netz weitere Meldungen zum Thema verfügbar:
ForbesAljazeeraBloombergThe Washington PostThe GuardianFrance24 

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Anmerkung:

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Ungeachtet solcher -bislang noch nicht gedrostenden– Testvarianten könnte man im Hinblick auf gelegentlich kafkaesk anmutender Auftritte des politischen Panik-Orchesters und dessen „Sökel-Duos“ untersuchen, ob deren Ursache auf eine hochansteckende chronische Hypostase zurückzuführen ist.

Immanel Kant bezeichnete einen solchen Befund als
„etwas, was nur in Gedanken existiert, dem man dieselbe Qualität zuschreibt, die einem wirklichen Gegenstand außerhalb des denkenden Subjekts zukommt.“

In diesem Sinne schärfen Sie Ihre Wahrnehmungen und halten Sie Abstand … insbesondere zu „betreuten Denkern“.

Ihr Oeconomicus


Das Megaschiff China steuert neue Ziele an

 

Das Megaschiff China steuert neue Ziele an

Heute beginnt in Beijing der 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas. Er wird Auswirkungen auf die Entwicklungen in der Volksrepublik und in der ganzen Welt haben. Umso mehr Aufmerksamkeit verdient das Ereignis.

Als Deng Xiaoping bei seinem Japan-Besuch 1978 mit dem Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug fuhr, fragte man ihn nach seinem Eindruck. Er antwortete: „Mit einem Wort: Schnell. So, als ob jemand uns zum Laufen schieben würde. Wir brauchen es dringend, zu laufen.“

Im selben Jahr startete China seine Reform- und Öffnungspolitik, die die Geschichte des Landes verändert hat. Deng Xiaoping formulierte eine „Dreischritte-Entwicklungsstrategie“, die China in die Reihe entwickelter Länder verhelfen soll: Beginnend mit Ende der 1970er Jahre sollte sich Chinas Wirtschaft in drei Phasen entwickeln, um bis Mitte des 21. Jahrhunderts das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf wie in einem durchschnittlichen entwickelten Land zu erzielen. Die Chinesen würden dann in einem relativen Wohlstand leben und das Land im großen und ganzen modernisiert sein.

Was China erfolgreich macht

40 Jahre sind seither vergangen und China verfügt nun mit 22.000 Kilometer über das längste Netz der Welt für superschnelle Züge. Die 1318 Kilometer zwischen Beijing und Shanghai legt so ein Zug in nur viereinhalb Stunden zurück.

700 Millionen Chinesen haben sich aus bitterer Armut befreien können, bei einer Einwohnerzahl von heute 1,3 Milliarden. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf wurde von einst weniger als 190 auf inzwischen 8260 US-Dollar gesteigert. China ist weltweit die zweitgrößte Volkswirtschaft, führend im Handel, bei den Devisenreserven und im Tourismus. China ist zu einem großen Land für Investition, Produktion und Innovation geworden.

Die übrige Welt fragt: Was macht China so erfolgreich? Die Antwort ist klar: Die Bevölkerung will Armut und Rückständigkeit hinter sich lassen und strebt ein glückliches Leben an. Die Kommunistische Partei passt sich den Wünschen der Bevölkerung an und führt das Land mit Tat und Kraft. Wie turbulent die Weltlage auch immer sein mag, die Partei bewahrt Kontinuität in der Politik, sieht die ökonomische Entwicklung als Kernaufgabe an und hält an der Vertiefung der Reformen, an der weiteren Öffnung des Landes sowie an der friedlichen Entwicklung fest.

Auf dem 18. Parteitag 2012 wurde Xi Jinping zum Generalsekretär der KP gewählt und er setzte sich die Ziele „Zweimal hundert Jahre“: das BIP und die Einkommen pro Kopf sollen sich bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 2010 verdoppeln; 2021 feiert Chinas KP dann ihr 100jähriges Bestehen. Eine Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand soll umfassend vollendet werden. Weiters soll bis Mitte des 21. Jahrhunderts, zum hundertjährigen Bestehen der Volksrepublik, China ein wohlhabendes, demokratisches, zivilisiertes, harmonisches und modernes Land sein. „Der Traum der Wiedererneuerung der chinesischen Nation“ soll bis dahin realisiert sein.

 

Zufriedene Bevölkerung

Die vergangenen fünf Jahre waren außergewöhnlich. Chinas Wirtschaft wuchs pro Jahr durchschnittlich um 7,2 Prozent und trug mehr als 30 Prozent zum Weltwirtschaftswachstum bei. Jedes Jahr verabschiedeten sich weitere zehn Millionen Chinesen aus der Armut. In punkto Innovation rückte China vom 34. Platz (2012) auf den 22. Platz vor und gehört als einziges Land mit einem mittleren Einkommen zu den Top 25 innovativsten Staaten.

Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der strengen Parteidisziplinierung und Korruptionsbekämpfung stieg von 75 auf 93,9 Prozent. Großprojekte wie die bemannte Raumfahrt, Großraumflugzeuge, der weltschnellste Supercomputer etc. reüssierten. Das weltgrößte Radioteleskop, die längste Meeresbrücke, der größte vollautomatische Seehafen, das gigantische Süd-Nord-Wassertransferprojekt wurden fertiggestellt.

Hochgeschwindigkeitsbahn, mobile Zahlung, Online-Shopping und Fahrrad-Sharing gelten als Chinas neue Erfindungen. Alles ist erst dank der unermüdlichen Bemühungen der Bevölkerung und der starken Führung der Partei im Sinne der neuen Leitideen „Innovation, Ausgewogenheit, Grün, Offenheit und gemeinsame Teilhabe“ möglich geworden.

Der 19. Parteitag der KP Chinas findet in der entscheidenden Phase zur Erreichung des ersten der Ziele von „Zweimal hundert Jahre“ und der Entwicklung des Sozialismus chinesischer Prägung statt. Besonders beachtenswert sind folgende Punkte:

?1. „Sozialismus chinesischer Prägung“: Das ist ein Faden, der sich durch alle Theorien und die Praxis der KPCh seit Einführung der Reform- und Öffnungspolitik zieht und sich als richtig erwiesen hat. China will aus guten Erfahrungen anderer Länder lernen, doch lehren uns Geschichte und Gegenwart: China darf weder den Weg der früheren Sowjetunion noch den Weg des Westens einschlagen, sondern muss einen eigenen Kurs finden.

?2. „Die neue Entwicklungsphase“: Nach 40 Jahren Reformen und Öffnung steht China an einem neuen historischen Start. Der Parteitag wird die Lage Chinas und der Welt analysieren, Aktionspläne und die politische Ausrichtung für den Aufbau einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand bis 2020 festlegen, und darüber hinaus die Grundlage für die Erreichung des zweiten der Ziele „Zweimal hundert Jahre“ schaffen.

?3. „Reform und Öffnung, friedliche Entwicklung“: Nur durch Reformen und Öffnung kann das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche System Chinas laufend optimiert und weiterentwickelt werden; dafür sind Stabilität und Frieden in China und der Welt vonnöten. Die Volksrepublik China befürwortet die ökonomische Globalisierung und Handelsliberalisierung, wirkt bei der friedlichen Beilegung internationaler Konflikte aktiv mit, treibt die Seidenstraßen-Initiative („One Belt One Road“) energisch voran und setzt sich für eine Schicksalsgemeinschaft der Menschheit ein.

 

Xi Jinping als Kern

?4. „Erneuerung der Theorie“. Die Partei hält an der marxistischen Grundtheorie fest, betont aber ihre Verknüpfung mit den chinesischen Gegebenheiten und die ständige Weiterentwicklung des Marxismus. Die Praxis ist das einzige Kriterium der Wahrheit. Der 19. Parteitag wird die bewährte Theorie befolgen, erneuern und zur Leittheorie für die neue Epoche machen.

?5. „Parteidisziplinierung“. Seit der Gründung der Partei sind 96 Jahre verstrichen. Aus etwa 50 Parteimitgliedern am Anfang sind nun 89 Millionen geworden, mehr als die Bevölkerungen Österreichs und Deutschlands zusammen.

Als Regierungspartei muss die KP sich zuerst selbst gut verwalten, um das Land gut zu regieren. Die Führung der Partei mit Xi Jinping als Kern zu stärken, die Parteidisziplin zu verschärfen und die Korruption zu bekämpfen, den Rechtsstaat voranzubringen, stehen ebenfalls ganz oben auf der Tagesordnung.

Das Megaschiff China wird erneut in See stechen. Seine Stabilität und Fortschritte sind sowohl für das Land selbst als auch für die Welt von großem Vorteil.

„Die Presse“, Print-Ausgabe, 18.10.2017

https://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/5304725/Das-Megaschiff-China-steuert-neue-Ziele-an

 

Ziele „Zweimal hundert Jahre“

Der XVIII. Parteitag der KP Chinas hat einen grandiosen Entwurf von der umfassenden Vollendung des Aufbaus einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand und einer beschleunigten sozialistischen Modernisierung gezeichnet und zur Verwirklichung der Ziele „Zweimal hundert Jahre“ aufgerufen. Die Ziele sehen zum einen vor, den Aufbau einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand bis zum 100. Gründungstag der KP Chinas (1. Juli 2021) umfassend zu vollenden und eine Verdoppelung des Bruttoinlandsproduktes und des Pro-Kopf-Einkommens der Stadt- und Landbewohner im Vergleich zum Jahr 2010 zu realisieren. Zum anderen soll der Aufbau eines modernen sozialistischen Landes, das reich, stark, demokratisch, kultiviert und harmonisch ist, bis zum 100. Gründungstag der Volksrepublik China (1. Oktober 2049) vollendet und das Niveau eines auf mittlerem Level entwickelten Landes erreicht werden. Durch die Ziele „Zweimal hundert Jahre“ wird der grandiose Entwurf vom Chinesischen Traum und dessen glänzenden Aussichten konkretisiert. Die Verwirklichung dieser Ziele bildet die Grundlage der Verwirklichung des Chinesischen Traums.

 

Der Chinesische Traum (chinesisch 中國夢 / 中国梦Pinyin Zhōngguó Mèng) ist ein in Anlehnung an den American Dream gewählter Begriff, der erstmals von Chinas Staatspräsident Xi Jinping während einer Besichtigung der Ausstellung „Weg zur Wiederbelebung“ im Nationalmuseum am 29. November 2012 offiziell genutzt wurde. Xi Jinping sagte, die Verwirklichung einer großen Wiederbelebung der chinesischen Nation sei der größte Traum der chinesischen Nation seit der Neuzeit. Dieser Chinesische Traum könne bestimmt erfüllt werden.[1][2]

Die Hauptziele des „Chinesischen Traums“, auch die Ziele der „Zweimal hundert Jahre“, sind nämlich hundert Jahre nach der Gründung der KP Chinas (1921) eine Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand umfassend zu vollenden und hundert Jahre nach der Gründung der Volksrepublik China (1949) den Aufbau eines modernen sozialistischen Landes, das reich, stark, demokratisch, zivilisiert und harmonisch ist, zu verwirklichen.[3][4]

Xi Jinping schrieb in seinem Werk „China Regieren“:

„Nur wenn alle Mitglieder unserer Partei ihre Kompetenz ständig erhöhen, können wir die Ziele „Zweimal hundert Jahre“ realisieren, … und dann kann der Chinesische Traum von der großen nationalen Renaissance in Erfüllung gehen.“

 


Turkmenischer Präsident in Berlin

Turkmenischer Präsident in Berlin
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Gurbanguly Berdimuhamedow
CC BY-SA 2.0

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Deutschland will laut Kanzlerin Merkel die wirtschaftlichen Beziehungen zu Turkmenistan ausbauen. Bei ihrem Treffen mit Präsident Berdimuhamedov wies sie auf das große Potenzial des energiereichen Staates hin. Zudem gelte es, in Turkmenistan die Menschenrechte institutionell zu sichern.
[…]
Bundesregierung
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Zwischenbemerkung zu den so genannten Menschenrechten
Egon Bahr (Kanzleramtsminister unter Willy Brandt) wurde nicht müde seine -durchaus nachvollziehbare- Bewertung zu diesem Kampfbegriff vorzutragen. Vielleicht ein Grund für die einschlägigen Human-Fundis, ihn posthum entsprechend abzustempeln:
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“In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte.
Es geht um die Interessen von Staaten.
Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt!”

Zitat-Quelle
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Die deutschen Interessenslagen (vielleicht gar durch transatlantisches Diktum angeregt) dürften angesichts der bisherigen wirtschaftlichen Verflechtungen Turkmenistans (s.u.) unschwer zu erkennen sein.
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Ihr Oeconomicus
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Hintergrundinformationen
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A. zur Person Gurbanguly Berdimuhamedow

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Berdimuhamedow absolvierte 1979 die stomatologische Fakultät der Staatlichen Medizinischen Hochschule Turkmenistans und schloss die darauf folgende Aspirantur mit dem Dr. med. (Kandidat medicinskich nauk) ab. Ab 1980 arbeitete er als Zahnarzt. Später wurde er in Moskau habilitiert. Er spricht außer seiner Muttersprache und Russisch auch Deutsch.
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Von 1990 bis 1995 war er erst Assistent am Lehrstuhl für Therapeutische Stomatologie, dann Dozent und Dekan an der stomatologischen Fakultät der Medizinischen Hochschule Turkmenistans. Von 1995 bis 1997 war er Direktor des stomatologischen Zentrums des Gesundheitsministeriums von Turkmenistan, bevor er 1997 zum Gesundheitsminister ernannt wurde.
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Seit 2001 war Berdimuhamedow auch stellvertretender Ministerpräsident Turkmenistans. Er war Leibzahnarzt des diktatorisch regierenden Staatschefs Saparmyrat Nyýazow.
Im November 2006 vertrat er Turkmenistan auf dem GUS-Gipfel in Minsk.
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Als Nyýazow am 21. Dezember 2006 starb, übernahm Berdimuhamedow den Vorsitz in der Vorbereitungskommission für das Begräbnis. Noch am gleichen Tag ernannte ihn der Sicherheitsrat Turkmenistans zum interimistischen Nachfolger. Aus den Präsidentschaftswahlen vom 11. Februar 2007 ging Berdimuhamedow als Sieger hervor. Am 14. Februar wurde er als zweiter Staats- und Regierungschef des Landes vereidigt.
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Nach seiner Amtsübernahme wurde der Personenkult um seinen Vorgänger reduziert. Zum Beispiel wird Nyýazow in der englischen Übersetzung offizieller Pressemitteilungen zwar als „Gründer der Nation“, aber nicht mehr als Türkmenbaşy (Vater der Turkmenen) bezeichnet.
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Auch einige besonders exzentrische Dekrete Nyýazows wurden nach dessen Tod zurückgenommen, zum Beispiel im Bereich des Bildungswesens. Stattdessen scheint Berdimuhamedow einen eigenen Personenkult aufzubauen. So ließ er sich anlässlich seines 50. Geburtstags 2007 den eigens für ihn geschaffenen Watan-Orden (Orden des Mutterlandes) verleihen und Gedenkmedaillen mit seinem Porträt sowie eine Autobiographie herausgeben.
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Wie durch die Veröffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Botschaften durch WikiLeaks bekannt wurde, beschenkte die russische Firma ITERA Berdimuhamedow mit einer Yacht im Wert von 60 Millionen Euro.
Soweit die von Wikipedia veröffentlichte Lesart.
Tatsächlich wurde diese Yacht von turkmenischen Regierungsstellen als Gegenleistung für die gewährte Möglichkeit zur Onshoregasförderung gefordert.
Übrigens: ITERA verkaufte seine Öl- und Gas-Assets 2013 an den russischen ROSNEFT-Konzern.
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2012 wurde er mit 97,14 Prozent wiedergewählt. Oppositionsparteien waren dabei nicht zugelassen. Berdymuhamedow trat gegen sieben andere Kandidaten an.
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Im April 2013 nahm Berdimuhamedow an einem Pferderennen teil. Kurz nachdem er mit einem Abstand von zwei Pferdelängen als Erster über die Ziellinie kam, stürzte Berdimuhamedow und blieb bewusstlos liegen. Die Gäste, unter denen sich auch ausländische Medien befanden, wurden anschließend angehalten, alle Aufnahmen von dem Sturz zu löschen. Dutzende Personen wurden unter dem Verdacht, Aufnahmen aus der Arena zu schmuggeln, festgenommen. Das Staatsfernsehen sendete das Rennen, erwähnte den Zwischenfall aber nicht und brach das Video kurz nach dem Zieleinlauf abrupt ab.
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B. zu Turkmenistan

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Turkmenistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien am Kaspischen Meer. Nachbarländer sind Iran, Afghanistan, Usbekistan und Kasachstan.
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Das turkmenische Wirtschaftssystem ist nach wie vor weitgehend staatswirtschaftlich organisiert. Gegenüber den Unternehmen tritt der Staat als einziger Anbieter von Inputs auf und ist am Ende der Produktionskette der einzige Abnehmer fertiger Güter und Produkte. Die staatlichen Betriebe und Unternehmen haben keinen Zugang zum Weltmarkt und sind verpflichtet, ihre Produkte zu den staatlich vorgegebenen Preisen zu verkaufen. Zahlreiche Produkte und Dienstleistungen werden von der turkmenischen Regierung hochsubventioniert oder kostenlos an die Bevölkerung weiter gegeben.
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Offiziellen Angaben zufolge soll dieses System der Staatswirtschaft überaus erfolgreich sein und ein reales Wirtschaftswachstum von jährlich 20 Prozent erzielen, womit das Land nach Katar und der Mongolei die weltweit am drittschnellsten wachsende Volkswirtschaft wäre.
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An der Stelle sind trotz zunehmender Gasförderung und der bevorstehenden Erweiterung des Galkynysh-Erdgasfelds erhebliche Zweifel angebracht, da es u.a. auch an der für die Distribution des Erdgases neben der Pre-Caspian und Central Asia-China Gas-Pipelines an weiteren leistungsfähigen Pipelines mangelt. Dieses Defizit soll nun mit dem Bau der TAPI-Pipeline abgemildert werden, deren Fertigstellung derzeit für 2019/2020 geplant ist. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die geplante Streckenführung durch Afghanistan problemlos erfolgen kann.
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Hinzu kommt der Umstand, dass das bislang größte und ergiebigste turkmenische Galkynysh (vormals South Yolotan-Osman) Gasfield -in welches China USD 8 Mrd. investierte- an der Grenze zu Afghanistan liegt.
Bekanntermaßen ist aus heutiger Sicht die Befriedung Afghanistans nicht wirklich absehbar, womit das Risiko, dass die Taliban ihren Macht- und Einflussbereich noch auf turkmenisches Staatsgebiet (mit einem 90-prozentigen muslimischen Bevökerungsanteil) ausweiten könnten, nicht völlig auszuschließen ist.
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Nach im April 2016 vom IWF veröffentlichten Einschätzungen wird für das laufende Jahr ein Gross domestic product, based on current prices von USD 35,398 Mrd, für 2017 von USD 37,77 Mrd., für 2018 von USD 39,814 Mrd. und für 2019 von USD 42,126 Mrd. erwartet.
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Eines der größten Hemmnisse nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung ist die sehr stark ausgeprägte Korruption. Diese bestimmt nahezu jeden Bereich des Wirtschaftslebens und erschwert ausländisches Engagement in erheblichem Maße.
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In vielen Industriebereichen fehlt es an Zulieferbetrieben, so dass bestehende Betriebe auf permanente Importe angewiesen sind. Tatsächlich dienen weite Teile der Industrie v.a. dazu, den Arbeitskräfteüberschuss aufzufangen oder prestigeträchtige High-End Produkte (wie beispielsweise Solarzellen) zu produzieren. Hier müssen die Produktionsanlagen, das Know-How und die zur Produktion notwendigen Inputs vollständig bzw. dauerhaft im Ausland erworben werden, so dass in Turkmenistan keine nennenswerte Wertschöpfung erfolgen kann.
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Neben Gas ist die Baumwolle das wichtigste Exportgut des Landes, das seit den 1990er Jahren einige Verarbeitungsbetriebe für Baumwolle errichtet hat und durch die innerhalb des Landes erfolgende Wertschöpfung die Einnahmen aus dem Baumwollexport deutlich steigern konnte.
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Die bedeutendsten Handelspartner des Landes sind China (wichtigster Empfänger turkmenischen Erdgases und zugleich wichtigster Lieferant von Konsumprodukte), Russland, Iran, Türkei und Weißrussland.
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Die Vertragstreue der turkmenischen Regierung wird als mangelhaft eingeschätzt, was den vertrauensvolle Aufbau von Kooperationen mit ausländischen Investoren erschwert.
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Dies mag einer der Gründe dafür sein, dass seitens der deutschen Wirtschaft lediglich Daimler, Deutsche Bank und Siemens nennenswerte Umsätze in Turkmenistan generieren.
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Auf Wunsch der Kanzlerin sollen nun -reichlich spät- die deutsch-turkmenischen Handelsbeziehungen ausgebaut werden.
Dabei geht es mutmaßlich nicht nur um das beliebte Thema, die deutsche und EU-weite Abhängigkeit von russischen Erdgasimporten zu reduzieren, sondern auch dem wirtschaftlichen un politischen Einfluss von China, Russland, Japan und der Türkei in Turkmenistan etwas entgegenzusetzen.
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Diese Einflüsse treten besonders deutlich zu Tage, wenn man sich die Analyse der Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (GTAI) aus Dezember 2015 zu den Projekten in der turkmenischen Gasindustrie etwas genauer ansieht.
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Im Lichte all dieser Hintergrundinformationen mag man die bei der Pressekonferenz vom 29.08. dargelegten Einlassungen von Merkel und Berdimuhamedow hinsichtlich möglicher Inkonsistenzen untersuchen und entsprechend einordnen.
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Ihr Oeconomicus
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korrespondierende Beiträge
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13.06.2016
Turkmenistan finanziert Bau von TAPI-Pipeline in Afghanistan und Pakistan
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15.03.2016
Turkmenistan, Kasachstan und Iran wollen Schienengütertransport aus Europa und China ausbauen
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05.12.2015
IWF warnt vor Einbruch des Wirtschaftswachstums in Turkmenistan
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Turkmenische Aufträge für KMUs und Hidden Champions
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12.05.2016
Smiths Detection liefert Sicherheitstechnik für Flughafen Aschgabat
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06.05.2016
Großauftrag am Kaspischen Meer:
Horn Glass Industries AG baut Produktionsanlage in Turkmenistan

Gigantische Glasbrücke in China eröffnet

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Gigantische Glasbrücke in China eröffnet
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Superlativ für Schwindelfreie:
In chinesischen Nationalpark Zhangjiajie kann jetzt die weltweit längste und höchste Brücke aus Glas überquert werden.
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Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte, besteht die Brücke aus 99 Teilen dreischichtigem Glas.
Maximal 800 Besucher dürfen die Brücke gleichzeitig betreten und müssen dafür bereits am Vortag reservieren. Demnächst sollen auch Bungee-Sprünge von der Brücke angeboten werden.
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Vermutlich schon bald wird Thomas Cook diese Attraktion im Rahmen ihrer China-Rundreisen auch zur Freude des chinesischen Großaktionärs und Club-Med-Eigners Fosun International Limited -ein Investment des chinesischen Milliardärs Guo Guangchang (Spitzname: Warren Buffet aus Shanghai)- vermarkten.
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Ihr Oeconomicus
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Chinesische Midea-Group wird Mehrheits-Aktionär bei KUKA Robotics

Chinesische Midea-Group wird Mehrheits-Aktionär bei KUKA Robotics
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Nach dem am Freitag erfolgten Verkauf des 25,1 Prozent-Anteiles an KUKA des Heidenheimer Technologiekonzerns Voith hat sich nun auch die mittelhessische Friedhelm-Loh-Gruppe von ihrem 10 %-Anteil an dem Augsburger hidden champion getrennt.
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Die chinesische Midea-Group hält nun 52 Prozent an KUKA Robotics, dessen Vorstand und Aufsichtsrat Vorstand und Aufsichtsrat ihren Aktionären empfehlen, ein vorliegendes Übernahmeangebot aus China anzunehmen. Ein Investorenvertrag, der bis Ende 2023 läuft, sieht Standort- und Beschäftigungsgarantien vor.
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Angesichts noch anstehender kartellrechtlicher Überprüfungen wird sich die Übernahme des Roboterherstellers noch bis März 2017 hinziehen.
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Mit der Übernahme setzt sich der seit einigen Jahren zu beobachtende Ausverkauf deutscher Technologie-Unternehmen an chinesische Investoren fort.
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Nach einer Auswertung der Beratungsfirma Ginkgo Tree Advisors wurden in 2015 seitens chinesischer Investoren 36 deutsche Unternehmen übernommen, in 2014 lag die Zahl der Übernahmen noch bei 30.
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Ihr Oeconomicus
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Quellen:
SZSpOnFAZ
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follow-up, 14.07.2016
Kuka-Chef verteidigt Verkauf
Till Reuter ist sich sicher, dass der Verkauf seines Konzerns Kuka an den chinesischen Haushaltskonzern Midea der richtige Schritt ist. Der Vorstandschef erwartet keine Probleme, die mit dem Außenwirtschaftsgesetz zusammenhängen.
[…]
N-TV
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One Belt, One Road: Die Seidenstraßeninitiative

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One Belt, One Road:
Die Seidenstraßeninitiative
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Im Herbst 2013 verkündete Chinas Partei- und Staatschef Xi Jinping den Aufbau eines „Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtels“ und einer „maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts“.
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Die Seidenstraßeninitiative „One Belt, One Road“ reicht weit über den Aufbau von linearen Verkehrs- und Transportverbindungen zwischen Europa und Asien hinaus. Vielmehr soll ein umfassendes Infrastrukturnetzwerk in Eurasien entstehen.
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Die einzelnen Stränge der Land- und Seeroute sollen durch Verbindungskorridore miteinander verknüpft werden. Als primärer Geldgeber und Architekt des eurasischen Infrastrukturnetzwerks konzipiert Beijing neue auf China ausgerichtete Pipeline-, Eisenbahn- und Transportnetze. Die chinesische Führung konzentriert sich zudem auf den Ausbau von Tiefseehäfen, insbesondere im Indischen Ozean.
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Mit der Seidenstraßeninitiative verfolgt die chinesische Regierung vor allem drei Ziele:
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  • Wirtschaftliche Diversifizierung,
  • politische Stabilität
  • und den Aufbau einer multipolaren Weltordnung
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Die chinesische Führung spricht vom Aufbau einer „Schicksalsgemeinschaft“. Kernbestandteile sind mehr Konnektivität in Eurasien, „Win-Win-Kooperationen“, Fortschritt und Wohlstand.
Der UN-Grundsatz der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten soll respektiert werden.
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Noch gibt es keinen übergeordneten institutionellen Rahmen, in den die Seidenstraßeninitiative eingebettet ist. Sie ist in erster Linie ein Konzept, eine Metastrategie. Ob die Initiative über einen bilateralen oder multilateralen Prozess umgesetzt werden soll, bleibt bislang ungeklärt.
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Moritz Rudolf – merics.org
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MERICS China Mapping
Abgeschlossene und geplante Projekte – Stand: Dezember 2015
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Chinas neue Seidenstraße
Die Geschichten der legendären Seidenstraße erzählen von Abenteurern, großen Karawanen und vom Handel mit seltenen Waren zwischen damals noch fremden Welten. Diese Zeiten schienen lange vorbei. Doch nun feiert die Seidenstraße ein Comeback.
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Schatzjagd an der Seidenstraße
China, das “Reich der Mitte”, gilt in seiner Entwicklung als vom Westen völlig unabhängig. Bis in das vierte vorchristliche Jahrtausend hinein reichen die Aufzeichnungen des Landes zurück und untermauern das Bild vom isolierten China, das sich ohne Berührungspunkte zum Westen entwickelt hat.
Der Mythos von der Isoliertheit und Unabhängigkeit Chinas ist bis heute weit verbreitet. Erst in jüngster Zeit wird er durch einige überraschende Entdeckungen in Frage gestellt.
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Xi Jinping will strategische Partnerschaft mit Serbien fördern

Xi Jinping will strategische Partnerschaft mit Serbien fördern
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Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping hat im Vorfeld seines Staatsbesuchs in Serbien in der serbischen Zeitung „Politika“ und der Nachrichtenagentur „Tanjug“ einen Artikel veröffentlicht. Darin betonte er, China werde die strategische Partnerschaft mit Serbien auf einen neuen Höhepunkt bringen.
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In seinem Artikel mit dem Titel „Ewige Freundschaft zwischen aufrichtigen Partnern“ schrieb Xi, er freue sich auf die Gespräche mit den serbischen Spitzenpolitikern. Die chinesisch-serbischen Beziehungen seien von Respekt, Vertrauen, gegenseitiger Unterstützung und einer nutzbringende Zusammenarbeit geprägt. Die Volksrepublik schätze diese Beziehungen und die traditionelle Freundschaft zu Serbien sehr und wolle die Zusammenarbeit weiter fördern.
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Der chinesische Staatspräsident wird vom 17. bis zum 22. Juni Serbien, Polen und Usbekistan besuchen. Auf Einladung seines usbekischen Amtskollegen Islam Karimow nimmt er am 23. und 24. Juni in Tashkent an der 16. SCO-Ratskonferenz teil.
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Quelle
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follow-up, 18.06.2016
Xi Jinping würdigt traditionelle Freundschaft mit Serbien
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China und Serbien bauen strategische Partnerschaft aus
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