Der dringend notwendige Eklat von General a.D. Harald Kujat

Der dringend notwendige Eklat von General a.D. Harald Kujat
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Altbekannte Gäste sollten in Anne Wills Talkrunde über den gescheiterten Waffenstillstand und die Konsequenzen für die Bewohner Aleppos diskutieren, wobei dem TV-Publikum und den obligatorischen Claqueuren -offenbar alles ausgewiesene Experten für Aussenpolitik mit tiefen Kenntnissen über Ursachen und Folgen der syrischen Tragödie- mit auf den Weg gegeben werden sollte, dass -wie könnte es auch anders sein- Russland der ultimative Bösewicht ist.
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So ganz geklappt hat die Nummer jedoch nicht.
General a.D. Harald Kujat griff stocknüchtern in die Debatte ein und machte unmißverständlich deutlich, dass die so genannten diskutieren Fakten der völlig unklar und somit alles andere als schlüssig seien.
Bewiesen sei derzeit gar nichts, womit er die Argumentation des Russischen Botschafters in Deutschland, Wladimir M. Grinin, stützte und zugleich den Transatlantik-Hüpfer, Norbert Röttgen, Lügen strafte.
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Will schien perplex und versuchte diesen Tabubruch zu überbrücken, in dem sie Katharina Ebel (Nothilfe-Koordinatorin der SOS-Kinderdörfer in Syrien) ins Gespräch brachte. Unpassenderweise wies diese darauf hin, dass die Menschen in Aleppo sich nicht für die Schuldfrage, sondern nur für die Einstellung jeglicher Kriegshandlungen interessieren.
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Nachdem dieser Versuch, das gebrochene Tabu zu kompensieren, fulminant in sprichwörtliche Hose ging, legte Kujat nach und behauptete doch tatsächlich, die böse Al Nusra-Front sei doch ein Bündnispartner der Amerikaner (!)
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Gottlob konnte Botschafter Grinin gerade noch ein breites Grinsen abwenden, während John Kornblum sichtlich konsterniert wirkte und die nette Frau Will vermutlich erkannte, dass ihr das Thema weit über den Kopf gewachsen war.
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Zum Ende des mißlungenen Schaustücks (ab Min 54:50) laß sie -völlig daneben- dem Publikum noch ein Haaretz-Zitat vor, das ich aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen hier nicht wiedergeben möchte:
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Ihr Oeconomicus
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korrespondierende Beiträge
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Jürgen Todenhöfer:
Unterstützen die USA in Syrien Al Qaida? – Al Nusra Kämpfer packt aus
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„Liebe Freunde, das ist das erschütternde Video unserer Syrienreise. Es zeigt die Zerstörung Syriens. Selten war ich so niedergeschlagen. Das syrische Volks sehnt sich nach Frieden. Leider die Regierung und die meisten Rebellenführer nicht. Bisher starben 101.000 Rebellen, 105.000 Regierungskämpfer und 87.000 Zivilisten. Über 120.000 weitere Tote sind nicht dokumentiert.* Die Zahlen zeigen: Der Krieg wird nicht nur von einer Seite, sondern von beiden Seiten gnadenlos geführt. Beide begehen Kriegsverbrechen. Weil es keine anständigen Kriege gibt. Der Krieg ist das Verbrechen. Das syrische Volk hat Anspruch auf eine politische Lösung. Und auf das Menschenrecht Frieden.
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„Sie, Herr Obama, und Sie Herr Putin, sind die mächtigsten Führer unserer Welt. Stoppen Sie diesen grauenvollen Krieg! Sie sind die Einzigen, die das noch können. Frieden in Syrien ist Ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Auch wegen Ihrer massiven Verwicklung in den Krieg.
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Letztlich gibt es nur einen Weg zur Beendigung dieser apokalyptischen Katastrophe: Sie, Herr Obama, müssen endlich die Waffenlieferungen der Golfstaaten an Rebellen und Terroristen stoppen. Und auch Ihre eigenen Waffenlieferungen. Als Gegenleistung müssten Sie, Herr Putin, alle Bombardierungen stoppen. Und von der Regierung Assad verlangen, dass in der Verfassung festgelegt wird, dass der Sieger der nächsten Präsidentschaftswahl nur eine Wahlperiode regieren darf. Das würde konstitutionell einen friedlichen Machtwechsel sicherstellen.
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Gerecht? Die Frage ist berechtigt. Aber der ungerechteste Frieden ist besser als der gerechteste Krieg. (Cicero). Im Namen der Menschlichkeit und des syrischen Volkes bitte ich Sie: Stoppen Sie das Morden in Syrien. Mit noch mehr Waffenlieferungen, Bomben und Raketen – von wem auch immer – ist der Konflikt nicht zu lösen.
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Ihr tief erschütterter JT““
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Quelle: Jürgen Todenhöfer
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Anmerkung:
Bei all diesen schrecklichen Ereignissen und anschließenden wortreichen Analysen, sollten wir uns an General Wesley Clark erinnern, der darauf hinwies, dass die Destabilisierung von Middle East bereits 1991 geplant worden sei:
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Jürgen Todenhöfers Erkenntnisse während seiner Reise in IS-Gebiete (+follow-up’s)

Der Publizist Jürgen Todenhöfer ist erst vor wenigen Tagen aus Mossul im Irak zurückgekommen, um sich ein Bild vom Leben unter dem Islamischen Staat zu machen. Im Gespräch mit den Tagesthemen sagt er:

 

„Die Gefahr, die vom IS ausgeht, werde im Westen massiv unterschätzt.“

 

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tagesschau
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Interview ab Min 15.00
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korrespondierende Presseartikel:
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Todenhöfer – “ IS ist in rauschartiger Stimmung“
[…]
Die Welt
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follow-up, 13.01.2015
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Gruselig: Interview mit einem deutschen IS-Kämpfer
„Wollen Sie Europa erobern?“ – „Nein, wir werden!“

Wie tickt das Hirn eines Islamisten? Das zeigt auf unfassbare Weise das Interview, das der Publizist Jürgen Todenhöfer mit dem deutschen Konvertiten und IS-Kämpfer Christian Emde im irakischen Mossul geführt hat.

Das Interview mit dem blauäugigen Christian David Emde aus Solingen, der 2003 zum Islam konvertierte und sich der Terrormiliz auf ihrem grausamen Feldzug in Syrien und dem Irak angeschlossen hat, wurde im Dezember geführt, nachdem sich Todenhöfer in das von den IS-Milizen kontrollierte Gebiet gewagt und dort mit mehreren Islamisten Kontakt aufgenommen hatte. Erstmals ausgestrahlt wird es bei RTL in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 0.30 Uhr – als „Nachtjournal Spezial“ mit dem Titel: „Wer uns nicht anerkennt, den werden wir töten.“
[…]
t-online

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follow-up, 19.01.2015
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Deutsche an die Front – Die Einschläge kommen näher
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Die USA als Kriegsauslöser – Jürgen Todenhöfer über den Kampf gegen IS

Während der IS in Syrien weiter auf dem Vormarsch ist, blickt die Welt im Kampf gegen den islamistischen Terror vor allem auf die Türkei.
Diese wiederum lehnt einen Einmarsch in Syrien weiter ab und appelliert ihrerseits an die USA, ihre Präsenz zu verstärken. Marcel Joppa sprach für die STIMME RUSSLANDS mit Jürgen Todenhöfer, der als Autor und Journalist noch im vergangenen Jahr mit Syriens Präsident Assad sprechen konnte und lange für die CDU im Deutschen Bundestag saß.

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Zehn Thesen gegen den Hass – von Jürgen Todenhöfer

zum „Feindbild Islam“

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Bildrechte: CC-BY-SA-2.0.

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These Nummer 1
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„Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt.
Millionen arabische Zivilisten wurden seit Beginn der Kolonialisierung getötet.“

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These Nummer 2
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„Nichts fördert den Terrorismus mehr als die „Antiterror-Kriege“ des Westens.
Sie sind ein Terrorzuchtprogramm.“

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These Nummer 3
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„Terrorismus ist kein typisch muslimisches, sondern ein weltweites Problem.“

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These Nummer 4
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„Islamische getarnte Terroristen sind Mörder.
Christlich getarnte Anführer völkerrechtswidriger Angriffskriege auch.“

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These Nummer 5
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„Muslime waren und sind mindestens so tolerant wie Juden und Christen.
Sie haben die westliche Kultur entscheidend mitgeprägt.“

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These Nummer 6
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„Nicht nur in der Bibel,
auch im Koran sind die Liebe zu Gott und Nächstenliebe die zentralen Gebote.“

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These Nummer 7
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„Die westliche Politik gegenüber der muslimischen Welt
leidet unter einer erschreckenden Ignoranz einfachster Fakten.“

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These Nummer 8
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„Der Westen muss die muslimische Welt genauso fair
und großzügig behandeln wie er zu Recht Israel behandelt.
Muslime sind genauso viel wert wie Juden und Christen.“

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These Nummer 9
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„Die Muslime müssen sich wie ihr Prophet Mohammed
für einen Islam des Fortschritts und der Toleranz einsetzen.
Sie müssen dem „islamischen Terrorismus“ die religiöse Maske vom Gesicht reißen.“

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These Nummer 10
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„Das Gebot der Stunde heißt „Staatskunst“, nicht Kriegskunst –
in Afghanistan, in Pakistan, im Irak, im Iran, in Syrien und in Palästina.“

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Jürgen Todenhöfer (* 12. November 1940 in Offenburg) ist ein Autor und Publizist.
Der promovierte Jurist war von 1972 bis 1990 Bundestagsabgeordneter der CDU und danach bis 2008 Vorstandsmitglied des Burda-Medienkonzerns.
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In den 1980er Jahren zählte Todenhöfer zur so genannten „Stahlhelmfraktion“ des rechten Flügels der CDU. Er war einer der bekanntesten deutschen Unterstützer der von den USA geförderten Mudschahidin und deren Guerillakrieg gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans. Mehrfach reiste er in Kampfzonen zu afghanischen Mudschahidingruppen.
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Ab etwa 2001 profilierte sich Todenhöfer als Kritiker der US-amerikanischen Interventionen in Afghanistan und dem Irak, über die er mehrere Bücher schrieb. Diese Kriegsgebiete bereiste er ebenso wie die des arabischen Frühlings.
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Was haben diese Thesen nun mit Ökonomie oder gar ökonomischen Wechselwirkungen als Folge politischer Entscheidungen zu tun, könnte man sich fragen.
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Sapere aude! – Haben Sie Mut sich Ihres eigenen Verstandes zu bedienen und finden Sie es selbst heraus.
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Als kleine Hilfestellung hierzu biete ich Ihnen einige Fakten und Hintergründe an:
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Rohstoffe in Afghanistan
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Wie Wallstreet online berichtet, sollen die bereits vor drei Jahren von US-Geologen entdeckten Rohstoff-Vorkommen in Afghanistan weit größer als der damals geschätzte Wert von 1 Billion US$ ausmachen. In dem von Kriegen geplagten Land ist erst ein Teil des Gebiets überhaupt grob unter die Lupe genommen worden.
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Wie am Rande des ersten deutsch-afghanischen Rohstoffdialoges, der am Freitag (05.07.2013) in Berlin stattfand, zu hören war, soll das Land am Hindukusch über Rohstoffvorkommen im Wert von 2,3 Billionen Euro verfügen; darunter auch wertvolle Ressourcen wie Seltene Erden, Lithium, Eisen, Wolfram, Kupfer, Blei, Zink und weitere.
Vor allem Lithium und Seltene Erden (die so selten eigentlich garnicht sind – aber das ist ein anderes Thema) sind für den Industriestandort Deutschland relevant, beide werden etwa in der Produktion von Magneten für Windräder verwendet.
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Ein ausführlicher Bericht zur „Balkanisierung“ des von dem Drogenbaron Karzei geführten Landes, sowie detailliertes Kartenmaterial, aus welchem die zu erschließenden Bodenschätze hervorgehen, findet sich hier.
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Horst Köhler’s Rechtfertigung des Kriegseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan
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Es sei in Ordnung, wenn kritisch über den Einsatz diskutiert werde. Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen.
Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‚freie Handelswege‘.
Es gelte,
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‚ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen‘

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und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten.
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Machtrausch einer ALLIANZ von Zauberlehrlingen
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Wer sich mit den historischen Gegebenheiten in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigt, könnte über eine Rede des damaligen Reichskanzlers und ausgewiesenen Vertreters deutscher Kolonial-Interessen, Fürst Bernhard von Bülow stolpern, der am 10. Dezember 1903 während einer Auseinandersetzung im Reichstag seine Geistes-Trübungen zum Ausdruck brachte:
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Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!
Quelle
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Mit einer solchen Haltung könnte sich dieser Zauberlehrling posthum zum Ehrenvorsitzenden der vom BDI initiierten Rohstoff-Allianz qualifiziert haben.
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Das angebliche Galgen-Zitat von Karl Marx
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»„Kapital flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere.
Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.
Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren.
Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.“

Quelle: P. J. Dunning, zitiert in Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961«

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DER MOLOCH – Eine kritische Geschichte der USA
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Der Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker Karlheinz Deschner beschreibt im Vorwort zur 10. Auflage seines Buches in fast schmerzhafter Deutlichkeit die bigotte Heuchelei des Kapital-Imperialismus und deckt dabei in einer schonungslosen Offenheit die bedingungslose Anbetung des Goldenen Kalbes 2.0, dem Schlachthaus-Kapitalismus auf!
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CNN-SORSHIP
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Die bekannte investigative Journalistin und frühere CNN-Korrespondentin Amber Lyon verdeutlicht im nachfolgenden Video-Clip, dass CNN pro-aktiv daran beteiligt sein soll, westliche Propaganda über den Iran und Syrien zu verbreiten, und dafür auch noch bezahlt wird!
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Wären solche Parallelen auch in Deutschland denkbar?
Wie ist die permanente Berichterstattung des Mainstreams über Snowden’s Enthüllungen, die unsäglichen Aktivitäten von NSA oder BND zu bewerten?
Soll bei uns Bürgern damit das zwingende Bedürfnis nach supranationaler Sicherheitspolitik geweckt werden?
Bob Dylan würde vermutlich sagen The answer my friend, is blowin‘ in the wind!
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Genug der Fragen – jetzt sind die Selbstdenker dran mögliche Antworten zu finden!
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Ihr Oeconomicus