Sparer & Steuerzahler übernehmen Sie!

Non-performing Loans griechischer Zombiebanken

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Innerhalb der EU ist mir keine einheitliche Definition von NPL (non-performing Loans) bekannt. Nach deutschem Verständnis gelten solche Loans nach 90 Tagen ohne Zins- und Tilgungsleistungen als toxisch!

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Gleichwohl gibt es ganz witzige Tools in der Trickkiste, mit deren Hilfe solche Umstände verschleiert werden können (Stichwort: Restrukturierung – Nachhilfe dazu kann u.a. bei Spanischen Banken abgerufen werden! weiteres Stichwort: Bewertung von Forderungen und sonstigen Sicherheiten, etwa nach IAS).

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Wie zerohedge und Ekathimerini berichten, soll die Summer hellenischer non-performing Loans bereits doppelt so hoch sein, wie Kapital aller griechischer Banken. Somit dürften die Rekapitalisierungs-Maßnahmen griechischen Zombiebanken längst verpufft sein.

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Schlappe € 65 Mrd., das ist doch mal ne hübsche Hausnummer, welche Asmussen, Draghi und Schäuble vermutlich nicht unbekannt sein dürfte. Wenn diese Zahl schon eingeräumt wird – is there more to expect?

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Sparer und Steuerzahler übernehmen Sie!!

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Wie bereits aus Zockerkreisen zu hören ist, lassen sich (danach) übrigens ganz prima neue Spieltische in den bekannten Derivate-Kasinos eröffnen!

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Ihr Oeconomicus

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Flocking to Europe – Ernst & Young 2013 – non-performing loan report
PDF – [32 pages]

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follow-up, 03. Dezember 2013

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Pressemitteilung, PWC Greece

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Europe’s non-performing loans now total more than €1.2 trillion (US trillion, also € 1,2 Billionen)

  • UK banks top the 2013 non-core loan portfolio transaction table with €13bn deals reported in the year to date
  • Commercial real estate (€15bn) and unsecured retail loans (£10bn) are the most actively traded NPL assets
  • Fresh interest from US and Middle East investors.

European non-performing loans (NPLs) held by banks have increased to €1.2 trillion (up by nearly €100 billion in 12 months) driven mainly by reported increases in Italy, Greece, Spain and Ireland, says PwC in its latest market update. PwC tracks the volume of European NPLs and also the market for non performing and distressed lending portfolios that’s grown up around it.

Stelios Constantinou, Banking industry leader at PwC Cyprus commented:

“We don’t see a meaningful reduction in non-performing loans across Europe any time soon. Aggregate levels of NPLs could continue to rise over the coming years, adding further to the already buoyant portfolio market.”


Tricksereien bei Deutscher Bank?

Bundesbank schaltet sich ein

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Jahrealte Vorwürfe der Bilanztrickserei rufen nach der US-Finanzaufsicht nun auch die Bundesbank auf den Plan.
Angeblich soll die Deutsche Bank ihr Portfolio von Kreditderivaten während der Finanzkrise zu hoch bewertet haben. Möglicherweise musste sie deshalb keine Staatshilfe beantragen.
Ermittler der Bundesbank wollen der Sache in New York auf den Grund gehen.
[…]
teleboerse
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Anmerkung
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In Rede stehen € 12 Mrd. Verluste die man im Rahmen der IAS-Regeln nach fair-value-Bewertungen aufhübschen konnte.
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Ihr Oeconomicus

Zahl der säumigen Schuldner steigt an

Zahl der säumigen Schuldner steigt an

Immer mehr Iren können ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen. Im Juni konnten 168.637 Iren ihre Kreditraten nicht rechtzeitig bezahlen. Insgesamt sind in Irland 761.533 Kredite an Privatpersonen vergeben. Damit sind etwas mehr als 22 Prozent der Privatkredite mit ausstehenden Rückzahlungen belastet. Dies geht aus einem Bericht der Irischen Nationalbank hervor.
Jeder fünfte Ire ist mit seinen Rückzahlungen in Verzug, oder musste bereits ein neues Darlehen aufnehmen. Bisher wurden in der Statistik nur Kredite berücksichtigt, deren Rückzahlungen länger als 90 Tage in Verzug waren. Bei der aktuellen Statistik wurden auch kürzer ausstehende Kredite mitgezählt.
Deutsche Mittelstands Nachrichten | 26.08.12, 01:20

The Central Bank of Ireland

The mortgage arrears data, along with a set of explanatory notes, are available in the Mortgage Arrears section of the Statistics portal of the Central Bank of Ireland website.
The Central Bank of Ireland has produced a number of consumer guides to assist consumers who are in arrears or facing arrears, including
The above guides, that include information on the protections that are available to consumers in financial difficulty, are available to download from the consumer information section of the Central Bank website.

Überall dasselbe Spiel

Staaten, die auf Druck der EUROholics massive Spar- und Kürzungsprogramme zu Lasten der Bevölkerung durchsetzen, tragen die Hauptverantwortung für die wachsende Anzahl potentiell gefährdeter Kreditverträge. Am Ende des Tages müssen die Gläubiger-Banken gemäß den Regelungen von BASEL II und den Bewertungsvorschriften des International Accounting System (IAS) solche toxischen Kreditverträge bilanziell ausweisen!
In der Folge werden über die nationalen Zentralbanken, also das EZB-System Hilfsanträge an die jeweiligen Regierungen gestellt, welche eilfertig entsprechende Bail-out’s bzw. Rekapitalisierungsmaßnahmen einleiten!
Wann endlich kapierten diese machtbesoffenen Chaoten, dass dieser Weg die Fahrt in den Abgrund nur weiter beschleunigt, gesellschaftlichen Unfrieden erzeugt und letztlich zum Zusammenbruch der Euro-Zone -wenn nicht gar der EU- führen wird …

…fragt sich Ihr Oeconomicus

Zur Vertiefung des Themenkomplexes „IAS“ hier ein Auszug aus

Produkt-Information

Autoren: Prof. Dr. Wilhelm Hankel / Prof. Dr. Robert Allen Isaak [Seite 59-62 – mit freundlicher Genehmigung von Prof. Hankel]:

“1. Die Kontrolle der Interbankenmärkte muss an die für Geld- und Finanzstabilität zuständigen Zentralbanken zurückgegeben werden. Jener Prozess, der seit [und mit] der Liquidation des Weltwährungssystems von Bretton Woods begann und ein kommerzielles Geld- und Kreditschöpfungsmonopol der im globalen Geschäft tätigen Investmentbanken begründete, muss nicht nur beendet werden. Es muss ihm auch für die Zukunft die Grundlage entzogen werden, denn sonst lebt er nach Beendigung der Krise wieder auf. Noch ist nicht klar, wie dieses De-facto-Kartell der globalen Investment-Banken und ihrer Ableger, der Investmentfonds aller Art und Coleur, die ihr Geschäft jenseits der etablierten Bankenaufsicht betreiben (allein 90% der sogenannten Hedgefonds waren vor der Krise auf den Cayman-Islands -einer nahezu aufsichtsfreien Finanzoase- registriert) kontrolliert bzw. vermieden werden kann: z.B. durch eine globale Finanzaufsicht oder ein neues Weltwährungssystem, das ähnlich wie der Goldstandard die Expansion der Finanzmärkte begrenzt.

2. Für die nationale Bankaufsicht der Zukunft folgt daraus: Sie muss sich stärker als bisher an makroökonomischen Kriterien orientieren, statt sich wie in der Vergangenheit mit bilanztechnischen (rechtlichen, mikroökonomischen) Kontrollen zu begnügen. Die makroökonomischen Folgen eines fehlerhaften Bankenverhaltens sind nicht nur systemgefährdend. Sie sind auch leichter zu erkennen, als die mikroökonomischen. Die Sünder können sie nicht einfach im Irrgarten ihrer Buchungssysteme verschwinden lassen und wegretuschieren. ‘Asset inflation’, Blasenbildung, die Dichtotomien zwischen finanziellem und realwirtschaftlichem Wachstum, die Konsequenzen für Einkommens- und Vermögensverteilung – die Zahlen und Warnsignale der Statistischen Ämter und Internationalen Organisationen sind öffentlich. Jeder Makroökonom kann seine Schlüsse ziehen. Deswegen ist die jüngst beschlossene Übernahme der Bankenaufsicht durch die Deutsche Bundesbank ein Schritt in die richtige Richtung.

3. Dennoch wird dadurch die klassische Banken- und Bilanzkontrolle nicht überflüssig. Im Gegenteil: Sie muss dazulernen und die neuesten Krisenerfahrungen in ihr Konzept einbauen. Damit gerät ein weiteres mächtiges und der Öffentlichkeit weitgehend unbekanntes Weltkartell ins Visier: das der Ratingagenturen: Allein die drei führenden Ratingagenturen der Welt kontrollieren 90% des Marktes für die Bewertung von Bankbilanzen und Finanzanlagen: Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch; die beiden ersteren mit jeweils 40% und das dritte Unternehmen mit 10%. Diese Ratingagenturen haben mit dem auf ihre Initiative hin erfolgten Wechsel vom guten alten (z.B. auch im deutschen HGB von 1897 verankerten) Vorsichts- oder ‘Niederstwert-Prinzip’ zum ‘Fair-Value-Prinzip’ der US-amerikanischen International Accounting Standards (IAS) ganz wesentlich zum Ausbruch und zur Verschärfung der gegenwärtigen Krise beigetragen. Das International Accounting Standards Board (IASB) erlaubte es, aus verlässlichen und während der Laufzeit der Aktiva nicht mehr veränderlichen Bewertungskriterien variable zu machen. Die Banken konnten, nach Absprache mit ihren Prüfern, den Risikogehalt ihrer Engagements selbst bestimmen. Aus Prüfern wurden damit Komplizen! Bereits Mitte der 1980-er Jahre (und zeitgleich mit der Beschleunigung der ‘Asset inflation’) waren die weltweit führenden Institute (darunter auch Deutschland’s große Drei: Deutsche, Dredner und Commerzbank) zur neuen IAS-Bilanzierung übergegangen.

Wie prozyklisch oder krisenverstärkend die Einführung der IAS gewirkt hat, wird erst jetzt bei der Fixierung des Abschreibungsbedarfs in den Bankbilanzen deutlich: Weil man vor der Krise zu wenig abgeschrieben bzw. Rückstellungen gebildet hatte, muss man jetzt in der Krise das Versäumte nachholen. Plötzlich müssen die im internationalen Geschäft führenden Großbanken und Großvermögensverwalter offenbaren, dass sie bis jetzt durch die nachzuholenden Abschreibungen bis zu zwei Drittel ihres Eigenkapitals (und manche sogar mehr) verloren haben. Sie und die für sich haftenden Staaten haben sich mit den IAS einen bis heute unübersehbaren Krisenverschärfer eingehandelt: zu Lasten der sanierenden Staaten und ihrer Steuerzahler! Entweder werden die IAS im Lichte der Krisenerfahrungen überarbeitet oder die Institute der Hochfinanz kehren wieder zu jenen Standards zurück, die in den Banken des Geschäfts vor der Haustür (Volksbanken, Sparkassen) nach wie vor gelten. Es kann schließlich nicht angehen, dass der Geist des ehrbaren Kaufmanns nur im Kleinen weiterlebt und nicht bei den Spitzeninstituten des Weltfinanzsystems.

4. War die Bankenaufsicht in Deutschland, den USA, in England oder der Schweiz, den Heimatländern der größten und gefährdetsten Einzel-Institute, wirklich so überfordert, wie sie jetzt vorgibt? Daran ist jeder Zweifel erlaubt.

Keinem Prüfer konnten die Supergewinne dieser Institute im Handelsgeschäft mit Finanzprodukten (vor allem den innovativen) verborgen bleiben. Kein Prüfer konnte übersehen, dass gerade diese Banken seit Jahrzehnten dabei waren, ihr traditionelles ‘Brot- und Buttergeschäft’ mit der Kreditkundschaft aufzugeben. Für sie galt die gute alte 3-6-3-Regel nicht mehr: 3% kostet das Geld, 6% zahlt der Kreditkunde und ab 3 Uhr ist man zu Hause oder auf dem Golfplatz!

Nachdem man sich im Passivgeschäft von Sparern und Zentralbanken verabschiedet hatte, war jetzt im Aktivgeschäft die Kreditkundschaft dran. Dementsprechend zeigte die Kurve der sicheren Zinseinnahmen bei allen Großen der Branche, besonders bei den jetzt zu Sanierenden (von UBS bis HSBC und Deutsche Bank) seit über einem Jahrzehnt nach unten. Ihre märchenhaften Renditen kamen nicht aus dem alten, seriösen Banking, sondern aus dem neuen und riskanten.

Kein Bankprüfer konnte übersehen, dass in all diesen Instituten das Kreditgeschäft mit der investierenden Wirtschaft, in Relation zu Bilanzsumme und Eigenkapital, kräftig abgebaut wurde und die Dauer- und Handelsbestände an Wertpapieren und anderen Finanztiteln ebenso kräftig zunahmen. Unter diesen wiederum entfiel auf die neuen (jetzt toxischen) Finanzprodukte der Löwenanteil.

Aus Investmentbanken waren unter den Augen der Prüfer Großhändler in und mit Finanztiteln geworden. Man konnte sehen, dass sie mit dem Feuer spielten. Die Prüfer hätten sie warnen können, ehe sich sich verbrannten.

Auch die EU hat nicht zur Betriebssicherheit des europäischen Bankwesens beigetragen, als sie in ihren eigenen Richtlinien die Übernahme der IAS empfahl. Gottlob sind nicht alle Kreditinstitute diesem gefährlichen Rat gefolgt.

Lediglich im Falle der außerbilanziellen Risiken (jener feingesponnenen, doch betrügerischen Falsch-Verbuchungs-Technik) können mildernde Umstände gelten. Zumindest der deutsche Gesetzgeber hat mit seinem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMog) das Erforderliche eingeleitet.”


EU „fair value“-Richtlinie

Rechnungslegung:
Kommission begrüßt Verabschiedung der „fair value“-Richtlinie

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Reference: IP/01/770 Event Date: 31/05/2001 Export pdf PDF word DOC
Other available languages : EN FR

IP/01/770

Brüssel, den 31. Mai 2001

Rechnungslegung: Kommission begrüßt Verabschiedung der „fair value“-Richtlinie

Die Europäische Kommission hat die Verabschiedung einer EU-Richtlinie durch den Rat und das Europäische Parlament am 31. Mai begrüßt, mit der die EU-Rechnungslegungsvorschriften durch Einführung der „fair value„-Methode modernisiert werden. Mit der neuen Richtlinie werden die EU-Rechnungslegungsrichtlinien den Entwicklungen der Märkte (wie etwa der Verbreitung sog. „Derivate“), des Finanzgeschäfts und der internationalen Rechnungslegungsstandards angepasst. Für europäische Unternehmen, die sich weltweit Kapital beschaffen, wird es damit einfacher, die Rechnungslegungsanforderungen der internationalen Kapitalmärkte zu erfüllen und somit zu gleichen Bedingungen mit außereuropäischen Wettbewerbern zu konkurrieren. Dass die Richtlinie nur 15 Monate, nachdem sie von der Kommission vorgeschlagen wurde (siehe IP/00/187), bereits verabschiedet ist, macht die Effizienz des äußerst kooperativen und produktiven Ansatzes deutlich, den Kommission, Parlament und Rat bei dieser Initiative verfolgt haben. Die Richtlinie ist Bestandteil des Aktionsplans für Finanzdienstleistungen (siehe IP/00/1269).

Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein dazu:
„Die Richtlinie wird europäischen Unternehmen die Möglichkeit geben, weltweit akzeptierte und verständliche Finanzausweise zu erstellen. Indem die EU-Rechnungslegungsrichtlinien an bestehende internationale „fair value“-Standards angepasst wurden, ist dafür gesorgt, dass die europäischen Unternehmen an den internationalen Kapitalmärkten zu gleichen Bedingungen mit ihren außereuropäischen Wettbewerbern konkurrieren können. Die rasche Verabschiedung dieser Richtlinie ist ein sehr positives Beispiel dafür, dass die Organe der EU effizient zusammenarbeiten, um Rechtsvorschriften rasch auf den Weg zu bringen. Dieses Beispiel kann und sollte bei anderen Rechtsvorschlägen Schule machen.“

Mit der Richtlinie werden die Vierte Richtlinie über den Jahresabschluss, die Siebte Richtlinie über den konsolidierten Abschluss und die Bankabschlussrichtlinie so geändert, dass bestimmte Finanzinstrumente fortan zum „fair value“ bewertet werden können. Der „fair value“ von Finanzinstrumenten wird anhand des Marktwerts oder – falls ein verlässlicher (liquider) Markt fehlt – anhand allgemein akzeptierter Bewertungsmodelle ermittelt. Nahezu alle, auch die nicht realisierten Änderungen des „fair value“ müssen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden. Der „fair value“ vermittelt ein genaueres Bild von der Finanzlage und -entwicklung eines Unternehmens.

Ziel der Richtlinie ist vor allem, dass Unternehmen die Internationalen Rechnungslegungsstandards (International Accounting Standards – IAS), namentlich den ab dem Geschäftsjahr 2001 verbindlichen IAS 39 für die Bewertung von Finanzinstrumenten, uneingeschränkt anwenden können. In der Richtlinie wird definiert, welche Finanzinstrumente gemäß IAS 39 mit dem „fair value“ bewertet werden können. Außerdem können die Mitgliedstaaten nach bestimmten Regeln festlegen, welche Unternehmen ihre Rechnungslegung anhand des „fair value“ vornehmen dürfen bzw. müssen. So kann ein Mitgliedstaat die Bewertung zum „fair value“ beispielsweise nur für börsennotierte Unternehmen zulassen bzw. vorschreiben. Nach der Richtlinie müssen sämtliche Unternehmen Informationen über derivative Finanzinstrumente wie Optionen, Swaps und Futures, im Anhang zum Jahresabschluss offenlegen. Kleinunternehmen können allerdings von dieser Pflicht freigestellt werden.

Durch die Änderung werden die historischen Kosten als Grundlage der Bewertung gemäß den Rechnungslegungsrichtlinien nicht ersetzt, sondern nur ergänzt, zumal man sich international nicht darüber einig ist, ob eine „fair value“-Rechnungslegung in allen Fällen angemessen ist. So ist man sich auf internationaler Ebene beispielsweise noch nicht im Klaren darüber, ob einer Gesellschaft vorgeschrieben werden sollte, die eigenen Verbindlichkeiten zum „fair value“ zu bewerten, oder ob bei einer solchen Bewertung das eigene Kreditrisiko des Schuldnerunternehmens zu berücksichtigen ist. Aus diesem Grund wird die Bewertung zum „fair value“ nicht für alle Bilanzposten zulässig sein (ausgenommen sind z.B. Grundstücke und Gebäude oder technische Anlagen und Maschinen). Auch bestimmte Finanzinstrumente, wie langfristige Schuldtitel, werden weiterhin zu historischen Kosten bewertet.

Wenngleich die Richtlinie auch für Banken gilt, wurde damit wohlgemerkt doch keine ausschließlich auf dem „fair value“ basierende Rechnungslegung eingeführt, gegen die die Bankenbranche gewisse Bedenken hegt. Die Idee wird derzeit auf internationaler Ebene diskutiert und von der Kommission gesondert bewertet werden.

Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Kommission, Parlament und Rat konnte die Richtlinie in einem beschleunigten Verfahren mit nur einer Lesung im Parlament verabschiedet werden. Diese durch den Vertrag von Amsterdam eröffnete Möglichkeit wurde damit erstmals im Binnenmarktbereich genutzt.

Weitere Informationen zur „fair value“-Richtlinie im Internet auf der Europa-Website: http://ec.europa.eu/internal_market (unter Rechnungslegung).

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Quelle: Pressemitteilungen der EU