Milliardenhilfen für HSH Nordbank in trockenen Tüchern

Milliardenhilfen für HSH Nordbank in trockenen Tüchern
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Die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg können den vereinbarten Rettungsplan für die HSH Nordbank umsetzen. Wie der NDR berichtet, hat der Kieler Landtag den entsprechenden Staatsverträgen zugestimmt – mit den Stimmen der Koalition von SPD, Grünen und SSW. Im Kern geht es darum, dass die Länder als Haupteigentümer u.a. faule Schiffskredite, die mit rund € 6,2 Mrd. zu Buche stehen aus der HSH herauskaufen und die Bank so wieder attraktiv für Investoren zu machen.
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Mit dem Landtagsbeschluss welcher den gleichlautenden Kreditermächtigungen der Hamburger Bürgerschaft folgt, können die Länder nunmehr Kredite bis zum € 16,2 Mrd. aufzunehmen, um eine Vereinbarung mit der EU-Kommission, die Bank bis 2018 abzuwickeln oder zu verkaufen, umzusetzen.
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Am Ende des Tages werden dem deutschen Steuerzahler via Länderfinanzausgleich die Lasten dieses Rettungsabenteuers aufgebürdert, was den eigentlichen Skandal dieser Maßnahme darstellt. Insoweit sind nicht die eigentlichen Akteure an den Pranger zu stellen, sondern die uninteressierte und bestenfalls achselzuckende deutsche Bevölkerung, der es an isländischem Mut und Engagement mangelt, um das Lumpengesindel dorthin zu verbannen, wo es hingehört.
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So lange jedoch solche Ansätze weder erkennbar sind und eine Symbolfigur wie Howard Beale aus der US-Filmsatire Network fehlt, wird sich das hämische Selbstbewußtsein der Akteure so lange verstetigen, bis der harte Aufschlag nicht mehr zu leugnen ist … tja, und dann will es niemand gewesen sein!
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Ihr Oeconomicus
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korrespondierende Beiträge
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09.07.2014
Im ‘Neuland’-Prozess Freisprüche für Ex-HSH-Vorstände
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01.12.2012
Mehr Banker in den Knast!
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16.04.2009
HSH Nordbank: Bankenpleite als Staatsgeheimnis
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Banken-Stresstest: Ergebnis-Veröffentlichung für Sonntag, 26. Oktober erwartet

Wie die EZB bekannt gab, ist die Prüfung der systemrelevanten Banken der Euro-Zone abgeschlossen und die Resultate sollen am Sonntag, 26. Oktober zeitgleich in London und Frankfurt gegen 12:00 Uhr veröffentlicht werden.
Offenbar sollen die betroffenen Banken erst kurz vorher (denkbarerweise am Freitag nach Börsenschluss) informiert werden.

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In seiner Eigenschaft als Präsident des Bankenverbandes übte sich der Deutsche Bank Vorstand Jürgen Fitschen schon mal in Optimismus und erwartet „keine bösen Überraschungen“.
Am Rande der IWF-Jahrestagung in Washington tat er kund, der Stresstest sei eine harte Prüfung für alle beteiligten Institute, nach seiner Einschätzung seien jedoch die deutschen Banken gut kapitalisiert und solide!
Für den Fall, dass einzelne Prüflinge das ‚Klassenziel‘ womöglich nicht sofort erreichten und deshalb nachsitzen müssten, oder gar ein Institut durchfalle, bedeute dies auch nicht das Ende.

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An den Märkten gibt es einige Spekulationen darüber, dass die Hamburger HSH Nordbank diesen Stresstest möglicherweise nicht bestehen könnte.

„Wir müssen uns schon jetzt auf alle Eventualitäten vorbereiten“

meinte Wolfgang Kubicki (FDP). Sollte die Bank durchfallen, würde das die beiden Länder Hamburg und Schleswig-Holstein wohl viel Geld kosten.

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Bereits im Januar diesen Jahres habe ich mich hinsichtlich der Bankenaufsicht durch die EZB und den Erwartungen an den anstehenden Banken-Stresstest eindeutig positioniert und halte an meinen damaligen Überzeugungen fest.

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Ihr Oeconomicus

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follow-up, 26.10.2014

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European Banking Authority stress test results due
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follow-up, 25.10.2014

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The 2014 European Banking Authority EU-wide Stress Test
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„Sicherheit auf keinen Fall gewährleistet“
Hans-Peter Burghof im Gespräch mit Christine Heuer

Am Sonntag werden die Ergebnisse des EZB-Stresstests erwartet. Eine 100-prozentige Sicherheit im Bankensystem gebe es trotzdem nicht, sagte der Experte für Bankenwirtschaft und Finanzdienstleistungen, Hans-Peter Burghof, im DLF. Das Stress-Szenario, was simuliert wurde, müsse so nicht eintreten.
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DLF Interview im PODCAST [8.14 Min]

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follow-up, 23.10.2014

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Gegen Panik: USA trainieren mit EU-Kommission rasche Banken-Schließungen
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Die US-Finanzbehörden haben in einem geheimen Workshop Vertretern der EU erklärt, wie man ein Bank über Nacht schließen kann, wenn diese pleite ist. Vor Bekanntgabe des EZB-Stresstests steigt die Nervosität in der EU und den Mitgliedsstaaten: Offenbar sind mehrere Banken aus Sicht der EZB nicht überlebensfähig. Wenn sie nicht rasch von einem Konkurrenten übernommen werden können, drohen Bank-Runs.
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DWN

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follow-up, 22.10.2014

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Spekulationen über Bilanztest laufen heiß – Elf Banken sollen EU-Stresstest nicht bestanden haben
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Vier Tage vor der Publikation des EZB-Bilanztests sind am Mittwoch die Spekulationen über die Ergebnisse hochgekocht. Mindestens elf Banken aus sechs Euro-Ländern hätten den Test nicht bestanden, meldete die spanische Nachrichtenagentur EFE ohne Angabe von Quellen: drei griechische, drei italienische, zwei österreichische, eine zyprische, eine portugiesische und womöglich eine belgische Bank. Reuters berichtete unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen, bei der HSH Nordbank deute nach Gesprächen mit den Prüfern alles darauf hin, dass die Landesbank durchgekommen sei. Auch bei anderen deutschen Geldhäusern dürften Finanzkreisen zufolge keine größeren Kapitallücken zum Vorschein kommen. Die EZB bezeichnete solche Medienberichte als „hochspekulativ“.
[…]
NZZboersenzeitung

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EZB dementiert „mindestens elf“ Versager beim Banken-Stresstest
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Banken-Stresstest – Viel Lärm um Nichts?
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Politiker, Aufseher und Banker setzten große Hoffnungen in den Stresstest. Doch schon im Vorfeld bezweifeln viele Experten, ob er überhaupt aussagekräftig ist.

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korrespondierende Archiv-Beiträge

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29.06.2012
Europäischer Rat – Gipfelerklärung der Mitglieder des Euro-Währungsgebiets

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29.06.2012
Mitschrift Pressekonferenz: Pressestatements von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Europäischen Rat

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03.03.2013
ESM soll Tochtergesellschaften für Bankenrekapitalisierung gründen

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31.12.2013
von bail-in-Gefahren, toxischen Risiken, “Zündschnur-Verlängerungs-Kaninchen” und Vabanque-Spielern

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08.04.2014
Die Theorie: Stabile Banken für ein stabiles Europa –
Die Praxis: Wirkungslose Kontrolle, Banken zocken weiter

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21.08.2014
Die nächste Raubzug-Welle soll nach der parlamentarischen Sommerpause vorbereitet werden

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Im ‚Neuland‘-Prozess Freisprüche für Ex-HSH-Vorstände

Freisprüche im Verfahren gegen ehemalige Vorstandsmitglieder der HSH Nordbank
Urteil des Landgerichts Hamburg vom 9. Juli 2014

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Das Hamburger Landgericht hat den früheren Vorstand der HSH Nordbank vom Vorwurf der Untreue in einem besonders schweren Fall freigesprochen.
Erstmals in Deutschland war der gesamte ehemalige Vorstand einer Bank wegen Ereignissen während der Finanzkrise angeklagt. Die Staatsanwaltschaft kann gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.
In seiner mündlichen Urteilsbegründung führte der Vorsitzende der Großen Strafkammer aus, dass die Angeklagten nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung bei der Genehmigung der Finanztransaktion „Omega 55“ im Dezember 2007 zwar ihre Pflichten als Vorstände der HSH Nordbank AG verletzt hätten, diese Pflichtverletzungen aber nicht so evident bzw. schwerwiegend gewesen seien, dass sie nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts eine Verurteilung wegen Untreue rechtfertigten.
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Justiz-Portal – Pressestellekorrespondierender Presseartikel

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Mehr Banker in den Knast!

Mehr Banker in den Knast!
Die Schuldigen der Finanzkrise gehören hinter Schloss und Riegel. Doch was passiert? Manchmal werden die Banker sogar als Experten zu Rate gezogen. Anderswo greift man rigoros durch.
Marek Dutschke – Handelsblatt KolumneLeser-Kommentare
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Hintergründe zu HSH Nordbank und Dirk Jens Nonnenmacher
Unser Geld in die Welt hätte der Leitsatz der HSH Nordbank sein können. Ob US-Immobilien, Finanzderivate oder riskante Schiffsfinanzierungen:
Die Banker aus dem Norden waren überall dabei. Das Ergebnis: Ende 2008 hätte die HSH Nordbank eigentlich schliessen können. Millionenverluste und Milliardenkapitalspritzen von den Eigentümern, den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein. Summen so hoch wie die Landeshaushalte. Bisher unbeachtete Immobiliengeschäfte in den USA: In den USA haben sie reihenweise nahezu leer stehende Immobilien gefunden. Viele wurden noch nach Beginn der Krise 2007 von der HSH Nordbank finanziert: einzelne Objekte mit mehreren Hundert Millionen Euro. In London, wo die Bank milliardenschwere toxische Papiere bewegt hat, haben ihnen Branchenkenner berichtet, wie sich die Kollegen aus Kiel und Hamburg in einer Spielklasse verzockten, die für sie eine Nummer zu groß war.
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Die Zockerbank – Teil I
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Die Zockerbank – Teil II
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Die Zockerbank – Teil III
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HSH-Nordbank – Risiko ohne Ende
Der HSH-Nordbank drohen gewaltige Risiken, die wegen dubioser Bürgschaften den Staat bedrohen und nicht mehr beherrschbar sind. Die Landespolitiker sind hilflos und versuchen sich in Flickschusterei. Bei ihrem Bemühen um immer mehr Gewinne bzw. bei Verbürgung dubioser Geschäfte von ebenso dubiosen Unternehmern hatten sie jede Kontrolle und Risikobegrenzung der Finanzjongleure außer acht gelassen und sich dabei von dubiosen Helfern undurchsichtiger Strukturen abhängig gemacht, deren Erpressungen sie nunmehr bedingungslos unterworfen sind. Wohl des Volkes? Was ist das denn!!

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HSH Nordbank: SPD-Landeschef Stegner wehrt sich gegen Vorwürfe
Konfusion in Kiel: Entgegen ersten Meldungen bestätigt Schleswig-Holsteins SPD-Landeschef Stegner nun doch, dass er von den millionenschweren Zahlungen an den umstrittenen HSH-Chef Nonnenmacher wusste – nur einverstanden sei er damit nie gewesen.
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SpOn, 13.07.2009

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Anmerkung
Die Rolle von Ralf Stegner erscheint doch recht seltsam. Als ehemaliges Aufsichtsratsmitglied der HSH musste er doch zwangsläufig von diesen Vorgängen und insbesondere von den Zockergeschäften wissen.
Der ehemalige Wirtschaftsminister Werner Marnette will Stegner bereits 2008 über die besonderen Risiken informiert haben. Vermutlich müssen wir aber davon ausgehen, dass es diesbezüglich bei Herrn Stegner Erinnerungslücken geben mag!

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Ihr Oeconomicus


HSH Nordbank: Bankenpleite als Staatsgeheimnis

HSH Nordbank: Bankenpleite als Staatsgeheimnis

Politiker verschleppen Aufklärung !

Panorama (16.04.09):

„Über Jahre war die HSH Nordbank der Stolz der Politiker, sie bedeutete weltweite Expansion und hohe Dividenden für die Staatskasse. Jetzt treibt die Bank die Länder ins finanzielle Desaster. All das geschah unter den Augen der Politik, unter der Kontrolle der Finanzminister im Aufsichtsrat.

Doch statt das Debakel jetzt endlich aufzuklären, wird getäuscht, getrickst, beschönigt. Die Politiker ducken sich weg, die drohende Staatspleite wird zum Staatsgeheimnis. Und niemand stellt sich seiner persönlichen Verantwortung.“

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