Historische Exzesse: Weißer König, roter Kautschuk, schwarzer Tod

Historische Exzesse:
Weißer König, roter Kautschuk, schwarzer Tod
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König Leopold II. von Belgien zwang Ende des 19. Jahrhunderts Millionen Menschen im Kongo in die Sklaverei und beutete sie und das Land brutal aus. In Form eines Tribunals rekonstruiert die nachfolgende Doku ein düsteres Kapitel der ohnehin grausamen Geschichte des Kolonialismus.
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Zehn Millionen Afrikaner sollen unter seiner Menschen verachtenden Herrschaft gestorben sein, ermordet durch ein von ihm erdachtes und gelenktes Überwachungs- und Unterdrückungssystem:
Leopold II., König der Belgier, hatte 1885 den so genannten Freistaat Kongo in Privatbesitz genommen. Lange hatte er auf diese Kolonie hingearbeitet und Henry M. Stanleys Vorstöße ins „Herz der Dunkelheit“ massiv gefördert. Bevor Leopold II. den Kongo auf Druck von Missionaren und der internationalen Presse 1908 an Belgien übertrug, hatten ihn Elfenbein und vor allem Kautschuk unbeschreiblich reich gemacht.
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Der Dokumentarfilm konfrontiert den Monarchen in einem fiktiven Tribunal mit Zeugen und Zeugnissen der Gewalt. Einen solchen Prozess hat es in Wirklichkeit nicht gegeben. Doch der Hafenverwaltungsangestellte Edmund Dene Morel hatte ihn angestrebt. Er hatte festgestellt, dass die Schiffe, die den Rohkautschuk nach Antwerpen lieferten, vor allem Waffen und Munition nach Afrika zurückbrachten.
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Hier wurden Menschen mit Waffengewalt zu Sklavenarbeiten gezwungen. Wenn sie sich weigerten, wurden sie erschossen. Dem unermüdlichen Morel gelang es, international Unterstützung für seinen Protest zu gewinnen und das Augenmerk der Öffentlichkeit auf den Kongo zu lenken. So entstand die erste  überhaupt.
König Leopold II. blieb unbestraft! Er starb ein Jahr nach der erzwungenen Übergabe „seiner“ Kolonie in Brüssel.
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Der als internationale Koproduktion realisierte Dokumentarfilm macht mit sparsamen und stilsicheren Inszenierungen kolonialer Despotie das unbeschreibliche Unrecht spürbar, das Menschen im Kongo unter der Herrschaft des belgischen Königs Lepold II. erdulden mussten. Afrikanische und europäische Historiker erläutern die Geschichte des grausam gebeutelten Landes.
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Zeitgenössische Berichte und Romane, die Exzesse im Kongo thematisieren
Aktuelle Literatur
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vertiefende Informationen und Dokumente
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Kongokonferenz
Die Kongokonferenz (oder Westafrika-Konferenz) fand vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Bismarck in Berlin statt und sollte die Handelsfreiheit am Kongo und am Niger regeln.
Sie wird auch als Berliner Konferenz bezeichnet (allerdings nicht zu verwechseln mit dem Berliner Kongress 1878).
Ihr Schlussdokument, die Kongo-Akte, bildete die Grundlage für die Aufteilung Afrikas in Kolonien im folgenden Wettlauf um Afrika.
Kongokonferenz – Wikipedia
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Internationale Afrika-Gesellschaft
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Geschichte der Demokratischen Republik Kongo
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Coltan, Congo and Conflict

The Hague Centre for Strategic Studies (HCSS) is launching a new report today, Coltan, Congo and Conflict. The report evaluates the links between coltan trade and violence in the east of the Democratic Republic of Congo (DRC) and examines the potential for recent legislation to break such links and reduce conflict. The main conclusion of the report is that policy initiatives aimed at reducing the trade of minerals from conflict regions are likely to have limited effectiveness.
In the early 2000s, tantalum – a rare metal used in modern consumer electronics – suddenly moved into a wide public spotlight. Effective NGO campaigns using catchy slogans, such as “No blood on my mobile”, claimed that consumer demand in the West for mobile phones, computers, game consoles and other electronic devices, all of which contain small amounts of tantalum, fueled mass atrocities in the Democratic Republic of Congo (DRC). In the eyes of the general public, tantalum and coltan, a tantalum-bearing ore that is mined in the DRC, became the most visible symbol of the link between the deadly conflict in the DRC, the exploitation of mineral resources.

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The main conclusions of the report are:

  • The importance of coltan as a source of revenue for armed groups is often exaggerated. With an exception of a short-lived coltan boom in 2000-2001, it was never the substantial source of funding for armed groups.
  • Although armed groups have profited from Congo’s mineral wealth, coltan was not the main instigator of the conflict in the DRC and was at most a contributing factor.
  • Many policy initiatives aimed at breaking the link between mining, mineral trade, and conflict, including Section 1502 of the Dodd-Frank Act in the U.S., suffer from problems related to both effectiveness and efficiency.
  • Ending the violence requires a long-term and comprehensive approach that combines military, political and economic efforts, with a particular emphasis on building capable and legitimate institutions, restoring the state’s monopoly on violence and promoting economic development that is not based on illegal activities.
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This HCSS report has been produced in collaboration with the Bundesanstalt fur Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Raw Materials Group (RMG), and Fraunhofer Institute for Systems and Innovation Research (ISI), as part of the wider POLINARES project. POLINARES aims to explore the future challenges facing access to fossil fuels and mineral resources, and is funded by the European Community’s Seventh Framework Programme.

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Press release – The Hague Centre for Strategic Studies (HCSS)

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Report: Coltan, Congo and Conflict

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Blutige Handys – Die unmenschliche Coltan-Gewinnung
Für die Produktion von Handys braucht man spezielle Mineralien, wie Coltan. Coltan wird im Ostkongo oft von Kindern aus ungesicherten Minen geholt. Das Geld aus dem Verkauf finanziert einen Krieg, der schon 15 Jahre dauert und bis heute fünf Millionen Menschen getötet hat. Von all dem wollen die Mobilfunkunternehmen nichts wissen. Der Autor Frank Piasecki Poulsen hat sich für die story auf eine lebensgefährliche Suche in die Coltan-Minen im Kongo gemacht. Er ist in eine Mine hinabgestiegen, in der Kinder oft Tage in den dunklen Tunneln graben und leben. Der Lohn: ein paar Cent. Die Gewinne aus dem Geschäft mit Coltan stecken andere ein. Poulsen konfrontiert Mobilfunkunternehmen mit seinen Aufnahmen und Erfahrungen. Er fragt, wer von den katastrophalen Bedingungen weiß, wer damit einen Krieg finanziert und warum dagegen nichts getan wird.

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Weltgrößtes Wasserkraftwerk am Kongo River geplant

Mega-Projekt Inga-Staudamm

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public domain
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Das größte Wasserkraftwerk der Welt soll ab 2015  am Kongo-Fluss errichtet werden. Es soll mehr als doppelt so leistungsfähig sein, wie das Kraftwerk des Drei-Schluchten-Damms in China. Als projektierte Bauzeit werden 6 Jahre angegeben.
Den Starttermin für das Projekt legten die Demokratische Republik Kongo und Südafrika bei einem Treffen am Samstag in Paris fest
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Als voraussichtliche Bau-Kosten des Mega-Projekts wurden im Herbst 2012 US-$ 9 Milliarden genannt.
Derzeit befinden sich drei Bietergruppen im Wettbewerb:
Ein chinesischer Zusammenschluss aus China Three Gorges Corporation und Sinohydro Corporation, ein spanisches Duo aus Grupo ACS und Eurofinsa sowie die beiden koreanischen Unternehmen Daewoo Corporation und Posco zusammen mit dem kanadischen Unternehmen SNC Lavalin.
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weitere Infos:
blick.chN24Wiki

Seltene Erden: Möglichkeiten und Risiken

Seltene Erden: Möglichkeiten und Risiken
Viele Metalle der „Seltenen Erden“ gehören derzeit zu den begehrtesten Rohstoffen überhaupt. Sie sind unverzichtbar für viele Hightech-Produkte. Doch zeitgleich mit dem immer stärker wachsenden Bedarf verschlechtert sich die Versorgung mit diesen Rohstoffen dramatisch.

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Tantal – heiß begehrter Rohstoff
Tantal schmilzt erst bei einer Temperatur von 3000 Grad Celsius. Es lässt sich hauchdünn auswalzen und kann in dieser Form vielfach in der Industrie verarbeitet werden. Ganze Industriezweige sind von dem Rohstoff abhängig. In den letzten Jahren haben sich die Preise für das seltene Metall verdoppelt, denn nur in wenigen Minen auf der Welt wird das Metall gefördert.Es ist schwer zu bekommen und der weltweite Wettbewerb um Tantal und andere seltene Metalle wird nicht nur zwischen Firmen, sondern auch zwischen Wirtschaftsregionen dieser Welt geführt. In kleinen Gesteinsbrocken aus Columbit sind Tantal und sein enger Begleiter Niob gebunden. Nur in wenigen Minen in Südamerika, Asien und Australien wird der Rohstoff gefunden. Größere Vorkommen gibt es im Kongo, doch nur wenige deutsche Unternehmen möchten sich dazu äußern. Der Bedarf ist groß, weltweit – Tantal wird für die Herstellung von Mobiltelefonen und LCD Monitoren benötigt. Nur wenige Firmen haben das Know-How Tantal zu verarbeiten. Karl Harenbrock war unter anderem bei der Firma PML, diese hat bislang zuverlässige Lieferanten, doch wie lange noch?

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Kongos verfluchter Schatz – Die unmenschliche Coltan Gewinnung

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Indium, Gallium, Rhenium und Seltene Erden, langsam wird es knapp
Nano-3Sat Bericht vom 2.12.2010 mit Beiträgen von Gunther Maasen von Haines & Maassen über die Verknappung der Rohstoffe. Indium, Gallium, Tantal, Tellur, Seltene Erden, Rhenium und viele andere Metalle werden knapp. China hat Vorräte und nur wer gute Kontakte hat hat eine Chance auf dem Markt.

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Wettlauf um die letzten Rohstoffe 1/4

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Wettlauf um die letzten Rohstoffe 2/4

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Wettlauf um die letzten Rohstoffe 3/4

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Wettlauf um die letzten Rohstoffe 4/4

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Veröffentlicht am 28.01.2013
http://www.arte.tv/artejournal

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Yves Jeanclos ist Direktor des Forschungszentrums für Verteidigung und Strategie an der Universität Straßburg.
Er unterstreicht die Bedeutung der Bodenschätze im Mali Konflikt. In Malis Boden und Bergen werden große Mengen an kostbaren Ressourcen vermutet, die das Land ins Zentrum des Interesses von Industrienationen und den Global Players der Förderindustrie stellen. Malis Erde birgt Gold, Eröl, Erdgas, Uran und die von der High-Tech Industrie so bitter benötigten Seltenen Erden.
Aber um zielgerichtet nach den Vorhaben suchen zu könne um dann erfolgreich zu fördern, müssen Stabilität und Sicherheit herrschen.
Das Interview führte Manuel Dantas für ARTE Journal.

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