Russland beginnt mit der Zustellung der Sanktions-Quittungen


zur Einstimmung einige Zeilen des deutschen Lyrikers und populären Autors humoristischer Verse, Franz Roth:
„Der Salto
Ein Mensch betrachtete einst näher
die Fabel von dem Pharisäer,
der Gott gedankt voll Heuchelei
dafür, dass er kein Zöllner sei.
Gottlob! rief er in eitlem Sinn,
dass ich kein Pharisäer bin!“

 

Russland beginnt mit der Zustellung von Sanktions-Quittungen

Mit Beginn der vorösterlichen Fastenzeit in welcher an das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner erinnert werden soll beginnt Russland mit der Zustellung von symbolischen Sanktions-Quittungen.

Wie von Präsident Wladimir Putin zu hören ist, will Russland für Gaslieferungen nach Europa nur noch Zahlungen in Rubel akzeptieren. Der Staatschef sprach in diesem Zusammenhang von „unfreundlichen Staaten“. Die Änderungen beträfen aber nur die Währung. Die genauen Details der Umsetzung würden die Regierung und Notenbank in Moskau innerhalb einer Woche klären. Die Lieferungen würden weiter in vollem Umfang gewährleistet, versicherte der „schlaue Fuchs“ in einer Videokonferenz der Regierung, die im Staatsfernsehen übertragen wurde. Eine Zahlung für russische Waren in Devisen habe ihren Sinn verloren.

Auf der „schwarzen Liste“ der „unfreundlichen Staaten“, finden sich Deutschland und alle anderen EU-Staaten, sowie Norwegen, Island, San Marino, die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Albanien, Montenegro und Nordmazedonien, die Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Süd-Korea, Singapor, Taiwan und Mikronesien.

Serbien, das sich weigerte Sanktionen gegen Russland zu verhängen steht nicht auf der Liste!

Die Ankündigung sorgte prompt für eine Stärkung der russischen Währung, die bislang massiv unter Druck steht. Die Zentralbank und die russische Regierung hätten nun eine Woche Zeit, die Modalitäten für die Umstellung von Devisen- und auf Rubelzahlungen festzulegen, sagte Putin. Der Westen habe selbst seine Währungen entwertet, indem russische Aktiva im Ausland eingefroren worden seien.

Da sich die betroffen Gas-Junkies nun Rubel beschaffen müssen, von denen es an den internationalen Finanzmärkten nicht genügend gibt und die russischen Notenbank, welche über Rubel verfügt, westlichen Sanktionen unterliegt, wird der Westen indirekt gezwungen sein, die verhängten Sanktionen zu unterlaufen.

Selbstverständlich steht es den von Russland als selbstgerecht wahrgenommenen Vorturnern der Staats-Importeure frei, ab sofort auf den Bezug von menschrechts-feindlicher Energie zu verzichten.

Den Vorturnern sollte jedoch klar sein, dass weder das „menschrechts-freundliche“ Qatar, noch die „Brüder im Geiste“, wie USA, U.K., die Niederlande oder gar Norwegen, dessen Bürger im Lichte erheblicher Preiserhöhungen an den Tankstellen massiv die eigene Regierung angehen, Gasexporte einzustellen, als Ausputzer und schon gar nicht im Hinblick auf die benötigten Mengen in die Bresche springen können.

Eine denkbare Lernkurve könnte sein, dem Begriff „Solidarität“ eine dynamische Qualität zu bescheinigen.

Am Ende des Tages, noch bevor sich alle Mühe als Illusion offenbart, wird sich herausstellen, ob moderne theologische Deutungen des „Pharisäer & Zöllner-Gleichnisses“ welches „vor der Sünde als „Meisterin des Manipulierens“ warne und imstande sei, Gesetzestreue in Menschenverächter zu verwandeln und heimtückisch die menschliche Gemeinschaft zerstöre“ bestätigt werden.

Wer gewissermaßen mit apodiktischer Bestimmtheit eine solche Entwicklung im Reich von Dichtung oder gar Mythos verortet, wäre gut beraten, sich das Ergebnis einer jüngst vorgenommen BDI-Umfrage auf der Zunge zergehen zu lassen. Der BDI-Präsident Siegfried Russwurm formulierte dies so: „Die Lage ist so ernst, dass selbst standorttreue mittelständische Unternehmen aus diversen Branchen über eine Verlagerung ins Ausland nach-denken müssen“.

Betrachtet man sich die sogenannte westliche Wertegemeinschaft ohne ideologischen Schleier, so schweben deren Vorturner mitsamt ihren Puppenspielern zwischen Zustimmung und Ablehnung, zwischen Jubel und Verurteilung oder theologisch ausgedrückt gar zwischen „Hosianna“ und „Kreuzige ihn“!

Ob es in diesem Zusammenhang hilfreich wäre, die in Vergessenheit geratene Begrifflichkeit Demut gegenüber dem jeweiligen Souverän einer Demokratie aus der Mottenkiste hervorzuholen, ist angesichts eines obsessiv gelebten Hochmuts selbsternannter Eliten nur schwer zu beantworten, findet

Ihr Oeconomicus

 

korrespondierend:

15.08.2014

„Wenn der Rubel rollt: Gedankenexperimente zu vermutlichen Wechselwirkungen einer US$-Abkehr bei Russlands Öl-und Gasexporten“

24.02.2022

„What goes around, comes around (!)“

 

 

 

 

 

 

 

 


One Comment on “Russland beginnt mit der Zustellung der Sanktions-Quittungen”

  1. Terry sagt:

    Sitrep: How Russia slew the US Dollar
    Die Nobelpreisträger Fred Bergsten, Robert Mundell und Joseph Stieglitz stimmten zu: „Die Schaffung einer Weltwährung würde dem internationalen Währungssystem die nötige Kohärenz verleihen und dem IWF eine Funktion geben, die ihm helfen würde, die Stabilität zu fördern und ein Katalysator für die internationale Harmonie zu sein“.

    http://thesaker.is/sitrep-how-russia-slew-the-us-dollar/

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