Vietnam eröffnet Inselfront


Vietnam eröffnet Inselfront
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Karte der Spratly-Inseln

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Vietnam hat mit der Militarisierung des Südchinesischen Meeres begonnen.
Nach Angaben der US-Geheimdienste hat Hanoi auf den von China und drei weiteren Ländern beanspruchten Spratly-Inseln Raketenkomplexe stationiert.
Medienberichten zufolge können diese chinesische Objekte auf den benachbarten Riffen erreichen.
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Sputnik-News – 11.08.2016
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korrespondierende Informationen
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Territorialkonflikte im Chinesischen Meer
Zu Territorialkonflikten im Chinesischen Meer kam es seit den 1950er-Jahren zwischen den Anrainern und weiteren Interessenparteien mit weitreichenden ökonomischen und sicherheitspolitischen Interessen. Die territorialen Grenzen zwischen den Anrainernstaaten sind in vielen Fällen nicht geklärt.
Volksrepublik China, Republik China (Taiwan), Japan, Südkorea, Philippinen, Indonesien und Vietnam beanspruchen dadurch teilweise dieselben Seegebiete und Inseln.
Auslöser der Konflikte sind das Interesse an Rohstoffvorkommen und reichen Fischgründen in den Seegebieten des Südchinesischen und Gelben Meeres.
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  • Geographie
  • Politischer Hintergrund
  • Historie
  • Umstrittene Gebiete
    • 4.1 Spratly-Inseln
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      Die Spratly-Inseln werden von sechs Nationen als ihr Territorium beansprucht:
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      Brunei
      Volksrepublik China
      Malaysia
      Philippinen
      Republik China (Taiwan)
      Vietnam
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      Unter dem Areal von rund 180.000 Quadratkilometern werden große Erz- und Erdölvorkommen vermutet. Das Gebiet ist ausgesprochen fischreich. Es liegt, strategisch wichtig, in einer der am höchsten frequentierten Wasserstraßen der Welt. Etwa ein Viertel aller weltweiten Transportschiffrouten (Stand: 2012) führt durch diese Meerenge.
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      Die meisten Inseln des Archipels haben nur Größen von wenigen Hektar und sind ausschließlich per Hubschrauber oder kleinen Booten zu versorgen.
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      Ein Teil der Inseln, so auch mit Taiping Dao die größte, wurde offiziell 1887 von Frankreich als Teil von Indochina in Anspruch genommen und 1930 durch französische Truppen besetzt.
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      Die Philippinen halten den nordöstlichen Teil besetzt. Sie berufen sich auf ihre AWZ. Auf der Insel Thitu (Pagasa) (Größe 32 ha) wurden rund 200 Zivilisten in dem Ort Kalayaan angesiedelt, der Rest der Okkupation besteht aus reinen Militärstützpunkten. Die philippinische Armee unterhält wenige Soldaten auf der Insel West York (Likas) (19 ha), auf Northeast Cay (Parola) (13 ha), auf Nanshan (Lawak) (8 ha) und Loaita (Kota) (6 ha).
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      Taiwan hat einen festen Militärstützpunkt mit langer Landebahn auf Taiping Dao (Itu Aba) (46 ha) eingerichtet. Diese größte aller Spratly-Inseln befindet sich im nördlichen Zentralbereich und wird von 600 Soldaten bevölkert. Darüber hinaus gibt es keine ständige Bevölkerung. Im Zweiten Weltkrieg wurde Taiping Dao von Japan erobert und zu einer U-Boot-Basis ausgebaut. Administrativ wurde das Eiland dem Bezirk Takao (Kaohsiung), Teil der damaligen japanischen Kolonie Taiwan, zugeschlagen. Nach dem Abzug der Japaner wurde Taiping Dao 1946 an die Republik China zurückgegeben, damit verbunden war die Eingliederung in die Provinz Guangdong. Taiwan sicherte sich gegenüber Japan 1952 im Vertrag von Taipeh den Anspruch auf die Insel. Trotz des Widerspruches seitens Vietnams wurde auf der Insel 2005 eine Landebahn für Flugzeuge angelegt. So ist es möglich unter anderem den C-130 Hercules-Transporter anzulanden.
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      Malaysia unterhält zeitweise im Swallow Riff Militärtaucher und Beobachtungsposten der Marine. Aufgrund der winzigen Größe von 6 ha, aufgeteilt auf mehrere Klippen, sind dort keine festen Bauwerke entstanden. Malaysia beansprucht weitere, nur einige Quadratmeter große Riffe im Südosten des Archipels, die in ihrer AWZ liegen würden.
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      Der Zwergstaat Brunei erhebt ebenfalls Ansprüche auf einige Atolle der Spratly-Inseln, die in seiner AWZ liegen.
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      Vietnam hält den größten Teil der Spratly-Inseln besetzt. Diese befinden sich vor allem im Westen, Süden, Norden und Zentralbereich. Auf Spratly (Truong Sa) (13 ha) gibt es eine kurze Landebahn und einige vietnamesische Soldaten. Weiters sind auf Southwest Cay (Pugad) (Song Tu Tay) (12 ha) Soldaten stationiert, ebenso auf Sin Cowe (8 ha), Sand Cay (Son Ca) (7 ha) und Namyit (Nam Yet) (5 ha). Auf Amboyna Cey (1 ha) unterhält die vietnamesische Marine einen Leuchtturm.
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      Die Volksrepublik China hält das Johnson Riff (Chigua Riff) militärisch besetzt. 1988 kam es hier zu einem blutigen Gefecht gegen vietnamesische Truppen. Das Riff wird seit 1990 durch einen künstlichen Damm vor dem völligen Versinken bewahrt und ist bei Springflut regelmäßig völlig geflutet, bei normaler Flut ragen nur kleine Felsspitzen aus dem Wasser. Das ebenfalls von der chinesischen Marine besetzte Subi Riff ist eigentlich nicht okkupationsfähig, weil es nur bei Ebbe kurzzeitig aus dem Wasser ragt. Diese chinesische Okkupation ist mehr ein permanentes Seemanöver im Flachwasser und weniger eine Besetzung. Außerdem hat China das von Überflutung bedrohte Atoll Yongshu Jiao (0,8 ha) mit Betonmauern befestigt und unterhält dort eine Gemüseplantage. Auf Meiji Jiao (Mischief Riff) wurde bereits Zivilbevölkerung (53 Fischer) angesiedelt.
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      Nachdem China einige Riffe zu künstlichen Inseln aufgeschüttet hatte, schickten die USA Ende Oktober 2015 demonstrativ ihren Zerstörer Lassen vor die Spratly-Inseln und zeigten damit, dass sie einen chinesischen Anspruch auf diese Inseln nicht anerkennen. Am 10. Dezember 2015 flog ein U.S.-amerikanischer B52-Bomber nahe an den Spratly-Inseln vorbei. Offizielle Stellen der Volksrepublik China sprachen daraufhin von einer „ernsthaften militärischen Provokation“. Die Vereinigten Staaten erklärten, der Vorbeiflug sei „unbeabsichtigt“ gewesen.
    • 4.2 Senkaku-Inseln
    • 4.3 Paracel-Inseln
    • 4.4 Zhongsha-Inseln
    • 4.5 Huangyan Dao (Scarborough-Riff)
  • Rolle und Positionen verschiedener Länder und Organisationen
  • Rechtliche Situation
  • Siehe auch
  • Weblinks
  • Literatur
  • 10 Einzelnachweise

 



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