„Flüchtlinge haben eine Bringschuld“


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„Flüchtlinge haben eine Bringschuld“
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Heinrich Trapp ist seit 1991 Landrat im niederbayerischen Dingolfing-Landau, er ist der dienstälteste Landrat Bayerns. Der Politiker trat vergangene Woche bei einem SPD-Kommunalgipfel zur Flüchtlingsintegration auf und schilderte recht ungeschminkt seine frustrierenden Alltagserfahrungen – Äußerungen, die man bei der SPD eher selten hört.
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Grund genug für ein Interview.
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Auszug:
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Frage:
„Herr Trapp, Sie haben bei einem SPD-Kommunalgipfel gesagt:
Wir schauen den Flüchtlingen in die Augen und sehen die Probleme. Welche sind das?“
Trapp:
„Eine Vielzahl. Das beginnt schon bei den Unterkünften. Wir sind ein ganz normaler Landkreis, haben derzeit gut 1000 Asylbewerber und Flüchtlinge, 600 davon sind dezentral untergebracht. Wir bringen die Zuwanderer in Pensionen unter und mieten Häuser an. Niemand sollte glauben, dass man da offene Türen einrennt. Oft wohnen die Vermieter nicht am Ort, sondern weit weg. Jede Unterkunft hat ihren hohen Preis. Die Regierung von Niederbayern zahlt für ein Einfamilienhaus mit 180 m² Wohnfläche eine monatliche Miete von über 4200 Euro inklusive Nebenkosten; 20 Euro pro Tag und Person, wenn Pensionen genutzt werden müssen.“
Frage:
„4200 Euro ist in Dingolfing-Landau wohl nicht die ortsübliche Miete?“
Trapp:
„Nein. Vollkommen ausgeschlossen, dass das sonst jemand zahlt.“
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Ehrenamtliche seiten tief frustriert, und eine Pfadfinder-Hilfsbereitschaft helfe nur am Anfang. Der Umgang mit den Zuwanderern sei ernüchternd, denn diese würden nicht hinterhersein, und immer nur fordern. Zumal sie ja Gäste Merkels seien. Afrikaner kämmen nicht mit morgendlichen Terminen und Pünktlichkeit, Töchter dürfen nicht zu Deutschkursen und Syrer führen sich als etwas Besseres auf:
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Frage:
„Sie haben gesagt, die Syrer hätten eine Sonderrolle. Inwiefern?
Trapp:
„In den Unterkünften gibt es Eifersucht, Neid und Streit zwischen den Nationalitäten. Fast könnte man sagen, es gibt Flüchtlinge 1. und 2. Klasse. 1. Klasse – das sind die Syrer, die seit September eine Sonderstellung haben, weil sie sehr schnell die Aufenthaltserlaubnis erhalten. Mit längerer Aufenthaltsdauer entwickelt sich bei einem immer größer werdenden Teil der Syrer eine unangemessene Anspruchs-Haltung, die vor allem unsere freiwilligen Helfer unangenehm zu spüren bekommen. Du musst mir helfen, heißt es dann. Warum bekomme ich keine Wohnung? Wo ist mein Job? Warum ist das warme Essen noch nicht da?“
[…]
Quelle: Merkur
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Anmerkung:
Trapp’s deutliche Ansagen unterscheiden sich wohltuend von so manch ‚heißer Luft‚ die andere bayerische Landratsdarsteller in den medialen Äther blasen … gottlob, ohne dabei wirklich ernst genommen zu werden!
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Ihr Oeconomicus
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4 Kommentare on “„Flüchtlinge haben eine Bringschuld“”

  1. ben sagt:

    Bei Demos gegen NSA und gegen Kriegseinsätze las ich:

    Wer in der Demokratie schläft wacht in der Diktatur auf….. in Kürze mit TTIP ist’s dann gänzlich so weit.

    Was die Flüchtlinge fordern hört sich zwar komisch an, aber zeigt es doch, dass sie wissen, wer sie in diese Zwangslage gebracht hat. – wir – das Volk was akzeptiert, das deutsche Waffen liefert und in falscher N a t o Treue eifrig mitmacht mit den Mörderbanden der USA.

    Nie habe ich im deutschen Fernsehen so viele erschreckend natürliche Bilder bekommen wie im arabischen TV Aljazerra. Genau die Bilder, wie ich sie lediglich von Reisen kannte.

    Armut, durch unser absurdes Wirtschaftssystem weltweit.

    Ökonomen, wo ist da die Logik?????

    Eine durch und durch akademische Verbildung.

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  2. Erni sagt:

    Was reden Sie, die meisten Bürger regen sich schon über die Flüchtlinge auf.

    Wir können doch nicht die gesamte Welt aufnehmen!

    Das junge Volk soll zu Hause bleiben und ihr Land verteidigen, nicht Reißaus nehmen.

    Deutschland wird schon sehen, wie es weiter geht. Wenn wir am Boden sind, reicht uns niemand die Hand. Die ersten Anzeichen sind schon zu spüren.

    Frau Merkel soll bei sich Flüchtlinge aufnehmen und auch alle übrigen Politiker, dann nehm ich den Hut ab.
    Sie leben alle abgeschottet von der Außenwelt und können nur große Reden schwingen, nichts dahinter.

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  3. alexandrabader sagt:

    Werde ich gleich verbreiten, das passt in der Tat nicht zur offiziellen Linie gerade auch in der SPD (gilt ebenso für die Schwesterpartei SPÖ). Ich hab letztes Jahr mit einer Caritas-Mitarbeiterin gesprochen, die aus dem Libanon kam, wo Übergriffe auf Frauen in überfüllten Lagern an der Tagesordnung sind; geschieht dies 2015 bei uns, sieht man aber (nicht nur bei der Caritas) konsequent weg: https://www.unzensuriert.at/content/0019099-Diebstahl-Schlaegerei-Vergewaltigung-Alltag-Wiens-Erstaufnahmezentren – ich habe mehrmals versucht, Caritas-Direktor Landau darauf anszusprechen, dass er ja gegen Kriege auftreten müsste, wenn er gegen „Flüchtlingselend“ ist – no chance. Damit macht er sich nicht beliebt in der Öffentlichkeit (das scheint ihm wichtig zu sein), aber es kann auch von der Kirche so vorgegeben sein. Wie man Dinge auf den Punkt bringt, zeigte ja eben Lafontaine bei Maybritt Illner siehe https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=U9v0585sA0Q – die paar Minuten Klartext sollten auch Kirchenvertreter bei ihren zahlreichen öffentlichen Auftritten zuwege bringen.

    Übrigens ist die „Emma“ in ihrer neuen Ausgabe kritisch, wegen Übergriffen auf Frauen und wegen der berechtigten Sorge vieler einheimischer Frauen, dem Frust zahlreicher Helferinnen und Helfer:

    http://www.emma.de/artikel/fluechtlinge-was-jetzt-passieren-muss-330655
    http://www.emma.de/artikel/frauen-auf-der-flucht-330579

    Das wird nicht ins Konzept jener passen, die „alle willkommen“ mit „modernem Frauenbild“ in Verbindung bringen (weil angeblich nur Rassisten und Frauenfeinde gegen diesen Zustrom und dessen Auswirkungen sind, siehe dieses „Journal Panorama“ am 29.10.: http://oe1.orf.at/programm/418861 )

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