Handreichung für Ehrenamtliche zur Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen in München


Handreichung für Ehrenamtliche zur Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen in München
.
Bei der Beschreibung der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen muss unterschieden werden zwischen medizinischen Untersuchungen, die im Zusammenhang mit dem Asylverfahren stehen, und der allgemeinen medizinischen Versorgung, die Flüchtlingen im Krankheitsfall und für Vorsorgeleistungen zur Verfügung stehen.
.
Im Folgenden wird auf beide Bereiche eingegangen:
.
1. Medizinische Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Asylverfahren
.
Flüchtlinge, die nach München kommen, erhalten unabhängig von der allgemeinen medizinischen Versorgung, die ihnen im Krankheitsfall zur Verfügung steht, zwei medizinische Untersuchungen, die sich aus ihrem Status als neu ankommender Flüchtling ableiten:
.
Erstscreening
Das Erstscreening ist freiwillig, es wird allen Flüchtlingen angeboten, bevor sie in einer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht werden. Die Untersuchung wird fast zu 100 % angenommen. Der Umfang der Untersuchung richtet sich nach den geäußerten Beschwerden, allerdings wird bei allen Flüchtlingen Fieber gemessen und auf Anzeichen einer akuten Infektionskrankheit untersucht.
.
Das Erstscreening wird im Auftrag des Referats für Gesundheit und Umwelt durchgeführt.
.
Gesundheitsuntersuchung nach § 62 Asylverfahrensgesetz (AsylVerfG)
Für Asylsuchende, die in einer Aufnahmeeinrichtung oder in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht sind, ist gemäß § 62 AsylVerfG eine ärztliche Untersuchung verpflichtend.
.
Die Untersuchung soll spätestens am dritten Tag nach der Aufnahme der Asylsuchenden in die Einrichtung erfolgen. Sie umfasst nach den Ausführungsbestimmungen für Bayern:
.
  • eine körperliche Untersuchung auf Anzeichen einer übertragbaren Krankheit
  • eine Untersuchung zum Ausschluss einer Tuberkulose der Atmungsorgane
  • eine Stuhluntersuchung auf Erreger der TPE-Ruhr-Gruppe, gegebenenfalls auf Choleravibrionen und Darmparasiten
  • eine Blutuntersuchung auf Hepatitis B sowie HIV I und II (ab dem 16.Lebensjahr)
.
Das Referat für Gesundheit und Umwelt als örtliches zuständiges Gesundheitsamt untersucht alle registrierten Asylsuchenden auf die oben genannten Krankheiten.
.
Sollte eine solche diagnostiziert werden, sorgt das Referat für Gesundheit und Umwelt auch für die Durchführung einer entsprechenden Behandlung. Wird in diesem Zusammenhang der Befund einer nicht meldepflichtigen Krankheit bei einer Patientin oder einem Patienten erstellt, so wird sie oder er informiert, und es wird eine medizinische Behandlung empfohlen.
.
2. Allgemeine medizinische Versorgung von Flüchtlingen
[…]
Weitere Informationen
.
Ehrenamtliches Engagement im Bereich der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen sollte sich aus Sicht des Referats für Gesundheit und Umwelt vor allem auf die Unterstützung der Inanspruchnahme oben beschriebener Leistungen richten, z.B. indem das deutsche Gesundheitssystem oder das Verfahren der Inanspruchnahme erklärt wird, Begleitung bei Arztbesuchen oder zu Apotheken, etc. Die eigentliche medizinische Versorgung steht zur Verfügung.
.
Zum Infektionsrisiko, das für Ehrenamtliche durch ihr Engagement bei Flüchtlingen entsteht, ist zu sagen:
.
Grundsätzlich ist überall dort, wo sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten, von einem erhöhten Infektionsrisiko auszugehen. Daher ist vor Aufnahme der Tätigkeit eine Überprüfung des eigenen Impfstatus und gegebenenfalls Vervollständigung der Impfungen gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) dringend zu empfehlen.
.
Auch wenn Sie nur mit Erwachsenen zu tun haben, ist ein ausreichender Impfschutz z.B. gegen Masern oder Keuchhusten erforderlich (dies gilt für alle, nicht nur ehrenamtlich Tätige!).
.
Sprechen Sie Ihre Hausärtzin / Ihren Hausarzt darauf an.
.
Wichtige Telefonnummern:
.
Für allgemeine Fragen zur Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen:
Fachstelle Migration und Gesundheit – Hauptabteilung Gesundheitsvorsorge
Referat für Gesundheit und Umwelt
Tel. 089 / 2 33 – 4 79 28
.
Für Fragen zu Infektionsrisiken und Infektionsschutz:
Abteilung Infektionsschutz – Hauptabteilung Gesundheitsschutz
Referat für Gesundheit und Umwelt
Tel. 089 / 2 33 – 4 78 09
Herausgeberin:
Landeshauptstadt München
Referat für Gesundheit und Umwelt
Bayerstr. 28a
80335 München
Stand: Juni 2015
.
Quelle und PDF-Download:
Landeshauptstadt München – Referat für Gesundheit und Umwelt
.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s