Eklat in Brüssel: Verhandlungen zwischen Euro-Gruppe und Athen gescheitert !


Eklat in Brüssel:
Verhandlungen zwischen Euro-Gruppe und Athen gescheitert !
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Bereits vor dem Treffen der Euro-Finanzminister rechnete kaum einer der Beteiligten mit einer Lösung für Griechenlands Schuldenproblem. Mit dem Scheitern der Verhandlungen zwischen der Euro-Gruppe und der griechischen Regierung ist nun eine der letzten Einigungs-Chancen vertan.
Wie aus Verhandlungskreisen bekannt wurde, soll Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem einen Lösungsvorschlag von Yanis Varoufakis als unannehmbar abgewiesen und die Sitzung ergebnislos beendet haben.
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Somit ist Varoufakis zunächst nicht in die Antragsfalle (s. geleaktes Draft Eurogroup Statement on Greece) der Euro-Gruppe getappt, sondern hat im Sinne des griechischen Wählerauftrages verantwortungsvoll gehandelt, wofür er von den volldemokratischen Euro-Glycerin-Jongleuren keinen Applaus erwarten darf.
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Worum ging und geht es im hellenischen Pokerspiel ?
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Zur Einstimmung auf diese Frage zunächst einige bemerkenswerte ökonomische Einschätzungen von Yanis Varoufakis vor der richtungsweisenden Griechenland-Wahl, wobei davon auszugehen ist, dass ihm die in Verträge gegossene erzwungene Knechtschaft (s. vertiefende Dokumente) eines ganzen Volkes bestens bekannt waren und sind:
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Bereits am Sonntag hatten tausende Griechen der Regierung mit moralischer Unterstützung den Rücken gestärkt .. ein Bürgervertrauen, wovon so mancher Vorturner im Kreis der Europhanten bestenfalls zu träumen vermag.
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Tsipras und Co. wünschen sich von ihren Gläubigern auflagenfreie Überbrückungsfazilitäten, welche jedoch für die Euro-Gruppe und den IMF bislang unannehmbar sind.
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€ 172 Mrd. umfaßt das zweite Griechenland-Hilfsprogramm von EU, EZB und IWF, das in knapp zwei Wochen ausläuft und von welchem eine Tranche von rund € 7 Mrd. noch offen steht.
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Mit geschätzten € 8,5 Mrd. dürften die Wahlversprechen der Syriza zu Buche schlagen:
Stopp von Privatisierungen, Wiedereinstellung entlassener Staatbediensteter, Mindestlöhne, kostenfreie Krankenversicherung, Streichung der Immobiliensteuer, höherer Eingangssatz bei der Einkommensteuer, Steuerbonus für Fremdenverkehrsbetriebe, , uvm. (siehe Wahlprogramm).
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Um etwa € 1 Mrd. gingen im Januar die Steuereinnahmen des griechischen Fiskus zurück, etwa 20 % der erwarteten Steuersumme. Offenbar haben griechische Steuerpflichtige in Erwartung des Syriza-Wahlerfolges entsprechende Steuerzahlungen zurückgehalten. Dies ein Beleg dafür, wie schwierig sich die Berechnung der exakten Finanzierungslücken im hellenischen Haushalt darstellt. Schätzungen zufolge könnten die Mindereinnahmen zwischen € 10 – € 17 Mrd. liegen.
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Im Juni werden € 3,5 Mrd. benötigt, um zwei fällig werdende Anleihen zu tilgen.
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Seit Nov. 2014 haben griechischen Bankkunden ca. € 20 Mrd. von ihren Konten abgezogen, um im Falle eines Ausscheidens ihres Landes aus der Eurozone auf der sicheren Seite zu sein.
Sollte sich dieser Trend fortsetzen -und danach sieht es aus- geht den griechischen Banken das Geld aus, da die EZB weitere Liqudität nur dann zur Verfügung stellen will, wenn mit den Gläubigern eine Einigung erzielt wird.
Wie man in Insiderkreisen zu wissen glaubt, ist die Lage der griechischen Banken ohnehin hoffnungslos, da ca. 40% ihrer ausgelegten Kreditengagements insgeheim bereits als non-perfoming loans angesehen werden!
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Vor diesem Hintergrund sollte man sich die noch am 11.02. geäußerte Haltung des slowenischen EZB-Ratsmitglieds und Präsidenten der Banka Slovenije
„Im Moment ist die Zahlungsfähigkeit der griechischen Banken nicht in Gefahr“
auf der Zunge zergehen lassen!
Wow! .. entweder weiß der Mann offensichtlich sehr viel mehr als der griechische Finanzminister öffentlich einräumt, oder ihm sind die o.g. Darlegungen nicht präsent.
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Noch düsterer scheint sich die Situation der staatlichen Rentenkassen darzustellen. Inoffiziellen Schätzungen zufolge sollen dort mind. € 23 Mrd. an griechischen Staatsanleihen angehäuft worden sein. Ob dieser Umstand der griechischen Bevölkerung, die sich bereits im Rentenalter befindet oder darauf zusteuert, wirklich bekannt ist, sei dahingestellt.
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Das Emergency Liquidity Assistance Notprogramm, mit welchem die Athener Zentralbank die hellenischen Banken unterstützt, umfaßt zwischenzeitlich € 65 Mrd.
Das Programm ist an eine Zweidrittelmehrheit im EZB-Rates gebunden, welche bei fortführender Eskalation der Krise ggfls. nicht mehr zustande kommen könnte.
Da der Target-II Saldo der Deutschen Bundesbank im Januar um rund 55 Mrd. angestiegen ist, lässt sich vermuten, dass noch unter Führung der Regierung Samaras diese Ressource auf € 55 Mrd. ausgeweitet wurde.
Dieser Vorgang könnte ohne ausdrücklich dokumentierte Abstimmung mit dem EZB-Rat erfolgt sein und wurde, dieser These folgend, erst nachträglich am 05.02. von diesem genehmigt (entsprechende Rückschlüsse hieraus mag der geneigte Leser selbst ableiten), nur um am 12.02. mit weiteren € 5 Mrd. noch eine Schippe draufzulegen.
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Die spannende Kernfrage lautet: Wie finanziert sich Athen ab dem 1. März ?
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Dazu gibt es verschiedene Denkansätze:
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Um einen griechischen Euro-Austritt zu verhindern, von dem man lapidar behauptete, die daraus abzuleitenden Folgerungen locker schultern zu können, wird man über Konzepte nachdenken müssen, die nicht sofort zu gierigen Händen ebenfalls notleidender Euro-Mitgliedsländern führt und gleichzeitig die europäischen (vulgo deutschen) Steuerzahler schont.
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Hierzu könnte bspw. darüber nachgedacht werden, besonders heilige Kühe zu schlachten und
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– zum einen die kreative Position auf der Passivseite der EZB-Bilanz „Ausgleichsposten für vom IWF zugeteilte Sonderziehungsrechte“ aufzulösen (aktuelle Valuta, schlappe € 56,374 Mrd. (Stand 06.02.2015), die seitens des IWF unentgeltlich zugeteilt wurde (s. Geschäftsbericht der Deutschen Bundesbank für 2008, S. 144), d.h. es gibt keine Gegenforderungen und der Ausgleichsposten wurde künstlich geschaffen. Somit kommt dieser Position der Charakter eines außerordentlichen Bilanzgewinnes zu, der an die EZB-Gesellschafter (die nationalen Notenbanken) zu verteilen wäre.
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– zum zweiten findet sich eine weitere Bilanzposition „Ausgleichsposten aus Neubewertung“ die mit € 330,898 Mrd. (Stand 06.02.2015) ausgewiesen wird. Bei diesen Rückstellungen handelt es sich um Aufwertungseffekte von Gold- und Währungsbeständen sowie aus sonstigen Wertpapieren und sind einer extrem konservativen zentralbankspezifischen Bewertungspolitik geschuldet. Hier ließe sich ein Teil dieser Spielräume nutzen, um als Bilanzgewinn ausgewiesen zu werden und an die EZB-Gesellschafter auszuzahlen.
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Der Gesellschaftsanteil der griechischen Zentralbank an der EZB liegt bei 1,96%, was einen Anteil an den Rückstellungen und Ausgleichsposten von € 7,96 Mrd. ausmacht, allerdings nur dann, wenn der griechische Gesellschaftsanteil an der EZB nicht bereits verpfändet wurde, was bislang noch nicht zu ermitteln war. Dieser Betrag könnte aber annähernd der Zahl auf dem griechischen Wunschzettel entsprechen.
Dadurch wären jedoch bestenfalls die allerdringlichsten griechischen Finanzprobleme gemildert. Dabei darf man allerdings nicht ausschließen, dass seitens der Troika-Institutionen argumentiert werden könnte, man habe ja bereits die überproportional angefallenen Zinsgewinne ausgekehrt und müsse diese nun dagegen aufrechnen.
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Ungeachtet von zu erwartendem erheblichen Widerstand zu einem solchen Denkmodell seitens Draghi und Weidmann wird im Lichte dieser Betrachtungen deutlich, dass eine gewinnwirksame Auflösung der EZB-Rückstellungen zumindest für Griechenland keinen ernstzunehmenden Königsweg aufzeigt, während sich für die ökonomischen Hungerländer ein rechnerischer Vorteil von € 40,403 Mrd. (Italien) bzw. € 55,07 Mrd. (Frankreich) ergeben würde und sich unsere Schwarzen Nullen mit einem Anspruch von € 73,349 Mrd. reich rechnen könnten.
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Leider greift auch hier die Binsenweisheit „Wo viel Licht ist, findet sich auch viel Schatten„, insbesondere wenn man sich die EZB wie einen Schwamm vorstellt, der sich -wie losgelassen- mit toxisch anmutenden Staatsanleihen vollsaugt.
Als backup für daraus entstehende schmerzliche Verluste könnten bei einem Platzen der QE-Blase solche Rückstellungspolster quasi als Notfall-Kit für den mutwillig angerichteten Scherbenhaufen dienlich sein.
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Will man jedoch Griechenland tatsächlich an die Wand fahren lassen, sind höchst unliebsame Wechselwirkungen zu befürchten, auf welche angesichts der Komplexität im nächsten Beitrag einzugehen ist.
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Ihr Oeconomicus
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Ergänzung:
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Eurogroup meeting: Greek FinMin Varoufakis speaks after talks failure
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11/2/2015 – Euro-Group Meeting
Yanis Varoufakis talk in the 11th February 2015
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Auszug
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Press Conference Statement by Yanis Varoufakis
(immediately after the Euro-Group Meeting of 16th February 2015)
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„I am pleased to report that the negotiations were conducted in a collegial spirit, clearly revealing a unity of purpose – the purpose being to establish common ground, over the next 4 to 6 months, so as to reach a meaningful, sustainable new long term contract between Greece, official Europe and the IMF. Moreover, I have no doubt that they will continue tomorrow and the day after until there is an agreement.

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So, if this is so, why have we not managed to agree on a communiqué, a simple phrase, that will unlock immediately this period of deliberation?

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The real reason concerns a substantial disagreement on whether the task ahead is to complete a program that this government was elected to challenge the logic of – or to sit down with our partners, with an open mind, and re-think this program which, in our estimation, and in the estimation of most clear-thinking people, has failed to stabilise Greece, has generated a major humanitarian crisis and has made reforming Greece, which is absolutely essential, ever so hard.
Remember:
a debt-deflationary spiral does not lend itself to successful reforms, of the form that Greece needs in order to stop being dependent on loans from its partners and from the institutions.

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Last Wednesday, in the previous EG meeting, we turned down a pressing demand to subscribe to “extending and successfully concluding the current program”. As a result of that impasse, on the following afternoon (last Thursday, and prior to the Summit) EG President Jeroen Dijsselbloem and Greek PM Alexis Tsipras agreed on a joint communiqué to the effect that the two sides would explore “common ground between the current program and the plans of the new government for a New Contract with Europe.

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It was a genuine breakthrough, bridging over the current program and the new contract that we are seeking with our partners.

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This afternoon there was another breakthrough. Prior to the Eurogroup meeting, I met with Mr Moscovici, whom I want to thank for his highly positive role in this process, who presented me with a draft communiqué (see Annex 3 below) which, as I told him, I was happy to sign there and then – as it recognised the humanitarian crisis, and spoke of an extension of the current loan agreement, which could take the form of a [four-month] intermediate programme, as a transitional stage to a new contract for growth for Greece, that will be deliberated and concluded during this period. It also stated that the European Commission
would provide technical assistance to Greece to strengthen and accelerate the implementation of reforms, effectively replacing the troika.

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On the basis of this understanding between us and the Commission, we were more than happy to apply for the loan agreement to be extended, while we offered the following conditionalities:

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• Reiterate its commitment to the terms of its loan agreement to all our creditors
• Take no action that threatens to derail the existing budget framework or that has implications for financial stability

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Our only condition for the other side was that we should not be asked to impose measures that are recessionary – such as pension cuts or VAT hikes.

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Unfortunately, that fine document was replaced by the Eurogroup President, minutes before the Eurogroup meeting, with another document that took us back not even to last Thursday – but indeed to last Wednesday, when we were pressurised to sign up to an extension not of the loan agreement but of the programme itself, being offered only the nebulous two word phrase ‘some flexibility’. When asked what that meant, we got no concrete answer. ,
Did it mean that, over the next few months, pensions would be cut but not as much as originally prescribed? By none at all?

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Under those circumstances, it proved impossible for the Greek government, despite our infinite good will, to sign the offered communiqué.
And so the discussions continue. We are ready and willing to do whatever it takes to reach an honourable agreement over the next few days. Our government will accept all the conditions that it can deliver upon and which do not reinforce our society’s long crisis.

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No one has the right to work toward an impasse – especially one that is mutually detrimental to the people of Europe.“

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Annex 3 (Junker-Moscovici draft)
Annex 3 (Dijsselbloem draft here)
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Annex 3 (Junker-Moscovici draft)
(Παράρτημα I- Προσχέδιο Moscovici)
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15 Feb – close of business
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„Today, the Eurogroup took stock of the current situation in Greece, based on intensive dialogue between the new Greek authorities and the Institutions.

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The Greek authorities have expressed their commitment to a broader, socially just and stronger reform process aimed at durably improving growth prospects. In particular, the Hellenic Government commits to implementing long overdue reforms to tackle corruption and tax evasion, and upgrade the public administration. It announced its intention to take urgent action to ensure a fairer and more effective tax system and to contain the humanitarian crisis. It will ensure that any new measures do not reverse existing commitments and are fully funded. It will refrain from unilateral action and will work in close agreement with its European and international partners.

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Greece will fully respect its commitments to partners to ensure sound and sustainable public finances, by reaching and then sustaining sizeable primary balances. The feasibility of reaching the fiscal target for 2015 will be considered in light of evolving economic circumstances. Measures for reducing the debt burden and achieving a further credible and sustainable reduction of the Greek debt-to-GDP ratio should be considered in line with the commitment of the Eurogroup in November 2012.

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At the same time, the Greek authorities reiterated their unequivocal commitment to the financial obligations to all their creditors.

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The above forms a basis for an extension of the current loan agreement, which could take the form of a [four-month] intermediate programme, as a transitional stage to a new contract for growth for Greece, that will be deliberated and concluded during this period.
When considered useful, the European Commission will provide technical assistance to Greece to strengthen and accelerate the implementation of reforms.

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The Eurogroup invites the Institutions to continue technical work with the Greek authorities, including to identify intermediate financing needs, how they will be covered and the appropriate conditionalities.
The Institutions will report to the Eurogroup by 21 February.“

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Annex 3 (Dijsselbloem draft here)

„(Παράρτημα ΙΙ- Προσχέδιο Dijsselbloem)

16 February 2015 [14:45] – Preliminary and confidential

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[Draft] Eurogroup statement on Greece

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The Eurogroup reiterates its appreciation for the remarkable adjustment efforts undertaken by Greece and the Greek people over the last years. Over the last week, the Eurogroup and the institutions have engaged in an intensive dialogue with the new Greek authorities.

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The Greek authorities have expressed their strong commitment to a broader and deeper reform process aimed at durably improving growth and employment, prospects, [enhancing social fairness] and ensuring stability and resilience of the financial sector. In particular, the Greek authorities commit to implementing long overdue reforms to tackle corruption and tax evasion, and improving the efficiency of the public administration. At the same time, the Greek authorities reiterated their unequivocal commitment to honour their financial obligations towards all their creditors. The Greek authorities will make the most efficient use of the continued provision of the technical assistance.

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We discussed the policy priorities of the new government on the basis of work undertaken by the institutions and the Greek authorities. We welcomed that in a number of areas the Greek policy priorities can contribute to a strengthening and better implementation of the current financial assistance programme.

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The Greek authorities have indicated that they intend to successfully conclude the programme, taking into account the new government’s plans. In this context, we intend to make the best use of the existing built-in flexibility in the current programme.

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The Greek authorities gave their firm commitment to refrain from unilateral action and will work in close agreement with its European and international partners, especially in the filed of the tax policy, privatization, labour market reforms, financial sectors, and pensions.

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The Greek authorities committed to ensure appropriate primary fiscal surpluses and financing in order to guarantee debt sustainability in line with the targets agreed in the November 2012 Eurogroup statement. Moreover, any new measures should be funded, and not endanger financial stability.

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On this basis, the Greek authorities expressed their intention to request a six months technical extension of the current programme as an intermediate step.

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This would bridge the time for the Greek authorities and the Eurogroup to work on a follow-up arrangement.
We also agreed that the IMF would continue to play its role in this new arrangement. The Eurogoup is favourable disposed to such a request by the Greek authorities.

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Moreover, we were informed by the EC, the ECB and the IMF that it would be prudent to extend the availability period of the EFSF bonds in the HFSF buffer for six months, in parallel to the extension of the EFSF programme.

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The Eurogroup looks favourably at such an extension. Following a request by Greece, the EFSF can make the necessary arrangements.

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The Eurogroup emphasizes that these funds can be used for bank recapitalization and resolution costs and will only be released on the basis of an assessment by the institutions and a decision of the Eurogroup.

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We remain committed to provide adequate support to Greece until it has regained full market access as long as it honours its commitments within the agreed framework.“

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Anmerkung
Dies ist ein bemerkenswertes Beispiel von Transparenz, welches sich die Euro-Glycerin-Jongleure mit ihrer voll-demokratischen Hinterzimmer-Politik deutlich erkennbar hinter ihre schmutzig anmutenden Ohren schreiben sollten … und zwar sofort !!!
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Ihr Oeconomicus
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12 Kommentare on “Eklat in Brüssel: Verhandlungen zwischen Euro-Gruppe und Athen gescheitert !”

  1. Merkel sagt:

    Yooh, schon passiert, dann weiss man wenigstens, dass ich aus der Therioe-Ecke komme:-)

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  2. Merkel sagt:

    Ich kann die Xi`s und Li`s jetzt gerade nicht einordnen. Die BRICS sind wirtschaftlich inzwischen interessant.

    Während Poroschenko seine in Sommerkleidung verurteilten Soldaten in einen Krieg geschickt hat, fährt er immer noch satte Gewinne mit ROSHEN ein, ein Süsswarenunternehmen, was in Russland 1000 Arbeitnehmer beschäftigt. Hups hab vergessen: Da hatte doch dieser Lügner behauptet, er würde nach der Wahl seine Unternehmen verkaufen-nix da. Das macht nix, selbst Boxlegenden verkaufen ihre Seele an Nazis, um keine mehr auf die Nase zu bekommen.

    Nun, da die USA meinte Militärberater nach Kiew zu schicken und GB meinte mal Ausrüstung/Waffen hinterherzuliefern – wer glaubt noch an das Common Wealth-sorry-Sarkasmus ist auch eine meiner Eigenschaften.
    Petra

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  3. Merkel sagt:

    Syriza ist ein Verbund der demokratisch gewählt worden ist. Da dran rumzumachen ist Quatsch.

    Interessanter sind die Chinesen:
    Die halten 25 % der Euro-Staatsanleihen. Was passiert, wenn die das Vertrauen in den Euro verlieren-jooh ganz schlecht. Griechenland ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Und immer noch folgend die GroKo Herrn Schäuble, der zwar Finanzminister ist..aber wohl gerade deswegen…oder möglicherweise nicht ..

    ..Aber das erzählt Herr Schäuble und die EZB, die IWF die EU den Bürgern nicht-die erzählen den Bürgern immer noch, dass Geld vom Staat/EZB bestimmt wird und auch die Ströme-Hups-gab es nicht mal den gefährlichen Oskar Lafontaine, der Kapitalverkehrskontrolle wollte?
    War wohl nur so ein Politiker, dem das Wirtschaftswachstum wirklich am Herzen lag…

    abgeordntenwatch.de
    17.02.2015
    Von:

    Sehr geehrter Herr Binninger,

    vielen Dank für Ihre Antwort vom 5.2.2015. Sie haben Recht-Thomas Piketty plädiert für eine Umverteilung. Aber die Analyse findet in Ihrer Antwort nicht statt. Herr Piketty hat eine unglaubliche empirische Arbeit geleistet, was ihn von vielen Ökonomen heutzutage unterscheidet. Danach fand Wirtschaftswachstum immer progressiv statt, wenn die Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht so stark divergieren. Heute habe wir in beidem das Nieveau vor dem 1. Weltkrieg. Dann folgten die beiden Weltkriegsschocks, die die Ungleichheiten ein Stück weit bereinigten. Dementsprechend erfolgte nach der Bereinigung das Wirtschaftswachstum. Natürlich haben Sie Rechts mit dem technologischen Fortschritt der Wachstum erzeugen kann. Aber über Technologie-/Wissens-Spillovers zu debattieren bringt nichts-schon garnicht in der globalisierten multinationalen Unternehmenswelt. Es ist doch kein Geheimnis, dass Unternehmen Arbeitskosten globalisieren, aber Gewinne privatisieren (auch ausserhalb der Steuer-Stichwort Zwischengewinne). Wenn r also größer g ist, dann hat das weltweit eine zunehmende Vermögensumverteilung und damit Einkommensumwverteilung im Nachgang, der die Nachfrage ausblutet, damit die Investition ausblutet, damit wie wir das heute erleben selbst bei Niedrigzins und Geldmengenexplosion an die Deflation führt. Ich weiss nicht, welche empirische Eckdaten Sie noch brauchen!!!

    Nachdem also die Analyse des Herrn Piketty klar ist und der Ökonom Flassbeck dazu noch analysiert: Investition ist nicht Sparen in der Gegenwart sondern Konsum in der Zukunft, wie stehen Sie zu der wirtschaftspolitischen Alternative Griechenlands, die sich an diesen hervorragenden Ökonomen orientiert?

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    • Oeconomicus sagt:

      „Was passiert, wenn die das Vertrauen in den Euro verlieren“

      Dann geh’n die Lichter aus !

      Aber mal im Ernst.
      Tsirpas und Varoufakis liegen zwei Einladungen zum Tee vor … eine aus Peking, die andere aus Russland.

      Sollte der liebe Onkel Xi aus geostrategischen Gesichtspunkten und sein äusserst versierter Kollege, PM Li aus ökonomischen Überlegungen zu einer stimmigen Bewertung finden (oder bereits gefunden haben), dass man Griechenland ein hübschen Assozierungsabkommen mit den BRICS anbieten könnte und der phöse Herr Putin seine schlimmen Fingern Rosneft und Gazprom zu einem Tauch-Ausflug ins Ionischen Meer einläd, wird’s in Brüssel stockdunkel !

      Zugegeben, zu solchen Überlegungen ist schon einiges an Phantasie notwendig und es gibt wahrlich viele Gründe, die dagegen sprechen könnten, aber wie sagte schon Forrest Gump …
      „Life is like a box of chocolates, you never know what you’re gonna get.“ 🙂

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  4. alexandrabader sagt:

    Lieber Oeconomicus,

    gestern gab es eine interessante Diskussion zu Griechenland in Wien, mit Giorgos Chondros (Syriza), Dimitris Droutsas (Ex-Außenminister), Jens Bastian (in Athen lebender Ökonom) und Katerina Anastasiou (Solidarity4all). Wobei nicht nur spannend war, unterschiedliche Standpunkte zu hören, sondern da die SPÖ Gastgeber war, fiel auch der Wunsch aus dem Publikum aus, Syriza möge doch der Sozialistischen Internationale beitreten.

    Dabei geht es vor allem darum, dass Syriza eine Alternative zur Trägheit und zum neoliberalen und transatlantischen Kurs der SPÖ darstellt, d.h. gerade für diejenigen, die es mit den eigentlichen sozialdemokratischen Werten ernst meinen, eine Bewegung ist, an der man sich orientieren kann. Ich habe in meinem Bericht dann auch zu Ihnen verlinkt:

    Griechenland als Chance für Europa
    http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=3330

    Alexandra Bader

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  5. Merkel sagt:

    Hier etwas kompakter: Varoufakis beschwert sich mit Recht über die Verar..
    Offensichtlich versuchen die Finanzminister alles, um den Widerstand einzuschläfern und gleichzeitig die Antiwachstumspolitik fortzuführen-Schauen wir mal was das bringt – in Spanien zunächst neue Repressionsgesetze – schauen wir mal was der europäische Bürger bereit ist dazu zu sagen.

    Hier: https://www.youtube.com/watch?v=waQBBozosY0

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  6. ben sagt:

    Verstehe das Problem nicht. Verschuldet sind doch alle Staaten Europas und eigentlich der ganzen Welt über selbstgesteckte Ziele hinaus. Vertragsbruch aller Orten.
    Verschuldung ist die Devise (Antwort). Entschuldung durch Verschuldung. Nimmt das Volk nicht genug Kredit auf, dann macht das der Staat.
    Börse (Spielbank Nr. 1) jeden Tag beste Sendezeit. Dort kaufen wir unsere eigenen Schulden und die des Nachbarn als Anleihen, Staatsanleihen, Schuldverschreibungen, Bonds etc. und Ableitungen davon (Derivate (derive = abgeleitet) etc. Wer als erster das Geld abzieht nimmt das Geld der anderen mit – nur wann ist der Zeitpunkt?
    Finanzminister Varoufakis hat in den USA studiert. Er weiß das die USA permanent diesen Weg der Geld Generierung wählen. Div. Finanz “Experten” scheinen immer noch ernsthaft über Entschuldung nachzudenken. (- D- 300 Jahre bis zur Enschuldung, Japan 1000 Jahre). Oder geben das fürs Volk zumindest so vor das Volk schön sklavisch bleibt. Varoufakis und Tsipras liegen da völlig richtig. Dieses Geld-System ist eine MÄR und generiert wird das Geld eh aus dem nichts. Warum sollen da Griechen noch hungern müssen oder gar Abgaben mäßig in die Bredoullie kommen. Wenn Banken systemrelevant sind was sind dann Menschen?

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    • Oeconomicus sagt:

      „Finanzminister Varoufakis hat in den USA studiert.“

      YV hat in Essex /Wirtschaftsmathematik) und Birmingham (Mathematische Statistik) studiert und lehrte in Essex, Glasgow, Sydney, wurde 2000 an die Uni Athen berufen und lehrte ab 2013 an der Lyndon B. Johnson School of Public Affairs in Autin/Texas.

      Er ist ein erklärter Gegner jeglicher Austeritätspolitik und mit Steve Keen (2013 ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre an der University of Western Sydney, Seit 9/2014 Leiter des wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiches der Universität Kingston, London) befreundet, wodurch ich auf ihn aufmerksam wurde.

      Er gilt als profunder Kenner der Spieltheorie und hat sich in seinem Buch „Der globale Minotaurus“ mit seiner zentrale These, dass seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems Anfang der 1970er Jahre der größte Teil der Gewinne der deutschen, chinesischen und japanischen Industrie aus Exportüberschüssen in die USA zurückflossen und damit die Aufrechterhaltung und das Wachstum der Verschuldung der USA ermöglichten, auseinandergesetzt.

      „Div. Finanz “Experten” scheinen immer noch ernsthaft über Entschuldung nachzudenken.“

      In der öffentlichen Wahrnehmung mag ein solcher Eindruck entstehen und es gibt in der Tat Ökonomen, die wirklich daran glauben.

      Diskutiert man jedoch im kleinen nichtöffentlichen Kreis mit solchen Kollegen, klingt dies ganz anders. Einige Vorzeigeökonomen plädierten für dauerhafte Inflationsraten zwischen 2 und 2,5%, was langfristig zur Staats-Entschuldung beiträgt, sofern während dessen entsprechende Haushaltsdisziplin erfolgt.

      Ein hübsches theoretisches Modell mit vielen „if’s“. 🙂

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