Die Ökonomie und ihre Kritiker


An den Wirtschaftswissenschaften gibt es heutzutage einiges zu kritisieren. Beispielsweise kümmert sich der Berufszweig viel zu wenig um politische Themen und viel zu viel darum, Studenten mit Mathematik totzuschlagen. Aber ein Großteil der heutigen Kritik an dieser Wissenschaft beruht auf Missverständnissen und Unkenntnis.

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Nehmen wir das Konzept der „unsichtbaren Hand“ von Adam Smith, demzufolge ein Marktgleichgewicht dann effizient ist, wenn perfekter Wettbewerb herrscht und klar definierte Eigentumsrechte vorhanden sind. Im Gegensatz zur Meinung vieler Kritiker nehmen die Mainstream-Ökonomen keineswegs an, diese idealen Bedingungen seien immer gegeben. Im Gegenteil: Sie benutzen diese Bedingungen oft als Bezugspunkt für die Analyse von Marktversagen. Wie Spürhunde durchsuchen sie die Volkswirtschaft auf solche Defekte und überlegen, wie diese durch intelligentes staatliches Eingreifen korrigiert werden können.

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So gesehen sind Ökonomen wie Ärzte, die wissen müssen, wie ein gesunder Körper aussieht, bevor sie Krankheiten diagnostizieren und Behandlungen verschreiben können. Ein guter Arzt greift nicht willkürlich in die Körperfunktionen ein, sondern nur in Fällen, in denen eine Krankheit eindeutig festgestellt wurde und eine effektive Behandlung verschrieben werden kann.
[…]
Hans-Werner Sinn – Project Syndicate

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10 Kommentare on “Die Ökonomie und ihre Kritiker”

  1. Merkel sagt:

    Lieber Oeconomicus,

    danke für Ihre Ausführungen zu den externen Effekten. Aus Ihren Ausführungen entnehme ich, dass auch Sie der Meinung sind, dass externe Effekte permanent stattfinden. Die eigentliche Frage war ja, ob die klassisch/neoklassische Theorie noch einen Beitrag für Europa leisten kann, angesichts ihrer wirtschaftsfeindlichen Austeritätspolitik.
    Die Anwort: Nein sie kann es nicht: Das interessante ist: Dass sich Europa auf die Neoklassik zurückzieht, während ein eingefleischter Neoklassiker wie der Nobelpreisträger die entgegengesetzten wirtschaftspolitischen Empfehlungen hat.
    Natürlich will ich niemanden etwas unterstellen, aber im besten Fall denken die deutschen VW-Weisen und Politiker komplex schlechter als die Amis.
    Andererseits weigere ich mich derzeit, weiter zu spekulieren. Andererseits wäre es für die Europa-Ami-Konsortien//Bestechung gut einen Druck auf TTIP zu erzeugen.

    Herzlichen Dank.

    Petra Merkel

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  2. Merkel sagt:

    Lieber Oeconomicus,

    zunächst Ihre Kritik an mich, dass ich selbst eine Klage vor dem BVerfG anstrengen soll. Ich habe es schon einmal gesagt, weder das damalige ESM noch das aktuelle QU. Easing trifft den Kern des Problems. Seit 5 Jahren wird Südeuropa in eine Sparpolitik reingeschubst, die nichts mit VW-Analyse zu tun hat. Eine Verschlechterung der Verschuldung insbesondere in Griechenland ist ersichtbar. Massenarbeitslosigkeit, Massen-Obdachlosigkeit..usw. Auch die Ursache des Versagen der Wirtschaftspolitik durch die Einkommens- und Vermögensspaltung habe ich schon dargestellt. Ich vermute, dass wir hier konform gehen. Wenn ich in der Wissenschaftstheorie so streng in normativen Kategorien urteile, hat es damit zu tun, dass die öffentlichen Medien voll von Populismus sind. Warum bezeichne ich Ihre technologischen Effekte als „Scheinkategorie“? Hier wird das Gefühl vermittelt, dass insbesondere Technologie zu externen Effekten führt. Der Schein trügt und ihre Beispiele auch. Spinne ich den Faden weiter, wird der Hund eines Menschen, der ein Schaf verletzt, einen externen Effekt verursachen. Aber nur, wenn der Hund wirtschaftlich genutzt wird, ist es ein wirtschaftlicher Prozess. Technologische externe Effekte: man kann darüber streiten, aber wie ich schon sagte, manche Kategorien sind überflüssig, worauf es ankommt-wer schädigt wen, was bezahlt er dafür? Ist das gerecht. Zurück zu den Schafen: Durchaus möglich, dass die Mähmaschine das Schaf verletzt hat, das war dann wohl in ihren Augen technologisch. Worauf es tatsächlich ankommt: Wo kein Kläger , da keine Klage, da kein Schadensersatz. Wo öffentliches Gut, da immer wieder der Versuch sich zu Lasten der Umwelt, der Gemeinschaft reicher zu machen. Aber wie ich schon sagte, die Beispiele aus der Literatur sind aus dem letzten Jahrhundert (spill-over im übrigen findet vorrangig in Wissenstransfer statt, oder genetischer Ursprung Pflanzen / Tiere / Dschungel -manchmal ist er legal,manchmal illegal-machmal ist es ein externer Effekt, manchmal wird ein Preis bestimmt, der in der Regel die Realität nicht trifft).

    Dieses Problem der Preisbestimmung externer Effekte wird zunehmend auf den Kauf öffentlicher Güter übertragen. Heute in Europa kann man Wasser bestimmen, verwalten, berechnen und besitzen. Kein Wunder dass HEUTE hierauf gerade ein Angriff der Privatisierung erfolgt.
    Nun ich bin in einem Alter, in dem ich hoffen kann, dass ich nicht auch noch für die Luft bezahlen muss, weil sie sich noch nicht verwalten und besitzen lässt-auf dieser unserer erde-aber man soll nie nie sagen.

    Beste Grüsse

    Ihre Petra Merkel

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  3. Merkel sagt:

    Lieber Oeconomicus,

    zum Thema Marktunvollkommenheit:

    Nochmal, es handelt sich um ein ständiges Marktversagen:
    Bleiben wir also bei den angesprochenen Themen:

    1. öffentliche Güter: Umwelt – haben wir schon besprochen – Wirtschaftspolitik ist eine Lachnummer – wie belasten wir den Verbraucher mit Zukunftstechnologie, wie entlasten wir Unternehmen mit Rohstoffpreisen, mit Zertifikaten, die das Geld nicht wert sind, auf dem sie nicht gedruckt sind

    2. technologisch verursachte Effekte: Ist eine Scheinkategorie.
    Worum es geht:
    Profitiert ein privates Unternehmen mittels öffentlicher Güter/Nutzen von anderen Marktteilnehmern, ohne ein Äquivalent zu zahlen. Daher zunächst Kategorie 1.
    Eine weitere Möglichkeit ist technologisches Wissen, wenn es privatwirtschaftlich erwirtschaftet wurde, ist der externe Effekt zB. Unternehmensspionage.

    3. natürliche Monopolstrukturen: Ist eine Scheinkategorie. Monopol ist nicht natürlich (i.S. von „gottgegeben“, „von Anfang an geben“, „Unabdingbar“, „nicht veränderbar“). Das ist alles Schwachsinn. Nicht umsonst, werden Unternehmenskäufe unter Monopolgesichtspunkten durch den Staat begutachtet, wie ich zugebe, nicht sehr effizient. Aber wenn wir klassisch/neoklassisch bleiben, sind Monopolstrukturen natürlich „ineffizient“, weil sie Preise gestalten, die sich nicht an Angebot und Nachfrage in einem vollkommenen Wettbewerb ausrichten. Aber ein „natürliches Monopol“ gibt es ist, hat es nie gegeben und wird es niemals geben.

    4. asymmetrische Information – stimme ich zu … z.B. Aktienmarkt, Gesetz hin und her

    5. Anpassungsmängel: Kann ich nichts mit anfangen – bitte genaue Erläuterung

    6. Verzerrte Präferenzen: Ist eine Wunschkategorie aus dem Volkswirt-Kindergarten: Es gibt keine verzerrten Präferenzen, es es nur so, dass es Präferenzen gibt, die mit der Normal-Nutzenskurve nicht übereinstimmen. Aber das ist kein Fehler der Realität, sondern wieder einmal ein Fehler der Theorie.

    Ja, ich habe gerade nur auf neoklassische Kritiken geantwortet, die im übrigen nicht vollständig sind.
    Keine Erwähnung, dass Neoklassik über den Zins Investitionen steuern zu können (Huups hat das nicht die EZB in den letzten Jahren versucht).
    Keine Erwähnung dass der Kapitalmarkt schon lange vom Realmarkt abgekoppelt ist – so viele Theorien, z.B. Keynesianismus, Monetärkeynesianismus, Thomas Piketty: das Kapital des 21. Jahrhundert.

    Lieber Oeconomicus, hiernach wirst Du mir zustimmen, dass eine Verfassungsklage keine Lösung ist.

    Liebe Grüße

    Petra Merkel

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    • Oeconomicus sagt:

      zu 2.
      „technologisch verursachte Effekte: eine Scheinkategorie“

      Hallo liebe Frau Merkel,

      zu Ihrem Vortrag habe ich eine etwas andere, vielleicht ergänzende Sichtweise:

      Unter externen Effekten (Spillovers) verstehe ich positive/negative Einflüsse von Wirtschaftssubjekten auf eben solche.

      Denkt man an Produktionsprozesse oder den schlichten Konsum von Gütern und Dienstleistungen entstehen Effekte wie Umweltbeeinträchtigungen, Lärmbelästigung u.v.m.

      Dies wird u.a. bei den Folgen des Strassenverkehrs sichtbarer.
      Häufig wird im Zusammenhang mit den dadurch verursachten Emissionen eine abnehmende Lebensqualität oder schlimmer noch, zunehmende Gesundheitsrisiken beobachtet.
      Selbstverständlich werden die daraus entstehenden indirekten Folgekosten weder der Automobilindustrie, den (Privat)Betreibern von Strassenabschnitten, noch den Treibstofflieferanten zugerechnet, sondern der Allgemeinheit aufgebürdet.

      Auf der anderen Seite sind die Nutzengewinner solcher Entwicklungen zu betrachten, bspw. im den Bereichen Gesundheitsprävention, Pharma-Industrie oder medizinischen Dienstleistungen und deren Zulieferer.

      Unternimmt man einen weiteren Gedankenschritt, wird man aber auch Effekte zu Lasten der Sozialsysteme aufspürenwobei zu berücksichtigen ist, dass die Beschäftigten der Nutzengewinner auch in die Sozialkassen einzahlen.

      Vermutlich begünstigen solche Wechselwirkungen auch spannende Bildungsimpulse, etwa in den Bereichen Forschung oder Prävention von Krankheiten.

      Von gerade in diesen Bereichen gut ausgebildeten Personen profitieren auch Menschen, die sich nicht mit den gesundheitlichen Folgen der eingangs dargelegten Szenarien befassen, etwa durch den Umstand, dass deren Erkrankungswahrscheinlichkeit sinkt …

      … ein klarer positiver, extern verursachter Effekt.

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  4. Merkel sagt:

    Lieber Oeconomicus,

    zunächst einmal vielen Dank für die Antwort. Ich wollte natürlich niemanden beleidigen. Aber ich denke, ich habe deutlich gemacht, dass das Versagen nicht bei der EZB liegt (so sehr ich Qu.Easing auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt kritisiere), sondern bei der restriktiven Wirtschaftspolitik der Euroländer, angeführt von der Troika, dominiert von Frau Merkel.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie fachfremde Menschen Entscheidungen über ganze Völker treffen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie dabei die Parteidisziplin funktioniert. Ich wünsche mir einen weiteren fachspezifischen Diskurs mit Ihnen – und nehmen Sie mir es nicht übel, dass ich als Volkswirt mit meiner Bildung, meinen Einschätzungen und meiner Darstellungen hier auf dieser Seite diese Klagen vor dem BverfG für zu kurz halte. Es war beileibe nicht persönlich gemeint. Mein Interesse ist, dass Deutschland eine gute Zukunft hat.

    Beste Grüße

    Petra Merkel

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  5. Merkel sagt:

    Lieber Oeconomicus,

    auch die Klage vor dem BVerfG war zu kurz gegriffen, ebenso die Befürchtungen zur Griechenland-Problematik. Tatsächlich in Griechenland nach der Wahl geht es nicht rein um den Schuldenschnitt oder nur um die Sparpolitik der Troika. Es bringt auch nichts, in Europa auf dieses oder jenes Land zu zeigen (Italien, Frankreich) um die verheerende Antiwachstumspolitik fortzuführen-was uns in Europa alle eint, ist die zunehmende Schere zwischen Einkommen und Vermögen, was dazu geführt hat, dass die Realwirtschaft nicht mehr wachsen kann.
    Vor etwa 2 Jahren hat die EU Deutschland aufgefordert, die Binnenwirtschaft zu stärken. Natürlich ist das nicht erfolgt. Lassen wir uns aber bei Deutschland bleiben. Etwa 3,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsnehmer können nicht von ihrem Arbeitslohn leben. Was passiert-der Steuer- und SV-Zahler wird belastet, was eine weitere Enteignung des Mittelstands bedeutet-weil die Belastung ja nicht in eine nicht vorhandene Vermögenssteuer oder abgesenkten Grenzsteuersatz im Einkommen erfolgt. Nein, die Belastung erfolgt direkt an die Unter- und Mittelschicht in Krankenkassenreformen, Mehrwertsteuer (Massensteuer), Rentenreform usw. Jeder Volkswirt, der sich noch mit normativer Finanzwissenschaft auskennt kann sich da nur noch die Haare raufen. Jeder Volkswirt, der einigermaßen in der Lage ist, komplex zu denken, auch in einer offenen Volkswirtschaft, kann sich nur die Haare raufen.
    Der während meines Studiums von mir hochverehrte Paul Krugmam, den ich vor seinem Nobelpreis permanent in meinen Arbeiten verarbeitet habe, ist ein großer Unterstützer der Arbeit von Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert. Ich kann diese Arbeit nur weiterempfehlen.
    Daher ist entgegen dem Medien-/Politiker-/Troika-Mainstream die Frage erlaubt, ob die Wahl in Griechenland nicht eher eine Chance für Europa ist, als eine Last-weil diese Regierung sich traut, Vermögen, was auf Kosten des Steuerzahlers erlangt worden ist, abzuschöpfen.

    Beste Grüße

    Petra Merkel

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    • Oeconomicus sagt:

      „die Klage vor dem BVerfG war zu kurz gegriffen“

      Liebe Frau Merkel,

      bei allem Respekt hinsichtlich Ihrer Kritik, erscheint mir diese zu billig zu sein.
      Statt sich im Nachhinein hinzustellen und plakativ darauf hinzuweisen, was man hätte besser machen können, sollten Sie selbst mal in Erwägung ziehen, zu solch hochkomplexen Ereignissen eine eigene Verfassungsbeschwerde zu entwerfen.

      Hier gilt die abgewandelte Volksweisheit „Wenn man vom Gericht kommt, ist man klüger“

      … Fortsetzung folgt

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  6. Merkel sagt:

    Vom ifo-Institut halte ich sowieso nicht soviel, es ist tatsächlich sehr konservativ. Das Konzept der „unsichtbaren Hand“ steht mit Recht unter Kritik, aber das Problem sind ja nicht die Politiker, sondern die Vertreter der klassischen/neoklassischen Theorie, die in ihren Annahmen leider immer die „unsichtbare Hand“ zum Kern haben. Tatsächlich wird in dem Artikel dargestellt, dass nur manchmal Marktversagen vorliegt, wo dann der „Arzt“ kommt und eingreift.

    Nun zu der sogenannten „Keynes-Krakheit“: Nun Löhne sind dermassen Flexibel (Zeitarbeit, Werkverträge, befristeter Arbeitsvertrag), , Kurzarbeit, Schwarzarbeit, dass tatsächlich eine Aggregation der Kurzfristigkeit von Löhnen interessant wäre. Die Preise nun: Habe ich woanders schon gesagt, es gibt nachfrageinduzierte Inflation und geldmengeninduzierte Inflation-aber Nachfrage ist nicht da bei der Sparpolitik bei dem niedrigen Masseneinkommen, also EZB setzt auf Geldmengeninduzierte Inflation. Hilft aber auch nicht viel, weil die Risiken nur an den Steuerzahler und in die Zukunft übertragen werden.

    Kommen wir zurück zum Marktversagen: Dieser findet ständig statt: durch externe Effekte-die Politik ist durch die Wirtschaftsverbundenheit nicht in der Lage, diese externen Effekte realitätsnah zu berechen an die Unternehmer, die diese externen Kosten verursachen (Umwelt)-auch hier werden zukünftige Kosten in die Zukunft verlagert (Klimaerwärmung).

    Die Analyse des Herrn Sinn zum Wettbewerb ist zu kurz gegriffen. Natürlich handeln die Banken nur rational in einem politischen Umfeld aus dem sie gelernt haben, dass der Steuerzahler ihre Fehler bezahlt. Aber das gleiche gilt für Industrieunternehmen. Moral hat damit nix zu tun, nur der Bonus am Jahresende. Die Mindesteigenkapitalquoten in Europa sind immer noch zu niedrig. Die EZB hat gerade dafür gesorgt, dass Banken und Aktienmarkt gesunden, aber nicht die Realwirtschaft, von der wir alle leben.

    Ein neuer Angriff der Politik auf die Einkommens- und Vermögensverteilung, siehe Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert.

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    • Oeconomicus sagt:

      Liebe Frau Petra Merkel,

      erstmal besten Dank für Ihr feedback.

      Lassen Sie mich zunächst einige Gedanken zu Ihrer Bewertung

      „Vom ifo-Institut halte ich sowieso nicht soviel, es ist tatsächlich sehr konservativ.“

      darlegen.

      Wie so mancher unter unseren Kollegen beschäftige ich mich seit langem mit den Analysen und deren Ableitungen des Ifo-Instituts.
      Als einstiger überzeugter CDU-Wähler passten viele von Sinn dargelegten Überzeugungen in mein ökonomisch-politisches Weltbild.
      Insoweit würde ich Ihren Vorbehalten einigermaßen zustimmen.

      Nach meinem Gefühl setzte bei Sinn/Ifo mit Beginn der großen Krise (Lehman bust) jedoch ein Paradigmenwechsel ein, den ich zunächst mit hochgezogener
      Augenbraue meinte feststellen zu können.

      Dieser Eindruck bestätigte sich mit dem fortschreiten des weltweiten Krisenszenarios.

      Nachdem ich am Rande einer Anhörung vor dem BVerfG Gelegenheit hatte mich mit Prof. Sinn über einige von mir befürchtete langfristige Wechselwirkungen der
      Griechenland-Problematik zu diskutieren, verfestigte sich meine Bewertung einer argumentativer Richtungsänderung von Sinn.

      Als einer von zahlreichen Belegen hierzu empfehle ich einen Vortrag anläßlich der ifo Jahresversammlung 2012 „Staatsverschuldung und Generationengerechtigkeit“,

      der dazu führen könnte, dass Sie Ihre kritische Haltung zu ifo/Sinn überdenken könnten.

      Soweit meine 2-Cent zu diesem Punkt Ihres Kommentars.

      Sobald ich -vermutlich gegen Abend- etwas mehr Luft habe, komme ich gerne auf andere Punkte Ihres Kommentars zurück.

      angenehme Woche

      Ihr Oeconomicus

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    • Oeconomicus sagt:

      unsichtbare Hand

      vermutlich haben sich an diesem hochkontrovers diskutierten Thema schon mehrere Volkswirt-Generationen abgearbeitet.
      Ich gehöre nicht dazu, sondern halte es mit der Wirtschaftshistorikerin Emma G. Rothschild, die vermutlich zu den profundesten Kennern der Werke von Adam Smith zählt und in ihrer Analyse zum Begriff „unsichtbare Hand“ zu der Einschätzung gelangt, Adam Smith könne diese Forumulierung nur im ironischen Sinne gewählt haben.

      Marktversagen

      Eigentlich müßte man von Marktunvollkommenheiten sprechen, die sich besonders häufig im Zusammenhang mit öffentlichen Gütern, technologisch verursachten externen Effekten, natürlichen Monopolstrukturen, asymmetrischen Informationen, Anpassungsmängeln, verzerrten Präferenzen finden.
      Dies führt vielerorts zur Intervention des Staates, was nicht selten zur Stärkung von Partikularinteressen führt, oder gar ‚Verschlimmbesserungen‘ von Ressourcen-Allokationen auslöst, was häufig zum Gegenteil der gewünschten Effekte führt. Beispiele hierzu sind Legion und sind in die Rubrik Staatsversagen einzuordnen.

      „Keynes-Krankheit“

      Zustimmung!

      „Die Analyse des Herrn Sinn zum Wettbewerb ist zu kurz gegriffen“

      einverstanden.

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