Klebrige Mutmaßungen ? – ‚Europa weit von Islamisierung entfernt‘


Im ZDF Heute Journal führte Claus Kleber, der uns immer wieder suggerieren möchte, welch schändliches Verhalten von den friedlichen Teilnehmern der Pegida-Demonstrationen ausgehen, mit dem Psychologen Hans-Joachim Maaz, Vorsitzender der Stiftung Beziehungskultur ein recht aufschlussreiches Interview.
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ZDF Mediathek – [6:07 Min]
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Mitschrieb (sprachlich etwas geglättet):
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Kleber:
„Herr Maaz, können Sie uns erklären, warum Pegida ein ostdeutsches Phänomen zu sein scheint?“
Maaz:
„Es schein nur ein ostdeutsches zu sein. Es formiert sich dort sicherlich, weil im Osten noch sehr viel Probleme angehäuft sind, ein Problemstau, tatsächlich ein Gefühlsstau. Ich glaube, das ist das schlimmste, was vielleicht von der Politik versäumt wird, danach zu fragen und forschen zu lassen, was da zusammenkommt.
Da sind sehr individuelle Probleme, da sind natürlich noch Ost-West-Probleme, Menschen die zu kurz gekommen sind, die sich ausgegrenzt erleben, deren Hoffnung im Westen nicht aufgegangen ist und es ist wie man hört auch eine Systemkritik an der Gesellschaft.
Diese Fragen müssten tatsächlich analysiert werden, die Leute wollen verstanden sein.“
Kleber:
„Wenn ich Sie richtig verstehe, dann ist das was wir gerade versucht haben, zum Beispiel das ernst zu nehmen, was die Leute auf den Demonstrationen sagen, die Zahlen zu überprüfen und dann zu zeigen, wie die Zahlen tatsächlich sind, das geht dann an dem Problem völlig vorbei ?“
Maaz:
„Nicht völlig, es gibt natürlich Probleme mit der Asylpolitik und mit dem Islam. Die ganze Angst vor den Islamisten ist ja seit dem 11. September in der Welt auch von den USA sehr stark geschürt worden…“
Zwischenruf des Transatlantikers:
„Aber in den USA und im Westen gehen nicht 18,000 auf die Strasse und beklagen sich über Islamisierung, auch nicht in New York City, wo das stattgefunden hat und wo sehr viele Muslime leben.“
Maaz:
„Ja, weil andere Probleme dazukommen.
Ich will Ihnen mal meine ganz persönliche Angst sagen. Meine Angst ist die Spaltung der Gesellschaft. Hier im Moment jetzt Pegida-Anhänger und die Anti-Demonstranten.
Wenn zum Beispiel der von mir hochverehrte Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt davon spricht, dass das nicht zu Deutschland gehört, dann muß ich leider feststellen, es gehört zu Deutschland, das ist keine verantwortliche politische Äusserung.
Oder wenn unsere Kanzlerin sagt, man solle da nicht hingehen, sich nicht beteiligen, die Menschen hätten Hass und Kälte in ihren Herzen, dann würde ich von meiner Bundeskanzlerin erwarten, dass sie danach fragt, weshalb tragen die Menschen Hass und Kälte in ihren Herzen ? Was sind die Ursachen ? Denn dasselbe wäre ja die Ausgrenzung, wenn man sagt, dort geht nicht hin, das sind jetzt die Bösen, das ist dieselbe Politik, die man den Pegida-Anhängern vorwirft.“
Kleber:
„Es wird für unsere Teams, für unsere Reporter und Kameraleute zunehmend schwierig, dort hinzugehen und die Menschen dort nach ihrer Auffassung zu befragen. Man kommt gar nicht mehr durch, die Kameras werden abgewehrt, es gibt auch Geschubse und Gedränge, das liegt schon Aggression in der Luft.“
Maaz:
„Da liegt bestimmt Aggression in der Luft und das wäre auch nicht der Platz und der Ort, das ersthafte Gespräch wirklich zu führen. Die Massenpsychologie verhindert all das, schaukelt sich auf. Nein, man muß aber ernsthafte Angebote machen, das Gespräch zu führen, vor allen Dingen auch Verständnis entwickeln.
Bisher dominiert ja eine Politik, leider auch in den Medien, dass nur abgewertet wird. Das sind jetzt die neuen Bösen, die Feinde, die bekämpft werden müssen, gegen die muß man auftreten, statt zu fragen, was sind das für Menschen. Selbst wenn sie rechtsextrem sind. Natürlich sind leider auch Rechtsextreme dabei.
Warum wird ein Mensch rechtsextrem ?
Kein Mensch wird rechtsextrem oder voller Hass geboren. Das sind doch Entwicklungen, die muß man erforschen und befragen ..“

Kleber fällt ins Wort:
Vielleicht, Herr Maaz ist es eine Berufskrankheit von uns, dass wir glauben, dass man mit Informationen und Richtigstellungen Dinge verändern kann. Aber da sagen Sie als Psychiater, ist Moment nicht das Richtige ?
Maaz:
„Es gibt immer eine Tendenz zu spalten, schwarz und weiß zu denken, gut und böse. Das macht sich ja gut, wenn man glaubt, wir sind auf der Seite der Guten und dort sind die Bösen.
Nein, die viel schwierigere Frage ist die Analyse, was sind die Hintergründe dieses Hasses, dieser Wut, dieser Verweigerung, oder eben der Probleme die irgendwie jetzt auch verschwiemelt auf die Straße getragen werden.
Wir müssen uns fragen, was ist den in unserer Gesellschaft nicht mehr in Ordnung?
Welche Spaltungstendenzen gibt es denn zwischen oben und unten, zwischen Ost und West, zwischen reich und arm, usw.?

Wir sind alle angefragt, wie leben wir und wie wollen wir in Zukunft leben?
Ich denke solche Protestinhalte verbergen sich, es geht nicht nur um eine islamfeindliche Einstellung.“
Kleber:
„Der Rat des Psychiaters Hans-Joachim Maaz, besten Dank.“

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Die von Herrn Kleber angesprochenen ‚Informationen und Richtigstellungen‘ wurden vor dem Interview gesendet (s. auch im Mediathek-Link als Vorspann zum Interview):
Europa weit von Islamisierung entfernt
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Dabei wurde auch Bezug genommen, auf einen am 5. Januar ausgestrahlten Beitrag:
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Ein weiteres Interview mit Herrn Maaz wurde ebenfalls am 6. Januar von Christine Heuer für Deutschland-Radio geführt (Transkript als PDF).
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7 Kommentare on “Klebrige Mutmaßungen ? – ‚Europa weit von Islamisierung entfernt‘”

  1. C.M sagt:

    Dank an alle Kommentatoren. Es gibt noch Menschen die genauso denken wie ich.

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  2. alphachamber sagt:

    Es kommt darauf an, dass dieses Phänomen konzeptuell verarbeitet wird, nicht perzeptiv, wie es an meisten Stellen abgehandelt wird.

    Eine kritische Masse der Deutschen haben einen Parlamentarismus satt, bei dem sich die Demokratie dadurch erschöpft, dass sie alle 4 Jahre Zettel mit Kreuzchen in einen Kasten werfen sollen/dürfen. Mit einem Motto wie: “Wir wollen eine wirkliche Demokratie” ließe sich wohl kaum jemand auf die Straßen bringen.
    Es geht doch nicht nur um den Islamismus, sondern um das “ganze Programm” – um Lügerei, Fehlplanung und kriminelle Inkompetenz.
    Programmierte Einwanderung aus Ländern e x t r e m gegensätzlicher Kulturen und Sprachen ist unverantwortlich, mit langzeitlichen Wirkungen welche diese Nincompoops noch nicht einmal abschätzen können.

    Siehe: https://huaxinghui.wordpress.com/2014/12/20/rassismus-kulturelles-erbe/

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  3. Paul Barsch sagt:

    Man merkte den klebrigen Antlantikfreund an, daß die Antworten nicht 100% der erhofften Antworten ( Hetze) entsprachen. Dumm gelaufen und wahrscheinlich hat man sich nicht getraut die Sendung unter den Tisch fallen zulassen.

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  4. Verdrehte Welt sagt:

    Gerade unsere Politiker hätten die Aufgabe, objektiv zu sein.

    Gerhard Schröder hat ja auch geäußert, dass jeder Anständige sich den Gegendemonstranten anschließen müsste. Jeder, der an Schröder hört und glaubt, muss im Umkehrschluss annehmen, dass es sich bei den PEGIDA-Demonstranten um „Unanständige“ handelt. Schröder trägt damit aktiv den Spaltpilz in die Gesellschaft.

    Und genauso wie er fallen fast alle Politiker in den gleichen Tenor ein. Ich habe noch nicht einen einzigen Medienvertreter oder Politiker gesehen, der auch nur auf das Positionspapier eingegangen ist, oder es erwähnt hat.

    PEGIDA ist nun der Sündenbock, zu dem ihn die Medien und die Politik gemacht haben. Jede Gemeinschaft braucht solche Sündenböcke. Gerade die jüngsten Ereignisse in Frankreich müssten uns hellhörig machen, langsam verstehe ich die Demonstranten.

    Diese wollen, dass sich bei uns nicht gleichartige Entwicklungen abspielen.
    Nehmen wir die Gegendemonstranten wie ANTIFA und deren Kommentare im Netz. Hier zeigen sie, welch Geistes Kind diese Menschen sind. In einem schönen Bild wird eine behandschuhte Hand mit einem deutlich erkennbaren Schlagring gezeigt. Mit so einer Waffe kann man jemand bei einer Demo töten.

    Wo ist hier der Aufschrei der Medien?
    Zudem treten ANTIFA-Leute bei ihren Gegenversammlungen vermummt auf, haben Motorradhauben auf. Das Demonstrationsrecht verbietet Vermummung! Wo ist hier der Justizminister, um das zu bewerten? Es handelt sich im Prinzip um eine Schlägertruppe, die gerade durch die sie unterstützende Politik sakrosankt handeln kann, weil sie weiß, dass sie zu den „Anständigen“ gehört und damit Narrenfreiheit genießt.
    Die ANTIFA legt fest, wer als NAZI zu gelten hat. Offensichtlich sind diejenigen NAZIS, die es wie in Dresden wagen, eine
    Deutschlandfahne zu zeigen. Mir wird allmählich Angst in diesem Lande. ANTIFA sollte sich einmal um die Faschisten in der Ukraine kümmern.

    Als Stichpunkt könnte in Wikipedia das Asow-Batallion dienen und welche Abzeichen diese auf den Uniformen und den Helmen tragen und welche Vergangenheit die Väter dieser Soldaten im 2. Weltkrieg hatten, und welche Person mit welcher Vergangenheit sie auch heute noch als „Nationalhelden“ verehren.

    Und so etwas unterstützt unsere Regierung und nimmt sich die Frechheit heraus, PEGIDA-Demonstranten als Nazis im Nadelstreifen zu bezeichnen Wo sind hier unsere Medien, um das mal zu hinterfragen?
    Ich höre im Westen im Blätterwald nur laut brüllendes Schweigen..

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  5. almabu sagt:

    Ich gelte gewiss nicht als PEGIDA-Versteher, aber es ist schon offenkundig, dass mit „diesen Leuten“ nicht gesprochen werden soll, dass sie ausgegrenzt werden sollen und dass sie „Pfui und Bäh!“ sind. Welche politische Taktik soll denn das sein?

    Gegendemonstrationen sind sehr gut, aber danach muss eine (friedliche!) Auseinandersetzung mit diesen Menschen folgen. Wir können doch nicht ernsthaft so tun, also ob eine politische Aktivität nur dann legal ist, wenn sie unseren Vorstellungen entspricht?

    Es ist die Aufgabe der Politik und der Gesellschaft um diese Menschen zu kämpfen und nicht um sie tot zu schweigen. Es ist nicht Jedem gegeben, vernünftige Sätze zu artikulieren, wenn Einem im Scheinwerferlicht von TV-Cameras ein Mikro unter die Nase gehalten wird, schon gar nicht dann, wenn dies erkennbar mit dem Ziel geschieht die Interviewten direkt zu übertölpeln, zu wiederlegen.

    Man kann PEGIDA-Anhänger zum Kotzen finden, aber man muss sie – im egoistischen Eigeninteresse – durchaus ernst nehmen und ihren Protest in einen Dialog weiterführen.

    Eine ganze Menge unserer „ehrwürdiger, etablierter Politiker“ haben durch Stammtisch-Geschwafel in jedem geeigneten Moment die Saat gelegt, die hier jetzt aufzugehen scheint?

    Dies Ausländer- und Islamfeindliche Phänomen gibt es in Abwandlungen in vielen Ländern der EU. Ich nenne hier mal Frankreich, Italien, Griechenland, die Nicht-EU(!) Schweiz, Österreich, das UK, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden und in Osteuropäischen Ländern. Wir müssen uns fragen, warum dies so ist?

    Mit Ausgrenzen und Verschweigen werden wir das Problem nicht lösen!

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    • Oeconomicus sagt:

      Hallo lieber Herr Bucher,

      besten Dank für Ihren Beitrag.

      Ich selbst würde mich weder im Pegida-Lager noch bei den schmähenden Gutmenschen mit ihren sogenannten Gegen-Demonstrationen verorten.

      Wer meine Beiträge und Kommentare zu diesem Thema gelesen und verstanden hat, darf zu Recht den Eindruck gewinnen, dass mir persönlich die Stigmatisierung der Pegida-Teilnehmer granantenmäßig auf den Zeiger geht und ich alleine deswegen diese Bewegung genauer in Augenschein nehme.

      Es ist mir unerklärlich, wie sogenannte Demokraten und einzelne Politiker im Lichte der geäusserten Schmährufe und Beschimpfungen ihr eigenes Spiegelbild noch ertragen können.

      Solche und schwerwiegendere Diskreditierungen, die uns fast täglich auch von den Medien serviert bekommen, finden selbstverständlich auch ihre Fortsetzung in intelligenzfreien Kommentaren diverser Foren und Blogs.

      Nachdem ich mit der gebotenen Objektivität das Positionspapier der Pegida mit diesbezüglichen Kerninhalten der deutschen Parteienlandschaft verglich, hätte ich ohne Kenntnis, dass es sich um ein Pegida-Papier handelt, dies vermutlich anderen Urhebern zugeordnet.

      Mein Interesse an den mutmaßlichen Motiven der Spaziergänger in Dresden wuchs ebenso, wie der Versuch sachliche Argumente gegen die Bewegung einzufangen.

      Im Rahmen weiterer Recherchen fiel mir die Seite von change.org, einer im hübschen US-Bundesstaat Delaware registrierten Organisation, auf.

      Wie sicher bekannt ist, kann man sich dort als PC-Demokrat an einer Aktion gegen Pegida und für ein buntes Deutschland (was immer dies aus sein mag) beteiligen, mehr noch, man hat auch die Möglichkeit seinen Standpunkt zu begründen.

      In der Erwartung, sachliche Gründe vorzufinden die gegen das Phänomen Pegida in den Ring geworfen werden schaute ich mir im Schnellverfahren ca. 400 solcher Kommentare an und war doch überrascht, mit welcher Ausdruckskraft dort Stimmung gemacht wurde.

      Auswahl einiger Gründe, warum manche den Anti-Pegida-Aufruf unterschreiben:

      weil

      – die welt bunt ist und bleiben soll

      – weil wir unseren Frieden und Wohlstand teilen sollten!

      – Nur Aufklärung kann Dummheit besiegen !

      – Ich bin pro Mensch und liebe Menschen, egal woher Sie kommen.

      – kein Gesetz den Menschenverstand ersetzen kann

      – Wir brauchen die Einwanderer und werden reicher mit Menschen aller Art.

      – ich ein buntes Deutschland will, voller Vielfalt, Hilfsbereitschaft und kulturellem Austausch.

      – unser Land von einer ordentlich geregelten Zuwanderung nur gewinnen kann und unser christliches Abendland wegen Menschen die unserer Hilfe brauchen sicherlich nicht in Gefahr gerät!

      – weil Menschenhass und Antihumanismus keinen Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen !

      – Dem hirnlosen Denken sich entgegenstellen

      Wer sich selbst einen Eindruck solcher Begründungen und Motive verschaffen möchte, mag dies gerne tun.

      In einem registrierungspflichtigen Forum, das ich gelegentlich besuche und manchmal auch ökonomisch geprägte Kommentare hinterlasse, wurde das Pegida-Phänomen aufgegriffen und ich staunte nicht schlecht, welche verabscheuungswürdigen Kommentare übelster Form dort plötzlich auftauchten.

      Nachdem ich dies eine Weile angesehen hatte, entschloss ich mich die einzelnen Punkte des Positionspapiers, sowie die ausgewählten Bewertungen bei change.org zu veröffentlichen und bat hernach die hetzerische Truppe, doch dezidiert dazu Stellung zu nehmen.

      Guess what ?
      Kein einziger der Schmährufer traute sich den Wettstreit der Argumente aufzunehmen. Schade eigentlich!

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