Strukturreformen in der Eurozone


Strukturreformen in der Eurozone
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Wie so oft, wenn Politik an ökonomischen Gesetze scheitert, ertönt der Ruf nach dem Allheilmittel Struktur-Reformen, statt endlich einzusehen, dass ökonomisch völlig unterschiedliche Staaten nun mal kein einheitliches Währungskorsett ertragen.

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Die Gründe hierfür sind Legion und wurden schon häufig hier im Blog ausführlich beleuchtet. Wer daran noch immer zweifelt, sollte sich bei den verzweifelten Menschen in Griechenland, Italien, Spanien usw. nach ihren Befindlichkeiten und zerplatzen Träumen erkundigen.

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In ihrem Policy Paper analysiert Eulalia Rubio, Senior Research Fellow bei Notre Europe – Jacques Delors Institute, die Diskussion um Strukturreformen in der Eurozone. Sie stellt fest, dass die Ziele, die den Forderungen nach Reform zugrunde liegen, oft unklar bleiben, was die Entwicklung geeigneter Maßnahmen zu deren Unterstützung erschwert.

Rubio argumentiert, dass Strukturreformen aus drei Gründen wünschenswert sein können:

(1) Um die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone insgesamt zu erhöhen,

(2) um Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit zwischen einzelnen Ländern der Eurozone zu reduzieren und

(3) um die Anpassungsfähigkeit der Eurozone gegenüber externen Schocks zu erhöhen. Für jedes dieser Ziele empfiehlt sie einen separaten Ansatz:

  • Die gesamteuropäische Wettbewerbsfähigkeit könnte gestärkt werden, wenn Reformanstrengungen und deren Kosten stärker in den EU-Haushaltsregeln berücksichtigt würden.
  • Europäische Unterstützung beim Aufbau einer effizienten Verwaltung in schwächeren Mitgliedsstaaten könnte helfen, Unterschiede innerhalb der Eurozone zu verringern.
  • Die Attraktivität von Reformen, die die Anpassungsfähigkeit der Eurozone verbessern, könnte durch nichtfinanzielle Anreize erhöht werden. Rubio schlägt vor, langfristig einen europäischen Stabilisierungsmechanismus einzurichten und den Zugang zu diesem an Mindeststandards zu knüpfen.
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Eulalia Rubio zu Strukturreformen in der Eurozone | Jacques Delors Institut Berlin

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LINKs ZUM BEITRAG:
ENGLISCH
FRANZÖSISCH
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PROMOTING STRUCTURAL REFORMS IN THE EURO AREA:
WHAT FOR AND HOW?
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TABLE OF CONTENTS
INTRODUCTION
  1. Three rationales to support structural reforms in the euro area
  2. How relevant are these three rationales in today’s EMU?
  3. Improving the competitiveness of the euro area: a more explicit recognition of the trade-off between budgetary consolidation and structural reforms
  4. Closing the intra-euro competitiveness gap: a case to support public governance reforms in the weakest euro area economies
  5. Removing market rigidities: the need for an appropriate incentive to reform
    1. The problems with monetary incentives
    2. An alternative: reforms as a pre-condition to participate into a future euro-area common shock absorber facility
CONCLUSION
ON THE SAME THEMES…
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PDF [20 pages]
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korrespondierender Archivbeitrag
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25. März 2014
Wie Athen und Brüssel Steuermilliarden aus EU-Töpfen verzocken
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One Comment on “Strukturreformen in der Eurozone”

  1. Roland sagt:

    Spontan viel mir eine Geschichte zur „Gleichmacherei“ der EU ein, da der Text doch etwas länger wurde, habe ich nun einen eigenen Beitrag daraus gemacht:
    http://www.schnappfischkapitalismus.de/2015/01/wenn-alles-gleich-ist/

    Gefällt mir


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