Die Denkfehler der Schulden-Bremser und deren fatale Folgen


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Die Denkfehler der Schulden-Bremser und deren fatale Folgen
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Es war still geworden um die „Eurokrise“.
So still, dass man glauben konnte: Krise war gestern. Und nun?
Kaum ist die Europawahl vorbei, ist sie wieder da. Offensichtlich stärker als je zuvor. Es wird zu wenig – viel zu wenig – investiert in Europa. Die ohnehin lahme Wirtschaft droht noch weiter einzubrechen.
Das muss sich ändern! Aber wie?

[…]
ARD – plusminus
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Anmerkung:
’schwäbische‘ Weisheiten der Bundeskanzlerin:
„Man hätte einfach nur die schwäbische Hausfrau fragen sollen. Sie hätte uns eine Lebensweisheit gesagt: Man kann nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben.“
(Bundesparteitag, 2008 in Stuttgart)
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Die schwäbische Hausfrau als Kardinalfehler deutschen Denkens
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Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau
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Fazit:
Für Politik und Währungsunion ergibt sich frei nach „Hotel California“ dieselbe Einschätzung:
This could be heaven or this could be hell!‘
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Ihr Oeconomicus

9 Kommentare on “Die Denkfehler der Schulden-Bremser und deren fatale Folgen”

  1. fufu sagt:

    Ich moechte das Problem noch kurz aus meiner eigenen Mikro-Perspektive beleuchten.

    Es ist wohl noch nie soviel Geld ins Gesundheitswesen geflossen wie heute. Trotz vereinzelter Fortschritte der Wissenschaft hatten wir insgesamt nie ein schlechteres Gesundheitssystem.

    In den USA ist die Situation noch dramatischer, wenn man bedenkt, dass dort gewisse Eingriffe das 3-5 fache unserer Pauschalen kosten.

    Doch zurueck zu unserer Situation. Die Ansprueche der Patienten und ihrer Lobbyorganisationen sind unermesslich, die der Industrie ebenfalls. Die Privatisierung nimmt zwar zunaechst den Druck von der oeffentlichen Hand, verschaerft aber die Probleme nur. Das Problem insgesamt durch mehr Geld (mehr Schulden) loesen zu wollen ist hoffnungslos.

    Die Loesungen der Oekonomen fuer unsere gesamtwirtschaftlichen Probleme, im Zweifelsfall Loecher aufzugraben und wieder zuzuschuetten, oder fahrtuechtige Autos zu verschrotten und neue zu kaufen, oder irgendwo eine neue Fussgaengerbruecke zu bauen sind mir wohlbekannt. Der Gesellschaft nuetzen diese Massnahmen laengerfristig nicht.

    Um es kurz zu machen:
    das Problem liegt an unserem System, das permanentes Wachstum noetig macht und einer aufgrund des Drucks von oben und von unten praktisch handlungsunfaehigen Politikerkaste. Es laesst sich nur loesen, wenn der Staat sich weitgehend zuruecknimmt und dem Einzelnen wieder mehr Verantwortung zugesteht. Deshalb mein Vorschlag seit Jahren eines Krankenversicherungsbeitrags nach Koerpergewicht. Fuer weitere „grausame“ Vorschlaege aehnlicher Art bin ich offen (den Aufschrei in der „Bild“ kann ich mir vorstellen). Ich bin sicher, dass dies der Volksgesundheit nicht schaden wurde, im Gegenteil.

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  2. fufu sagt:

    Bezueglich der schwaebischen Hausfrau muss ich Frau Merkel ausnahmsweise recht geben.
    Natuerlich wollen das die Oekonomen nicht hoeren, denn dann waeren sie ja arbeitslos.
    In meinem Metier ist dies uebrigens aehnlich : wenn alle Leute vernuenftig leben wuerden waeren die Aerzte auch grossteils arbeitslos. Das System ist halt krank.

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    • Oeconomicus sagt:

      Ihre Ansicht. die vermutlich von vielen Menschen geteilt wird, in allen Ehren.

      Gleichwohl kann ich diese Bewertung nicht teilen, da dieses Konzept zwar Privathaushalten oder Unternehmen deren Ausgaben die Einnahmen übersteigen durchaus hilft.

      Für eine Volkswirtschaft wirken solche Rezepte jedoch kontraproduktiv.

      Die taz hat in einem Beitrag aus Dez. 2012 wie ich finde ganz treffend versucht, diesen Umstand mit einfachen Worten zu erläutern.

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      • fufu sagt:

        Oekonomie ist bekanntlich keine Wissenschaft, wenn sich deren Vertreter auch redlich bemuehen dies so erscheinen zu lassen. Wenn Oekonomen normative Aussagen verbreiten agieren sie als Politiker, oder als deren Diener. „Für eine Volkswirtschaft wirken solche Rezepte jedoch kontraproduktiv“ wuerde ich in diesem Sinne interpretieren, fragt sich nur kontraproduktiv fuer wen.

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      • Oeconomicus sagt:

        Werter @fufu,

        besten Dank für Ihr Statement, in welchem Sie leider nicht auf die Argumentation des verlinkten Artikels eingehen.

        Leider erlaubt es mein enger Zeitplan derzeit nicht, den Mythos „Schwäbische Hausfrau“ einzugehend auszuleuchten.

        Sofern Sie jedoch selbst eigene Recherchen anstellen möchten, wird Ihnen ggfls. Theorie- und Praxis von Sparpolitik (vulgo Austerität) begegnen.

        Theorie:

        Austerität
        – stärkt das Vertrauen der Märkte
        – löst steigende Investitionen aus
        – generiert Wachstum
        – führt zu sinkender Arbeitslosigkeit
        – reduziert Haushaltsdefizite
        – ermöglicht sinkende Zinsen

        Praxis:

        Austerität
        – steigert geringfügige Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
        – ist u.a. dadurch für sinkende Nachfrage verantwortlich
        – führt zu Rezession
        – verfehlt Sparziele
        – erhöht Haushaltsdefizite und/oder führt zu ’schlankerem Wohlfahrtsstaat‘ (schauen Sie mal die Argumentation des ‚Wetterhahns‘ Markus Söder an)
        – löst zeitversetzten Zinsanstieg aus

        Dazu empfehle ich sehr gerne einen entsprechenden Vortrag des Kollegen Jens Berger (Nachdenkseiten)

        angenehmen Abend

        Ihr Oeconomicus

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      • almabu sagt:

        Ich fürchte, so ein bisschen gilt das für ihr Statement auch?

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      • fufu sagt:

        @Oeconomicus,

        wie schon haeufig reden wir aneinander vorbei. Wie ueblich argumentieren Sie aus dem gegebenen System heraus. Wenn man dieses in der gegebenen Form noch eine Weile erhalten moechte haben Sie recht, in der Praxis aber „spart“ ja auch die Regierung Merkel nicht sondern sie redet nur den Leuten nach dem Mund. Insofern hat „sparen“ wie ich es verstehe natuerlich nichts aber auch gar nichts mit der Austeritaetspolitik Merkels zu tun.

        @almabu

        sicher ist Oekonomie auch Politik, insofern ist mein Statement durchaus politisch gemeint (deshalb gehoert die taz auch nicht zu meiner bevorzugten Lektuere).

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      • Oeconomicus sagt:

        @fufu

        Der erwähnte taz-Beitrag erschien mir aufgrund der Erläuterungen beispielhaft zu sein.

        Aus einer anderen Perspektive hat das Handelsblatt Schuldenbremse vs. dringend notwendige Investitionen beleuchtet.

        Als recht eingängig und nachvollziehbar erscheinen auch Heiner Flassbecks Bewertungen.

        Flassbeck hatte übrigens Merkels Rede beim Deutschen Sparkassentag im April 2013 wie ich finde recht trefflich kommentiert und dabei auch Definitionshilfen zur Begrifflichkeit „Austerität“ entwickelt.

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      • almabu sagt:

        @fufu
        „(deshalb gehoert die taz auch nicht zu meiner bevorzugten Lektuere).“

        Zu meiner bevorzugten Lektüre zählt die taz schon seit Ewigkeiten nicht mehr😉

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