Wertvolle Erkenntnisse des großen Denkers und Weltverstehers, Peter Scholl-Latour – Teil 1

Peter Scholl-Latour war nach Wahrnehmung vieler selbstdenkender Zeitgenossen nicht nur für unsere westlichen Gesellschaften ein geistiges und menschliches Vorbild, der uns mit seinem beeindruckenden Sachverstand, gepaart mit reichen historischen Detailkenntnissen in schonungsloser Offenheit die großen Ereignisse unserer Welt nahebrachte.

Auch in den Maghreb-Staaten wird sein Name oft zugleich mit dem großen arabischen Philosophen Ibn Khaldun genannt, dessen Lebenserfahrungen er der Nachwelt  im ‚Buch der Beispiele‘, der al-Muqaddima hinterlassen hat.

In vielen Teilen Asiens wird Scholl-Latour als brillanter Analytiker ebenso geschätzt.

Vor Antritt seiner letzten Reise hat ‚PSL‘ noch ein weiteres Kapitel seines umfangreichen Vermächtnisses abgeschlossen, eine ganz sicher spannende Bewertung zu den aktuellen Entwicklungen in Nahost und der Ukraine. „Der Fluch der bösen Tat“, so der Titel seines Werkes, sollte in absehbarer Zeit im Buchhandel verfügbar sein.

Bis dahin können wir auf nicht weniger spannende tiefe Einsichten des Ausnahme-Journalisten und begnadeten Autors zurückgreifen, an welche in einer speziellen PSL-Serie hier im Blog erinnert werden soll.

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Ihr Oeconomicus

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Das Ende der weißen Weltherrschaft

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Peter Scholl-Latour untersucht die aktuelle Situation in den zentral-asiatischen Republiken Kasachstan und Kirgistan und spannt den Bogen bis nach Irak und Afghanistan. In Zentralasien zeigt er die Bedrängnis, der die russische Präsenz heute ausgesetzt ist. Im Mittleren Osten und Zentralasien ist auch die amerikanische Weltherrschaft in schwere Bedrängnis geraten. Der Staat, der Nutzen aus dem gescheiterten Irak-Abenteuer des Jahres 2003 zieht, ist die Islamische Republik Iran.

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Vor 500 Jahren begann mit den portugiesischen und spanischen Entdeckern das allmähliche Entstehen einer weißen Weltherrschaft, die um 1900 ihren Höhepunkt erreichte. Heute ist diese weiße Dominanz auf ein paar amerikanische Stützpunkte begrenzt und auf jene neu entdeckten Kontinente, die von weißen Siedlermassen bevölkert wurden.

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Im ersten Teil seiner Dokumentation spannt Peter Scholl-Latour den Bogen von Brasilien über Bolivien bis nach China.
Im Jahr 2010 gehen wir einer kosmopolitischen Mischgesellschaft entgegen, die in Brasilien, einst portugiesische Kolonie, bereits eine erstaunliche Dynamik entwickelt hat.
In Bolivien, von den spanischen Conquistadoren erobert und ausgebeutet, setzen sich heute die prä-kolumbianischen Indio-Kulturen durch.
China wiederum, das nach den Boxeraufständen von 1900 vor der Aufteilung seines immensen Reiches durch europäische Mächte stand, entwickelt sich zum gigantischen Rivalen der USA.

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Das Ende der weißen Weltherrschaft – Teil 1 – Nostalgie und Höhenflug

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Das Ende der weißen Weltherrschaft Teil 2 – Ohnmacht und Anmaßung

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Im zweiten Teil seiner Dokumentation untersucht Peter Scholl-Latour die aktuelle Situation in den zentral-asiatischen Republiken Kasachstan und Kirgistan und spannt den Bogen bis nach Irak und Afghanistan. In Zentralasien zeigt er die Bedrängnis auf, der die russische Präsenz heute ausgesetzt ist.
Wird der islamische Fundamentalismus auf die GUS-Staaten übergreifen?
Im Mittleren Osten und Zentralasien ist auch die amerikanische Weltherrschaft in schwerste Bedrängnis geraten. Der Staat, der Nutzen aus dem gescheiterten Irak-Abenteuer des Jahres 2003 zieht, ist die Islamische Republik Iran. In Afghanistan – einem Land, in dem schon Großbritannien im 19. Jahrhundert scheiterte – fällt jede Strategie eines Rückzuges so schwer, weil die islamische Aufbruchstimmung bereits auf Pakistan übergegriffen hat und ein Scheitern der NATO die westliche Allianz zutiefst erschüttern würde.

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† Peter Scholl-Latour … RIP

Der deutsch-französische Journalist und Publizist Peter Scholl-Latour ist tot.
Der mit vielen Journalisten- und Medienpreisen ausgezeichnete Autor starb am Samstag im Alter von 90 Jahren.

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In respektvollem Gedenken an einen ganz großen Journalisten und Aufklärer.

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Ihr Oeconomicus

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Peter Scholl-Latour Forum

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PSL-Archivbeiträge


Hegemonial-Währung unter Druck – chinesisch-russische Currency-Swaps voraus ?

Das Handelsvolumen zwischen China und Russland hat sich seit dem Jahr 2000 (ca US$ 8 Mrd) erheblich ausgeweitet und lag 2013 bereits bei US$ 89 Mrd (das deutsch-russische Handelsvolumen lag 2013 mit € 76,5 Mrd etwas darüber).
Für 2015 wird ein weiterer Anstieg auf US$ 100 Mrd erwartet und aufgrund eines erheblichen Anstiegs der Energielieferungen zwischen Moskau und Peking soll das Handelsvolumen bis 2020 auf US$ 200 Mrd anwachsen.
Bislang werden rund 75% der bilateralen Handelsbeziehung in US-Dollar abgerechnet.
Dies soll sich nach dem Willen von Xi und Putin alsbald ändern. Wie aus einer Meldung von ITAR-TASS hervorgeht, vereinbarten die Notenbanken der beiden Staaten einen Währungs-Swap.
Sobald die Umstellung auf Yuan oder Rubel erfolgt ist, wird der US-Dollar für die beteiligten chinesisch-russischen Unternehmen überflüssig. Auch mit anderen Staaten sind umfangreiche Währungs-Swaps geplant.
Dem Vernehmen nach sollen parallel auch mit anderen Handelspartnern umfangreiche Währungs-Swaps verhandelt werden.

Bereits im Juli hatte die russische Notenbank-Chefin Elvira Nabiullina nach einem Treffen mit Präsident Putin Details zu einer geplanten Anti-Dollar-Allianz der BRICS-Staaten genannt.

Die schrittweise Ablösung der Hegemonial-Währung könnte erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen, welche ansatzweise auch in diesem Beitrag aufgezeigt werden.

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Ihr Oeconomicus

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korrespondierende Beiträge:

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Putting the Dollar in Jeopardy

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Währungs-Krieg: Amerika kämpft gegen den Niedergang des Dollar

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Die Fragmentierung von Bretton Woods

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Wenn das Geld ausgeht, endet das Imperium

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ausgewählte, bisherige currency swaps:

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21.07.2014
China, Switzerland sign currency swap agreement
China’s central bank announced on Monday that it signed a bilateral currency swap agreement with the Swiss National Bank (SNB) worth 150 billion yuan, or 21 billion Swiss francs (24.4 billion U.S. dollars).
The signing of the currency swap deal can help facilitate trade and investment between China and Switzerland and provide liquidity support for the development of the offshore yuan market in Switzerland, the PBoC said.
In a separate statement on Monday, the SNB said it was also granted an investment quota for the Chinese interbank bond market in the amount of 15 billion yuan.
Since 2009, China has set up bilateral currency swap lines with more than 20 countries and regions.

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13.10.2013
Korea signs currency swap deal with UAE, agrees to sign similar deal with Indonesia
Korea and Indonesia have agreed to sign a currency swap deal worth 10 billion U.S. dollars.
The agreement was reached during a meeting in Washington on Saturday local time between Korean Finance Minister Hyun Oh-seok and his Indonesian counterpart.
The currency swap line will expire in three years, but can be renewed upon agreement.
At the same meeting, the head of Korea’s central bank Kim Choong-soo signed a three-year currency swap deal worth 5.4 billion dollars with the United Arab Emirates.
The agreements can be used in settling payments for their bilateral trade.
Indonesia is Korea’s eighth-largest trading partner, with their trade volume valued at around 30 billion dollars last year.
[…]
arirang

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10.10.2013
EZB UND DIE PEOPLE’S BANK OF CHINA TREFFEN BILATERALE WÄHRUNGSSWAP-VEREINBARUNG
• Die Swap-Linie ist auf 350 Mrd CNY und 45 Mrd € begrenzt.
• Die Vereinbarung gilt für drei Jahre.
• Aus Sicht des Eurosystems dient sie als vorsorgliche Kreditlinie (Backstop Facility).
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die People’s Bank of China (PBC) haben eine bilaterale Währungsswap-Vereinbarung zum gegenseitigen An- und anschließenden Rückkauf von chinesischen Yuan und Euro getroffen. Die für drei Jahre geltende Swap-Vereinbarung ist bei Bereitstellung von Yuan an die EZB auf 350 Mrd CNY und bei Bereitstellung von Euro an die PBC auf 45 Mrd € begrenzt.
Die Swap-Vereinbarung ist im Zusammenhang mit stark wachsenden bilateralen Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen dem Euro-Währungsgebiet und China eingerichtet worden. Sie hilft, die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern.
Aus Sicht des Eurosystems dient die Swap-Vereinbarung als vorsorgliche Kreditlinie (Backstop Facility); sie soll den Banken des Euroraums eine kontinuierliche Bereitstellung chinesischer Yuan gewährleisten. Die Vereinbarung wurde auf der Ebene des Eurosystems getroffen. Die Kreditlinie wird allen Geschäftspartnern des Eurosystems über die nationalen Zentralbanken zur Verfügung stehen. Der EZB-Rat wird sich in absehbarer Zeit damit befassen, wie die technischen Modalitäten dieser Backstop Facility ausgestaltet und kommuniziert werden.
[…]
EZB-Pressemitteilung

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29.03.2013
China, Brazil sign currency swap ‎agreement
During the Fifth BRICS Summit, the member states discussed possible ways to face future economic crisis. The first agreement announced was between Brazil and China.
The pact will allow the two countries‘ central banks to swap local currencies worth up to 190bn yuan or 60bn reais, which is equal to $30 billion. It will be initially enforced for three years. The amount was calculated to match current trade volume between the countries for no less than eight months.
They also agreed to set aside this money, to be used in the case of instability and unusual fluctuation of the value of the US dollars.

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29.12.2011
Japan, India sign currency swap deal‎
Indian Prime Minister Manmohan Singh and his visiting Japanese counterpart Yoshihiko Noda held talks on a wide range of regional and global issues, including UN reforms, climate change, non-proliferation and the situation in Afghanistan and North Korea and decided to expand cooperation in anti-piracy and maritime security and strengthen the India Japan strategic partnership.

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Wie die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre einen blühenden Ort in den Abgrund riss … und was die Nachwelt daraus lernen kann

Im Frühsommer 1933 erschien im Leipziger Verlag S. Hirzel eine bahnbrechende Studie:

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»Die Arbeitslosen von Marienthal«

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Sechs Wochen lang hatten fünfzehn junge Forscherinnen und Forscher aus dem Umfeld des »Roten Wien« in der Arbeitersiedlung Marienthal – dreißig Bahnminuten südlich der österreichischen Hauptstadt gelegen – die Auswirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit untersucht.
Nach der Schließung der großen Marienthaler Textilfabrik im Februar 1930 waren drei Viertel der 478 Familien im Ort ohne Arbeit und Brot.
Eine katastrophale Entwicklung. Die einst blühende Gemeinde, eine Hochburg der niederösterreichischen Arbeiterbewegung, wurde in einen Abgrund aus Hunger, Elend und materieller Not gerissen. So vermochte es das Forscherteam rund um Paul Lazarsfeld und Marie Jahoda nicht weiter zu überraschen, dass viele überzeugte Sozialisten der 20er- und 30er-Jahre den völkischen Verheißungen der Nazis auf dem Leim gingen.

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Und heute, am Vorabend einer neuen, vielleicht ebenso katastrophalen Weltwirtschaftskrise? Wie gültig sind die Ergebnisse der Marienthal-Studie heute noch? Dieser Frage geht Günter Kaindlstorfer in einer aufrüttelnden Dokumentation nach. Sein Resümee: Eine Gesellschaft, die sich mit Arbeitslosigkeit und Massenelend abfindet, bereitet den Weg für neue desaströse Entwicklungen – bis hin vielleicht zu neuen, heute noch unvorstellbaren Kriegen.

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Ein Film von Günter Kaindlstorfer
[Der Film galt lange Zeit als verschollen]

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Die Arbeitslosen von Marienthal Teil 1(4)

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Die Arbeitslosen von Marienthal Teil 2(4)

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Die Arbeitslosen von Marienthal Teil 3(4)

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Die Arbeitslosen von Marienthal Teil 4(4)

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