Hellenische Vorbereitungen zur Vergabe von Öl- und Gas-Lizenzen ?

Hellenische Vorbereitungen zur Vergabe von Öl- und Gas-Lizenzen ?
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Jenseits öffentlicher Wahrnehmungen scheint man sich in Athen auf die Stunde Null vorzubereiten.
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Dies geht aus einer Meldung des World Oil News Center unter Bezug auf Bloomberg Athen hervor.
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Zu diesem von unseren geschätzten Qualitätsmedien weitgehend ausgesparte Thema habe ich bereits im Mai 2011 notiert:
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Dem Vernehmen nach macht man sich in Griechenland öffentlich Gedanken über einen Öl-Gas-Pensionsfonds.
Hierbei geht es wohl kaum um die Förderanlagen in Kavala, die kaum nennenswerte Ergebnisse abliefert.
Gerüchteweise soll es im Ionischen Meer relativ leicht ausbeutbare, gigantische Öl- und Gasvorkommen geben.
Da stellt sich doch gleich die Frage, wer der aussichtsreichste Kandidat für die Bohrrechte sein wird.
USA, Russland oder gar China?
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Dies könnte die politschen Interessen Amerikas [Papandreous Besuch am 9.03.2010 bei Obama], der Besuch Papandreous am 16.02.2010 in Moskau und das finanzielle Engagement China’s [Übernahme der Hafengesellschaft in Piräus im Nov.2008] in einem besonderen Licht erscheinen lassen.
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Der griechische Energie-Minister Yiannis Maniatis soll, so wird kolportiert, bereits Ende April 2011 zu Verhandlungen über die Bohrrechte der [vermeintlichen?] „Bonanza“ nach Norwegen gereist sein, um sich mit dem dortigen Amtskollegen, Per Rune Henriksen, zu treffen.
Wahrlich spannende Zeiten – selbstverstandlich können Sie, werte Leser daran teilhaben.
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Nachträge zu den griechischen Öl- und Gasvorkommen
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16.September 2011
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Das griechische Umwelt- und Energieministerium hat diese Woche den Startschuss für die Förderung von Öl und Gas vor der griechischen Küste gegeben. Es lud alle potenziellen Interessenten ein, sich zunächst um die Rechte zu Probebohrungen und geologischen Untersuchungen zu bewerben. Dies soll im Ionischen Meer (also an der Westküste Griechenlands) und vor der Küste Kretas geschehen.
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Es liegen allerdings umfangreiche geologische Gutachten unter anderem der Universität Kreta vor, die belegen, dass es Öl- und Gasvorkommen gibt und wo diese liegen. So erwartet das Ministerium, dass die Probebohrungsphase auch nur drei Monate dauern wird – dann werden die endgültigen Lizenzen vergeben. Das Ministerium rechnet damit, binnen 15 bis 20 Jahren Öl im Wert von rund 40 Milliarden Euro fördern zu können, meldet die Zeitung Kathimerini. Davon wird Athen Lizenzen in Höhe von rund 15 Milliarden Euro erhalten.
Als Interessenten für die Probebohrungen haben sich bislang informell der Norwegische Staatskonzern Statoil und der US-Konzern Noble Energy (die gerade vor und für Zypern/Israel mit der Gasförderung begonnen haben) gemeldet. Inoffiziell haben Interesse an der spätere Förderung Noble, Statoil Shell, die zypriotische Energean Oil und der griechische Staatskonzern Hellenic Petroleum angemeldet. 2012 soll die Förderung bereits beginnen.
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Die nun ausgewählten Gebiete im Ionischen Meer und vor Kreta sind geopolitisch unumstritten – anders als die Gebiete um die Inseln in der Ägäis, unter denen ebenfalls große Öl- und Gasvorkommen liegen. Allein deshalb erhebt die Türkei immer wieder Anspruch auf einige der Inseln. Es geht dabei nicht um die paar kahlen Felsen, sondern um die Rohstoffe darunter. So hat die Türkei gerade vor ein paar Tagen ein norwegisches Forschungsschiff gechartert und dies in die Gewässer vor der kleinen Insel Kastelorizo entstandt.
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Kastelorizo


Bildquelle, Bildrechte und Lizenzgenehmigung: gemeinfreie Creative Commons-Lizenz – Urheber: Pitichinaccio

gehört zu einer Inselgruppe östlich von Rhodos, nur drei Kilometer vor der türkischen Küste.
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Bildquelle, Bildrechte und Lizenzgenehmigung: gemeinfreie Creative Commons-Lizenz – Urheber Chris Vlachos

Ausgerechnet hier, vor malerischer Kulisse, hatte der griechische Staatschef Giorgios Papandreou 2010 die massiven Schwierigkeiten Griechenlands bekanntgegeben
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Zufall oder politisches Signal an die Türkei und an Eingeweihte? Griechenland hat bereits gegen die türkischen Forschungen offiziell protestiert, wird in Ankara aber wohl auf taube Ohren stoßen.
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Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit bleiben derzeit auch die Spannungen um die Probebohrungen zur Gasförderung vor Zypern, gegen die die Türkei heftig interveniert, die aber bereits begonnen haben. Ankara begründet den Protest offiziell damit, dass damit Nordzypern und die dortige türkische Bevölkerung ja von den Förderungen nicht profitieren würde. Ankara droht sehr klar und direkt mit einer Militärinvervention, sollten die Probebohrungen beginnen. Die zypriotische Aussenministerin ließ gerade erst wissen, dass Zypern schon mal sicherheitshalber den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über die Lage informiert hat und sich „der Rückendeckung der internationalen Gemeinschaft versichert habe“, was immer dies bedeuten mag.
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Soweit zur Faktenlage. Nun lassen sich trefflich einige Fragen stellen, beispielsweise:
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  • Warum beginnt Griechenland erst jetzt mit den Öl- und Gasförderungsaktivitäten, wenn doch bereits schon seit 15 Jahren bekannt ist, dass es diese Vorkommen gibt?
  • Warum sagte gerade vor ein paar Monaten Premier Papandreou noch auf einer Pressekonferenz „wir haben kein Öl“, als er explizit danach gefragt wurde?
  • Warum ist schon jetzt die Rede davon, dass Hellas dann wohl „nur“ ein Drittel der Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung bekommen wird – wenn doch mit Hellenic Petroleum ein staatliches Unternehmen existiert, dass sich mit der Förderung von Öl auskennt (da es – bescheidene – Mengen bereits in der Region um Kavala fördert)?
  • Warum kommen diese Aktivitäten jetzt – parallel mit der nunmehr auf offiziell vorbereiteten Staatspleite von Griechenland?
  • Warum haben die „Bilderberger“ zusammen mit den Ölfirmen vor Ausbruch der Krise ausgerechnet in Griechenland getagt?
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Nachfolgende Persönlichkeiten, so wird kolportiert, sollen an dieser Konferenz teilgenommen haben:
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  • Königin Beatrix der Niederlande – Hauptaktionärin von Royal Dutch Shell
  • Jorma Ollila – Aufsichtsratsvorsitzender Royal Dutch Shell
  • Jeroen van der Veer – Chef Royal Dutch Shell
  • Eivind Reiten – Generaldirektor des Petroleumskonzerns Norsk Hydro
  • Thomas Thune Andersen – Chef Maersk Oil Dänemark
  • Anders Eldrup – Chef und Präsident von DONG Energie Dänemark
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Welchen Grund es auch immer geben wird. Es zeigt sich, wie gefährlich es war und ist, damit zu warten, bis Griechenland schwach und die westliche internationale Gemeinschaft durch die Wirtschaftskrise geschwächt und zerstritten ist. Denn jetzt wittert die Türkei ihre Chance.
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Hoffentlich findet der nächste Ölkrieg nicht direkt in Europa statt.
Ach und weil es so anschaulich ist, hier noch einmal Papandreous Statement, dass Griechenland angeblich kein Öl hat!
Schön, dabei auch die Körpersprache [bzw. Handbewegung zur Nase] zu beobachten.
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Bei weiteren Recherchen bin ich u.a. auf diese Quellen gestossen:
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Natural gas beneath Crete
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Griechenland besitzt „Unmengen“ an Erdgas und Erdöl
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Griechisches Gas
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Greece has 40 billion barrels of oil, and thousands of tons of Gold and Uranium
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Hintergrund-Bericht im Spiegel vom 18.03.1974
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Der griechisch-türkische Konflikt um die Ägäis und ihr Erdöl treibt hart am Rand des Krieges – 16.08.1976
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Ihr Oeconomicus

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korrespondierende Beiträge
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10.05.2014
Gerangel um Erdgas im Mittelmeer
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04.11.2013
Ansichten zum großen Spiel um Macht und Öl
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23.08.2012
Die Manipulation des Ölpreises
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Fall Edathy – Rücktritt von Hans-Peter Friedrich

Rücktritts-Erklärung von Hans-Peter Friedrich (Bundesagrarminister, CSU)

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Anmerkung
Noch um die Mittagszeit lehnte H-P Friedrich einen Rücktritt ab.
Während seines mit salbungsvollen Worten formulierten Rücktritts kündigte Friedrich nun voller Inbrunst an: „Ich komme wieder!“
Das ist sicher lieb gemeint. Wir sollten den Ex-Minister und seine Wohltäter aber nicht emotional unter Druck setzen .. damit er nicht darben muss, reicht auch schon ein hübscher Versorgungs-Posten bei der Industrie oder in Brüssel.

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Ihr Oeconomicus

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Kurz-Portrait von Sebastian Edathy

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korrespondierende Pressemeldungen

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tagesschau.deSpOn

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Was bisher geschah:

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Ermittlungen gegen SPD-Politiker- Wohnung von Edathy durchsucht
Erst am Wochenende gab Sebastian Edathy seinen Rücktritt aus dem Bundestag bekannt. Wie jetzt bekannt wurde, wird gegen den SPD-Politiker ermittelt.
taz – 11.02.2014

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Tagesschau korrigiert Meldung im Fall Sebastian Edathy
Hamburger Abendblatt – 11.02.2014

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Etwas klärt sich auf im Fall des Sebastian Edathy
telepolis 13.02.2014

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Fall Edathy wird zum Politkrimi
Die Staatsanwaltschaft prüft die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Landwirtschaftsminister Friedrich. Möglicherweise liege ein Fall von Geheimnisverrat vor. Grüne, Linke und FDP fordern Friedrichs Rücktritt.
DW – 14.02.2014

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Fall Edathy wird zum Fall Friedrich – Seehofer ruft CSU-Krisentreffen ein
Der Druck auf Hans-Peter Friedrich wächst. Ermittler werfen dem Ex-Innenminister vor, im Fall Edathy Informationen weitergegeben zu haben. CSU-Chef Horst Seehofer hat ein Krisentreffen einberufen.
N24 – 14.02.2014

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What’s next?

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Fall Edathy – Gespräch mit Staatsrechtler Hillgruber am 14.02.2014

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FRIEDRICH-NACHFOLGE
Wen Seehofer zum Agrarminister machen könnte
Der Rücktritt von Minister Friedrich zwingt den CSU-Chef zu einer raschen Personalentscheidung. Holt er seine Frau für Krisenfälle oder einen Fachpolitiker?
DIE ZEIT – 14.02.2014

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Edathy-Skandal: ARD und ZDF mauern für die SPD
Im Fall Edathy wird der Staatsanwalt vermutlich auch das Verhalten der SPD-Spitze überprüfen. ARD und ZDF haben nach dem Friedrich-Rücktritt bereits mit der Vorwärts-Verteidigung der SPD begonnen. Die Sender versuchen plötzlich, das Thema kleinzureden – und fordern, die Regierung müsse sich Wichtigerem zuwenden: dem Kampf gegen die „Populisten“ bei der EU-Wahl.
[…]
DWN – 16.02.2014


Eine kleine Geschichte zur Gier


Hieronymus Bosch (1450–1516):
Die Sieben Todsündenin den Ecken: Die vier letzten Dinge
public domain – source: www.museodelprado.es

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Wer hätte gedacht, dass die alte Todsünde noch einmal derart modern werden würde?
Die schon reichlich angestaubte Habgier findet, frisch poliert, den Weg in die Schlagzeilen. „Die Gier der Manager“, „Die Gier an den Märkten“ oder einfach: „Die große Gier“ lauten die Überschriften der Bücher und Talkshows. Was aber verbirgt sich dahinter?

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Nach einer sehr alten Definition ist die avaritia, die Todsünde der Habgier,

„die Begierde, zu viel Reichtümer zu erlangen, zu haben und zu behalten, was ein unersättliches Verderben ist. Wie der Wassersüchtige, der, je mehr er trinkt, um so mehr nach Wasser verlangt, so will die avaritia umso mehr erlangen, je mehr sie schon erlangt hat.“

So erklärte es Alkuin von York, ein Theologe am Hofe Karls des Großen.

Die Habgier umfasst demnach das, was im neueren deutschen Sprachgebrauch in zwei Wörter auseinanderfällt, die Gier und den Geiz, also das Streben nach Geld und das Festhalten desselben.

Außerdem kommt bereits Alkuins Definition mit einer psychologischen Diagnose daher:
Die Gier hat Suchtcharakter, sie nimmt also mit zunehmendem Reichtum nicht ab, sondern zu.
Dies bestätigt das Vorurteil derer, die auf die „Gier der Manager“ schimpfen:
„Die da oben“ seien besonders gierig und unersättlich, ja vielleicht überhaupt erst so weit nach oben gekommen, weil sie zu den Gierigen gehörten und nicht zu den Genügsamen. Und diese Diagnose wird von einer Investment-Bankerin bestätigt, die quasi aus dem Auge des Orkans berichtet:
Die Gier war grenzenlos“.
[…]
Christoph Fleischmann – PDF [10 Seiten]

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korrespondierende Beiträge

The Corporation – Alle Macht der Konzern-Diktatur

Ist die Wirtschaft beherrschbar .. oder hatte Karl Marx doch recht?

Kritik der unreinen Vernunft

Die Rolle der Illusion in Religion und Ökonomie


Schmuggler-Paradies Rumänien

Schmuggler-Paradies Rumänien
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In kaum einer Region der Welt sind Zigaretten so billig wie in Osteuropa. Weil das schon seit Jahren so ist, hat sich ein wahres Schmugglerparadies etabliert. Mit Nachtsichtgeräten lauern rumänische Zollbeamte deshalb jede Nacht an der ukrainischen Grenze. Doch nicht nur die Zöllner sind professioneller geworden, sondern auch die Schmuggler.
Sogar mit Lenkdrachen fliegen sie des Nachts tonnenweise Zigaretten nach Europa ein. Erschwerend kommt hinzu, dass mit steigenden Preisen auch die Nachfrage an Schwarzmarkt-Zigaretten in der EU wächst.
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Wie DW im nachfolgenden Bericht darlegt, reißt der Schmuggel von Zigaretten jährlich ein Loch von zehn Milliarden Euro in die Kassen der europäischen Staaten.
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korrespondierender Archiv-Beitrag
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22.04.2012
Im Visier des Zolls: Schmuggelhochburg Transnistrien
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