Patientendaten werden an Versicherer verkauft


Wie der Guardian berichtet, wird nach Plänen der britischen Regierung im März eine zentrale Datenbank, die künftig die Gesundheitsdaten aller in England behandelten Patienten beinhalten wird, online gehen. Sie enthält Patientendaten von Hausärzten bis hin zu Krankenhäusern.

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Nicht nur Forschungseinrichtungen wie Universitäten, sondern auch Versicherungs- und Pharmakonzerne sollen – gegen Bezahlung – Zugriff auf die Datenbank erhalten.

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Diese sollen zwar pseudonmyisiert werden, Datenschützer warnen aber davor, dass diese Anonmyisierung nicht davor schützen wird, dass die Datenkäufer die Identität von Patienten in bestimmten Fällen – insbesonders bei seltenen Krankheiten – rekonstruieren werden können.

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In den nächsten Wochen sollen an britische Haushalte Informationen versandt werden. Darin soll auch auf die Möglichkeit eines „Opt-out“ hingewiesen werden, Widerspruch möglich!

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Britische Datenschützer kritisieren scharf, dass es keinerlei Qualitätskriterien für die „Kunden“, die die Datenbank benützen, gebe. Außerdem fordern sie, dass Patienten automatisch in jedem Einzelfall darüber informiert werden müssen, wenn ihre Daten verkauft werden.

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Das englische Gesundheitssystem, NHS, will laut „Guardian“ in den nächsten Tagen seine eigene Einschätzung der Gefahren des „care.data“ genannten Projekts für den Datenschutz abliefern. Das NHS verteidigt den geplanten Datenverkauf jedoch vehement: Eines der wichtigsten Ziele von „care.data“ sei es, „das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, indem England zum Topstandort für Forschung im Gesundheitsdienstebereich wird“.

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TheGuardian

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2 Kommentare on “Patientendaten werden an Versicherer verkauft”

  1. Michael Thuma sagt:

    Erinnert so an Mülltrennung. Der Kunde hat die Arbeit und bekommt nix dafür. In dem Fall bedarf es
    a) Zustimmung und
    b) falls Zustimmung,
    dann Bezahlung desjenigen der Information bereitstellt und auch des Erfassenden.

    In U.K. wird in Pharma im Moment einiges investiert, das wohl. Nicht dass ich offizielle Zahlen hätte, aber die Angebote aus U.K. in dem Eck steigen zumeist Neugründungen.

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  2. Elke sagt:

    Am besten geht man nur dann zum Arzt, wenn man den Kopf bereits unter dem Arm hat.

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